Wandertipp: die Kaskaden von Mortain

Kaskaden von Mortain. credits_M-Lerouge-–-CDT50
Die Kaskaden von Mortain. Foto: M. Lerouge/CDT50

Nur wenige Kilometer von der Küste entfernt zeigt die Normandie ihr bergiges Gesicht. Westlich von Domfront stürzen die höchsten Wasserfälle Westfrankreichs tosend zu Tal. Aus mehr als 20 Meter Höhe rauschen die Wassermassen über die Felsen.

Überall gluckert und rauscht, spritzt und plätschert es. Bereits im Ort kann man, wenn man die  Ohren spitzt, es  schon tosen hören. Zwei quicklebendige Bäche durchfließen die Montagnes du Mont-Saint-Michel und haben im Laufe der Zeit die Wasserfälle von Cance und Cançon geformt.  Dieses Schauspiel der Bäche solltet ihr euch nicht entgehen lassen – wandert mal dorthin!

Spektakel der Montagnes du Mont-Saint-Michel

In Mortain endet die Normannische Schweiz. Ein letztes Mal türmen sich ihre Felsen auf, bevor die Küstenebene an der Baie du Mont Saint-Michel beginnt.

Die Wanderung zu den höchsten Wasserfällen Westfrankreichs beginnt in Mortain-Bocage an der Zisterzienserabtei L’Abbaye Blanche (12. Jahrhundert) an der D 977.

Die große Kaskade

Von dort aus kommt ihr auf einem Treppenweg mit Natursteinstufen rasch zur Grande Cascade. Umstanden von alten Bäumen, bannen sich hier die Wassermassen der Cance den Weg über dunkle Felsen und fallen 25 Meter krachend in die Tiefe. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Cance dort tief in den Armorikanischen Sandstein gegraben. Am Wasserfall entlang könnt ihr einem Weg folgen und ihn dort auf ganzer Länge vom Scheitel bis zum Fuß verfolgen.

Die kleine Kaskade

Ein schmaler Pfad führt weiter zur Petite Cascade, wo der Cançon, ein Nebenfluss der Cance, eindrucksvolle Felsformationen aus dem Relief gemeißelt hat.

Der Cançon, der den Wasserfall durchfließt, wird auch der goldene Fluss genannt: Bei starken Regenfällen transportiert er tonhaltige Sedimente, die ihm diese besondere Farbe verleihen.

Er besteht aus einer Reihe von kleinen Wasserfällen und schlängelt sich durch einen engen Canyon, bevor er weiter unten den Rocher de l’Aiguille erreicht. In diesem Kletterfels am rechten Ufer soll man das Herz eines unglücklichen jungen Mannes schlagen hören sollen. Ein wahrhaft bukolischer Picknickplatz!

Malerisch!

Die dramatische Landschaft hat auch die Maler begeistert. Mit Akribie bannte Cherubino Pata die Wassermassen im Grün auf die Leinwand. Sein Werk Cascade dite de Mortain bewahrt der Fundus des Musée d’art et d’histoire von Granville. Am schönsten könnt ihr die beiden Wasserfälle früh am Morgen oder spät am Nachmittag genießen. Dann seid ihr ungestört! Oder vielleicht nicht ganz.

Legendäre Gobelins

Denn, so erzählt der Volksmund, direkt neben  Wasserfälle leben les goblins. Das sind kleine, oft sehr hässliche Wesen mit großen, spitzen Ohren, die sich vor langer Zeit in der Normandie niedergelassen haben. Sie waren schon immer da und sind oft zusammen mit dem Teufel oder den Feen Teil der Legenden, die Mortainais beleben.

Die Kaskaden von Mortain: meine Infos

Die Fälle

Die Wasserfälle sind ganzjährig kostenlos geöffnet, im Sommer bietet das Office de Tourisme von Mortain geführte Wanderungen an. Da die  Fälle nur über Naturtreppen zu erreichen sind, ist die Wanderung für Menschen mit Handicap oder Familien mit Kinderwagen nicht geeignet.

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