Beim Maler Claude Monet in Giverny

Monet in Giverny. Foto: Hilke Maunder

Claude Monet (1840 – 1926) machte mit seinen Werken das Seine-Tal zur Wiege des Impressionismus. Mit seinem Bild Impression: Sonnenaufgang hatte der Maler aus Le Havre einer damals neuen Stilrichtung den Namen gegeben.

1883 fand Monet mit seiner zweiten Frau Alice Hoschedé  in Giverny nach langer Suche ein Anwesen so ganz nach seinem Geschmack.

Das Haus von Monet in Giverny. Foto: Hilke Maunder

Daheim bei Monet

Überraschend klein sind die Räume im Wohnhaus von Monet. Von außen wirkt es stattlich, doch drinnen ist es eng. Besonders, wenn die Besuchermassen sich zur Hauptsaison durch die Räume drängen.

Der Maler hatte eine Extratreppe für sich einbauen lassen. So konnte er auf und ab gehen, ohne das Familienleben zu stören – oder von ihm gestört zu werden…

Daheim bei Monet in Giverny. Foto: Hilke Maunder
Der Salon von Monet in Giverny. Foto: Hilke Maunder

Dort konnte er seine beiden großen Leidenschaften ausleben: das Malen in der Natur und das Kochen. Dafür ließ er einen großen Küchengarten (potager) anlegen.

Das Haus von Monet ist von Efeu überwuchert. Foto: Hilke Maunder

Der Garten von Monet

Zunächst konnte Monet die einstige Apfelpresse des kleinen Dörfchens nur mieten. 1890 jedoch unterschrieb er den langersehnten Kaufvertrag. Bis zu seinem Tod 1926 war sie sein Heim.

Gestaltete Natur – wie wild gewachsen. Foto: Hilke Maunder

Zum heute weltberühmten rosafarbenen Domizil gehörte ein verwilderter Obstgarten. Den benötigte Monet zwar zur Versorgung seiner Familie, doch wollte ihn nicht so nah am Haus und Atelier haben.

Er erwarb daher einen zweiten Garten und ließ ihn als Nutzgarten bestellen. Denn verwilderten Obstgarten verwandelte er in ein üppig duftendes Blütenmeer mit violetter Iris, blassblauen Glyzenien und Tuberosen, die er eigens aus Mexiko importierte.

Das Spalier im Blumengarten führt direkt auf das Haus zu. Foto: Hilke Maunder
Im Juli blühen die Rosen in allen Rot- und Rosatönen im Garten von Monet. Foto: Hilke Maunder
Hunderte Geranien blühen im Sommer direkt am Haus. Foto;: Hilke Maunder

Die Natur als Muse und Vorbild

1893 erweiterte Monet den Garten, den mittlerweile sechs Gärtner pflegten, um ein Stückchen Land am Ru, einem Seitenarm der Epte. Zu diesem Wassergarten kommt ihr durch eine Unterführung mit Treppen. Menschen mit Handicap begleiten Mitarbeiter der Monet-Stiftung über die Straße.

Der Wassergarten von Monet mit Bambusgehölz und Schwertlilien in allen Farben. Foto: Hilke Maunder

Auch hier formt der Maler die Motive seiner Werke in der Natur vor.  Er gestaltete einen Wassergarten mit japanischer Brücke und perlmutt schimmernden Seerosen, die einen achteckigen Teichs bedecken.

Als Nympheas hielt sie Monet 1914-17 monumental auf seinen Seerosenbildern fest. Sie sind heute im Musée de l’Orangerie des Tuilieries in Paris zu sehen. Bereits 1899 hatte Monet die grüne Brücke im Wassergarten auf dem Werk „Le Pont Japonais“ festgehalten.

Der Seerosenteich im Wassergarten von Monet. Foto: Hilke Maunder

Bereits zur Lebzeiten des Malers strömte die Pariser Gesellschaft ins 75 Kilometer entfernte Giverny. Heute spazieren jährlich mehr rund 700.000 Besucher durch Monets Anwesen  und entdecken im Seinedörfchen die Wurzeln seiner Kunst.

Monet liebte Schwertlilien. Foto: Hilke Maunder

Tod & Rettung

Als Monet 1926 starb, wurde er im Familiengrab bei der Dorfkirche von Giverny beerdigt. Seine Erben zeigten keinerlei Interesse an dem Anwesen. Auch, als das Gebäude 1966 der Académie des Beaux-Arts überlassen wurde, änderte sich wenig. Haus und Garten verfielen.

Das Grab von Monet findet ihr seitlich der Kirche neben der Treppe. Foto: Hilke Maunder

Dass ihr heute das Ensemble wieder fast im Originalzustand bewundern könnt, ist dem US-Amerikaner Gerald van der Kemp zu verdanken. Er fand amerikanische Geldgeber – und  ließ Monets Anwesen ganz im Geist des Malers einfühlsam restaurieren.

Der Garten von Monet im Herbst. Foto: Hilke Maunder

Monet und die Amerikaner

Monet und die Amerikaner verbindet mehr, als man zunächst vermutet. Monet hatte bereits zu Lebzeiten Künstler aus den USA angelockt. Sie wohnten und arbeiteten meist im Hôtel Baudy in der Hauptstraße, die heute Rue Claude  Monet heißt. Seht euch im Garten ihr Atelier an!

Das Atelier der amerikanischen Impressionisten im Garten des Hôtel Baudy. Foto: Hilke Maunder

Wie in Pont-Aven und Collioure bezahlten die Künstler, die im Zuge von Monet nach Giverny gekommen war, Kost und Logis gerne mit eigenen Werken. So ist auch hier das Gasthaus ein kleines Museum.

Der Gastraum des Hôtel Baudy. Foto: Hilke Maunder

1992 gründete der Amerikaner Daniel J. Terra in Giverny ein Museum amerikanischer Kunst, um die Bekanntheit amerikanischer Maler zu erhöhen. Heute zeigt das Musée des Impressioniste dort Werke von der Kolonialzeit bis in die 1950er-Jahre.

Treffpunkt der Künstler: Hôtel Baudy. Foto: Hilke Maunder

Monet & Giverny: meine Reise-Infos

Shuttle

Von Vernon aus fährt ein Shuttle Giverny an.

Der Bus-Shuttle verkehrt zwischen Vernon und Giverny. Foto: Hilke Maunder

Schlafen

La Dîme de Giverny*

Dieses Gästehaus hätte Monet als Motiv sicher gefallen. Nur 200 Meter von dessen berühmten Garten in Giverny entfernt, hat Fréderique Bonnet ein Anwesen aus dem 18. Jahrhundert in fünf charmante chambres d’hôtes verwandet – mit Himmelbett, Antiquitäten aus dunklem Holz und liebevoll ausgesuchten Details, die nostalgisches Flair mit Komfort von heute verbinden.
• La Dîme de Giverny, 2 Rue de la Dîme, 27620 Giverny, Tel. 06 20 83 28 90, www.ladimedegiverny.com

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Kochen wie Monet*

An jenem Tag (bei einem Besuch in Giverny) kam mir plötzlich der Gedanke… Es müsste phantastisch sein, eines Tages die geheimen Rezepte dieser Familie zu erfahren und nachkochen zu können…

Mit der Entdeckung von Claude Monets Rezeptheften ging dieser Wunsch nun für mich in Erfüllung Die Rezepte zu bearbeiten, heutigen Verhältnissen anzupassen, war mir ein Riesenvergnügen…

So überschwänglich schwärmt einer, der zu den besten Köchen Frankreichs zählt: Joël Robuchon, Dreisternekoch in Paris. Im Museumshop von Giverny gibt es, garniert mit zahlreichen Fotos und rund 180 Rezepten, seine „Carnets de Cusine“. Sie sind in deutscher Übersetzung unter dem Titel Zu Gast bei Monet: Rezepte aus Giverny* . Hier * könnt ihr den Band direkt bestellen.

Marco Polo Frankreichs Flüsse*

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„How to cruise“ verrät euch, was ihr bei einer Kreuzfahrt alles beachten sollten. Dazu noch praktische Tipps und Karten: So seid ihr kompakt informiert. Oder lasst euch einfach inspirieren.

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Das Kapitel „Im Trend“ verrät, was es Neues zu erleben gibt im Hexagon: vom Skijöring in den Skigebieten bis zum Übernachten im Baumhaushotel. Alle Hintergrundinformationen zu Frankreich und seinen Menschen findet ihr unter Fakten, Menschen & News. Es folgen: Tipps für Bars und Boutiquen, Erlebnissen für  Familien, Paare oder Alleinreisende.Wer mag, kann ihn hier direkt bestellen.

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Monet in Giverny: Le Bon Maréchal. Foto: Hilke Maunder
Monet in Giverny: die Maison Tellier. Foto: Hilke Maunder
Raps- und Weizenfelder umgeben Giverny, das sich drei Kilometer lang im Tal der Seine erstreckt. Foto: Hilke Maunder

 

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