Genuss-Reich: die Markthalle von Dijon. Foto: Hilke Maunder
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Picknick im Burgund: So wird es fantastisch!

Im Burgund verbindet sich seit jeher herausragende Weintradition mit genussvoller Lebensart – besonders im Herbst, wenn die Weinberge in warmen Farben leuchten. Ein Highlight ist seit 2025 das Festival Vignobles en Scène, das jährlich am dritten Oktoberwochenende stattfindet.

Doch auch im restlichen Jahr ist ein Picknick hier ist eine wunderbare Gelegenheit, die reiche Gastronomie mit regionalen Käsesorten, Weinen und weiteren Köstlichkeiten zu entdecken. Ob an einem Weinberg, an einem historischen Ort oder entlang idyllischer Radwege – ein Picknick im Burgund verbindet Natur, Kultur und Genuss auf einzigartige Weise.

Der Canal de Bourgogne bei Vandenasse. Foto: Hilke Maunder
Der Canal de Bourgogne bei Vandenasse. Foto: Hilke Maunder

Euer Picknick-Korb

Das beweist bereits der Auftakt: ein Kir – mit echtem Cassis aus Dijon. Der dortige Domherr und Bürgermeister Félix Kir (1876–1968) soll einst den beliebten Aperitif aus schwarzem Johannisbeerlikör (Crème de Cassis) und dem weißen AOP-Burgunderwein Aligoté erfunden haben, der im Mâconnais daheim ist. Mit Champagner oder Crémant de Bourgogne wird er zum prickelnden Kir Royal.

Aus nur zwei Rebsorten – Pinot Noir und Chardonnay werden die berühmten Weine des Burgunds gekeltert, die in keinem Picknick-Korb fehlen dürfen. Nicht minder köstlich sind die Weine aus den im Süden kultivierten Sorten Aligoté und Gamay, dem Vorläufer der Pinot Noir in Burgund, dessen Hochburg heute das Beaujolais ist. Chablis, Côteaux de Pouilly-Sancerre, Côte de Nuits, Côte de Beaune, Côte Chalonnaise und Mâconnais … 250 Kilometer lang reiht sich, von Nord nach Süd, Toplage an Toplage.

Dazu könnt ihr Gougères, mit Käse gefüllte Windbeutel, knabbern – oder zum knusprigen Baguette einige der berühmten Käsesorten aus dem Burgund genießen. 27 Sorten sind es – von den blauen bzw. weißen Edelpilzkäse Bresse Bleu und Suprême über den cremig milden Pié d’Angloys bis zum aromatischen Saint-Florentin.

Auf die Rinde des fein salzigen Langres, tröpfeln die Franzosen gerne etwas Marc de Champagne. Aus Burgund stammen auch der handgeschöpfte Kuhmilch-Frischkäse Brillat-Savarin oder den berühmten Époisse von Brochon oder Berthaut, den schon Napoleon liebte.

Die Käsespezialitäten Chaource, der in Burgund und der Champagne daheim ist, und den Soumaintrain könnt ihr auf der Route Vélo & Fromages probieren. Die  22 Kilometer lange Rad-Käse-Route führt ohne jegliche Steigungen am Canal de Bourgogne entlang und bringt euch direkt zu den besten Adressen, wo ihr die Käse aus Burgund probieren könnt.

Sens: In einem ehemaligen Eisenbahntunnel lässt Hervé Mons den Käse reifen. Auch der Soumaintrain ist dem Käse-Veredler perfekt gelungen. Foto: Hilke Maunder
In einem ehemaligen Eisenbahntunnel lässt Hervé Mons den Käse reifen. Der Soumaintrain ist dem Käse-Veredler perfekt gelungen. Foto: Hilke Maunder

Unglaublich lecker ist auch der Cîteaux, den die Mönche der gleichnamigen Abtei im Département Côte-d’Or herstellen. Leider umfasst ihre Herde nur 75 Kühe – da ist der beliebte Käse rasch vergriffen.

Darüber tröstet die burgundische charcuterie hinweg – mit jambon persillé, gekochtem Schinken in Petersiliengelee, köstlich zartem Rohschinken aus dem Naturpark Morvan und delikaten Würsten wie der Rosette du Morvan, einer groben Hartwurst aus Schweinefleisch.

Dijon: Die Senfmühle im Laden von Fallot. Foto: Hilke Maunder
Die Senfmühle im Laden von Fallot. Foto: Hilke Maunder

Zartes Fleisch & Geflügel

Dazu ein wenig Senf? Den könnt ihr in der Moutarderie Fallot in Beaune und Dijon sogar selbst herstellen. Für echten Dijon-Senf werden dort die Senfkörner ganz traditionell mit Traubensaft und Essig gemahlen.

Heute gibt es längst auch Senfspezialitäten mit schwarzen Johannisbeeren, Honig und Balsamessig oder – ebenfalls eine Burgunder Spezialität – Lebkuchen.

Poulet de Bresse: der Hahn. Foto: Hilke Maunder
Poulet de Bresse: der Hahn. Foto: Hilke Maunder

Das berühmte Federvieh der Bresse ist unglaublich fein und zart im Geschmack. Man erhält es bereits fertig gegrillt oder gebacken nicht nur auf dem berühmten Markt von Louhans, einem Site Remarquable du Goût, sondern auch auf den vielen anderen Wochenmärkten der Region. An den Ständen verkaufen lokale Erzeuger auch hausgemachte Terrinen und Pasteten – besonders edel mit Stopfleber. Mehr zum Bressehuhn erfahrt ihr hier.

Naschkatzen packen noch ein pain d’epices, ein Gewürz- oder Honigbrot von Mulot & Petitjean in den Picknick-Korb – ihre Boutique an der Place Bossuet 11 in Dijon ist ein Schlemmerparadies.

Und natürlich die legendären Anisbonbons aus Flavigny. Ihre kleinen ovalen Blechdosen sind als Sammlerstücke nicht weniger heiß begehrt! Auch dazu gibt es mehr Infos im Blog. Klickt mal hier!

Das Lebenkuchenbrot von Mulot et Petitjean aus Dijon. Foto0: Hilke Maunder
Das Lebenkuchenbrot von Mulot et Petitjean aus Dijon. Foto0: Hilke Maunder

Die schönsten Picknick-Plätze in Burgund

Le Clos de Vougeot

Der umfriedete Weinberg, den die Zisterzienser im Mittelalter anlegen, ist heute die größte Grand Cru-Lage der Côte de Nuits. Zum Weinberg-Picknick mit Blick aufs Château gehört ein Pinot Noir von der Weinbrüderschaft Amis du Château du Clos de Vougeot!

Clos de Vougeot. Foto: Hilke Maunder
Der Clos de Vougeot. Foto: Hilke Maunder

Welterbe Vézelay

Die romanische Basilika von Vézélay, die auf einem Hügel über dem Wallfahrtsort thront, gehört zum UNESCO-Welterbe – und zu den schönsten Picknickspots im Burgund. Direkt hinter dem Gotteshaus wurden dafür Holzbänke im Grün aufgestellt – mit Traumblicken aus 302 m Höhe über den Naturpark von Morvan.

Radel-Picknick im Rebenland

Mit dem Topoguide Tour de Bourgogne à Vélo am Lenker radelt ihr auf der Voie des Vignes von Beaune nach Santenay und weiter bis nach Nolay. Degustiert an den zahlreichen Domaines edle Tropfen und picknickt mitten im Rebenland!

Picknick: Bei Beaune in den Weinbergen von Bouchard. Foto: Hilke Maunder
Perfekt für ein Picknick: die Weinberge bei Beaune. Foto: Hilke Maunder

Beim Schippern schlemmen

In Pouilly-en-Auxois, einem charmanten Städtchen am Beginn des Canal de Bourgogne, legen umweltfreundliche Solar-Elektroboote zu Croisières Goûter ab, zweistündigen Schlemmer-Törns mit regionalen Spezialitäten.

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Im Blog

Alle Beiträge aus Burgund findet ihr hier.

Im Buch

Hilke Maunder, Burgund*

Hilke Maunder, Burgund

Nach Le Midi habe ich auch Burgund intensiv erkundet. Viele Wochen lang habe ich zusammen mit dem Fotografen Thomas Müller Schneckenzüchtern, Käsemachern, Viehzüchtern, Winzern und anderen lokalen Produzenten, männlich wie weiblich, über die Schulter geschaut. Wir haben Märkte und Manufakturen besucht und vielen Köchen in die Töpfe geguckt.

Vom einzige Dreisternekoch Burgunds, Éric Pras von der Maison Lameloise, über Alain Renaud, Küchenchef der Auberge Les Tilleuls in Vincerolles bis zu Julien Fuchey von der Auberge La Morvandelle in Tintry haben sie mir typisch burgundische Rezepte verraten.

Neben berühmten Klassikern wie Bœuf Bourguignon findet ihr unter den 80 authentischen Rezepten auch viele Gerichte, die seit Generationen in den Familien Burgunds tradiert wurden – und doch noch Geheimtipps sind. Wer die Speisen nachkochen möchte oder neugierig auf die Küche Burgunds ist, kann mein Reise-Koch-Erlebnisbuch hier* bestellen.

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péro mit Cremant: Auch in der Bourgogne prickelt er feinperlig. Dort wird er nach der Champagnermethode hergestellt. Foto: Hilke Maunder
Der Crémant de Bourgogne wird nach der Champagnermethode hergestellt. Foto: Hilke Maunder