Picknick im Burgund: So wird es fantastisch!

Genuss-Reich: die Markthalle von Dijon. Foto: Hilke Maunder
Genuss-Reich: die Markthalle von Dijon. Foto: Hilke Maunder

Seit 2011 begrüßt Frankreich den Herbst mit einem Fest der Gastronomie. Im Burgund wird nicht nur einen Tag lang, sondern gleich ein Wochenende lang gefeiert – mit einem riesigen Fantastischen Picknick, an dem mehr als 30 Orte bereits mitmachten. Doch warum bis dahin warten? Picknickzeit ist immer! Und mundet besonders im Burgund äußerst verführerisch.

Der Canal de Bourgogne bei Vandenasse. Foto: Hilke Maunder
Der Canal de Bourgogne bei Vandenasse. Foto: Hilke Maunder

Euer Picknick – Korb

Das beweist bereits der Auftakt: ein Kir – mit echtem Cassis aus Dijon. Der dortige Domherr und Bürgermeister Félix Kir (1876–1968) soll einst den beliebten Apéritif aus schwarzem Johannisbeerlikör (Crème de Cassis) und dem weißen AOC-Burgunderwein Aligoté erfunden haben. Mit Champagner oder Crémant de Bourgogne wird er zum prickelnden „Kir Royal“.

Aus nur zwei Rebsorten – Pinot Noir und Chardonnay werden die berühmten Weine des Burgunds gekeltert, die in keinem Picknickkorb fehlen dürfen. Chablis, Côteaux de Pouilly-Sancerre, Côte de Nuits, Côte de Beaune, Côte Chalonnaise und Mâconnais … 250 km lang reiht sich, von Nord nach Süd, Toplage an Toplage. Das gibt es viel zu probieren!

Weinstrasse - Foto Alain Doire-Burgund-Tourismus

Dazu könnt ihr Gougères, mit Käse gefüllte Windbeutel, knabbern – oder gleich zum knusprigen Baguette einige der 27 Käsesorten aus dem Burgund genießen.

Dazu gehören die blauen bzw. weißen Edelpilzkäse Bresse Bleu und Suprême, der cremig milden Pié d’Angloys, der feinsalzigen Langres, auf dessen Rillen der Rinde die Franzosen gerne etwas Marc de Champagne träufeln, den handgeschöpften Kuhmilch-Frischkäse Brillat-Savarin oder den berühmten Époisse von Brochon oder Berthaut, den schon Napoleon liebte.

Die Käsespezialitäten Chaource und Soumaintrain könnt ihr auf der Route Vélo & Fromages probieren. Die  22 Kilometer lange  Rad-Käse-Route führt ohne jegliche Steigungen am Canal de Bourgogne entlang und bringt euch direkt zu den besten Adressen, wo ihr die Käse aus Burgund probieren könt.

Sens: In einem ehemaligen Eisenbahntunnel lässt Hervé Mons den Käse reifen. Auch der Soumaintrain ist dem Käse-Veredler perfekt gelungen. Foto: Hilke Maunder
In einem ehemaligen Eisenbahntunnel lässt Hervé Mons den Käse reifen. Der Soumaintrain ist dem Käse-Veredler perfekt gelungen. Foto: Hilke Maunder

Unglaublich lecker ist auch der Cîteaux, den die Mönche der gleichnamigen Abtei im Département Côte-d’Or herstellen. Leider umfasst ihre Herde nur 75 Kühe – da ist der beliebte Käse rasch vergriffen.

Darüber tröstet die burgundische charcuterie hinweg – mit jambon persillé, gekochtem Schinken in Petersiliengelee, köstlich zartem Rohschinken aus dem Naturpark Morvan und delikaten Würsten wie der Rosette du Morvan, einer groben Hartwurst aus Schweinefleisch.

Dijon: Die Senfmühle im Laden von Fallot. Foto: Hilke Maunder
Die Senfmühle im Laden von Fallot. Foto: Hilke Maunder

Zartes Fleisch & Geflügel

Dazu ein wenig Senf? Den könnt ihr in der Moutarderie Fallot in Beaune  und Dijon sogar selbst herstellen. Für echten Dijon-Senf werden dort die Senfkörner ganz traditionell mit Traubensaft und Essig gemahlen.

Heute gibt es längst auch Senfspezialitäten mit schwarzen Johannisbeeren, Honig und Balsamessig oder – ebenfalls eine Burgunder Spezialität – Lebkuchen.

Foto: Comité interprofessionnel de la volaille de Bresse
Federvieh in Frankreichs Farben: Poulet de Presse. Foto: Comité interprofessionnel de la volaille de Bresse

Das berühmte Federvieh der Bresse ist unglaublich fein und zart im Geschmack. Man erhält es bereits fertig gegrillt oder gebacken nicht nur auf dem berühmten Markt von Louhans, einem Site Remarquable du Goût, sondern auch auf den vielen anderen Wochenmärkten der Region. An den Ständen verkaufen lokale Erzeuger auch hausgemachte Terrinen und Pasteten – besonders edel mit Gänsestopfleber.

Naschkatzen packen noch ein pain d’epices, ein Gewürz- oder Honigbrot von Mulot & Petitjean in den Picknickkorb – ihre Boutique an der Place Bossuet 11 in Dijon ist ein Schlemmerparadies.

Und natürlich die legendären Anisbonbons aus Flavigny  – ihre kleinen ovalen Blechdosen sind als Sammlerstücke nicht weniger heiß begehrt!

Die schönsten Picknick – Plätze im Burgund

Le Clos de Vougeot

Der umfriedete Weinberg, den die Zisterzienser im Mittelalter anlegen, ist heute die größte Grand Cru-Lage der Côte de Nuits. Zum Weinberg-Picknick mit Blick aufs Château gehört ein Pinot Noir von der Weinbrüderschaft Amis du Château du Clos de Vougeot!

Clos de Vougeot. Foto: Hilke Maunder
Der Clos de Vougeot. Foto: Hilke Maunder

Welterbe Vézelay

Die romanische Basilika von Vézélay, die auf einem Hügel über dem Wallfahrtsort thront, gehört zum UNESCO-Welterbe – und zu den schönsten Picknickspots im Burgund. Direkt hinter dem Gotteshaus wurden dafür Holzbänke im Grün aufgestellt – mit Traumblicken aus 302 m Höhe über den Naturpark von Morvan.

Radel-Picknick im Rebenland

Mit dem Topoguide „Tour de Bourgogne à Vélo“ am Lenker radelt ihr auf der Voie des Vignes von Beaune nach Santenay und weiter bis nach Nolay. Degustiert an den zahlreichen Domaines edle Tropfen und picknickt mitten im Rebenland!

Picknick: Bei Beaune in den Weinbergen von Bouchard. Foto: Hilke Maunder
Perfekt für ein Picknick: die Weinberge bei Beaune. Foto: Hilke Maunder

Beim Schippern schlemmen

In Pouilly-en-Auxois, einem charmanten Städten am Beginn des Burgundkanals, legen umweltfreundliche Solar-Elektroboote zu Croisières Goûter ab, zweistündigen Schlemmer-Törns mit regionalen Spezialitäten.

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péro mit Cremant: Auch in der Bourgogne prickelt er feinperlig. Dort wird er nach der Champagnermethode hergestellt. Foto: Hilke Maunder
Der Crémant de Bourgogne wird nach der Champagnermethode hergestellt. Foto: Hilke Maunder
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