Capcir: ein Hauch von Kanada

SUP auf dem Lac de Matelote. Foto: Hilke Maunder

Sieht das nicht ein wenig nach Österreich aus? Oder Kanada? Oder zumindest Vogesen? Nordfrankreich? Und doch bin ich im tiefsten Süden, die spanischen Grenze zum Greifen nah. Nur 90 Minuten von meinem karstig-mediterranen Tag tauche ich ein in eine andere Welt: das Capcir, ein Hochplateau mit tiefen Wäldern, drei Seen und einem deutlich kühleren Klima als bei mir im Tal des Agly.

Der schönste Weg dorthin folgt dem Lauf der Aude, die sich hinter Axat durch enge Felsen zwängt. Immer wieder sehe ich kleine Gruppen in Schlauchbooten, ausgerüstet mit Hemd, Rettungswest und Paddel, die in wilder Fahrt beim Rafting über die Stromschnellen sausen.

Weiter und weiter werden die Abstände zwischen den kleinen Siedlungen und einzelnen Gehöften, Buchenwälder und Farne säumen die Straßen. Dann öffnet sich der Blick, und die Bergspitzen der Pyrenäen funkeln eisglitzernd am Horizont. Hinter Puyvalador weitet sich die sanft gewellte Landschaft; jenseits der Almen säumen Krüppelkiefern einen See.

Auf rund 1400 m Höhe erreiche ich ein 400-Einwohner-Städtchen mit schiefergedeckten Häusern aus altem Holz und grobem Stein, die sich um eine Pfarrkirche gruppieren: Formiguères, Hauptstadt des Capcir, das bis zum Pyrenäenfrieden von 1659 eine „Comarca“ Nordkataloniens war.

Bis heute kommt mir das Örtchen spanischer vor als die Küstensiedlungen Nordkataloniens. die Spanier haben die Vorzüge ihres Nachbartales erkannt und verbringen in immer größeren Scharen hier einen Tag, eine Woche, einen ganzen Urlaub. Und das nicht nur im Winter, wenn die Lifte von Formiguères und Les Angles schneesicheres Skivergnügen in bis zu 2400 m Höhe bieten, sondern auch im Sommer.

Dann lockt die Base de Loisir am Lac de Matemale mit Bogenschießen, Minigolf, Ausritten Segeln, Surfen und Stand-Up-Paddling. Zum Baden ist mir das Wasser etwas zu frisch; die Kleinen jedoch toben im 240 Hektar großen Stausee.

Dazu ein kleines, einfaches Restaurant, Grillplätze und ein schier unendliches Netz an Wander- und Radwegen. Und wer bleiben möchte, darf am Ufer sein Zelt aufschlagen oder den Caravan abstellen.

Capcir & Lac de Matemale: meine Reisetipps

Schlafen & schlemmen

Pomme de Pin

Ein urgemütliches Chalet mit viel Kiefernholz, rot-weißen Textilien, drei kuscheligen Gästezimmern und Garten-Spa mit Sauna, Hammam und Jacuzzi.

•18, Carrer Cora de Guilla, 66310 Formiguères, Tel. 04 68 04 45 77, www.chalet-pomme-de-pin.com

Informieren

Maison du Capcir, TM6, 66210 La Llagonne, Tel. 04 68 04 49 86, contact@capcir-pyrenees.com, www.capcir-pyrenees.com

Weiterlesen

Im Blog

Ist der erste Schnee gefallen, verwandelt sich das Capcir ist ein beliebtes Wintersportrevier für Langlauf- und Alpinskifahrer, Schneeschuhläufer und Familien, die den Schnee ganz vielfältig erleben und genießen wollen. Hier findet ihr Infos und Impressionen zu den wenig bekannten Wintersportorten der Pyrénées-Orientales.

Zur Einstimmung: DuMont Bildatlas Frankreich Süden (Okzitanien)*

Der Bildatlas "Frankreich Süden" von Hilke Maunder - die fünfte AuflageMein DuMont Bildatals Frankreich Süden (Okzitanien)* fängt zwischen Rhône und Garonne, Cevennen und Pyrenäen in sieben Kapiteln die Faszination der alten Region Languedoc-Roussillon in Wort und Bild ein – auch als eBook!

Von Montpellier, der Boomtown am Mittelmeer, bis zum römisch-romantischen Nîmes, von den Étangs bei Narbonne bis zur katalanischen Kapitale Perpinyá. Und noch ein Schlenker nach Carcassonne und Toulouse: voilà meine Herzensheimat! Wer mag, kann den Band hierdirekt bestellen.

MARCO POLO Languedoc-Roussillon: die Hommage von Hilke Maunder an ihre WahlheimatKompakt & inspirierend: MARCO POLO Languedoc-Roussillon/Cevennen*

Den MARCO POLO Languedoc-Roussillon/Cevennenhabe ich nach Axel Patitz und Peter Bausch inzwischen mehrfach umfangreich erweitert und aktualisiert.

Von den Cevennen über das Languedoc bis hin zum Roussillon findet ihr dort Highlights und Kleinode, Tipps für Entdecken und Sparfüchse – und Adressen, die ich in meinem Frankreichjahr neu entdeckt und getestet habe.  Beide MARCO POLO-Bände hält ein Online-Update-Service aktuell, der euch über Events, Neueröffnungen und Schließungen informiert. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

Der Reisebegleiter vor Ort: Ralf Nestmeyer, Languedoc-Roussillon*

Zwischen dem Delta der Camargue und den Gipfeln der Pyrenäen hat Ralf Nestmeyer nahezu jeden Strand gesehen, jeden Stadt besucht, jedes Wehrdorf besichtigt – im Languedoc etwas intensiver, im Roussillon fokussiert er auf bekannten Highlights.

Dennoch: Das gut 560 Seiten dicke Werk ist der beste Führer für Individualreisende, die diese Region entdecken möchten und des Französischen nicht mächtig sind. Wer möchte, kann den Band hier* direkt bestellen. In Ergänzung empfehle ich den Band von Petit Futé.

Michael Müller Verlag, 8. Auflage 2018, ISBN 978-3-89953-997-4, www.michael-mueller-verlag.de

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

MARCO POLO Frankreich: praktisch und kompakt, bearbeitet von Hilke Maunder.Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreichhabe ich gemeinsam mit Barbara Markert verfasst. Gleich zu Beginn geben wir unsere  Insider-Tipps für Frankreich preis: vom größten Flohmarkt Europas in Lille bis zur Schwimmen in der Piscine Olympique in Montpellier.

Das Kapitel „Im Trend“ verrät, was es Neues zu erleben gibt im Hexagon: vom Skijöring in den Skigebieten bis zum Übernachten im Baumhaushotel. Alle Hintergrundinformationen zu Frankreich und seinen Menschen findet ihr unter Fakten, Menschen & News. Es folgen: Tipps für Bars und Boutiquen, Erlebnissen für  Familien, Paare oder Alleinreisende. Wer mag, kann ihn hier direkt bestellen.

 * Durch den Kauf über den Referral Link kannst Du diesen Blog unterstützen und den Blog werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci!

 

Merci für's Teilen!

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.