Saint-Barth: Alter Schwede!

Der Blick auf die Inselhauptstadt Gustavia vom Jardin Gustav III. Foto: Hilke Maunder
Der Blick auf die Inselhauptstadt Gustavia vom Jardin Gustav III. Foto: Hilke Maunder

Gerade mal 25 Quadratkilometer groß ist Saint-Barthélemy, das sich vom bettelarmen Piratennest zur Sonneninsel der Superreichen entwickelt hat: ein Saint-Tropez der Karibik mit einer gehörigen Portion Schweden.

Alter Schwede! Was für ein Anflug! Hinter einer Passkuppe zieht der Pilot die Propellermaschine im Sturzflug hinab zu einer Landebahn, die direkt an der Hügelflanke beginnt – und nach 646 Metern am Meer endet. Üblich für internationale Flughäfen sind 4000 Meter lange Landebahnen.

Der Flughafen von Saint-Barth. Foto: Hilke Maunder
Der Flughafen von Saint-Barth. Foto: Hilke Maunder

Gefährlichster Flughafen der Welt

Der Aéroport Rémy de Haenen wird daher nicht direkt aus Europa oder den USA angeflogen. In SBH landen nur die Propellermaschinen, die im regen Shuttle die Passagiere aus Guadeloupe oder Saint-Martin auf die Insel bringen. Bis zu 268 Starts und Landungen erfolgen dort jeden Tag, und dies nur bei Tageslicht. Nach Sonnenuntergang ist der Flughafen geschlossen.

1946 setzte der französische Abenteurer Rémy de Haenen das erste Mal mit einem Flugzeug auf der Insel auf. Die einstige Grassavanne wandelte sich 1961 zum internationalen Flughafen seines Namens.

Mit Haenen begann die touristische Entwicklung der Insel, die Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise 1493 nach seinem Bruder Bartolomeo benannt hatte. Sie war damals nicht menschenleer, sondern von den Kariben bewohnt. Diese hatten zuvor jegliche Spuren der Arawak ausgelöscht, die als erste die Insel besiedelt hatten.

Das Inselwappen von Saint-Barth mit einer gemalten Ansicht von Gustavia. Foto: Hilke Maunder
Das Inselwappen von Saint-Barth mit einer gemalten Ansicht von Gustavia. Foto: Hilke Maunder

Das Erbe der Arawak

Einige Gegenstände, die in der Nähe des heutigen Flugplatzes gefunden wurden, zeugen von ihrer Anwesenheit auf der Insel. Wenige Meter davon entfernt schmückt La Tormanote einen Verkehrskreisel.

Voller Inbrunst bläst dort ein Arawak in eine Lambi und entlockt der Großen Fechterschnecke den Klang der Seele von Saint-Barth. Die Erinnerung an die Arawak halten heute auch Cafés und Inselprodukte werbewirksam in ihren Namen wach. Ouanalao  hatten sie ihre Insel getauft. Stolz prangt dieser Name heute auf dem Inselwappen.

Im Namen dieses Cafés lebt die Erinnerung an die Ureinwohner weiter. Foto: Hilke Maunder
Im Namen dieses Cafés lebt die Erinnerung an die Ureinwohner weiter. Foto: Hilke Maunder

Strategisches Tauschgeschäft

1648 besetzte Kommandant Philippe de Longvilliers de Poincy für Frankreich die Insel. Mit an Bord waren erste Siedler aus Dieppe, Nantes, Bordeaux, La Rochelle und Marseille. Die einheimischen Kariben reagierten mit einem Massaker. Longvillier ließ sich davon nicht beeindrucken und holte 30 Männer und Frauen aus der Normandie und der Bretagne als Kolonisten.

Im <em>Jardin Gustav III</em> sind Spuren des Fort Gustav erhalten. Foto: Hilke Maunder
Im Jardin Gustav III sind Spuren des Fort Gustav erhalten. Foto: Hilke Maunder

Ihre Nachfahren bilden bis heute den Kern der rund 10.000 Einwohner. 1784 tauschte der französische König Louis XVI Saint-Barth beim schwedischen König Gustav III. gegen Lagerrechte in Göteborg ein. Die Schweden machten 1785 den Hafen zum Freihafen – und zur Drehscheibe des schwedischen Sklavenhandels. Die Sklaven wurden steuerfrei eingeführt. Beim Verkauf, sprich Export, erhob Schweden saftige Steuern.

Nur zur Stadtseite erhielt der schwedische Uhrturm von Gustavia ein Zifferblatt. Einst rief er mit seine Geläut die Gläubigen zum Kirchgang. Foto: Hilke Maunder
Nur zur Stadtseite erhielt der schwedische Uhrturm von Gustavia ein Zifferblatt. Einst rief er mit seine Geläut die Gläubigen zum Kirchgang. Foto: Hilke Maunder

Schwedens Drehscheibe im Sklavenhandel

Die Insel selbst kannte aufgrund ihrer geografischen und geologischen Beschaffenheit  nie die Massensklaverei wie die Nachbarinseln. Auf Saint-Barth gab es nur einige Grundbesitzer, die Sklaven hielten, und diese meist als Hauspersonal. Heute sind auf Saint-Barth rund fünf Prozent der Bevölkerung dunkelhäutig.

Kanonen schützten die Hafeneinfahrt von Gustavia - hier am Fort Gustav. Foto: Hilke Maunder
Kanonen schützten die Hafeneinfahrt von Gustavia – hier am Fort Gustav. Foto: Hilke Maunder

Zum Schutz ihres einträglichen Sklavenhandels errichteten die Schweden oberhalb von Gustavia drei Forts und nannten sie Gustaf, Karl und Oskar. Sie sind  heute herrliche Aussichtspunkte auf die Inselhauptstadt Gustavia.

Rote Zeltdächer prägen das Stadtbild von Gustavia, der Hauptstadt von Saint-Barthélemy. Foto: Hilke Maunder
Rote Zeltdächer prägen das Stadtbild von Gustavia, der Hauptstadt von Saint-Barthélemy. Foto: Hilke Maunder

Ochsenblutrot leuchten die Zeltdächer der bunten Holzhäuser und massiven Steinhäuser zwischen dem Blau des Atlantiks und dem Grün der Hügel ringsum. Als erst ein Zyklon, dann ein Großbrand 1852 Gustavia zerstörte, besaß die Insel für Schweden keinen Wert mehr – zumal Schweden bereits 1846 das Ende der Sklaverei beschlossen hatte.

Das Erbe an die schwedische Zeit ist auch in den Straßennamen erhalten. Foto: Hilke Maunder
Das Erbe an die schwedische Zeit ist auch in den Straßennamen erhalten. Foto: Hilke Maunder

Wieder französisch

Ohne eine Gegenleistung gab Oskar II, König von Schweden und Norwegen am 16. März 1878 die Insel an Frankreich zurück. Doch Zyklone und Trockenheit, Krankheiten, soziale Spannungen und sinkende Einkünfte bei der Meersalzgewinnung sorgten dafür, dass immer mehr Insulaner auf der Suche nach Arbeit die Insel verließen, anfangs nur Männer, dann ganze Familien. Erst als im 20. Jahrhundert Zisternen installiert, Straßen gebaut und Schulen eröffnet wurden, ging es langsam aufwärts.

Die Bucht von Gustavia. Foto: Hilke Maunder
Die Bucht von Gustavia. Foto: Hilke Maunder

„Wie Saint-Tropez war auch Saint-Barth ein armes Fischerdorf. Und auch hier waren es Künstler und Prominente, die Saint-Barth ins Rampenlicht rückten“, sagt Nils Dufou, der Präsident des Tourismusverbandes von Barthélemy. Seine segelnden Eltern hatten den hochgewachsenen Schweden mit französischen Wurzeln als Kind auf jene Insel gebracht, deren touristische Entwicklung er heute maßgeblich steuert.

Beliebter Treffpunkt: <em>La Petite Plage</em> am Hafen von Gustavia. Foto: Hilke Maunder
Beliebter Treffpunkt: La Petite Plage am Hafen von Gustavia. Foto: Hilke Maunder

Luxus: aus der Not geboren

Wie Saint-Tropez setzt Saint-Barth auf Luxustourismus. Eine Entscheidung, die in der Natur der Insel liegt, sagt Dufou. Saint-Barth ist eine trockene Insel. Für Massentourismus fehlten die Ressourcen.

Das Trinkwasser liefert das Meer. Die Energie für die 1972 eingerichtete Entsalzungsanlage liefert die nahe Müllverbrennung.

Die Rue du Bord de Mer von Gustavia. Foto: Hilke Maunder
Die Rue du Bord de Mer von Gustavia. Foto: Hilke Maunder

Bereits 1998 führte Saint-Barth als erste Karibikinsel ein strenges Recycling ein. Schiffe versorgen die Insel mit allen lebenswichtigen Gütern.

Damit die Einheimischen –  und nicht die Urlauber – die Oberhand behalten, gilt eine Obergrenze von 5.500 Gästen. Die Kriminalität ist sehr niedrig, der Umgang sehr höflich und ausgesprochen freundlich. Keine Paparazzi klicken mit Kameras. Man ist unter sich. Und doch. Von dem Moment an, in dem man ankommt, schlägt das Herz ein wenig schneller.

Der Eingang zur Skybar Saint-Barth. Foto: Hilke Maunder
Der Eingang zur Skybar Saint-Barth. Foto: Hilke Maunder

Das Flair von Saint-Barth

Und das nicht nur, weil man das Gefühl hat, die aufregendste Flugzeuglandung der Welt überlebt zu haben. Saint-Barth hat einfach dieses undefinierbare „Es“, dieses ganz einzigartige Lebensgefühl, eingebettet in einer Landschaft, die nach jeder Bucht, nach jeder Biegung, nach jedem Pass staunen lässt.

Die <em>Baie Saint-Jean</em> der Karibikinsel Saint-Barthélemy. Foto: Hilke Maunder
Die Baie de Saint-Jean der Karibikinsel Saint-Barthélemy. Foto: Hilke Maunder

Ihre zerklüfteten Gipfel sind übersät von Palmen, die sich im Wind wiegen, wilden Sukkulenten und duftenden Frangipani. Ihre vielen Täler, die am Meer enden, sorgen dafür, dass die Insel größer wirkt, als sie eigentlich ist. Jedes Tal hat seinen eigenen Charakter.

Noch ein Blick auf die <em>Baie Saint-Jean</em>. Foto: Hilke Maunder
Noch ein Blick auf die Baie de Saint-Jean. Foto: Hilke Maunder

Das erste Hotel

1953 errichtete Rémy de Haenen auf einem Felsdorn, der die Halbmondbucht der Baie de Saint-Jean begrenzt, für seine Familie eine luxuriöse Villa als privates Feriendomizil. Die ersten Besucher waren begeistert. Geschäftstüchtig, wie er es war, verwandelte er es in das erste Hotel der Insel.

Mit seinen 34 Zimmern, Suiten und Villen, die sich entlang der Strände oder inmitten üppiger Gärten befanden, machte sich das Eden Rock Hotel schnell einen Namen. Stars wie Greta Garbo wurden Stammgäste. Haenen holte Kunst und Künstler. Und ließ 1974 sogar eigens ein Mischpult aus New York eingefliegen. Drei Jahre zuvor hatte John Lennon es für die Aufnahme von Imagine benutzt.

Die Keimzelle des <em>Eden Rock Hotel</em> an der <em>Baie de Saint-Jean</em>. Foto: Hilke Maunder
Die Keimzelle des Eden Rock Hotel an der Baie de Saint-Jean. Foto: Hilke Maunder

Heute birgt die 1500 Quadratmeter große Villa Rockstar des Hotels ein Aufnahmestudio, das im Look von David Bowies Dandy gestylt ist. An der Strand Bar, dem einzigen Restaurant des Hotels, legt ein DJ zum Blick auf die frisch gestarteten Flieger den inseltypischen Mix aus Hip-Hop und Pop auf.

Die andere Strandseite des <em>Eden Rock Hotel</em> an der <em>Baie de Saint-Jean</em>. Foto: Hilke Maunder
Die andere Strandseite des Eden Rock Hotel an der Baie de Saint-Jean. Foto: Hilke Maunder

Party am Sonntag

Die Baie de Saint-Jean ist der trubelige Treff des Jet-Sets aus aller Welt. Jeden Sonntag Mittag trifft sich tout Saint-Barth zum Amazing Sunday im Nikki Beach. Saxophonisten, die auf Tischen tanzen, starke Cocktails und reichlich Champagner sorgen für jene Vibes, die den Beach Club seit 2002 immer wieder zum hottest place to be machen.

Beliebter Insel-Cocktail: ein Espresso Martini. Foto: Hilke Maunder
Beliebter Insel-Cocktail: ein Espresso Martini. Foto: Hilke Maunder

Im März zeigt Nikki Beach, wie sehr Saint-Tropez Vorbild ist. Dann lädt das Strandlokal zum White Dinner. So hatte Naomi Campbell ihren Geburtstag im Nikki Beach Saint Tropez gefeiert, elegant und ganz in weiß.

Der Blick vom Felskap der <em>Baie de Saint-Jean</em> auf die Bucht. Foto: Hilke Maunder
Der Blick vom Felskap der Baie de Saint-Jean auf die Bucht. Foto: Hilke Maunder

Das einzig Palace-Hotel der Karibik

Edles Weiß prägt auch die Einrichtung des Cheval Blanc, das als einziges der elf Fünfsternehotels den Aufstieg in die Palace-Kategorie geschafft hat. Insgesamt 31 Hotels tragen diese Auszeichnung – zwölf davon in Paris.

Cheval Blanc Saint-Barth ist das einzige Haus in den französischen Überseegebieten in dieser Kategorie. 2016 gab es die Anerkennung für das Haus  an der Baie des Flamands, 2019 für seinen Namensvetter in Saint-Tropez. Die Anse des Flamands gehört mit der Anse de Grande Saline zu den größten Stränden der Karibikinsel.

Die <em>Plage du Gouverneur</em>. Foto: Hilke Maunder
Die Plage du Gouverneur. Foto: Hilke Maunder

22 Traumstrände

Insgesamt säumen 22 weiße, feine Sandstrände die Insel. Wilde Naturperlen wie die Plage de Colombier, die nur zu Fuß zu erreichen ist. An den Stränden von Grand Fond und Petit Cul-de-Sac beginnen Wanderungen zu den Rock Pools der Küste.

An der <em>Plage du Gouverneur</em> dienen recycelte Cola-Dosen als Strandaschenbecher. Foto: Hilke Maunder
An der Plage du Gouverneur dienen recycelte Cola-Dosen als Strandaschenbecher. Foto: Hilke Maunder

Legendär ist auch die abgeschiedene Plage du Gouverneur, wo der Schatz der Monbars, der Seeräuber von Saint-Barth, versteckt sein soll. Auch die Hauptstadt Gustavia besitzt einen eigenen Strand: die kleine Shell Beach, die mit kleinen Muscheln übersät ist. 22 Strandperlen, eine verlockender als die andere. Die meisten schützt ein Korallenriff vor der Brandung des Ozeans.

Lebensraum von Meeresschildkrögten: die Lagune von Grand Cul-de-Sac. Foto: Hilke Maunder
Lebensraum von Meeresschildkröten: die Lagune von Grand Cul-de-Sac. Foto: Hilke Maunder

Schnorcheln mit Schildkröten

Am Grand Cul-de-Sac hat solch ein Riegel eine flache Lagune geschaffen, in der Meeresschildkröten über die ausgedehnten Seegrasbetten gleiten und im Februar ihre Eier in den Dünen ablegen.

Die Lagune von Grand Cul-de-Sac. Foto: Hilke Maunder
Die Lagune von Grand Cul-de-Sac. Foto: Hilke Maunder

Dann wieder säumen Mangroven die Ufer, picken Reiher zwischen den Wurzeln nach Würmern und stürzen sich Pelikane und Fregattvögel auf das reiche Futter im Herzen des 1200 Hektar großen Naturschutzgebietes von Saint-Barthélemy.

Der Pool des Luxushotels Le Sereno. Foto: Hilke Maunder
Der Pool des Luxushotels Le Sereno. Foto: Hilke Maunder

Die Hotels an dieser Bucht haben edle Pools gebaut. Denn sie liegen an der windzugewandten Seite der Insel. Die stete Brise trägt den Sand mit sich fort. So wird immer wieder regelmäßig Sand neu aufgeschüttet. Jedes Hotel besitzt einen Privatstrand. So auch Le Sereno, das zum Sonnenuntergang den schönsten Blick über die fast kreisrunde Bucht bietet.

Statt Trubel und US-Glamour locken hier Muße und Stil. Die Gäste lieben die Intimität der eigenen Terrassen, einige mit eigenem Pool. Man schnorchelt, sonnt sich auf Liegen oder saust mit Kites über die spiegelglatte Wasserfläche des Grand Cul-de-Sac.

Sonnen und schauen: An der Lagune von Grand Cul-de-Sac sorgen Kite-Surfer für immer neue Kicks beim Gucken. Foot. Hilke Maunder
Sonnen und schauen: An der Lagune von Grand Cul-de-Sac sorgen Kite-Surfer für immer neue Kicks beim Gucken. Foto: Hilke Maunder

Surfer-Träume

Doch am Strand von Toiny können die Brecher ungehindert rollen und reiten Surfer auf den Wellen. Auch Dimitri Ouvré trainierte dort. Nach elf Jahren als Profisurfer wechselte er jedoch die Branche.

2018 dreht er als Midnight John auf seiner Heimatinsel sein erstes Musikvideo. Toiny ist der Surfspot der Profis. In Lorient lockt Surfspaß für alle. 1980 begründeten dort Jules Brin, Eric Chaumont und Eric Lacoste mit dem Reefer Surf Club das Surfen auf Saint-Barth.

Nur etwas für Experten: die Brecher von Toiny. Foto: Hilke Maunder
Nur etwas für Experten: die Brecher von Toiny. Foto: Hilke Maunder

1997 holte Mario Lédée den ersten Meisterschaftstitel auf die Insel; 2012 wurde die Saint-Bartherin Nina Reynal mit 14 Jahren jüngste französische Meisterin. Heute stehen die Brüder Thomas und Noé Lédée für Surfer-Siege made in Saint-Barth.

Der Hafen von Gustavia. Foto: Hilke Maunder
Heimathafen von Superjachten: Gustavia. Foto: Hilke Maunder

Die Eimer-Regatta

Alljährlich im März liefern sich segelnde Giganten bei der Bucket Regatta ein Wettrennen um einen Eimer (bucket). Was als Spaßevent an der US-amerikanischen Ostküste begann, wird seit 1995 rund um Saint-Barth nach Vorbild der Voiles von Saint-Tropez ausgetragen: eine dreitägige Regatta mit viel nautischem Glamour und jeder Menge Champagner-Partys.

Noch höher ist die Promidichte von Saint-Barth nur zwischen Weihnachten und Neujahr, wenn die reichsten Milliardäre der Welt ihre Superjachten im Hafen von Gustavia paradieren. Der Insel-Sport People Watching weicht dann dem Yacht-Spotting, dem Schauen und Raten, welches Boot wem gehört.

Blohm+Voss in Hamburg baute für Roman Abramovich die Superjacht Eclipse, mit 162,5 m beim Bau die längste und heute die viertlängeste Jacht der Welt. Foto: Hilke Maunder
Blohm+Voss in Hamburg baute für Roman Abramovich die Superjacht Eclipse, mit 162,5 m beim Bau die längste und heute die viertlängeste Jacht der Welt. Foto: Hilke Maunder

Weihnachtsspaß Yacht Spotting

Läuft da nicht die Symphony von Bernie Arnault, liegt da nicht die Rising Sun von David Geffen? Und die Flying Fox von Jeff Bezos? Alljährlich in jener Woche läuft auch die 162 Meter lange Megayacht Eclipse in den Hafen der Hauptstadt ein., Der russische Oligarch Roman Abramovich verbringt sieben ungestörte Tage auf seiner Villa im Hinterland der Anse du Gouverneur.

Auch in der Trockenzeit im Winter kann das Wetter schnell umschlagen. Doch Schlechtwetter dauert meist nur einen Tag. Foto: Hilke Maunder
Auch in der Trockenzeit im Winter kann das Wetter schnell umschlagen. Doch Schlechtwetter dauert meist nur einen Tag. Foto: Hilke Maunder

Mit dem Segler Vendredi 13 kam Johnny Hallyday 1977 bei einem Karibiktörn auf die Insel. Sein Weg führte schnurstracks ins Select von Marius Stakelborough. Bereits 1949 hatte der Schwede das erste Café von Gustavia gegründet.

In den 1970er-Jahren war es die Antwort auf Saint-Tropez Senequier in der Karibik. Hier traf man sich – und genoss Cheeseburger, die Jimmy Buffet mit seinem Song „Cheeseburger in Paradise“ unsterblich machte.

Les gros islets vor Saint-Barth. Foto: Hilke Maunder
Les gros islets vor Saint-Barth. Foto: Hilke Maunder

Lieblingsinsel des Rockbarden

Johnny Hallyday liebte die Insel. Jeden Winter kam er, sportelte im Ultimate Center und feierte im Ti St Barth. 2008 erbaute er oberhalb der Bucht von Marigot seine Villa mit Infinity-Pool und sieben Schlafzimmern, richtete sie im Orientstil ein und benannte sie nach seiner ältesten Tochter Jade.

Die Bucht von Marigot. Foto: Hilke Maunder
Die Bucht von Marigot. Foto: Hilke Maunder

2017 verstarb Frankreichs berühmtester Rock-Barde. Auf Saint-Barth fand er seine letzte Ruhe. Sein Grab auf dem Cimetière Saint-Barth ist heute ein Pilgerort für Fans aus aller Welt. Ein Meer aus Blumen, Fotos und Platten bedeckt den Sarkophag aus weißem Marmor.

Rund um die Grabstätte wurde eigens ein kleiner Bereich mit Sand, Korallen und kleinen Kieselsteinen angelegt. Fans können dort eine Nachricht hinterlassen. Und seine Villa mieten. Der Preis pro Nacht: im Durchschnitt 18.000 Euro. Alter Schwede! 

Pilgerziel: das Grab von Johnny Hallyday in Lorient. Foto: Hilke Maunder
Pilgerziel: das Grab von Johnny Hallyday in Lorient. Foto: Hilke Maunder
Der Friedhof von Lorient auf der Karibikinsel Saint-Barth. Foto: Hilke Maunder
Der Friedhof von Lorient auf der Karibikinsel Saint-Barth. Foto: Hilke Maunder

Saint-Barth: meine Reisetipps

Hinkommen

Flug mit Air France, KLM, Air Caraïbes, Air Antilles oder Corsair nach Guadeloupe oder Saint-Martin; von dort Flugshuttle (www.stbarthcommuter.com) oder Fähre (Marigot –Gustavia, Le Voyager, Tel. +590 590 87 10 68, https://voy12.com; Philipsburg – Gustavia, Great Bay Express, Tel. +590 590 52 41 36, www.greatbayexpress.com).

Die Fähre <em>Voyager 3</em> verbindet Saint-Barthélemy mit Marigot auf Saint-Martin. Foto: Hilke Maunder
Die Fähre Voyager 3 verbindet Saint-Barthélemy mit Marigot auf Saint-Martin. Foto: Hilke Maunder

Beste Reisezeit

Saint-Barth ist ein Ganzjahresreiseziel. Die Saison dauert vom 1. Oktober bis 15. August, beste Reisemonate sind Oktober – Februar. Einzig während der Hurrikansaison im September ruht der Betrieb.

<em>Voilà</em>, eine angesagte Shoppingadresse in Gustavia. Foto: Hilke Maunder
Voilà, eine angesagte Shoppingadresse in Gustavia. Foto: Hilke Maunder

Geld

Euro, US-Dollar wird akzeptiert. Das Preisniveau ist gehoben – und liegt deutlich über dem Niveau von Luxusdestinationen in Europa.

Zeit

Sommer MEZ – 6, Winter MEZ – 5 Stunden

Schlemmen und genießen

Thunfisch-Tartar, zubereitet im Al Mare. Foto: Hilke Maunder
Thunfisch-Tartar, zubereitet im Al Mare. Foto: Hilke Maunder

L’Esprit

Die Schlemmeradresse in der Nähe des Strandes von Saline. Am Herd steht mit Jean Claude Dufour ein begnadeter Koch. Gespeist wird unter Sternen im tropischen Garten. Wenn es tröpfelt, werden die Regenschirme aufgespannt.
• Vitet, 97133 Saint-Barthélemy, Tel. 05 90 52 46 10, www.facebook.com

Le Select

Das Kultcafé von Marius Stakelborough lebt auch nach dem Tod des 97-jährigen Gründers weiter – eine Legende in der Hauptstadt Gustavia!
• Rue de la France, Gustavia, 97133 Saint-Barthélemy, Tel. +590 590 27 86 87, www.facebook.com/leselect.stbarth

Le Ti Saint-Barth

Seit 1995 betreibt maître restaurateur Pascal Giglio seine karibsche Taverne und unterhält seine Gäste mit einem wöchentlich wechselnden Programm zur herzhaften wie genussvollen Küche. Seine großen, glitzernden Kabarett-Shows sind ebenso Kult wie seine barbecue grilled prime ribs.
• Tel. +(590) 590 27 97 71, www.letistbarth-sbh.com

Nikki Beach

Das Leben feiern, ist das Motto – mit bester Küche und Party, die Füße im Sand.
• Saint-Jean, Tel. +590 590 27 64 64, www.nikkibeach.com

Schlafen

Eine Villa des Sereno. Foto: Hilke Maunder
Eine Villa von Le Sereno. Foto: Hilke Maunder

Auf Saint-Barth dominieren luxuriöse Ferienvillen (1500 Betten) mit oder ohne Hotelservice. Daneben laden elf Fünfsternehotels (800 Betten) zur Nacht.

Cheval Blanc

Ganz für sich ist man auch im Cheval Blanc an der Baie des Flamands. Das Interieur des einzigen Luxus-Hotels der Palace-Kategorie trägt die Handschrift von Jacques Grange.
• 97133 Saint-Barthélemy, Tel. +590 590 27 61 81, www.chevalblanc.com

Eden Rock Hotel

Im amerikanischen Stil eingerichtet: die Suiten des <em>Eden Rock Hotel</em>. Foto: Hilke Maunder
Im amerikanischen Stil eingerichtet: die Suiten des Eden Rock Hotel. Foto: Hilke Maunder

US-Amerikanische Opulenz und Urlaubstrubel prägen die Karibiklegende Eden Rock Hotel an der Baie de Saint-Jean, die wie sein Schwesterhotel Eden Roc an der Côte d’Azur zur Oetker Collection gehört.
• 97133 Saint-Barthélemy, Tel. +590 590 29 79 99, www.oetkercollection.com/fr/hotels/eden-rock-st-barths

Le Sereno*

Dolce Vita edel und entspannt: Le Sereno ist eine stilvolle wie stille Oase am Grand Cul-de-Sac und gehört der Vereinigung Leading Hotels of the World an. Seine minimalistische Eleganz mit Holz und Naturtönen gestaltete der Pariser Designer Christian Liaigre. Das Hotelrestaurant Al Mare gilt als bester Italiener der Insel.
• 97133 Saint-Barthélemy, Tel. +590 590 29 83 00, www.serenohotels.com/property/le-sereno

Zimmer 27 in Le Sereno. Foto: Hilke Maunder
Zimmer 27 in Le Sereno. Foto: Hilke Maunder

Noch mehr Betten*
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An der großen Saline von Saint-Barth. Foto: Hilke Maunder
An der großen Saline von Saint-Barth. Foto: Hilke Maunder

Shopping

Ligne St Barth

Nur halb so teuer wie in Europa ist die edle Kosmetikserie auf der Insel, auf der sie daheim ist: Ligne St Barth. In Lorient befindet sich bis heute das Entwicklungsbüro für sämtliche neue Pflegeprodukte.
www.lignestbarth.com

Der Blick auf Salines. Foto: Hilke Maunder
Der Blick auf Salines. Foto: Hilke Maunder

Offenlegung

Bei meinen Rechernchen auf der französischen Karibikinsel Saint-Barthélemy unterstützten mich das französische Fremdenverkehrsamt Atout France, das Office de Tourisme Saint-Barthélemy sowie das Hotel Le Sereno, das mich drei Nächte beherbergte. Dafür sage ich merci und herzlichen Dank. Einfluss auf meine Blogberichte hat dies nicht. Ich berichte subjektiv, wie ich es erlebt habe, mache kein Merchandising und werde erst recht nicht für meine Posts bezahlt.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

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Im Blog

Für meinen Bettentest konnte ich drei Nächte im Hotel Le Sereno probeschlafen. Hier habe ich das Luxushotel vorgestellt.

Bettentest: Le Sereno (Saint-Barth)

Saint-Barthélemy arbeitet eng mit Saint-Martin zusammen. Die fast vier Mal so große Karibikinsel ist ungelaublich spannend. Klickt hier und entdeckt die vielen Seiten der zweigeteilten Insel Saint-Martin / Sint Maarten.

Die Happy Beach. Foto: Hilke Maunder
Die Happy Beach von Saint-Martin. Foto: Hilke Maunder

Neugierig, was die französischen Karibik noch zu bieten hat? Dann klickt doch auch einmal auf die Links zu den Überseegebieten Martinique und Guadeloupe!

Guadeloupe: Die Zipfel der Haube verraten, ob eine Frau verheiratet ist. Foto: Hilke Maunder
Die Zipfel der Haube verraten auf Guadeloupe, ob eine Frau verheiratet oder noch frei ist. Foto: Hilke Maunder

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