Molitg-les-Bains: Wiege von Biotherm. Foto: Hilke Maunder
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Wellness am Fluss: Molitg-les-Bains

Ein Hauch von Thomas Mann, ein wenig Zauberberg: In Molitg-les-Bains in den Pyrénées-Orientales scheint die Zeit stillzustehen.

Eine beschauliche Ruhe liegt über dem engen Tal der Castellane. Bonjour! grüßt man sich auf den sandigen Wegen, die dem kleinen Wildbach folgen, blickt von der schmiedeeisernen Brücke in Weiß auf den kleinen Wasserfall.

Molitg-les-Bains: Im Mai blühen die Rosskastanien am Ufer der Canterrane. Foto: Hilke Maunder
Im Mai blühen die Rosskastanien am Ufer der Castellane. Foto: Hilke Maunder

Dort öffnet man im Schatten der Platanen den Vorhang einer Mini-Grotte. Drei Umkleidekabinen verstecken sich im Fels, nur wenige Schritte entfernt von ausgetretenen Steintreppen entfernt. Hinein in den Bach! Erfrischend und belebend, hätte Kneipp gesagt.

Molitg-les-Bains: Die Umkleidekabinen an der Castellane. Foto: Hilke Maunde
Die Umkleidekabinen an der Castellane. Foto: Hilke Maunder

Grandezza & Exotik

Vorbei an exotischen Sträuchern und Bäumen schlängeln sich verschlungene Wege hin zum Grand Hôtel. Auf dessen Spitze flattert die französische Flagge. Und wenig weiter rot-gelb gestreift das Banner der Katalanen am Himmel.

Unvorstellbar, dass dieser riesige Komplex nur 38 Zimmer birgt! Als monumentale Anlage aus Granit und rosa Marmor dominiert er das Tal.

Das Grand Hôtel von Molitg-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Das Grand Hôtel von Molitg-les-Bains. Foto: Hilke Maunder

Die unteren Geschosse nehmen die Thermen und Badeeinrichtungen von Molitg-les-Bains ein. Die oberen Geschosse beherbergen mehrere Restaurants, eine Bar und die geräumigen Zimmer.

In den Hang hinein gebaut wurde auch ein mehrstöckiges Parkhaus, direkt verbunden mit Therme und Hotel.

Türdetail vom Grand Hotel in Molitg-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Völlig vom Efeu erobert: das Grand Hotel von Molitg-les-Bains. Foto: Hilke Maunder

Wunderwasser für ewige Jugend

Vier Quellen, 22° bis 30 °Celsius warm, sprudeln in den Gorges de la Castellane. Bereits im 11. Jahrhundert schwärmte der katalanische Troubadour Dauré von den Vorzügen des Heilwassers.

Er empfahl den jungen Frauen, einmal im Jahr Molitg-les-Bains zu besuchen, um die strahlende Schönheit ihrer jugendlichen Haut zu bewahren.

Molitg-les-Bains: Hier geht es zu den Thermen. Foto: Hilke Maunder
Hier geht es zu den Thermen. Foto: Hilke Maunder

Doch erst im 18. Jahrhundert wurden die medizinischen Qualitäten der Quellen von Thomas Carrère erstmals wissenschaftlich untersucht. Sein Urteil: Sie stehen den Wassern der Zentralpyrenäen nicht nach.

Prompt errichtete der Marquis von Llupia, als Seigneur von Molitg Eigentümer der Quellen, 1785 das erste Thermalbad. Für die Einheimischen von Molitg und Campône war das Badevergnügen kostenlos!

Nach dem Zweiten Weltkrieg ausgebaut und renoviert, wurde Molitg-les-Bains zum Mutterhaus der Kurbadgruppe Thermale du Soleil. Rund 20 Thermal-, Kur- und Wellnesseinrichtungen in Frankreich gehören heute der Vereinigung an.

Molitg-les-Bains: das Tal der Castellane. Foto: Hilke Maunder
Das Tal der Castellane. Foto: Hilke Maunder

Pflegendes Plankton

1952 entdeckte die Bio-Chemikerin Jeannine Marissal  eine neue Heilkraft der Natur in den Thermalquellen von Molitg.  Ihr Plankton lindert Irritationen der Haut und pflegt sie.

35 Nährstoffe, Proteine, Vitamine, Aminosäuren, Kohlenhydrate, Lipide und Spurenelemente unterstützen die Regeneration der Haut.

Molitg-les-Bains: Wasserband im Grün - die Castellane. Foto: Hilke Maunder
Wasserband im Grün – die Castellane. Foto: Hilke Maunder

Mit dem Plankton entwickelte Marissal noch im gleichen Jahr eine Handcreme: Biomains. Sie markiert den Startschuss für eine der ältesten Naturkosmetik-Marken der Welt: Biotherm.

Bis heute ist das Plankton aus Molitg Bestandteil in vielen Produkten. Biotherms Feuchtigkeitspflege Aquasource ist weltweit ein Bestseller. Pro Minute werden seit 1998 drei Tiegel des Frische-Gels verkauft!

Molitg-les-Bains: meine Reisetipps

Kur & Wellness

In den Thermen von Molitg könnt ihr einfach nur entspannen – oder bei Kuraufenthalten Atemwegs-, Haut- und Gelenkprobleme lindern. Ebenfalls zum Angebot gehören Beautyanwendungen.
• Thermes de Molitg:  04 68 05 00 50, www.molitg.com/thermeswww.chainethermale.fr/molitg-les-bains.html

In den Pyrénées-Orientales gibt es insgesamt fünf Thermalorte:
• Le Boulou
• Amélie-les-Bains
• Prats de Mollo-La Preste im Tal des Tech
• Molitg-les-Bains und
• Vernet-les Bains im Tal der Têt

Die ersten vier Thermalorte gehören zur Kette Chaîne Thermale du Soleil. Das fünfte Thermalbad wird privat geführt.

Hinzu kommen drei Spa-Standorte mit Hydrotherapie, Thermalschwimmbecken und spielerischen Thermal-Angeboten:
• Saint-Thomas-les-Bains (1.042 m) im Haut-Conflente habe ich euch hier vorgestellt.
• Llo  (1400 m) und Dorres (.1458 m) in der Cerdagne.

Völlig vom Efeu erobert: das Grand Hotel von Molitg-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Völlig vom Efeu erobert: das Grand Hotel von Molitg-les-Bains. Foto: Hilke Maunder

Erleben & ansehen

Molitg

Oberhalb des Kurbades findet ihr das Dorf Molitg, in dessen Herzen sich die Église Sainte-Marie erhebt. Lauscht einmal dem Glockenspiel! Es spielt El Cant Dels Ocells.

Der Gesang der Vögel ist ein altes Volks- und Weihnachtslied aus Katalonien. Mit ihm beendete der Cellist Pau Casals ab 1939 seines Exils in den Pyrénées-Orientales alle seine Konzerte, auch 1961 bei den Kennedys im Weißen Haus. So wurde es weltbekannt – und zur heimlichen Nationalhymne der Katalanen.

Den kleinen Hunger stillt Le Bon Temps. Im Épicerie-Restaurant findet ihr auch alles für ein Picknick.
• 17, Rambla Pau Casals, Tel. 09 51 93 01 61

Die Schluchten der Castellane gehören zu den Hotspots für Canyoning. Ihr liebt Kunst und Kunsthandwerk? Dann schau mal bei Toutautour vorbei (2, de Cruells), das auch Kreativkurse anbietet. Und im Keramik-Werkstatt-Shop Marie Line Créations, wo ihr ebenfalls das Töpfern lernen könnt.

Mosset

Mosset gehört zu den schönsten Dörfern der Pyrénées-Orientales. Foto: Hilke Maunder
Mosset – ein Bilderbuchdorf in den Pyrénées-Orientales. Foto: Hilke Maunder

Oder folgt dem Lauf der Castellane bergan bis nach Mosset, einem malerischen Dorf mit Feldsteinhäusern rund um einen schmucken Glockenturm und traumhaftem Ausblick über ein weites Tal mit Weiden – und dem Canigou am Horizont.

Mosset im Conflent. Foto: Hilke Maunder
Mosset im Conflent. Foto: Hilke Maunder

Mosset gehört zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Rund die Hälfte aller Häuser sind Zweitwohnsitze – oft in britischer Hand. Die Touristen-Informationen findet ihr im Tour des Parfums, zugleich ein kleines Museum auf den Spuren der Aromen und Düfte, die in Parfüms wandern.

Alljährlich im Juli feiert das Dörfchen die Fête de Lavande. Den Nationalpark der katalanischen Pyrenäen könnt ihr bei Eselwanderungen entdecken!

Den Canigou im Blick: ein Terrassenlokal in Mosset. Foto: Hilke Maunder
Den Canigou im Blick: ein Terrassenlokal in Mosset. Foto: Hilke Maunder

Schlafen & schlemmen

Le Grand Hôtel*

Im traditionsreichen Dreisternehotel blickt ihr aus den teuren Zimmern in das wildromantische Tal der Castellane. Aus den günstigeren Zimmern seht ihr den kleinen Garten des Innenhofs – oder blickt auf den Hang.

Rückseite in leuchtend Rot: das Grand Hotel von Molitg-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Rückseite in leuchtend Rot: das Grand Hôtel von Molitg-les-Bains. Foto: Hilke Maunder

Dreisternechef Michel Guérard komponierte für die gesundheitsbewussten Gäste die frische, aromatische cuisine santé nature, die Küchenchef Paul Chau-Phat seinen Gästen serviert. Hier* könnt ihr euren Aufenthalt buchen.
• 143, Chemin des Bains, 66500 Molitg-les-Bains, Tel. 04 68 05 00 50, www.grandhotelmolitg.com

Der Speisesaal des Grand Hotels von Molitg-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Der Speisesaal des Grand Hôtel von Molitg-les-Bains. Foto: Hilke Maunder

Château de Riell*

19 Zimmer und Suiten und ein hauseigenes Spa mit 1500 Quadratmetern findet ihr im eleganten Viersternehaus der Kette Relais & Châteaux. Es liegt in einem Bergfried mitten in einem 60 Hektar großen, herrschaftlichen Anwesen mit hohen Libanonzedern, Schirmpinien und üppig blühendem Oleander.

Aktive freuen sich über den Außen- und Innenpool und die Tennisplätze, Genießer über das Restaurant du Châtelain in der Wehrmauer, das frische Küche mit südlichen Akzenten serviert. Wer mag, kann morgens auch am Pool frühstücken! Hier* könnt ihr diese Unterkunft buchen.
• 66500 Molitg-les-Bains, Tel. 04 68 05 04 40, www.chateauderiell.com

Noch mehr Betten*

 

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Im Blog

Alle Beiträge aus den Pyrénées-Orientales vereint diese Kategorie.

Im Buch

Ralf Nestmeyer, Languedoc-Roussillon*

Zwischen dem Delta der Camargue und den Gipfeln der Pyrenäen hat Ralf Nestmeyer nahezu jeden Strand gesehen, jede Stadt besucht, jedes Wehrdorf besichtigt – im Languedoc etwas intensiver, im Roussillon fokussiert er auf bekannten Highlights. Inzwischen ist der wohl beste Führer für diese wunderschöne Ecke Frankreichs 2024 in der 10. Auflage erschienen.

Das 588 Seiten dicke Werk ist der beste Begleiter für Individualreisende, die diese Region entdecken möchten und des Französischen nicht mächtig sind. Wer möchte, kann den Band hier* direkt bestellen.

Hilke Maunder, Okzitanien: 50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade*

Okzitanien abseits GeheimtippsOkzitanien ist die Quintessenz des Südens Frankreichs. Es beginnt in den Höhen der Cevennen, endet im Süden am Mittelmeer – und präsentiert sich zwischen Rhône und Adour als eine Region, die selbstbewusst ihre Kultur, Sprache und Küche pflegt.

Katharerburgen erzählen vom Kampf gegen Kirche und Krone, eine gelbe Pflanze vom blauen Wunder, das Okzitanien im Mittelalter reich machte. Acht Welterbestätten birgt die zweitgrößte Region Frankreichs, 40 grands sites – und unzählige Highlights, die abseits liegen. 50 dieser Juwelen enthält dieser Band. Abseits in Okzitanien: Bienvenue im Paradies für Entdecker!  Hier* gibt es euren Begleiter.

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Molitg-les-Bains: Grand Hotel. Foto: Hilke Maunder

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