Postkarte aus … Sanary-sur-Mer

Sanary-sur-Mer: der Hafen. Foto: Hilke Maunder
Sanary-sur-Mer: der Hafen. Foto: Hilke Maunder

Immer wieder mittwochs strömen die Menschen nach Sanary-sur-Mer. Dann ist wieder Marktzeit im westlichsten Hafenstädtchen der Côte d’Azur. Ende der 1930er- und Anfang der 1940er-Jahre war Sanary-sur-Mer der Fluchtpunkt deutschen Exilschriftsteller.

Heimliche Hauptstadt

Heinrich und Thomas Mann mit den Kindern Klaus, Erika und Golo Mann, Berthold Brecht, Ernst Bloch, Franz Werfel, Joseph Roth, Alfred Kerr und viele andere, von den Nazis verfolgte Künstler trafen sich hier im Exil. 39 Namen allein aus Deutschland listet die Tafel auf der Außenwand des Office de Tourisme auf.

Auch im Hafen von Sanary-sur-Mer sind noch die bunten Holzboote der Fischer vertäut, die pointus. Foto: Hilke Maunder

Ludwig Marcus, der ebenfalls dorthin geflohen war, nannte das Hafenstädtchen in seiner Autobiografie „die heimliche Hauptstadt der deutschen Literatur“.  Als Domizil wählen die Dichter das Hôtel de la Tour direkt am Hafen.

Zum Diskutieren trafen sie sich in den Cafés der Hafenzeile. Wer Orte noch eng mit den Dichtern aus Deutschland verbunden ist, verrät ein Plan des Office de Tourisme. Online hat das Fremdenverkehrsamt hier die Infos aufbereitet.

Immer mittwochs: der Alleenmarkt von Sanary-sur-Mer. Foto: Hilke Maunder

Doch jetzt ist Mittwoch, und wieder Zeit für den Grand Marché. Bereits ins aller Herrgottsfrühe haben rund 320 Händler das Hafenstädtchen in einen riesigen Freiluftmarkt verwandelt. Unter den Platanen des Boulevard Estienne d’Orves stapeln sich Obst und Gemüse, Fleisch und Käse.

Köstlich: Cavaillon-Melone. Foto: Hilke Maunder

Fisch und Meeresfrüchte kommen frisch vom Kutter. Auf dem Fischmarkt am Hafen liegen Seeteufel und Dorade, Krevetten und Hummer, winzige Felsenfischchen und halbierte Tunfisch auf den Auslagen, fachkundig begutachtet von den Franzosen.

Rosa Knoblauch ist weniger scharf, aber umso aromatischer. Foto: Hilke Maunder

Von der Place de la Tour bis zum Ende der alten Gassen gibt es schlichtweg alles, was man im Leben so braucht: Schuhe und Schmuck, Matratzen und Miederwaren. Dafür gab es 2018 die Auszeichnung: plus beau marché de la France – schönster Wochenmarkt von Frankreich!

Auf dem Fischmarkt säubert die Fischer die Fische für euch. Foto: Hilke Maunder

Sanary-sur-Mer: meine Reise-Infos

In der Nähe

Bandol

Auch im Hafen von Bandol strahlt mit seinen kunterbunten Pointu-Booten typisch provenzalisches Flair aus. Klickt hier für Impressionen und Infos.

Saint-Cyr

Ein richtig charmantes Marktstädtchen ist auch Saint-Cyr. Lasst euch hier inspirieren.

Schlafen

Grand Hôtel des Bains

Der Name täuscht: Hier erwartet euch kein luxuriöses Grandhotel. Sondern ein Zweisternehaus mit kleinen, recht schlichten und karg möblierten Zimmer voller Charme vergangener Tage.
• 25, Boulevard Estienne d’Orves, 83110 Sanary-sur-Mer, Tel. 04 94 74 13 47, www.adonis-hotel-sanary.com

Résidence Odalys La Marina

Einfache Studios und Ferienwohnungen in einer Anlage mit Pool und Waschküche.
•  4219 Ancien Chemin de Toulon, 83110 Sanary-sur-Mer, Tel. 08 25 27 32 73, www.odalys-vacances.com

Verspielt & farbenfroh: eine Boutique am Boulevard. Foto: Hilke Maunder

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Reisebegleiter für die Küste
Baedeker smart Cote d'Azur

Schnelle Infos, viele Inspirationen

Der Baedeker smart hat sich neu erfunden. Zu den ersten Bänden, die im Relaunch 2019 erschienen sind, gehört der Baedeker smart Côte d’Azur*. Mit den maßgeschneiderten Tagestouren, meinen Insidertipps und vielen selbst getestete Adressen könnt ihr die Côte d’Azur ganz entspannt genießen.

Entdeckt mit Christine Cazon, Krimiqueen der Küste, das mondäne wie volkstümliche Cannes und die Stadt ihres Ermittlers Leon Duval. Folgt mir beim Wandern auf dem Sentier Littoral, erlebt in Nizza einen Tag voller Genüsse – oder Monaco einen Tag lang rund ums Meer. Und verpasst auch nicht den maßgeschneiderten Ausflug ins Hinterland der azurblauen Küste. Wer mag, kann den Band hier* direkt bestellen.

Tiefer einsteigen in Küste und Hinterland?

Ralf Nestmeyer: Reiseführer zur Côte d'Azur

Auch Ralf Nestmeyer  kennt die Küste und ihr Hinterland wie seine Westentasche – und hat zur Region nicht nur zig Reiseführer verfasst, sondern auch Krimis wie Roter La­ven­del* und Die Toten vom Mont Ven­toux*.

Auch seinem Côte d’Azur-Band kommt dieses Expertise zugute. Neben den klassischen Must-Sees von Saint-Tropez, Cannes, Antibes und Nizza hält er auch zahlreiche Tipps fürs bergige Hinterland parat.

Und für  aktive Entdeckungen, mit Ge­birgs­wan­de­run­gen zu ein­sa­men Berg­se­en oder zu den Fels­zeich­nun­gen im Val­lée des Mer­veil­les. Klar, das auch die legendäre  Strand­wan­de­rung rund um die Halb­in­sel von Saint-Tro­pez nicht fehlt. Kurzum perfekt für alle, die gerne individuell und auch mal oft the beaten track unterwegs sind. Wer mag, kann den Band hier * direkt bestellen.

Erst mal inspirieren lassen?

DuMont-Bildatlas Côte d'AzurMein Kollege Robert B. Fishman hatte den DuMont-Bildatlas Côte d’Azur* ursprünglich verfasst. Ich habe ihn umfangreich überarbeitet, aktualisiert und ergänzt mit meinen persönlichen Tipps.

Themenseiten folgen dem Duft der Parfümeure nach Grasse und lassen euch hautnah beim Trüffelmarkt in Apt mit dabei sein.

Von Marseille bis Menton: die Côte d’Azur  – „das blaue Wunder“. Mit vielen Aktivtipps, Specials und Adressen für Entdecker. Wer mag, kann den Band hier* direkt bestellen.

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Einen Blick wert in Sanary-sur-Mer sind die Fassaden. Dieses Haus zeigt provenzalische und italienische Einflüsse. Fotos: Hilke Maunder

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