Perpignan: katalanische Lebenslust

Perpignan schmückt seine Gassen mit dem katalanischen Banner Sang et Or, Blut und Gold. Foto: Hilke Maunder
Perpignan schmückt seine Gassen mit dem katalanischen Banner Sang et Or, Blut und Gold. Foto: Hilke Maunder

Rot-Gelb wehen allerorten die Fahnen; Perpinyá la catalana steht stolz auf dem Ortsschild. Auch 460 Jahren nach dem Anschluss an Frankreich setzt Perpignan alles auf die katalanische Karte.

Jeder zweite spricht hier im Alltag nicht Französisch, lebt und feiert wie die spanischen Nachbarn. Abends trifft sich alt und jung auf der Place de la Loge und tanzt die Sardana, den alten Reigen der Katalanen.

Im Rhythmus der Sardana

Zu eigenwilligen Tönen und ungewöhnlichen Rhythmen bewegen sie ihre Füße in immer wiederkehrenden Schritten auf der Stelle. Dann heben sie plötzlich die Arme hoch und bilden eine Krone über den Kreis der Tanzenden. So unerwartet, wie das Spektakel begonnen hat, endet es auch.

Nostalgie voller Flair gegenüber der Loge de la Mer. Foto: Hilke Maunder

Die Menschen zerstreuen sich, verlieren sich im Gewirr der hohen, sanft erleuchteten Gassen. In den Bodegas fließt Vino Tinto, roter Wein, gekeltert aus der einheimischen Grenache Noir, vollmundig und und mindestens 14,5 Umdrehungen stark.

Perpignan: Auf der Place de la République ist fast täglich Marktzeit. Foto: Hilke Maunder

Rosquilles & Bunyettes

In den Restaurants begleitet schwarzer Reis, arroz negro, die Meeresfrüchteplatte und den Fisch. Bars reichen Tapas zum Bier. In den Bäckereien duftet es nach Anis, Orange und Mandel.

In der Engelsstraße, der Rue de l’Ange 9, fertigt Vincent Boulin die besten Rouscilles der Stadt, weicher, auf der Zunge zergehende runde Keks, der mit einer dicken weißen Glasur überzogen ist.

Bougnettes sind typisch katalanische Kuchen. Foto: Hilke Maunder

Zu Ostern frittieren die Pâtissiers hauchdünne, knusprige Krapfen. „Bunyettes“ nennen sie die Katalanen aus dem Roussillon, dem Conflent und den Aspres, wo diese Krapfen heimisch sind, „bougnettes“ die Franzosen.

Paradeblicke auf Perpignan

Perfekt mobil – mit einem Leihrad der Parkgarage. Foto: Hilke Maunder

Fast die gesamte Altstadt von Perpignan ist heute eine Fußgängerzone, umschlossen von einem Boulevardring mit unterirdischen Parkgaragen. Tipp: Wer im Parkhaus Catalogne sein Fahrzeug abstellt, erhält kostenlos ein Leihfahrrad. Und parkt am Geburtstag gratis!

Treffpunkt der Stadt und Start sämtlicher Stadtführungen ist das einzige Stück der alten Stadtmauer: Le Castillet, ein wuchtiger Ziegelbau mit katalanischem Heimatmuseum im Innern und Aussichtsplattform auf dem Dach.

Perpignan: der Ausblick von Le Castillet zum Königspalast. Foto: Hilke Maunder

❤  Die kostenlose Alternative ist weniger bekannt: die Terrasse im 4. Stock der Galeries Lafayette mit ihren Tischen, Stühlen, Liegestühlen und Café-Bar-Tresen am Eingang. Von hier genießt ihr das gleiche Panorama – und blickt sogar noch auf das Castillet!

Gen Osten funkeln die schneebedeckten Bergspitzen der Pyrenäen, gen Westen glitzert das blaue Band des Mittelmeeres, gen Süden erhebt sich der Palau del Reis de Mallorca aus den Ziegeldächern der Altstadt.

… und zur Kathedrale und St-Jean-le-Vieux. Foto: Hilke Maunder

Royaler Backstein

Im 11. Jahrhundert hatten seit der Karolingerzeit autonomen Grafen von Roussillon ihre Residenz nach Perpignan verlegt. Nach dem Tod des letzten Grafen erbte der König von Aragon 1172 das Gebiet, danach sein Sohn, der König von Mallorca. Bis 1344 blieb Perpignan die Hauptstadt des Königreichs von Mallorca.

Brunnenvorplatz der Kathedrale: die Place Leon Gambetta. Foto: Hilke Maunder

Für ihren geistigen Beistand und weltlichen Schutz errichteten die mallorquinischen Herrscher zwei Bauwerke, die heute zu Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt gehören: eine Kathedrale und einen Königspalast  als wuchtige Zeugnisse der Macht.

Die Kathedrale. Foto: Hilke Maunder

Sant Joan Baptista (St-Jean-Baptiste) ist ein düsteres Gotteshaus mit winzigen Fenstern im einzigen, 48 m langen Schiff. Gold prunkt auf den Altären der Kapellen. Eine kleine Holztür öffnet sich zum Campo Santo.

Perpignan: Campo Santo. Foto: Hilke Maunder

Im Sommer wandelt sich das riesige Gräberfeld bei Campo Live zur Bühne von Weltstars. Die kleine Friedhofskapelle hat sich zum kleinen, feinen Aussstellungsraum gewandelt.

Perpignan: die Friedhofskapelle La Funeraria. Foto: Hilke Maunder

Zwischen dem kunstvoll gestalteten Ziegeldach der Kathedrale ragt schüchtern der Kirchturm Saint-Jean-le-Vieux auf. Die Strebepfeiler der Kathedrale umklammern das älteste Gotteshaus der Stadt. Den Übergang zwischen beiden Sakralbauten nutzt ein Lokal als Caféterrasse…

Saint-Jean-le-Vieux. Foto: Hilke Maunder

Und den kantigen Königspalast Palau del Reis de Mallorca (Palais des Rois de Majorque) auf dem Hügel Puig del Rey. Seine Maße sind gewaltig, sein Innerstes ist nahezu leer. Im Cour d’Honneur lässt sich die Pracht von einst noch heute erahnen.

Der Palast der Könige von Mallorca überragt die alte Hauptstadt. Foto: Hilke Maunder

Alljährlich Anfang Oktober werden dort die nouveaux catalalans, die neuen Mitbürger, mit Tanz und Musik begrüsst. Zur Weihnachtszeit ist der Palast Bühne für ein pessebre vivant. Bei der „Lebenden Krippe“ der Katalane hat der Teufel eine Paraderolle!

Erst nach dem Pyrenäenfrieden erhielt die gotische Residenz ihre sternzackige Festung von den neuen Herrschern, den Franzosen. Kirche und Königspalast vereint eine Besonderheit des Mauerwerks: Nicht nur große Steinquader, sondern auch Kiesel und Ziegel schmücken die Fassade.

Perpignan: das Zentrum der Welt

Perpignan: das Zentrum der Welt… Foto: Hilke Maunder

Unter den Künstlern, die Perpignan besuchten, fühlte sich ein Katalane besonders wohl: Salvador Dalí. 1963 stand der Meister des Surrealismus in der Bahnhofshalle von Perpignan, stieß mit seinem Stock einige Male auf den Boden und rief zu einer theatralischen Geste mit der Hand aus: „C’est le centre du monde!“ – Hier liegt das Zentrum der Welt.

Der Bahnhof von Perpignan. Foto: Hilke Maunder

Inspiriert von seiner ekstatischen Vision, schuf er 1965 sein Monumentalgemälde „La Gare de Perpignan“. Leider ist die farbenfrohe Ausschmückung im Zuge der Bahnhofserweiterung für die TGV High-Speed-Linie nach Barcelona und Bau des 2013 eingeweihten Einkaufs- und Bürokomplexes El Centre del Món verloren gegangen.

Perpignan: El Centro del Mon. Foto: Hilke Maunder

Bahnhof der Künstler

Der Bahnhof von Perpignan spielte eine Schlüsselrolle in Dalís Leben. Über die grenznahe Eisenbahnstation waren bedeutende Künstler und Literaten wie René Magritte, Man Ray, Marcel Duchamp, die Filmemacher Luis Buñuel
und Walt Disney und die Dichter André Breton und Federico Garcia Lorca zu ihm nach Cadaquès und Port Lligat gereist.

Und  1929 auch Paul Éluard in Begleitung seiner Frau – Gala. Sie blieb in Cadaquès, wurde seine Muse und spätere Ehefrau. Das autobiographisch motivierte und ikonographisch vieldeutige Traumbild des Bahnhofs von Perpignan hängt seitdem in Köln.

Die Bahnhofshalle von Perpignan vor ihrer Sanierung. Foto: Hilke Maunder

Der Bahnhof indes erinnerte bis zur Sanierung und Bau des Centro del Mon mit Fotos, Zitaten und farbenfroher Deckenbemalung an Dalís kosmogonische Ekstase, bei der der Maler „eine genaue Vision der Entstehung des Universums“ gehabt hatte.

Maillols Muse

„La Méditerranée“ von Maillol. Foto: Hilke Maunder

Ein Künstler aus Banyuls schuf für den Innenhof der Casa Consolar (14. Jh.), das heute als Rathaus dient, ein Frauenskulptur aus Bronze, zu der besonders zu Ostern und am 1. Mai die Einheimischen pilgern und Blumenschmuck ablegen: Maillol. „La Méditerranée“ nannte er seine Hommage ans Mittelmeer.

In Rot und Gelb geschmückt präsentiert sich „La Méditerranée“ zu Saint-Jordi. Der Heilige Georg ist der Schutzpatron Kataloniens. Zugleich ist dieses Fest den Internationale Tag des Buches.

„La Méditerranée“ von Maillol wird zu San Jordi in den katalanischen Nationalfarben geschmückt. Foto: Hilke Maunder

Am Tag des Frühlingsbeginns verbindet es mit der Legende, in der der Heilige Georg den Drachen tötet, den Sieg des Wissens und der Erkenntnis über die Dunkelheit.

„An diesem Tag musst Du ein Buch und eine Rose verschenken“, erklärt mir meine Nachbarin, die ihr Haus mit ebenfalls roten und gelben Blumen geschmückt hat.

Als einer der höchsten Feiertage im Norden und Süden Kataloniens – im französischen Pays Catalan wie in Nordspanien, gehört Saint-Jordi heute zum immateriellen Welterbe. Perpignan feiert den Tag mit dem Reigentanz Sardana und riesigen Buchmärkten unter freiem Himmel.

❤ Bevor ihr das Rathaus verlasst: Werft auch mal einen Blick in den Hochzeitssaal linkerhand vor dem Innenhof. Das Trauzimmer des Standesamt birgt ein opulentes Dekor im katalanischen Stil!

Die Toiles du Soleil der Katalanen – auch im Standesamt von Perpignan. Foto: Hilke Maunder

Jeudi de Perpignan

Im Sommer verwandelt sich die gesamte Innenstadt von 18 Uhr bis Mitternacht in eine riesige Freiluftbühne. Blechbläserbands ziehen spielend durch die Straßen. Straßenakrobaten zeigen ihr Kunststücke, unterhalten Passanten und lassen sie staunen. Drahtseiltänze, Feuerschlucken, Zaubereien und Verrenkungen – keine Grenzen scheinen Töne und Körper, Kostüm und Kreativität zu kennen.

Bei den Jeudi de Perpignan ziehen Musikbands durch die Straßen der Innenstadt. Foto: Hilke Maunder

Auf vielen Plätzen und im Park der Allée de Maillol sind Bühnen aufgestellt. Samba und Salsa, Fado und französische Chansons, Kammermusik, Klarinette und Klavier.

Dann tritt ein Gitarrenduo auf, eine Ska-Band, eine Gruppe aus der südlichen Nachbarregion Catalunya. Kleine Kinder hocken auf den Schultern der Eltern, reißen sich los, hin zu Clown, weinen und werden getröstet und zurückgebracht  von anderen Franzosen, die sie aus dem Augenwinkel beobachtet haben.

Jeudi de Perpignan: Rund ums Castillet sind gleich mehrere Bühnen aufgebaut. Foto: Hilke Maunder

Später am Abend werden die Lichter angeschaltet, Brunnen illuminiert, Gebäude geschickt mit Strahlern in Szene gesetzt. Die Stadt speist in den vielen Terrassenlokalen, die Musik vermengt sich mit dem Klappern des Bestecks. Dann holt ein Jongleur seine Utensilien hervor und ist sofort von einer Menschenmenge umringt, die seine Fingerfertigkeit bestaunt.

Clownerie und Akrobatik – auch das geht mit Musik. Foto: Hilke Maunder

Im November huldigt Perpignan Saint-Éloi. Er ist der Schutzpatron der Granatschmuckjuweliere – auch dieses Handwerk hat eine lange Tradition in Perpignan.

Der Weihnachtsmarkt von Perpignan am Quai Vauban. Foto: Hilke Maunder

Und dann werden auch schon die Hütten für den Weihnachtsmarkt aufgebaut, der bis weit in den Januar hinein auf dem Platz vor dem Castillet und am Quai Vauban mit Austern und Brezeln, Glühwein und Muskat, Messerkunst, Lederhandwerk, Holzarbeiten und anderem regionalen Kunsthandwerk lockt.

Perpignan: „Bones“ heißt auf Katalan „gut“ bzw. „schön“. Foto: Hilke Maunder

Halles Vauban – die trendige Markthalle

Ebenfalls am Quai Vauban befand sich einst eine alte, ungeliebte Durchgangspassage mit schlecht laufenden bzw. leerstehenden Geschäften  Sie verwandelte sich am 2. November 2017 in eine Markthalle – die Halles Vauban mit 27 Händlern auf 2400 Quadratmetern.

Hinter dem Projekt steckt Jean-Pierre Joffre. Hatte  er zunächst mit 100.000 Besuchern in den ersten beiden Monaten gerechnet, kamen tatsächlich 200.000. Denn das Konzept füllt eine Lücke.

In den Halles Vauban laden zahlreiche Stände zum kleinen Imbiss. Foto: Hilke Mauner

Einen Steinwurf von der historischen Innenstadt entfernt, in der die Geschäfte ums Überleben kämpfen, entstand hier ein Komplex, der Nahversorgung und Lifestyle, Alltag und Luxus sehr stylisch vereint.

Auch Champagner-Gold-Confit könnt ihr in der Markthalle erwerben. Foto: Hilke Maunder

Gemüse und Obst aus den Pyrénées-Orientales hier, Champagner-Confit mit Blattgold dort. Die Bar, halb drinnen, halb draußen, ist im Sommer der Treffpunkt der In -People von Perpignan.

Das ganze Jahr hindurch ein Treffpunkt: Perpignan: Les Halles Vauban – die Markthalle von Perpignan. Foto: Hilke Maunder

Nur wenige Tage zuvor hatte ganz in der Nähe eine zweite neue Genussadresse eröffnet: das Carré Arago mit seinen acht Bio-Händlern. Dienstag bis Sonntag von 8.30 – 13.30 Uhr sind sie die Adresse für Käse, Wurst, Fleisch, Obst, Gemüse und Wein aus Öko-Anbau und zertifiziert umweltgerechter Verarbeitung.

Langsame Gentrifizierung

Er kennt sich aus mit Fleisch aus aller Welt… Foto: Hilke Maunder

Beide Markthallen sind erste Boten der Gentrifizierung, die nach Jahren der innerstädtischen Verslumung jetzt auch in Perpignan langsam beginnt. Die einst ärmste Stadt Frankreichs beginnt wieder zu blühen. Und erlebt im Gewirr seiner Gassen nach Jahren der Schließungen auch wieder Neueröffnungen von Geschäften.

Dazu gehört die auch die Boucherie Urbaine, die Stéphane Balluet in den ehemaligen Stallungen der Casa Julia Ende November 2019 eröffnet hat. Und damit jener Mann, der in nächster Nähe Le Divil (9 rue Fabriqués-d’en-Nabot) zu einem der besten Fleischrestaurants Frankreichs gemacht ha

Wird in Deutschland nicht verkauft: Kobe-Rind. Foto: Hilke Maunder

Aufbruch bei Cafés und Boutiquen

An der Place de Catalogne befindet sich das geschichtsträchtige Kaufhaus „Dames de France“ (1989). Die fnac ist gegangen, umgezogen in die Galerie Lafayette. Gekommen ist Dalí. Seit Sommer 2017 hockt der exzentrische katalanische Künstler dort auf einem monumentalen Stuhl. Die knallrote Skulptur ist zwar ein Hingucker, aber nicht so ganz nach meinem Geschmack…

Mal poppig, mal stylisch, mal edel, mal trashig, machen die Geschäfte in den Gassen und Plätzen der Innenstadt von Perpignan auf sich aufmerksam. Foto: Hilke Maunder

Wenn hier von dort auf dem  Boulevard Georges Clemenceau Richtung Castillet lauft, kommt ihr am Concept Store Henriette (Nr. 49) vorbei. Und an Coworking Coffee  (Nr. 40), einem der ersten Coworking-Cafés von Perpignan!

Auf der großen Place de la République wurde erst vor wenigen Jahren der Verkehr in einen Tiefgarage verbannt. Seitdem bevölkern ihn Terrassencafés, Marktstände, ein nostalgischen Karussell und spielende Kinder.

Bodenfontainen kühlen im Sommer die Place de la République – sehr zur Freude der Kinder, die darin umher springen. Foto: Hilke Maunder

An heißenTagen springen sie voller Freude zwischen den Fontänen umher, die aus dem neuen Wasserspiel am Boden empor schießen, mal höher, mal flacher. Kult nicht nur bei der alternativen Szene ist das Républic Café.

Im Republic Café wird gerne spontan musiziert. Foto: Hilke Maunder

Der Magreb von Perpignan

Nur wenige Schritte vom Platz der Republik erinnert die Carrer Paratilla mit ihren Marktständen, überbordenden Auslagen der Läden und zahlreichen Bars an eine orientalische Marktgasse.

Pralles Markttreiben und kleine Lokale: In der Carrer Paradilla vibriert mediterrane Lebenslust. Aber nur bis zum frühen Nachmittag. Foto: Hilke Maunder

Tiefer ins Maghreb von Perpignan gelang ihr, wenn ihr weiterlauft zur Place Joseph Cassanyes. Täglich ab 7.30 Uhr versetzt euch dort ein Wochenmarkt sofort nach Marokko, Tunesien oder Algerien.

Fast nur von Männern besucht: das Café Tanger. Foto: Hilke Maunder

Im Café Tanger schauen die Männer dem Treiben zu. In der Boucherie El Maghreb ist das Fleisch nicht nur halal, sondern nach Ansicht der Einheimischen das beste der Stadt.

An der Place Cassanyes. Foto: Hilke Maunder

Der Platz und die umliegenden Gassen sind fest in der Hand der Migranten aus Arabien, Afrika und dem Nahen Osten. Sie bewohnen unsanierte Altstadthäuser voller Patina.

Sie hängen die Wäsche vor die Fassaden, lassen den Lärm von drinnen auf die Straße hinaus. Dort  vermischt er mit dem Duft der Kebab-Buden, dem Fett der Hähnchenbratereien, dem Schreien der Markthändler, den verschleierten Blicken der Frauen.

Straße der Nachtschwärmer

Das Theater von Perpignan entwarf Frankreichs Stararchitekt Jean Nouvel. Foto: Hilke Maunder

Zur Ausgehmeile der Nachtschwärmer hat sich die Avenue Maréchal Leclerc entwickelt neben dem markanten Ei des Théâtre de l’Archipel. 2011 am Ufer der Têt als Landesbühne für Schauspiel eröffnet, dient es längst auch als Konzertbühne.

Überall in den Gassen von Perpignan verstecken sehr charmante wie individuelle Lokale. Foto: Hilke Maunder

Gegenüber folgen Tapas-Bars wie Le Ben Aquì auf das Irish Pub O’Flaherty’s oder Cocktailbars im Asienstil. Dazwischen findet ihr Lokale mit katalanischer oder mediterraner Küche. Beliebte Treffs der Einheimischen findet ihr auch in der nahen Rue Pierre Rameil.

In dieser Straße versteckt sich mit Lazare auch eine trendige Adresse für „Haute Coiffure“: der Barbier Lazare, zugleich eine kleine Galerie-Boutique mit dem Namen Salon & Dépendances.

Einer der trendigen neuen Barbier-Friseure von Perpignan. Foto: Hilke Maunder

Legendäre Betten

Edith Piaf, Orson Welles, Salvatore Dali und Antoine de Saint-Exupéry haben im Hôtel de France am Quai Sadi Carnot logiert. Jean-Louis Ceilles empfängt Gäste aufs Herzlichste in seinem Gehöft Mas Boluix (18. Jh.) inmitten von Weingärten, die den Chemin du Pou de les Colobres säumen.

Ich habe ganz in der Nähe von Perpignan – nur 38 km entfernt im Agly-Tal – meine Wahlheimat gefunden. Und wer mag, darf dort in meinem Gîte gerne auch einmal ein paar Tage oder Wochen verbringen und Frankreichs katalanischen Winkel entdecken. Alle Infos dazu findet ihr hier.

Perpignan: meine Reisetipps

Schlemmen

Le Divil

Wer Fleisch liebt, ist in dem kleinen, gemütlichen Restaurant mit Naturstein und alten Deckenbalken gut aufhoben. In der einstigen Weberei beim Castillet sucht ihr euch Rindfleischstücke, Rippensteak, Filet vor Ort am Tresen aus. Nach dem Wiege wird es über offenem Feuer gegrillt mit hausgemachten Chips serviert. Nichts für euch? Dann guckt in die Speisekarte und wählt zwischen den saisonal wechselnden Traditionsgerichten!
• 9, rue Fabriques d’en Nabot, Tel. 04 68 34 57 73, www.restaurant-le-divil-66.com

Le Figuier

Im Zentrum von Perpignan, nicht weit von der Kathedrale entfernt, findet ihr dieses kleine Restaurant mit katalanischer Küche und Weinen aus der Region setzt.
• 7, rue du Figuier | Tel. 04 68 63 14 82, www.facebook.com/restaurant.perpignan.le.figuier

La Galinette

Was Christophe Comes in der Küche verarbeitet, hat er meistens selbst gezogen – selbst zahlreiche, in Vergessenheit geratene Gemüsesorten. Mehr als 50 Tomatensorten, aber auch Auberginen, Zucchini, große und kleine Kürbisse, Fenchel, Gewürze und vielerlei Kräuter wachsen in seinem „potager“.  Seinen Küchengarten pflegt der seit 2007 michelinbesternte Koch mit der gleichen Leidenschaft, wie er in Perpignan erfindungsreich mediterrane Hochgenüsse serviert.
• 23, rue Jean Payra, Tel. 04 68 35 00 90, www.restaurant-galinette.com

❤  La Guinguette du Jean

Wer hätte so ein schönes Restaurant mit Terrasse im Innenhof im Bahnhofsviertel vermutet?
• 1, Rue de la Tonnellerie, Tel. 04 68 88 27 52, www.facebook.com

Draußen wie drinnen gemütlich: die Guinguette de Jean im Bahnhofsviertel. Foto: Hilke Maunder

Le Malassis

Gleich neben den Terrassenlokalen der Place d’Arago findet ihr dieses authentisch Bistro, das mittags täglich ein plat du jour serviert, das in der Region verwurzelt ist.
• 10, Rue Alsace Lorraine, Tel. 04 68 35 50 92www.facebook.com

La Rencontre

Nach Lehrjahren bei den besten Küchenchefs des Südwestens hat der junge Koch Guillem Monier mitten im Herzen von Perpignan hinter alten Backsteinmauern sein erstes Restaurant eröffnet – und sich gleich in die Herzen der Einheimischen gekocht.

Ihr Favorit auf der kleinen, feinen Karte ist das „L’Agneau Catalan“, ein in Thymian gegrilltes Lamm, das mit einem Ragout regionaler Gemüse und Quinoa serviert wird.
• 16, rue des Cardeurs, 66000 Perpignan, Tel. 04 68 34 42 73, www.restaurant-larencontre.fr

❤ Le Sud

Ein Innenhof, geschützt und gemütlich, mit hellblauen Stühlen, weißen Wänden, mediterranen Pflanzen, sanftes Licht und mediterraner Küche: Mitten in der Stadt seid ihr sofort in Urlaubslaune im Süden. Und wenn es für Freiluft zu kühl wird, gibt es drinnen gemütliche Tische und einen Bartresen.
• 12, Rue Louis Bausil, 66000 Perpignan, Tel.  04 68 34 55 71, http://restaurantlesud.fr

La Maison Rouge

Der Name ist Programm: Die Fassade ist ochsenblutrot, das Bar-Restaurant sehr angesagt. Reservieren solltet ihr – besonders im Sommer, wenn ihr draußen sitzen möchtet. Die Küche ist kreativ, modern, passend zum Zeitgeist sehr übersichtlich und doch sehr genussreich. Beeindruckend: die Getränkekarte.
• 41, Rue François Rabelais, 66000 Perpignan, Tel.  04 68 73 72 09, www.la-maisonrouge.fr

Ausgehen & erleben

Théâtre de l’Archipel

Für sein neues Theater verschuldete sich Perpignan hoch, nahm Jean Nouvel als Architekten. Und zeigt ein Programm, das oft mutig ist. Und auch Konzerte beeinhaltet.
• Avenue Général Leclerc, 66003 Perpignan, Tel. 04 68 62 62 00, www.theatredelarchipel.org

Perpignan: ein Ei als Bühne – das Theater von Jean Nouvel. Foto: Hilke Maunder

El Médiator

Live-Musik von Chanson über Hip-Hop bis Elektro und Funk erlebt ihr auf der jungen Bühne des Théâtre de l’Archipel.
• Avenue Maréchal Leclerc, 66000 Perpignan, Tel. 04 68 51 64 40http://elmediator.org

La Casa musicale

Workshops, Unterricht, Konzerte und Festivals: Hier erlebt ihr Musik, oft in Verbindung mit Tanz, in ihrer ganzen Vielfalt der Ausdrucksformen!
• Rue Jean Vielledent, 66000 Perpignan, Tel. 04 68 62 17 22www.casamusicale.net

Théâtre de l’Étang

Beliebte Bühne in einem verkehrstechnisch gut angeschlossenen Vorort von Perpignan; Operetten und Opéra Bouffe sind Schwerpunkt der Aufführungen.
6, Allée des Arts & Lettres, 66240 Saint-Estève, Tel. 04 68 38 34 95www.theatre-de-letang.fr

 La Boîte à Rire

Perpignans Café-Théâtre setzt auch leichte Unterhaltung und Comedy.
113, Avenue du Palais des Exposition, Tel. 06 60 27 40 36, www.laboitearire.net

Institut Jean Vigo

Die Adresse für alle, die Kino lieben – das Zentrum für Filmgeschichte und -forschung veranstaltet Festivals, präsentiert Ausstellungen und zeigt im Kino cineastische Meisterwerke und Kleinode.
•Cinémathèque euro-régionale, Arsenal, 1 rue Jean Vielledent, Tel. 04 68 34 09 39, www.inst-jeanvigo.eu

Jet Set • bar à vin

Familiär-gemütliche Weinbar in einer Seitengasse der Place de la République.
• 4, Rue Général de Labedoyere, Tel. 06 64 62 62 77, www.facebook.com/lejetset66

2018 als bestes Bier der Welt ausgezeichnet: Cap d’Ona aus den Pyrénées-Orientales – im Ausschaunk bei Vinochope! Foto: Hilke Maunder

Vinochope

Ausgehen im Gewerbegebiet – dieser Trend ist auch in Perpignan angekommen. Vinochope ist Boutique, Bar und Bühne zugleich. Den sehr gut mit lokalen Bieren und Weinen sortierten Getränkehandel ergänzt eine Szene-Bar, auf deren Bühne regelmäßig Live-Konzerte stattfinden. Die Wände zieren Ausstellungen lokaler Künstler.
• 26, Rue Mathieu de Dombasle, 66000 Perpignan, Tel. 04 68 89 91 43, www.vinochope.fr

Festivals

Confrontation

Film-Festival, Ende März/Anfang April, www.destinationsuddefrance.com

Harmonie

Perpignans Festival der geistlichen Musik; www.mairie-perpignan.fr

TILT

Das Festival der Electro-Musik, ein Wochenende Ende Mai; www.tilt-festival.org

Für Visa pour l’image lohnt es sich, anzustehen. Foto: Hilke Maunder

Visa pour l’image

Das Festival des Fotojournalismus –  eine Mega-Bilderschau von Profis und Amateuren, alljährlich in den ersten beiden Septemberwochen! www.visapourlimage.com

Shopping

Plaça Nova

Galerie-Boutique mit Arbeiten von rund einem Dutzend örtlicher Künstler, Events und Kulturveranstaltungen, die auf der Facebook-Seite vorgestellt werden.
• 35 bis, rue des Augustins/Ecke rue de la Cloche d’Or, Tel. 06 27 83 95 51, Di. – Sa. 10.00 – 19.00 Uhr, www.facebook.com/placanova66

ATYPICK

Schöner Schmuck von Pat d’Argent, schicke Seidenschals von Cute Fashionista, ausgefallene Seifen von Craig Eady… bei Atypick gibt es Design und Kunsthandwerk 100% Pyrénées-Orientales!
• 8, Rue du Théâtre, Tel. 06 73 19 94 30www.facebook.com/atypickboutique

Au coin des arts

Zwischen der Kathedrale und dem Campo Samto findet ihr diese kleine Eckgalerie, die danke Christine Bezombes ausgezeichnete Kontakte in die lokale Kunstszene hat.
• 16, rue de l’Horloge, Tel. 06 17 36 29 05, www.catalogne-decouverte.org

Luana Art du Papier

Luana zerschneidet in Zeitschriften die Anzeigen in lange Kegel, rollt sie um einen Stab auf und verklebt diese bunten Rollen zu erstaunlichen Kunstwerken. Schalen, Tischsets, Leuchten und Skulpturen – ihre Fantasie und Kreativität scheint keine Grenzen zu kennen!
• 22, rue des Augustins, Tel. 06 37 75 03 16

Guillaume Pruja

Handwerklich, authentisch, verführerisch lecker: Guillaume Pruja bäckt die Traditionskekse des Roussillon.
• 6, rue Fontfroide, Tel. 04 68 51 21 00, mobil 06 13 38 00 96

Schlafen

My Perpignan

Carl ist Australier, hat ein Altstadthaus gekauft und es top saniert. Seine Studios sind top ausgestattete, genial konzipierte Kleinode mit Lärmschutzfenstern mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis. Wer hier wie ich gerne übernachtet, sollte wissen, dass in der Altstadt vorwiegend Migranten aus dem Maghreb sowie Sinti und Roma leben. Parken könnt ihr auf öffentlichen Stellplätzen beim Arsenal für sehr wenig Geld – zwei Euro der Tag (2017).
• 9, rue des Amandiers, Tel. 04 68 35 04 96, www.myperpignan.com

Der Garten der Villa Duflot. Foto: Hilke Maunder

Villa Duflot*

Traumhaft: Die wunderschöne, in mediterranem Stil erbaute Villa liegt in einer grünen Oase, hat 24 reizend möblierte, große Zimmer, luxuriöse Bäder und einen Pool. Das Restaurant ist bekannt für feine Küche, der Weinkeller für ausgesucht Tropfen lokaler Produzenten.
• rond-point Albert Donnezan,Tel. 04 68 56 67 67, www.villa-duflot.com

Der Barbereich der Villa Duflot. Foto: Hilke Maunder

Hôtel de la Loge*

In einem Gebäude aus dem 17. Jh. ist dieses preisgünstige kleine Hotel untergebracht. 22 hübsch eingerichtete Zimmer (teilweise mit Klimaanlage), zentrale Lage.
1, rue des Fabriques d’en Nabot, Tel. 04 68 51 71 30, www.hoteldelaloge.fr 

Noch mehr Betten*
Booking.com

Weiterlesen

Perpignan im Blog

Zum Bummeln – die Quartiers von Perpignan: Die Hauptstadt der Pyrénées-Orientales Viertel für Viertel

Musée Hyacinthe Rigaud: mit Picasso wurde es wieder eröffnet.

La Sanch: Zu Ostern feiert Perpignan eine heilige Woche. Höhepunkt ist die Procession de la Sanch am Karfreitag. Die dreistündige Parade durch die Altstadt habe ich euch hier vorgestellt.

Le Pessebre Vivant: Beim Krippenspiel der Katalanen geht es zu Weihnachten gar teuflisch zu.

Im Buch

Berühmtester Bürger: Carlo Schmid*

Das hat mich überrascht. 1986 wurde ein deutscher SPD-Politiker, Staatsrechtler und Dichter in Perpignan gebogen: Carlo Schmid. Er gilt als einer der Väter des Grundgesetzes und engagierte sich stark für die deutsch-französische Freundschaft.

Mehr zu dem Mann, der Politik als geistige Aufgabe verstand, erfahrt ihr in dieser lesenswerten Biografie von Petra Weber. Wer mag, kann das Taschenbuch aus dem Suhrkamp-Verlag hier* ohne Mehrkosten online bestellen.

Zur Einstimmung: DuMont Bildatlas Frankreich Süden (Okzitanien)*

Der Bildatlas "Frankreich Süden" von Hilke Maunder - die fünfte AuflageMein DuMont Bildatlas Frankreichs Süden* fängt zwischen Rhône und Garonne, Cevennen und Pyrenäen in sieben Kapiteln die Faszination der alten Region Languedoc-Roussillon in Wort und Bild ein – auch als eBook!

Von Montpellier, der Boomtown am Mittelmeer, bis zum römisch-romantischen Nîmes, von den Étangs bei Narbonne bis zur katalanischen Kapitale Perpinyá. Und noch ein Schlenker nach Carcassonne und Toulouse: voilà meine Herzensheimat! Wer mag, kann den Band hierdirekt bestellen.

MARCO POLO Languedoc-Roussillon: die Hommage von Hilke Maunder an ihre WahlheimatKompakt & inspirierend: MARCO POLO Languedoc-Roussillon/Cevennen*

Den MARCO POLO Languedoc-Roussillon/Cevennenhabe ich nach Axel Patitz und Peter Bausch inzwischen mehrfach umfangreich erweitert und aktualisiert.

Von den Cevennen über das Languedoc bis hin zum Roussillon findet ihr dort Highlights und Kleinode, Tipps für Entdecken und Sparfüchse – und Adressen, die ich in meinem Frankreichjahr neu entdeckt und getestet habe.  Beide MARCO POLO-Bände hält ein Online-Update-Service aktuell, der euch über Events, Neueröffnungen und Schließungen informiert. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

Der Reisebegleiter vor Ort: Ralf Nestmeyer, Languedoc-Roussillon*

Zwischen dem Delta der Camargue und den Gipfeln der Pyrenäen hat Ralf Nestmeyer nahezu jeden Strand gesehen, jeden Stadt besucht, jedes Wehrdorf besichtigt – im Languedoc etwas intensiver, im Roussillon fokussiert er auf bekannten Highlights.

Dennoch: Das gut 560 Seiten dicke Werk ist der beste Führer für Individualreisende, die diese Region entdecken möchten und des Französischen nicht mächtig sind. Wer möchte, kann den Band hier* direkt bestellen. In Ergänzung empfehle ich den Band von Petit Futé.

Michael Müller Verlag, ISBN 978-3-89953-997-4, www.michael-mueller-verlag.de

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

MARCO POLO Frankreich: praktisch und kompakt, bearbeitet von Hilke Maunder.Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreichhabe ich gemeinsam mit Barbara Markert verfasst. Gleich zu Beginn geben wir unsere  Insider-Tipps für Frankreich preis: vom größten Flohmarkt Europas in Lille bis zur Schwimmen in der Piscine Olympique in Montpellier.

Das Kapitel „Im Trend“ verrät, was es Neues zu erleben gibt im Hexagon: vom Skijöring in den Skigebieten bis zum Übernachten im Baumhaushotel. Alle Hintergrundinformationen zu Frankreich und seinen Menschen findet ihr unter Fakten, Menschen & News. Es folgen: Tipps für Bars und Boutiquen, Erlebnissen für  Familien, Paare oder Alleinreisende. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

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Aufregend vielfältig: die Street Art von Perpignan. Foto: Hilke Maunder
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2 Kommentare

  1. Hallo Hilke,
    das ist mal wieder nicht nur ein sehr informativer sondern auch sehr Lust aufs Land/Stadt machender Beitrag! Perpignan für´s ganze Jahr, sozusagen. Ich muss unbedingt bald nochmal dorthin zurück: Original südfranzösisch dinieren und internationales Flair geniessen…
    LG, Thomas

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