Le Cap d’Agde: der Millionen-Facelift

Der geplante Iconic-Komplex von Cap d'Agde
Der geplante Iconic-Komplex von Cap d'Agde

Jean Le Coutour entwarf das Cap d’Agde als Urlaubsstadt auf dem Reißbrett. Gut 50 Jahre später investiert der Badeort im Hérault erneut umfangreich in den Tourismus. Bereits fertiggestellt ist ein neues Quartier hinter dem Sportboothafen. In nur 18 Monaten wurde es vollendet.

Jetzt gaben die Stadtväter grünes Licht für den Bau eines Kongresszentrums mit 1200 Plätzen, eines Kasinos und eines Viersternehotels. Auch Wohnungen sind vorgesehen in dem Entwurf von Jean-Michel Wilmotte, den Kaufmann & Broad unter dem Namen Iconic errichtet.

Eine neue Ikone

Ungewöhnlich für Agde ist die Architektur auf jeden Fall. Wilmotte entwarf die beiden, rund 20 m hohen Gebäude als kreisrunde Bauten aus weißen Beton mit gestaffelten Geschlossen. So schuf er Platz für Gärten, Terrassen und viel Grün. In den Innenhöfen sollen Palme wachsen. Viele der Wohnungen werden Terrassen und Meerblick haben.

Das Baugrundstück ist ein ehemaliger, zehn Hektar großen Parkplatz neben dem Office de Tourisme. Geplant ist auch eine Ramblas. In Verlängerung der Rue du Tambour soll sie als Bummelpromenade den Hafen mit dem neuen Komplex verbindet. Baubeginn war 2018. Im zweiten Trimester 2022 soll alles fertig sein.

101 Ferienwohnungen

Die Verkaufspreise für die 101 appartements de tourisme mit zwei bis vier Zimmern beginnen ab rund 5000 Euro pro Quadratmeter, so Kaufman & Broad. Sie sind damit fast doppelt so teuer wie sonstige Ferienwohnungen in Cap d’Agde, wo je nach Lage der Quadratmeterpreis zwischen 2500 – 3000 Euro schwankt. Ebenfalls dort verkauft werden ein bis vier Zimmer große Wohnungen für Dauernutzer.

„Die Stadt muss ihr Angebot vom Niveau her anheben und sich eine neue Identität und Attraktivität geben, um sich den Bedürfnissen der Touristen anzupassen und die Einheimischen zu halten“, sagt Jérôme Cavaillés, Kommunikationschef der Kommune. In Agde und seinen Ortsteilen leben 25.000 Bürgern. Zur Hauptsaison steigt die Bevölkerungszahl auf 250.000 Menschen.

Schwarze Perle am blauen Meer

„Schwarze Perle des Languedoc“, so wird die Strandstadt auch gerne genannt. Denn ihre 14 km langen Sandstrände, die sich auf mehrere Buchten verteilen, bergen auch schwarzen Vulkansand.

Rund um einen künstlichen Binnensee mit Zugang findet ihr hier acht Sportboothäfen, die pastellfarbene, niedrige Häusern im Stil des Languedoc einrahmen.

Berühmt wurde Cap d’Agde vor allem als Hochburg der Freikörperkultur. Sein Villa ge Naturiste Héliopolis gilt als weltgrößte Zentrum für FKK.  Allerdings lockten die Nudisten in den letzten Jahren verstärkt auch Swinger an. Daher verlor Caü d’Agde das Qualitätssiegel vom französischen FKK-Verband aberkannt.

Das alte Agde

Agde, Vogelkäfig. Foto: Hilke Maunder
In der Altstadt von Agde. Foto: Hilke Maudner

Von der Brücke an der Einmündung des Canal du Midi in den Hérault seht ihr das alte Agde. Sein Name ehrt die griechischen Glücksgöttin Agathe Tyche – denn es waren griechische Seefahrer, die einst das Städtchen um 500 vor Christus gründeten.

Agde.Foto: Hilke Maunder
In der Altstadt von Agde. Foto: Hilke Maunder

Auffällig ist Farbe der Fassaden. Nicht nur die Häuser, sondern auch die Kathedrale Saint-Étienne sind aus Lavastein gebaut. Erfahrt im Musée Agathois von Juni bis September mehr über die Stadt. Und bummelt ausgiebig durch die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und alten  Bürgerhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert!

Agde, Vogelkäfig. Foto: Hilke Maunder
Die Einheimischen scheinen Singvögel zu lieben – an vielen Balkonen hängen im Sommer die Vogelkäfige. Foto: Hilke Maunder
Agde, Vogelkäfig. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

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Im Blog

La Florida Française

Wie die Küste des Languedoc sich zur Florida Frankreichs wandelte, erfahrt ihr hier.

Am Hafen von La Grande Motte. Foto: Hilke Maunder
Am Hafen von La Grande Motte. Foto: Hilke Maunder

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