Hausgemacht: Crème de Cassis

Crème de Cassis. Foto: Hilke Maunder
Crème de Cassis. Foto: Hilke Maunder

Schwarze Johannisbeeren in Hülle und Fülle beschert uns stets der Sommer. Nach zig Gläsern mit Gelee, das nicht nur gut aufs Brot oder in den Joghurt, sondern mit seiner herb-süßen Note auch herrlich zu Fleisch passt, hatten wir immer noch fünf Kilo dieser Beeren. Sie wanderten, von den harten Enden befreit, in 5 Liter fassende Einweckgläser – rund 1 kg pro Glas.

Mit dem Kartoffelstampfer drückten wir die Schale der Früchte leicht auf. Jetzt noch dunkler Kandiszucker, etwas echte Vanille hinzu, mit hochprozentigem Alkohol bedecken, verschließen –  und dann: ab in die Sonne. Drei Monate lang müssen die Früchte so ruhen. Erst dann darf der Mix abgegossen, mit einer Stoffwindel gefiltert und in Flaschen gefüllt werden.

Die schönsten Cassis-Getränke

Das Ergebnis: hausgemachte Crème de Cassis. Rund ein Zehntel davon ins Glas und mit einem milden Weißwein wie Aligoté aufgegossen, wird daraus ein Kir, mit Champagner ein Kir Royal. Die Bretonen mixen die Crème de Cassis mit Cidre und nennen ihren Aperitif Kir Breton.

Aber auch zu Eis passt der Likör aus dem Süden Frankreichs perfekt. Dort hat jede Familie ihr eigenes Rezept für die beste Crème de Cassis. Einige schwören sogar darauf, neben hochprozentigem Alkohol auch noch Rotwein in den Aufgesetzten zu geben.

Der Erfinder des Kir

Als Erfinder des Kir gilt Félix Kir (1876-1968). Der Bürgermeister von Dijon ließ das bei den Weinbauern beliebte Getränk, das damals noch Blanc-Cassis hieß, bei allen offiziellen Empfängen im Rathaus ausschenken.

Warum es gerade hier entstand? Die Côte-d’Or ist nicht nur eine ausgezeichnete Weinregion im Herzen des Burgunds, sondern auch Frankreichs wichtiges Anbaugebiet für die Schwarze Johannisbeeren. Alles Infos zur schwarzen Beere erhaltet ihr im Cassissium von Nuits-Saint-Georges.

Tipp

Lasst den Weißwein oder Champagner ganz vorsichtig ins Glas gleiten. Dann behält die Crème de Cassis am Boden eine höhere Dichte. So entsteht nicht nur ein schöner Farbverlauf, sondern wird das Getränk mit jedem Schluck etwas süßer.

Crème de Cassis: das Rezept

Zutaten

• gut gesäuberte, schwarze Johannisbeeren (Ribiesel)
• hochprozentigen Alkohol wie Doppelkorn, Wodka oder ähnliches. Je besser die Qualität, umso leckerer die Crème de Cassis – spart hier nicht am falschen Ende!

Wichtig: Mischungsverhältnis Johannisbeeren / Doppelkorn ( 1:1,5, sprich: 500 g Früchte, 0,75 l Korn – die Früchte müssen stets gut bedeckt sein mit Korn)

• 1 Vanilleschote dazu,
• 200g braunen Zucker auf je 1 kg Frucht

Nach Belieben:

• Sternarnis zum Würzen
• Rotwein (auf 1 l Hochprozentiges jeweils 200 ml Rotwein. Am besten: Merlot oder andere mediterrane Sorten)

Tipps zur Zubereitung

• Den Flaschenhals sehr gut säubern; am besten den Deckel kurz in den hochprozentigen Alkohol tauchen.
• Nur Gläser verwendet, die sich sehr gut schließen lassen – mit Schraubverschluss oder Weckglas.
• Euer Aufgesetzter muss mindestens vier Wochen an einem sonnigen Plätzchen stehen. Je länger ihr die Frucht im Alkohol ruhen lasst, umso besser wird das Ergebnis. Am besten schmeckt der Likör nach einem Jahr. Wir mögen ihn aber noch mit etwas Schärfe und ziehen ihn daher nach rund drei Monaten auf Flasche.
• Wichtig: das Glas regelmäßig umrühren und wenden!
• Abgefüllt kühl und dunkel lagern (max. 1 Jahr)
• schwarze Johannisbeeren färben sehr stark. Arbeitet am besten mit Handschuhen oder zieht etwas an, das etwaige Flecken verzeiht.

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6 Kommentare

  1. In der Umgebung von Lyon wird die Crème de Cassis auch gerne mit einem Wein aus dem Beaujolais statt Aligoté oder Schampus verlängert. Wegen der intensiven Rotfärbung bestellt man dort einen “Communard”

    Till Sachsenheimer

  2. Hallo,
    und danke für die schönen Artikel und Fotos, aber auch für das Cassis-Rezept.
    Ein kleiner Ausflug in die Geschichte sei mir erlaubt, da ich die Ehre hatte, bei einem Besuch in Dijon, ihn selbst noch kennen zu lernen.
    Felix Kir war nicht nur Bürgermeister von Dijon sondern auch Kanonikus,als Geistlicher, Seelsorger und Domherr.
    Die wussten schon immer gut zu leben und Rezepte für leckere Getränke und Speisen zu kreieren.
    Er wart bekannt für seine deutlichen Worte bei seinen Predigten, und hatte hohes Ansehen da er auch als Widerstandskämpfer mitgewirkt hat.
    Wir in Rheinland-Pfalz sind mit der Region besonders verbunden, gab es doch zwischen den beiden Regionen die ersten Städtpartnerschaften, und in Mainz die Kanonikus-Kir-Realschule.

  3. Hallo, klingt nett, das Rezept.
    Was ich nicht verstehe, du schreibst: “Wichtig: Mischungsverhältnis Johannisbeeren / Doppelkorn”
    Ja, wie ist denn ein gutes Mischungsverhältnis???
    Gruß, Sabine

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