Seine-Törn: Kreuzfahrt zur Kunst

MS Seine Comtesse am Kai von Les Andelys. Foto: Hilke Maunder
MS Seine Comtesse am Kai von Les Andelys. Foto: Hilke Maunder

Ganz entspannt zur Kunst: Monet, Boudin, flammende Gotik und Street Art begegnen euch bei einer Kreuzfahrt auf der Seine. Der Törn mit MS Seine Comtesse.

In der Ferne sehe ich sie am Kai von Javel im Westen von Paris vertäut: die Seine Comtesse. Ein Flusskreuzfahrer, der noch aussieht wie ein Schiff, und keinem schwimmenden Quader ähnelt. 114,3 Meter lang, 11,4 m breit, 1,5 m Tiefgang.

Angemalt in den Farben der Trikolore, angetrieben mit zwei Dieselmotoren, die jetzt ausgeschaltet sind: Paris stellt am Port de Javel Flusskreuzschiffen sauberen Landstrom bereit. nicko cruises, verrät die Flagge im Wind.

Auf dem Sonnendeck könnt ihr Schach spielen. Foto: Hilke Maunder

Kabine 309 verrät mir die Kabinenkarte. Doch der Stewart hat schon längst den Koffer gegriffen, steigt einige  Stufen hinauf, geht vorbei der Spielecke und dem Tisch der Kreuzfahrtmanagerin Monique Gomes und betritt das Oberdeck.

Juliette lässt tief blicken

Kabine des Oberdecks. Foto: Hilke Maunder

Holzvertäfelung, Teppich, 15 Quadratmeter groß und eigenes Duschbad in der Kabine, so sind die  20 Deluxe-Kabinen ausgestattet.Doch das Schönste an den Oberdeck-Kabinen sind die Juliette-Balkone, die 2019 dort eigebaut wurden – als bodentiefe Panorama-Fenster, die sich auf Knopfdruck bis zur Mitte der Scheibe öffnen und unverstellte Ausblicke eröffnet.

Auch im Mitteldeck können die Fenster der 41 Deluxe-Kabinen geöffnet werden. Am günstigsten sind die zwölf Kabinen im Hauptdeck. Dort wohnt ihr knapp über der Wasserkante und blickt vom Klapp- oder Sofabett durch nicht zu öffnende Aussichtsfenster auf den Fluss.

Der Ballon de Paris im Parc André Citroën. Foto: Hilke Maunder

Tagsüber begrenzt ein riesiger Betonbogen den Blick auf den nahen Parc André Citroën. Auf seinen Rasenflächen sonnt sich Paris – und springt zur Abkühlung in die Bodenfontainen des Miroir d’Eau. Dann steigt wieder groß und prall ein Heißluftballon am Seil auf, der aus 150 m Höhe neue Ausblicke auf Paris eröffnet.

Seine Comtesse: den Eiffelturm im Blick. Foto: Hilke Maunder

Abends kann ich das Funkeln des Eiffelturms vom Bett aus bewundern. Sanft dringt aus der nahen Guinguette La Javelle Live-Musik herüber, flirtet mit Lachen und Erzählen, und wird übertönt von der Maschine, als Kapitän Joell Ferré die Leinen löst: Auf zur Flusskreuzfahrt auf der Seine!

Die kleine Bibliothek findet ihr zwischen Foyer und Salon. Foto: Hilke Maunder

Leben von Tag zu Tag

Sieben Tage lang ist die Seine Comtesse mein schwimmendes Heim. Was mich am nächsten Tag erwartet, verrät der Tagesplan, der allabendlich während des Dîner unter der Tür hindurchgeschoben wird.

Der Speisesaal von MS Seine Comtesse. Foto: Hilke Maunder

Nach der ersten Nacht und den ersten  Schleusen heißt es: Individueller Landgang in Les Andelys. Noch jetzt ist es erst sieben Uhr früh, und im Salon wurde das Frühaufsteherfrühstück bereitgestellt: Kaffee, Tee, knusprige Mini-Croissants und ofenwarme Pain-Choc-Teilchen.

Morgens noch leer: der Salon im Bug – herrlich, um beim ersten Tee, Kaffee oder O-Saft hier den Tag zu beginnen. Foto: Hilke Maunder

Nur wenige sind jetzt schon wach. Nahezu mystisch hüllt sich die Seine nahe der Wasseroberfläche in feinsten Nebel, während die Sonnenstrahlen langsam die Fassaden erobern und das bunt glasierte Ziegeldach des Collégiale Notre-Dame funkeln lassen. Die Stiftskirche  ist das Wahrzeichen von Mantes-la-Jolie. Früher hieß das Städtchen schlicht Mante.

Seine Comtes: Mantes-la-Jolie zum Morgenkaffee. Foto: Hilke Maunder

Um als Hafen nicht mit Nantes verwechselt zur werden, erhielt es den Zusatz „sur Seine“. Die Einwohner waren nicht begeistert. Und applaudierten, als 1953 der Zusatz in „la Jolie“, die Hübsche, verändert wurde.

Von der Reling aus lassen sich gut Wasser- und Watvögel beobachten. Foto: Hilke Maunder

Das grüne Gleiten

Zwei große Flussschleifen später haben wir die Île-de-France verlassen. „Bienvenue in der Normandie“, sagt Monique Gomes und lädt über Lautsprecher zum ausgiebigen Frühstück in den Speisesaal. Ich hocke mich nach draußen und genieße eine Szenerie, deren stille Ruhe sofort entschleunigt.

„Flusskreuzfahrten sind reinste Entspannung. Viel schöner als auf dem Meer. Allein schon, weil es viel weniger Menschen an Bord sind.“ sagt eine Dame aus Sachsen-Anhalt, die sich mit ihrem Mann ebenfalls auf die Holzbank des vorderen Decks setzt und fachmännisch die Schleusenfahrt durch die drei Kammern der Écluse de Méricourt kommentiert. Sechs Schleusen überwinden insgesamt die 26 Höhenmeter zwischen Paris und Honfleur.

Die Seine zwischen Les Andelys und Rouen am frühen Abend. Foto: Hilke Maunder

Sanft und behäbig gleitet der große Strom des Nordens Frankreichs vorbei an Eschen und Erlen, Pappeln und Platanen vorbei. Hier ein paar Handvoll Häuser an der Wasserkante, ein kleiner Hafen, ein paar Angler. Dann wieder ein dichtes Grün, aus dem hohe Kalkklippen hellweiß hervor lugen, erodiert von Wind und Wetter. Die Prallhänge der Seine, vor Jahrmillionen herausgewaschen vom Fluss.

Zeit, viel Zeit, lässt sich die Seine auf dem Weg von Paris bis zur Mündung an der französischen Kanalküste. In weiten Schleifen windet er sich 250 Flusskilometer vorbei an Prachtbauten, mit denen sich Adel und Klerus Denkmäler setzten. Mit imposanten Schlössern und Burgen, großen Brücken und eindrucksvollen Abteien.

Typisch normannisch: die Häuser am Seine-Ufer. Foto: Hilke Maunder

Erste Begegnung mit Monet

Bei der Infoveranstaltung im Salon passieren wir Vétheuil, bei der obligatorischen Sicherheitsübung Vernon. Die alte Wassermühle, die hinter der Brücke am rechten Seine-Ufer auftaucht, diente Claude Monet als Motiv für mehrere Werke . 1878 war der Maler nach Vétheuil gezogen.

Vernon: die berühmte Brücke, die auch Monet inspirierte. Foto: Hilke Maunder

Fast 150 Gemälde malte Monet in dem kleinen Ort. Und erlebte den Tod seiner geliebten Ehefrau Camille Doncieux, die bei einem missglückten Schwangerschaftsabbruch 1879 ums Leben kam. Auf dem dortigen Friedhof fand sie ihre letzte Ruhestätte.

Jumièges: die Ruine der Anbteikirche. Foto: Hilke Maunder

Über Les Andelys thront die Grenzfeste von Richard Löwenherz.Um die Seine und die Handelsstadt Rouen vor den Begehrlichkeiten der französischen Krone zu schützen, ließ Richard Löwenherz in einer Rekordzeit von nur zwei Jahren ( 1196 – 1198) das Château Gaillard als Bollwerk der Ostgrenze errichten.

Blick vom Château Gaillard auf Les Andelys. Foto: Hilke Maunder

Heute gehört die Ruine zu den schönsten Aussichtspunkten im Seine-Tal. 3,5 Stunden Landgang reichen, um auch den zweigeteilten Ort zu entdecken – mit Glaswerk und Street Art taleinwärts in Grand Andelys und dem mittelalterlichen Petit Andelys direkt an Seine.

Die Pfarrkirche von Les Andelys. Foto: Hilke Maunder

Neues Leben in alten Orten

Seitdem die Kreuzfahrer kommen, ist der Niedergang des Ortes gestoppt, erzählt der Antiquitätenhändler der Hauptstraße. Er sei vor drei Jahren nach Les Andelys gekommen und hätte es nie bereut. Zumal auch immer mehr Lokale und Läden aufmachen.

Die Seine-PKaise von Les Andelys zur Hauptsaison. Foto: Hilke Maunder

„Und wenn die Kreuzfahrer nach einem Nach- oder Vormittag fort sind, freuen wir uns über die besseren Angeboten, die auch unser Leben einfacher machen und bereichern. Die Jugend zieht nicht mehr fort, sondern bleibt. Und findet Arbeit. Da kann man doch die Touristen akzeptieren. Zumal keine Massen einfallen, sondern 100 bis 150 Gäste pro Schiff.“

Eine Passantin, die das Gespräch mit angehört hat, nickt. In der Saison von Mai bis September kommen täglich Schiffe nach Les Andelys – mal von nicko cruises oder Croisi Europe, dann von Arosa, AVista, Amadeus und Viking. Zwei, höchstens drei pro Tag.

Pont de Brotonne: MS Seine Comtesse passt lässig hindurch – nicht so bei den Pariser Brücken. Foto: Hilke Maunder

Bunt gemischte Crew

Um das Wohl der Gäste kümmert sich eine 40-köpfige Besatzung. Kroaten, Bulgaren, Rumänen, Ukrainer und Russen mischen sich mit Franzosen, Deutschen, Italienern. Untereinander radebrechen sie in Englisch. Mit den Gästen sprechen sie mit viel Charme ein Deutsch, das sie „learning bei doing“ gelernt haben. Jeden Tag absolvieren sie mit einem Lächeln – ungeachtet der langen Arbeitszeiten.

MS Seine Comtesse: die Fürhungsmannschaft. Foto: Hilke Maunder

Vier Wochen Schichtbetrieb an Bord, zwei Wochen Urlaub: Auch die Arbeitswelt der europäischen Flusskreuzfahrt, bei dem früher 14.500 Beschäftigte die Saison durch ohne einen Ruhetag geschuftet wurde, ist humaner geworden.

So bleibt auch Stamira (19) aus Bulgarien nach dem Service noch Zeit, ebenfalls durch Rouen, Caudebec-en-Caux oder La Roche Guyon zu bummeln. Und für die Uni zu pauken – denn mit dem Saisonjob finanziert sie sich ihr Studium.

Am Unterlauf der Seine: das Burgschloss von La Roche-Guyon. Foto: Hilke Maunder

Ein Unterschied von Tag und Nacht

Gefahren werden tagsüber halbe Tage sowie die Nächte. Dabei achtet nicko cruises, dass jeder Gast die Strecke, die er nachts auf der Hintour verschlafen hat, bei der Rückfahrt tagsüber bewundern kann.

Am frühen Abend erreichen wir Rouen und machen kurz am Kai fest:  Ein Lotse kommt an Bord und weist den Weg durch die sich ständig verändernden Sandbänke.

Der Lotse ist an Bord. Foto: Hilke Maunder

Denn seit der Schleuse von Ampreville bei Rouen ist die Seine dem Einfluss der Tide ausgesetzt. 2,60 Meter beträgt der Tidenhub dort, satte sechs Meter bei Honfleur.  Bei Flut bilden sich kabbelige Wellen auf dem Fluss. Bei Ebbe ist der Strom spiegelglatt und zieht das Schiffe Richtung Meer.

Von tödlichen „Mascaret“ und anderen Besonderheiten der Seine berichtet in Caudebec-en-Caux das Seine-Museum. Foto: Hilke Maunder

Im Sog der Tide

In Caudebec-en-Caux ist daher Schluss für die Seine Comtesse. Wie fast alle der 18 Hotelschiffe, die auf der Seine unterwegs sind, wendet sie dort. Weiter nach Le Havre und Honfleur an der Mündung der Seine dürfen nur seetaugliche Schiffe fahren.

Malerisch: der alte Hafen von Honfleur. Foto: Hilke Maunder

So gibt es einen ganzen Tag Landgang – und Ausflüge per Bus. Morgens geht es über den Pont de Tancarville und durch den Marais Vernier nach Honfleur, nachmittags zu den Klippen von Étretat.

Étretat: Blick auf den Ort von der Klippenküste. Foto: Hilke Maunder

Während die Ausflügler mit ihren deutschen Reiseleitern und inzwischen vertrauten Bussen, die die ganze Kreuzfahrt hindurch nicht wechseln, das Pays d’Auge und das Pays de Caux entdecken, mit Iris bepflanzte Reetdächer bewundern und in Honfleur mit Eugène Boudin dem Lehrer von Monet begegnen, wird an Bord der Seine Comtesse der Salon umgebaut für den Abend.

Auf dem First hält Iris das Reet der Chaumières der Seine zusammen. Foto: Hilke Maunder

Nach dem Sektempfang zur Begrüßung steht diesmal ein Chansonabend auf dem Programm. „Nathalie“ von Bécaud! Brel! Brassens! Das Publikum darf wünschen. Eine Stunde lang. Dann packt der Musiker aus Tschechien die Geige aus, baut das Keyboard auf. Und lässt die Musik fließen im Einklang zum Fluss.

Jeden Abend um 21.15 Uhr beginnt das Abendprogramm mit Bordunterhaltung.

Die ersten Paare tanzen. So wie jeden Abend während der Kreuzfahrt. Andere haben sich nach draußen verzogen und lassen sich von den Farben des Sonnenuntergangs verzaubern.

Romantisch: der Sonnenuntergang im Tal der Seine. Foto: Hilke Maunder

Überraschung am Morgen

Am nächsten Morgen weckt mich deutliches Schimpfen. „Das gibt es doch nicht! Ich kann ja nichts mehr sehen!“ Völlig entrüstet stürmt ein Gast zur Kreuzfahrtleitung. Doch Monique bleibt ruhig.

Unser Päckchen-Partner: ein A-ROSA-Flussschiff – beim Duschen legt es ab. Dank des Spiegel in der Kabine sehe ich dabei zu… Foto: Hilke Maunder

Denn die Beschwerde ist vertraut. In Caudebec-en-Caux und anderen Häfen ist es üblich, so an einem bereits am Kai vertäuten Schiff festzumachen.

„Päckchen“ nennen  es die Seeleute, wenn ein Boot längsseits sich an einen anderen Boot rankuschelt und seine Leinen und Leitungen über das fremde Deck zieht, wenn kein Liegeplatz im Hafen zur Verfügung steht. Andere Gäste freuen sich und gehen  fremd… wie sieht das andere Schiff aus?

Frühnebel bei Caudebec-en-Caux. Foto: Hilke Maunder

Mühle an Mühle

An diesem Morgen macht Kapitän Ferré Strecke: 70 Flusskilometer volle Fahrt, die Flut im Rücken. Mit 18 km/h –Höchstgeschwindigkeit auf der Seine – pflügt MS Seine Comtesse durch das Wasser. Am Himmel ballen sich die Wolken. Kalt pfeift der Wind über das Sonnendeck.

Einfahrt in den Hafen von Rouen, Westeuropas größtem Umschlagplatz für Getreide und Mehl. Foto: Hilke Maunder

Doch ein kleines Häuflein trotzt dem Wetter. Dick eingemummelt in Westen und Wolldecken, erleben sie die Hafeneinfahrt: Mühle an Mühle – Rouen ist Westeuropas größter Umschlagsplatz für Getreide und Mehl.

3000 See- und 6000 Binnenschiffe bescheren dem Hafen einen jährlichen Umschlag von 27 bis 30 Millionen Tonnen. „Containerschiffe bis 11,40 m Tiefgang können den Hafen anlaufen“, erklärt Monique über den Bordlautsprecher.

Kapitän Ferré am Außensteuerstand. Foto: Hilke Maunder

Kapitän Ferré ist inzwischen von der Brücke ins Freie getreten und navigiert vom Außensteuerstand mit einem kleinen Joy Stick das 114 m lang Kreuzfahrtschiff, lässt es kurz an einem Ponton halten und verabschiedet den Lotsen. Drei Brücken später macht er MS Seine Comtesse fest. Am Kai wartet bereits die Städteführerin.

Rouen: Fachwerk aus dem Mittelalter bei der gotischen Kirche Saint-Macloui. Foto: Hilke Maunder

Gotisches Gesamtkunstwerk

Gute drei Stunde führt sie uns kreuz und quer durch die „Stadt der 100 Türme“, zeigt mittelalterliche Gänge, idyllische Hinterhöfe, Stadtpalais und charmante Plätze. Zwei Namen begleiten uns dabei. Der erste: Jeanne d’Arc. Das Bauernkind, das nicht lesen und schreiben konnte, brachte die Wende im Hundertjährigen Krieg (1337–1453) um die französische Krone.

Rouen: L’Historial de Jeanne d’Arc. Foto: Hilke Maunder

1429 befreite sie an der Spitze eines 3000 Mann starken Heeres das von Engländern eingeschlossene Orléans. 1431 starb sie auf dem Scheiterhaufen als Ketzerin. Seit 2015 erzählt das Historial Jeanne d’Arc ihr Schicksal multimedial – samt virtueller Flammen.

An der Place de la Cathédrale 23, hatte ein Mann sein Atelier, der das Gotteshaus von 1892 bis 1894 insgesamt 24 Mal in wechselndem Licht auf die Leinwand bannte: Claude Monet. Heute setzt Video-Mapping mit jährlich wechselnden Themen an lauen Sommerabenden den Meisterbau ins Licht des 21. Jahrhundert. Erst, als es richtig dunkel ist, beginnt es. Erst nach Mitternacht geht’s ins Bett.

Kloster-Tour

Kreuzfahrer brauchen Kondition. Auch diesmal heißt es: Frühstück ab 6.30Uhr ! Während MS Seine Comtesse am Kai von Rouen verbleibt, erwartet die Kreuzfahrtgäste ein klösterliches Doppelpark: das Kloster Saint-Georges de Boscherville mit Stiftskirche und Klostergarten. Und Jumièges, für Victor Hugo die schönste Ruine von Frankreich.

In Candeleu lässt die Reiseleiterin den Bus unplanmäßig halten: „mein liebster Aussichtspunkt auf die Stadt!“ Pünktlich um eins sind alle pünktlich zurück an Bord. Beim Frühstück hatten sie bereits gewählt, wie sie mittags essen wollten: mit Dreigängemenü im Restaurant oder leichtem Lunch am Büffet. Coq au vin oder schnelle Spaghetti?

Im Juli blüht der Lavendel im Klostergarten von Saint-Georges in Saint-Martin-de-Boscherville. Foto: Hilke Maunder
Jumièges: die Abteikirche umgibt ein Guts- und Parkgelände, das bis heute bewirtschaftet wird. Foto: Hilke Maunder

Daheim bei Monet

Zum Apéro auf dem Sonnendeck verlässt das Schiff die Hauptstadt der Normandie. Nachts um vier macht MS Seine Comtesse als einziges Schiff am Anleger von La Roche Guyon fest. Um 6 Uhr klingelt der Wecker. Wer das Anwesen von Claude Monet in der Hauptsaison ohne erdrückende Menschenmassen erleben will, muss früh in Giverny ankommen.

Hunderte Geranien blühen im Sommer direkt am Haus von Claude Monet. Foto;: Hilke Maunder

Um 9 Uhr sind erst drei große Busse auf dem Großparkplatz eingetroffen. Als wir um 12 Uhr abfahren, sind es bereits vier Dutzend.. Viele Besucher konzentrieren sich nur auf das Anwesen von Monet. Oder besuchen dann nur noch das Museum der Impressionisten.

Doch Giverny bietet mehr – das Familiengrab der Monets bei der Pfarrkirche, das Atelier der amerikanischen Impressionisten im Hôtel Baudy, die Maison Tellier… klickt mal hier!

Das Atelier der amerikanischen Impressionisten im Garten des Hôtel Baudy. Foto: Hilke Maunder

Rückkehr nach Paris

Langsam neigt sich die Kreuzfahrt auf der Seine dem Ende zu. Gäste und Crew kennen sich. Gewohnheiten schleifen sich ein. Sobald sich MS Seine Comtesse ablegt und Fahrt aufnimmt, spielen Frau K. und Frau S. auf dem Mitteldeck Karten.

Herr G. schnarcht nach dem Landgang in der Kabine. Frau S. hat beim Duschen den Fernseher so laut aufgedreht, das die Nachbarin mithört und gegen die Kabinenwand kloppt. Meine Nachbarin hat das Juliette-Fenster geöffnet und raucht. Die Kippe landet im Fluss…

MS Seine Comtesse am Kai von Javel. Foto: Hilke Maunder

Im Salon klirren die Gläser. Hotelmanager Stefan entkorkt die Sektflaschen. Kapitän und Crew laden zum Abschieds-Aperitif. Mit dem Galadinner endet die Seefahrt auf der Seine.

Die Gäste jedoch verbleiben noch eine weitere Nacht an Bord. Vor dem Ausschiffen am Sonnabend früh steht Freitag noch ein ganzer Tag in Paris auf dem Programm: samt Stadtrundfahrt, Ausflug von Montmartre und Cabaret-Show im Le Lido. Und das Funkeln des Eiffelturms vor dem Einschlafen…

Der Eiffelturm am frühen Abend. Zu seinen Füßen dreht ein Karussell seine Runden. Foto: Hilke Maunder

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Marco Polo_Französische FlüsseSeine, Loire, Rhône und Saône heißt das Quartett, das Flusskreuzfahrer träumen lässt. Die schönsten Erlebnisse und Zielorte habe ich – gemeinsam mit anderen Autoren – im Marco Polo Frankreichs Flüssevorgestellt. Natürlich kommen neben Aktiv- und Ausflugstipps auch die kulinarischen Hinweise nicht zur kurz.

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Offenlegung

Ich entdeckte die Seine vom Fluss aus im Rahmen einer Pressereise von nicko cruises, die in Paris begann und endete. Dem Unternehmen und seinen kenntnisreichen, hilfsbereiten und herzlichen Mitarbeitern sage ich hier aus vollstem Herzen „merci“ und herzlichen Dank. Einfluss auf meine Blogberichte hat dies nicht. Ich berichte subjektiv, wie ich es erlebt habe, mache kein Merchandising und werde erst recht nicht für meine Posts bezahlt.

Ruhig gleitet die Landschaft vorbei. Foto: Hilke Maudner
Die flexible Brücke passt sich den Gezeiten an. Foto: Hilke Maunder
Die Seine ist bis heute eine wichtige Wasserstraße für Industrie und Handel. Foto: Hilke Maunder
Rouen: Stadtblick vom Pont Flaubert. Foto: Hilke Maunder
Seine Comtesse: Bei jedem Landgang wird die Kabinenkarte gegen eine Landgangskarte getauscht – und bei der Rückkehr an Bord wieder rückgetauscht. So wird niemand an Land vergessen. Foto: Hilke Maunder
Die Seine zwischen Orival und Rouen am frühen Abend. Foto: Hilke Maunder
Der Pont Flaubert von Rouen bei Sonnenuntergang. Foto: Hilke Maunder

 

 

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6 Kommentare

  1. Was für ein toller Bericht! Er macht richtig Lust, einmal die Seine zu erkunden. Ich kenne bislang nur die Rhône, und das auch nur vom Rad aus. Flusskreuzfahrten waren mir immer zu teuer. Danke für diesen Bericht! Marion

    • Hallo Marion, von nicko cruises weiß ich, dass es immer wieder sehr attraktive Specials gibt. Bei mir mit an Bord war ein Berliner Ehepaar, das in einer Oberdeck-Kabine eine Woche lang auf der Seine zu zweit unterwegs war für weniger als 1000 Euro insgesamt, sprich, weniger als 500 Euro für Kabine und Vollpension pro Person bei der Tour.

  2. Toller Blog. Ich habe die Reise selbst auch miterlebt und bin begeistert von den wunderbaren Fotos und den passenden Kommentaren. Da kann ich ja fast die meisten meiner Fotos löschen und gegenüber Verwandten und Bekannten auf diesen Blog verweisen (mit dem Hinweis, an welchen Ausflügen ich nicht teilgenommen habe).
    Weiter so und viel Erfolg.

    • Hallo Sabine, hallo Martin, das war eine wunderschöne Tour – besonders auch dadurch, dass wir uns kennengelernt haben! Tanzt schön weiter! Und merci fürs Blog-Empfehlen!
      Herzliche Grüße! Hilke

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