Le Cap d’Agde: Millionen-Facelift bis 2020

Der geplante Iconic-Komplex von Cap d'Agde
Der geplante Iconic-Komplex von Cap d'Agde

Jean Le Coutour entwarf das Cap d’Agde als Urlaubsstadt auf dem Reißbrett. Jetzt, gut 50 Jahre später, investiert der Badeort im Hérault erneut umfangreich in den Tourismus. Bereits fertig gestellt ist ein neues Quartier hinter dem Sportboothafen. In nur 18 Monaten wurde es vollendet.

Jetzt gaben die Stadtväter grünes Licht für den Bau eines Kongresszentrums mit 1200 Plätzen, eines Kasinos und eines Viersternehotels. Auch Wohnungen sind vorgesehen in dem Entwurf von Jean-Michel Wilmotte, den Kaufmann & Broad unter dem Namen Iconic errichtet will.

Eine neue „Ikone“

Ungewöhnlich für Agde ist die Architektur auf jeden Fall: Wilmotte entwarf die beiden, rund 20 m hohen Gebäude als kreisrunde Bauten aus weißen Beton mit gestaffelten Geschlossen – und schuf so Platz für Gärten, Terrassen und viel Grün. In den Innenhöfen sollen Palme wachsen. Viele der Wohnungen werden Terrassen und Meerblick haben.

Der geplante Iconic-Komplex von Cap d’Agde

Das Baugrundstück ist ein ehemaliger, zehn Hektar großen Parkplatz neben der Office de Tourisme. Geplant ist auch eine Rambla, die in  Verlängerung der Rue du Tambour den Hafen mit dem neuen Komplex verbindet. Geplanter Baubeginn ist Mai 2018, Ende 2020 soll alles fertig sein.

101 Ferienwohnungen

Die Verkaufspreise für die 101 „appartements de tourisme“  beginnen ab rund 5000 Euro pro Quadratmeter, so Kaufman & Broad. Sie sind damit fast doppelt so teuer wie sonstige Ferienwohnungen in Cap d’Agde, wo je nach Lage der Quadratmeterpreis zwischen 2500 – 3000 Euro schwankt.

„Die Stadt muss ihr Angebot vom Niveau her anheben und sich eine neue Identität und Attraktivität geben, um sich den Bedürfnissen der Touristen anzupassen und die Einheimischen zu halten“, sagt Jérôme Cavaillés, Kommunikationschef der Kommune. In Agde und seinen Ortsteilen leben 25.000 Bürgern. Zur Hauptsaison steigt die Bevölkerungszahl auf 250.000 Menschen.

Le Cap d’Agde & La Nouvelle Floride

Europa im Jahre 1950: Im aufkommenden Massentourismus der Nachkriegsjahre zieht es auch die Franzosen an die Sonnenstrände Spaniens. Um die Touristenflucht einzudämmen, beschließen Staatspräsident Charles de Gaulle und sein Premier Georges Pompidou den exemplarischen Bau von Ferienstädtchen an der Küste des Languedoc-Roussillon. Die Mission Racine soll die  200 km lange Strandküste des Languedoc für den Tourismus gezielt entwickelt wurde – von Grau de Roi bis Saint-Cyprien: La Nouvelle Floride.

1962 begannen die ersten Planungen, im Folgejahr wurden die renommiertesten Architekten des Landes für die Prestigeprojekte verpflichtet. Für den Ausbau von Leucate und Les Bacarès wurde Georges Candillis engagiert, für Gruissan gewann man Raymond Gleize und Edouard Hartané, für den südlichsten neuen Badeort namens Saint-Cyprien Plage Henri Castella.

Der damals 40-Jährige Jean Balladur erhielt den Auftrag für das Pilotprojekt: La Grande Motte. Das Gebiet, das von der Pariser Zentralregierung zur Umsetzung des Prestigevorhabens angekauft wurde, lag in einer weiten Bucht am Rande der L’Espiguette, einer amphibischen Landschaft mit salzverkrusteter Erde, sumpfigen Gewässern, wenig Vegetation, endlosen Dünen und langen Sandstränden.

Mit La Grande Motte schuf der Freund von Jean-Paul Sartre für die Freizeitgesellschaft eine Stadt aus der Retorte, funktionell – und architektonisch so überraschend, dass Balladurs Bauten bis heute die Wahrzeichen des Floride Française sind. Inspiriert von den Tempeln in Teotihuacan in Mexiko, ließ Balladur die zentralen Bauwerke des Badeortes in Form von Pyramiden anlegen – mal aufrecht, mal umgedreht, aber immer terrassenförmig.

Jean Le Coutour zeichnete für Cap d’Agde verantwortlich, das Seebad der alten Stadt Agde, die die Griechen vor rund 2600 Jahren gegründet haben. Ihre Häuser entstanden aus dem Vulkangestein des Mont Saint-Loup. Cap d’Agde entwickelte sich zur europaweit größten Nudistenstation. Doch das FKK-Quartier ist nur eines der zehn Viertel des Badeortes, der zu den beliebtesten Urlaubszielen an der Küste des Languedoc gehört.

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