Gaillac: Antikes Rebenland

Die Weinlagen von Gaillac. Foto: CRT Midi-Pyrénées/Dominique Viet
Die Weinlagen von Gaillac. Foto: CRT Midi-Pyrénées/Dominique Viet

Das südliche Tarntal zwischen Albi und Toulouse gehört zu den ältesten Weinbaugebieten Frankreichs. Bereits vor der Ankunft der Römer wurden rund um Gaillac Reben gekeltert. Zeugnis geben davon Töpferfunde aus dem 2. Jahrhundert vor Christus, die bei Montans am linken Tarnufer gefunden wurden.

Die Abtei von Gaillac im Tarntal. Foto: CRT Midi-Pyrénées/Dominique Viet

Vin de Coq aus Gaillac

Als offizieller Beginn des neuzeitlichen Weinbaus gilt die Gründung der Benediktinerabtei Saint-Michel im Jahr 972, die zum Zentrum des Weinbaus avancierte und im Mittelalter den Vin du Coq aus Gaillac bis nach England und in die Niederlande exportiert. Bereits im 13. Jahrhundert legte Raymond VII., Graf von Toulouse, eine Qualitätscharta für Gaillac-Weine fest.

Alte autochthone Rebsorten

Auf den sanft gewellten Hügeln zwischen den Ufern des Tarn und den Kalkböden bei Cordes-sur-Ciel werden bis heute vorwiegend alte autochthone Rebsorten wie Mauzac, Duras, Braucol und Len de l’El angebaut, die nur in diesen Lagen zu finden sind. Taubenhäuser und Pinien erheben sich aus dem Grün der Rebfläche, eine beschauliche Trägheit liegt über dem Land.

Verschifft wurden die Weinfässer von den beiden Häfen Lisle-sur-Tarn und Rabastens. Letzterer prägte eine bis heute beliebte Redensart: „Être entre Gaillac et Rabastens“ heißt im Volksmund „betrunken sein“.

Die Weine von Gaillac. Foto: CRT Midi-Pyrénées/Dominique Viet

Viel mehr als Gaillac

Wein spielt im Blog eine große Rolle. Zahlreiche Winzer und Weinbaugebiete habe ich bereits  vorgestellt. Eine Übersicht findet ihr hier.

Métroplan zu Frankreichs Weinen

Eine Métro, die durch die verschiedenen französischen Appellationen fährt – genau das hat sich das amerikanische Paar Deborah undSteve de Long ausgedacht. Die in England geborene Designerin und Weinliebhaberin und der amerikanische Architekt haben sich auf Weinkartografie spezialisiert.

Nachdem sie bereits Weinbaukarten für Länder oder Regionen wie Frankreich, Italien, Spanien und Kalifornien entworfen hatten, hat sich das Duo nun eine spielerische Karte ausgedacht, mit der Weinneulinge die wichtigsten Appellationen der französischen Weinbaugebiete lernen können.

Mit der Metro zu den Weinen

Nach dem Prinzip eines Metrofahrplans führt die Karte die wesentlichen Merkmale der Weinbaugebiete auf: den Namen der Region, die AOC-Appellation, die Rebsorten, die nächstliegende Stadt und einige historische Bauwerke.

Manche Appellationen scheinen in Vergessenheit geraten zu sein, wie im Languedoc-Roussillon oder auf Korsika, aber dafür fällt einem auf den ersten Blick die unglaubliche Vielfalt der Weinbaugebiete der Bourgogne auf.

Dieser originelle Linienfahrplan liefert einen schnellen Gesamtüberblick über die französischen Weinbaugebiete. Das Poster kostet rund 25 US-Dollar und ist erhältlich unter www.delongwine.com/metro-france-wine-map.php (© Vitisphere).

Bereits vor vier Jahren erstellte das Paar erstmals eine Rebsorten-Klassifizierungskarte nach dem Modell des Periodensystems der Elemente von Mendelejew, dem Referenzmodell der chemischen Klassen.

Château du Cayla. Foto: Foto: CRT Midi-Pyrénées/Dominique Viet

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