Gaillac: Antikes Rebenland

Gaillac mit der Klosterkirche Saint-Michel hoch über dem Tarn. Foto: Hilke Maunder
Gaillac mit der Klosterkirche Saint-Michel hoch über dem Tarn. Foto: Hilke Maunder

Das südliche Tarntal zwischen Albi und Toulouse gehört zu den ältesten Weinbaugebieten Frankreichs. Bereits vor der Ankunft der Römer wurden rund um Gaillac Reben gekeltert. Zeugnis geben davon Töpferfunde aus dem 2. Jahrhundert vor Christus, die bei Montans am linken Tarnufer gefunden wurden.

Vin de Coq aus Gaillac

Gaillac: Die Boutique der Abtei führt zahlreiche Weine der Region, die ihr vor Ort auch verkosten könnt. Foto: Hilke Maunder
Die Boutique der Abtei Saint-Michel von Gaillac führt zahlreiche Weine der Region, die ihr vor Ort auch verkosten könnt. Foto: Hilke Maunder

Als offizieller Beginn des neuzeitlichen Weinbaus gilt die Gründung der Benediktinerabtei Saint-Michel im Jahr 972, die zum Zentrum des Weinbaus avancierte und im Mittelalter den Vin du Coq aus Gaillac bis nach England und in die Niederlande exportiert. Bereits im 13. Jahrhundert legte Raymond VII., Graf von Toulouse, eine Qualitätscharta für Gaillac-Weine fest.

Alte autochthone Rebsorten

Der Len de l'El liefert bukettreiche, eher säurearme Weine. Er wird zumeist trocken ausgebaut oder als Grundwein für Schaumwein verwendet. Foto: Hilke Maunder
Der Len de l’El (französisch: Loin de l’Oeil) liefert bukettreiche, eher säurearme Weine. Er wird zumeist trocken ausgebaut oder als Grundwein für Schaumwein verwendet. Foto: Hilke Maunder

Auf den sanft gewellten Hügeln zwischen den Ufern des Tarn und den Kalkböden bei Cordes-sur-Ciel werden bis heute vorwiegend alte autochthone Rebsorten angebaut. Mauzac, Duras, Braucol und Len de l’El sind nur hin diesen Lagen von Gaillac zu finden. Taubenhäuser und Pinien erheben sich aus dem Grün der Rebfläche. Eine beschauliche Trägheit liegt über dem Land.

Altes Fachwerk prägt das Herz der Bastide Lisle-sur- Tarn. Sie war einst die einzige Bastide des Südwestens mit einem Hafen! Foto: Hilke Maunder
Altes Fachwerk prägt das Herz der Bastide Lisle-sur- Tarn. Sie war einst die einzige Bastide des Südwestens mit einem Hafen! Foto: Hilke Maunder

Verschifft wurden die Weinfässer von den beiden Häfen Lisle-sur-Tarn und Rabastens. Letzterer prägte eine bis heute beliebte Redensart: „Être entre Gaillac et Rabastens“ heißt im Volksmund „betrunken sein“.

Blick über den Tarn auf Rabastens. Foto: Hilke Maunder

Und das kann leicht passieren. Denn nicht nur die Tropfen der Moulin Hirissou, die dort Rot- und Weißweine trocken wie süß herstellt sowie Rosé sind köstlich.

Die Weinboutique der Abtei Saint-Michel birgt eine reiche regionale Auswahl an Rot-, Rosé- und Weißweinen. Foto: Hilke Maunder
Die Weinboutique der Abtei Saint-Michel birgt eine reiche regionale Auswahl an Rot-, Rosé- und Weißweinen. Foto: Hilke Maunder

Viel mehr als Gaillac

Wein spielt im Blog eine große Rolle. Zahlreiche Winzer und Weinbaugebiete habe ich bereits  vorgestellt. Eine Übersicht findet ihr hier.

Métroplan zu Frankreichs Weinen

Metrokarte zu Frankreichs Weinen_credits_Vitisphere

Eine Métro, die durch die verschiedenen französischen Appellationen fährt – genau das hat sich das amerikanische Paar Deborah undSteve de Long ausgedacht. Die in England geborene Designerin und Weinliebhaberin und der amerikanische Architekt haben sich auf Weinkartografie spezialisiert.

Nachdem sie bereits Weinbaukarten für Länder oder Regionen wie Frankreich, Italien, Spanien und Kalifornien entworfen hatten, hat sich das Duo nun eine spielerische Karte ausgedacht, mit der Weinneulinge die wichtigsten Appellationen der französischen Weinbaugebiete lernen können.

Mit der Metro zu den Weinen

Nach dem Prinzip eines Metrofahrplans führt die Karte die wesentlichen Merkmale der Weinbaugebiete auf: den Namen der Region, die AOC-Appellation, die Rebsorten, die nächstliegende Stadt und einige historische Bauwerke.

Manche Appellationen scheinen in Vergessenheit geraten zu sein, wie im Languedoc-Roussillon oder auf Korsika, aber dafür fällt einem auf den ersten Blick die unglaubliche Vielfalt der Weinbaugebiete der Bourgogne auf.

Dieser originelle Linienfahrplan liefert einen schnellen Gesamtüberblick über die französischen Weinbaugebiete. Das Poster ist erhältlich unter www.delongwine.com/metro-france-wine-map.php (© Vitisphere).

Bereits vor vier Jahren erstellte das Paar erstmals eine Rebsorten-Klassifizierungskarte nach dem Modell des Periodensystems der Elemente von Mendelejew, dem Referenzmodell der chemischen Klassen.

Am Feldsaum der Weinberge von Gaillac grünt und blüht es. Im späten Winter entdeckte ich dort diese Schlüsselblumen. Foto: Hilke Maunder
Am Feldsaum der Weinberge von Gaillac grünt und blüht es. Im späten Winter entdeckte ich dort diese Schlüsselblumen. Foto: Hilke Maunder

Hier könnt ihr schlafen*

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Gaillac: Die Fassaden der Rue Portal. Foto: Hilke Maunder
Die Fassaden der Rue Portal von Gaillac. Foto: Hilke Maunder

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Mein Reiseführer-Tipp: Midi-Pyrénées*

Annette Meiser, Midi-Pyrenees_ReiseführerAnnette Meiser, die u.a. die ers­te müll­frei­e Schu­le Deutsch­lands mitbegründete, hat in Midi-Pyrénées ihre Wahlheimat. Dort lebt und arbeitet sie seit vielen Jahren und bietet erdgeschichtliche und kulturhistorische Wanderreisen an.

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