Dune du Pilat: Europas höchste Düne

Die Dune de Pilat ist mit 107 m die höchste Düne Europas. Foto: Hilke Maunder
Die Dune de Pilat ist mit 107 m die höchste Düne Europas. Foto: Hilke Maunder

Ein paar Schritte Anlauf, ein Sprung, und dann rutscht und rollt meine Tochter durch den Sand, steht auf, springt, rutscht und rollt erneut, bis sie schließlich erschöpft am Fuß der Düne angekommen ist – und gleich wieder hinauf steigt, um einen anderen Abstieg testen: Geht es auf der stramm gehaltenen Jacke vielleicht noch rasanter zu Tale?

Oder mit dem Mädchen dort im Plastikbob? Ihr Versuchsgelände ist die Wanderdüne Dune du Pilat, die sich südlich von Arcachon im Hinterland der aquitanischen Atlantikküste 107 Meter empor schwingt – und damit Europas höchster Sandberg ist.

Vom windzerzausten Kamm der 500 Meter breiten Düne schweift der Blick über eine noch sehr ursprünglich wirkende Welt, in der der Mensch nur wenige Seh-Zeichen hinterlassen hat: gen Nordwesten das Becken von Arcachon, der Leuchtturm und die Sandbank von Arguin mit ihrem Wasser, das von klarer Jade bis sattem Ultramarin schillert, gen Osten und Süden die tiefgrünen Pinienwäldern des Forêt des Landes.

Besonders bei Sonnenuntergang ist die Dune du Pilat, mitunter auch Dune du Pyla genannt, ein traumhafter Anblick, den Paraglider aus der Vogelperspektive genießen, in der Thermik immer wieder aufsteigen und weite Schleifen ziehen, denen ich träumerisch nachhänge.

Surfing auf der Dune du Pilat

Doch da meine Tochter schon einen Platz auf einem Surfbrett eines Jungen ergattert und saust schneller als je zuvor über den Sand Richtung Meer. Schnurstracks laufe ich hinterher – im weichen Sand stolpere ich, falle und rolle, den Kindern gleich, genauso begeistert bergab. Drei Kilometer lang säumt die Wanderdüne die Küste.

Mehr 270 Kilometer folgt der breite, feinsandige Strand schnurgerade der Brandung des Atlantik – von der Pointe de Grave an der Mündung der Fôret des Landes über das Département Landes bis nach Bayonne im Baskenland am Fuße der Pyrenäen. Ein Revier der Wellenreiter und Kitesurfer, Campingfreunde und FFKler, von Familien, Kinder und Jugendlichen, nur hier und da unterbrochen von kurzen Flüssen vom Courant d’Huchet, dem „Amazonas der Landes“, der den Atlantik mit dem Étang de Léon verbindet, und  des Winters die Männer nach Aal angeln.

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Marcus X. Schmid, Südwestfrankreich. Michael Müller Verlag, 9. Auflage 2017, www.michael-mueller-verlag.de

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1 Kommentar

  1. Hallo Hilke! Ja, diese herrliche und imposante Düne bereitet den Erwachsenen genauso viel Spaß wie den Kindern. Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie beeindruckt die Leute sind, wenn sie das erste Mal auf der Düne stehen! Wenn dann noch die Sonne scheint und die Sicht gut ist… Um so viele interessante Infos und Fotos wie möglich zu sammeln, habe ich eine spezielle Website erstellt: http://www.dunedupilat.com.

    Übrigens ein interessantes Blog, das ich mir mal genauer ansehen werde.
    Gruß, Detlef

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