Saint-Ulrich: das Hotel-Kultur-Kloster


Abgeschieden und ruhig erhebt er sich im Vorland der Vogesen auf einem Hügel: der Couvent Saint-Ulrich. Kühe grasen auf saftigen Weiden; im Tal drängen sich die Höfe und Häuser von Haut-Clocher. Als er 1998 in den Besitz des nahen Sarrebourg kam, wussten die Stadtväter bereits, was sie mit dem ehemaligen Mönchskloster der Père Oblats de la Marie machen wollten: ein Kultur- und Veranstaltungszentrum.

20 Jahre später gehört das einstige Haus der Oblatenpatres als „Centre International des Chemins du Baroque“ zu den besten Adressen für Barockmusik, ist alljährlich im Juli Gastgeber des internationalen Barockmusik-Festivals Rencontres de Saint-Ulrich und Herausgeber des renommierten Klassik-Labels K617.

Vom Kloster zum Kulturzentrum

Einige Jahre später wurde erneut gehämmert und geklopft, und das Kloster wandelte sich zum Hotel. Die Hälfte aller Zimmer ist in den ehemaligen, renovierten Klosterzellen der Oblatenpatres eingerichtet, die andere Hälfte ist in dem neu ausgebauten Dachstuhl untergebracht: schlichte, sehr saubere und ruhige Schlafplätze mit eigenem Bad.

Nicht nur zur Festivalzeit könnt ihr den Proben der ständig hier wohnenden Musiker bzw. der Gastmusiker im Auditorium beiwohnen, das sich in der ehemaligen Scheune aus rotem Backstein im Klostergarten befindet.

Das Gartenfest  von Saint-Ulrich

Als ich Mitte August morgens das Fenster meines Zimmers öffnete, blickte ich auf geschäftiges Treiben im Garten: 60 Aussteller hatten  im Klostergarten ihre Stände aufgestellt und verkauften bei den alljährlichen Jardins en Fête Pflanzenklassiker und Exoten, handgeschmiedete Gartengeräte, Glasschmuck, Körbe, Handgearbeitetes und Hausgemachtes.

Deutsch und Französisch vermischten sich im Sprachgewirr der Grenzregion, Bratwurst- und Kaffeeduft erfüllten das Festzelt, wo morgens hausgemachter Kuchen genossen, mittags gemeinsam gegessen wurde.

Ein Ort, erfüllt von Sonntagsfrieden und Zufriedenheit, ländlicher Ruhe und entspannter Lebensart. Viele, die nur morgens um neun „schnell mal gucken“ wollten, blieben bis abends um sechs. Auch in der Antike war diese Region, dieser Hügel, bereits ein beliebter Wohnort und Treffpunkt: Gleich neben dem Kloster wurde die gallo-römische Villa Saint-Ulrich mit 33 Einzelgebäuden freigelegt.

Saint-Ulrich: meine Reise-Infos

Schlafen

Die Zimmer könnt ihr direkt bei Joëlle Beiner (mobil +33 603 43 09 51) buchen, die sich um den Hotelbetrieb des Klosters kümmert, oder über die Buchungsplattform booking.com. Für 42 Euro (2017) erhielt ich im ersten Stock des Haupthauses dieses Zimmer mit Gartenblick.

Schlemmen

Auberge Saint-Ulrich

Etwas unterhalb vom Kloster, rund 5 Minuten zu Fuß entfernt, findet ihr eines der besten Restaurants der Region. Marjorie und Denis servieren beim  Mittagstisch, den drei Menüs und à la Carte eine gehobene, sehr schmackhafte Traditionsküche – drinnen im weiß eingedeckten Speisesaal oder draußen auf der Terrasse. Und das zu überraschend günstigen Preisen!
• 4, Chemin Saint-Ulrich, 57400 Haut-Clocher, Tel.  03 87 23 95 48www.restaurant-sarrebourg.fr

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