ENTDECKT
Eure
Das normannische Département Eure liegt im Nordwesten des Pariser Beckens und wird durch das mächtige Band der Seine in einen nördlichen und einen südlichen Teil geteilt. Mit einer Fläche von 6.039,85 Quadratkilometer bildet es so einen Puffer zwischen der Kapitale Paris und den normannischen Küsten-Départements. Es grenzt im Norden an das Département Seine-Maritime, im Osten an die Départements Oise, Val-d’Oise und Yvelines, im Süden an Eure-et-Loir sowie im Westen an die normannischen Départements Orne und Calvados.
Wer das Eure bereist, betritt ein Land der weiten Horizonte und tiefen Flusstäler. Sechs markante Hochebenen auf durchschnittlich 150 Metern Höhe prägen das Gesicht des Départements mit der Ordnungsnummer 27. Es sind der Vexin, das Plateau von Madrie zwischen Seine und Eure, die Ebene von Saint-André, das Plateau von Neubourg sowie der Pays d’Ouche und der Lieuvin. Erst im Südwesten gewinnen die Konturen an Schärfe, wenn sich die Hügel des Perche bis auf 220 Meter aufschwingen. Diese sanfte Wellenbewegung der Landschaft verleiht dem Eure seinen typisch normannischen Charme aus Hecken, Weiden und alten Obstgärten.

Évreux: wo ein Fluss Verstecken spielt
Die Hauptstadt des Départements Eure, Évreux ,war einst die drittgrößte Stadt der ehemaligen Haute-Normandie und liegt 88 Kilometer nordwestlich von Paris und 47 Kilometer südlich von Rouen.Mit durch die alte Bischofsstadt mit ihrer imposanten Kathedrale und der markantenTour de l’Horloge fließt der 132 Kilometer lange Iton, der zwischen Orvaux und Glisolles urplötzlich im Boden verschwindet. Zehn Kilometer lang fließt er als Iton Sec durch unterirdische Kreidekarst-Höhlen, bevor er in der Karstquelle La Fosse aux Dames wieder an das Tageslicht tritt.
Namensgeber des Départements ist jedoch die Eure. Sie entspringt bei La Lande-sur-Eure im Regionalen Naturpark Perche. Nach einem weiten Bogen über Chartres mündet sie nach 229 Kilometern bei Saint-Pierre-lès-Elbeuf in die Seine. Kurios ist ihre „verschleppte Mündung“: Obwohl sie die Seine bereits bei Pont-de-l’Arche erreicht, fließt sie noch sechs Kilometer lang parallel zum Strom, bevor sie sich endgültig mit ihm vereint. Nach diesem Fluss sind gleich zwei Départements benannt: Eure und Eure-et-Loir.

Von Monet und Löwenrittern
Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten des Départements mit der Ordnungsnummer 27 gehören das Anwesen von Claude Monet. In Giverny schuf der er in seinem Haus und Garten jene Seerosenbilder, die den Impressionismus unsterblich machten. Hoch über den Kreidefelsen von Les Andelys thronen die Ruinen des Château Gaillard, der einst unbezwingbaren Festung von Richard Löwenherz. Wer Ruhe sucht, findet sie im malerischen Dorf Le Bec-Hellouin mit seiner berühmten Abtei oder im prächtigen Schloss Champ de Bataille, das gerne als das „normannische Versailles“ bezeichnet wird.

Apfel, Sahne, Käse!
Kulinarisch ist das Département Eure tief in den normannischen Traditionen verwurzelt. Hier regiert das Trio aus Apfel, Sahne und aromatische Weichkäse. Ein Klassiker ist die Tarte Normande, bei der Äpfel in einem Guss aus Sahne, Eiern und einem Schuss Calvados gebacken werden. Die Äpfel der Region wandern zudem in erstklassigen Cidre und kräftige Brände, die iihr vor Ort bei kleinen Produzenten und Globale Playern verkosten könnt.
Käseliebhaber schätzen den Pont-l’Évêque ( AOP ), einen quadratischen Weichkäse mit gewaschener Rinde, der direkt an der Grenze zum Calvados produziert wird. Eine besondere Spezialität aus Évreux sind die Larmes d’Évreux (Tränen von Évreux), feine Pralinen mit Nougat und Haselnüssen. Ob beim herzhaften Huhn im Cidre-Sud oder bei einem frischen Stück Brot mit gesalzener Butter – im Eure schmeckt ihr das normannische terroir bei jedem Bissen.















