Shopping: Typisch Paris

Mit Paris im Namen werben? Nicht einfach… Namens- und Markenrecht liegen fest in den Händen der Stadtverwaltung, die streng darüber wacht, dass keine kommerziellen Unternehmen den Zusatz Paris ohne vorherige Zustimmung werbewirksam einsetzen.

Mode, Kosmetik, Parfüms dürfen den Zusatz führen, ebenso auserwählte kulturelle Institutionen wie die Opéra de Paris oder das Casino de Paris. Umso stolzer war Paris, als es am 13. Mai 2013 als erste Stadt der Welt den Suffix .paris als Top-Level-Domain für sich sichern konnte.

Made in Paris: Die Stadtverwaltung hat als erste des Hexagons ihren eigenen Online-Shop ins Netz gestellt – mit Katalogen, Büchern und Broschüren, die in Kultureinrichtungen wie Le 104 oder im Pavillon de l’Arsenal verkauft werden.

Und auch diese findet ihr dort: Teemischungen von Mariage Frères, Wasserkaraffen mit dem Stempel Eau de Paris, Minieiffeltürme aus Metall, Merchandisingartikeln von Vélib – und Überraschendes wie die chaises Fermob, die berühmten Stühle aus dem Jardin de Luxembourg, und die nostalgischen hölzernen Segelschiffe von Tirot.

Made in Paris: meine Tipps

Pariser Düfte

Wie riecht Paris? Für Collette, die als Erste eine Paris-inspiriert, parfümierten Kerze in ihrem Concept Store verkaufte, nach schwarzen Johannisbeeren, Jasmin, Moschus und Feigen. Bei Ladurée, die 2012 Duftkerzen zu den angesagten Metropolen der Welt auf den Markt brachten, riecht Paris nach getoastetem Brot (pain grillé) und zart-luftigem Plundergebäck.

Das „Week-end à Paris“ von Inès de la Fressange konzentriert den Inhalt einer Handtasche in einer Duftkerze. Marianne Guédin hat in ihrer Kerze „Paris sous la pluie „, hingegen versucht, den Geruch der Stadt nach einem Regen einzufangen – ein wenig so, als ob Pflastersteine in der Sonne aufgeheizt und durch einen Regenguss abgekühlt worden waren.

François Caron ließ sich hingegen von der Pariser Oper für Astier de Villatte zur „bougie Opéra“ inspirieren, die nach Wachs und Honig riecht.

Olivier Polge ließ 2010 für seinen Parfüm Balenciaga de Paris die Frische der Veilchenblätter auf  Blumenakkorde und Holznoten treffe, Yves Saint Laurent wählte für YSL Paris klassisch blumig-pudrige Duftnoten. Sandelholz, Damaszenerrose, Veilchen und Vetiver prägen seine Kreation Parisienne.

Andere Parfümhersteller setzen auf die Zugkraft berühmter Orte beim Verkauf ihrer Düfte. Guerlain hat die Champs-Elysees und die Jardin de Bagatelle als Duft im Sortiment. Chanel setzt auf die 31, rue Charbon, Hermès auf 24, Faubourg. Nicht minder berühmt sind Paris-London von Caron, Paname von Patou und der Soir de Paris, den Bourjois 1928 auf den Markt brachte.

Gallia – Bière de Paris

Jahrzehnte lang wurde das Bier von Paris in der einzigen Brauerei der Stadt in der Rue du Père-Corentin im 14. Arrondissement gebraut. 1968 schloss sie.

Dass die Legende lebt, ist seit 2009 Guillaume Roy und Jacques Ferté zu verdanken, die heute das Bier in der Nähe des normannischen Gisors produzieren. Und seit dem Einstieg von Charles Beigbeder als Investor die Rückkehr nach Paris erwägen…

Bleu de Paris

So heißt eine pudrige Porzellan-Farbe, die Sophie Sennelier als jüngste Chefin des Traditionshauses für Künstlerbedarf verkauft, das sich seit 1887 ganz in der Nähe der Kunstschule am 3, Quai Voltaire (7. Arr., www.magasinsennelier.com) befindet.Champignons de Paris

Im 19. Jahrhundert wurden die Pilze noch tatsächlich auf Pferdemist in den Kellern und verlassenen Kalksteinbrüchen unter dem Hôpital Cochin und dem Boulevard Saint-Jacques im 14. Arrondissement gezüchtet.

Heute kommen die Champignons der Sorte Agaricus bisporus vor allem aus den Tuffsteinhöhen des Loire-Tals. Angel Moioli, einer der der letzte Champignonszüchter im Großraum Paris, kultiviert in Saint-Ouen-l’Aumône im Département Val d’Oise die Champignons.

Le Prince de Paris

Im Pariser Osten hängt der Himmel voller Schinken – zumindest für Yves Le Guel, der jede Woche 450-500 Pariser Prinzen, jeder bis zu acht Kilogramm schwer, nach alten Rezepten herstellt. Zu kosten gibt es sie zum Beispiel bei Flora Mikula in ihrer Auberge Flora oder im Hotel Le Royal Monceau.

Paris beurre

Paris beurre, besser bekannt als Parisien, ist das am häufigsten verzehrte Sandwich in Frankreich. Auf das durchgeschnittene Baguette gehören milde Butter, 1,5 – 2 mm dicker Roh- oder Kochschinken und Cornichons.

Als beste Adresse für den Kult-Snack gilt in Paris Le Petit Vendôme (8,rue de Capucines, 2. Arr.) mit Zebra-Neonlichtern, Smarties-Stühlen, Formica-Uhr und viel 1950er-Jahre Flair.

Paris-Brest

1910 erfand der Pariser Patissier Louis Durand anlässlich des Radrennens Paris-Brest diese Kalorienbombe. Ein wenig in Vergesssenheit geraten, sorgte Philippe Conticini mit seiner Patisserie des Rêves für die Renaissance dieses Tortentraums, die im Fischrestaurant Helen die Königin auf dem Dessertwagen ist.

Parisette

Ein wenig in Vergessenheit geraten war auch ein typisch Pariser Cocktail, der auch Bébé Rosé genannt wurde: Eiskalte Milch wird dazu mit Granatapfelsirup verquirlt und auf Eiswürfteln in einem großen, bauchigen Glas serviert.

Potage parisien

Porree und Kartoffeln kommen in den klassischen Pariser Eintopf, dem Muskat, Pfeffer und Salz Würze verleihen. Antoine-Augustin Parmentier, der – ähnlich wie Friedrich der Große in Preußen – Kartoffeln auf der Speisekarte propagierte, um den Hunger der Bevölkerung zu stillen, ließ den Eintopf pürieren – und kreierte damit den Potage Parmentier.

© Fotos: bei den Herstellern; Online-Shop der Stadtverwaltung: http://boutique.paris.fr/de

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