Nationalsport Südfrankreichs: Pétanque

La bise zwischen Pétanque-Spielern in Argelès.
Auch faire la bise gehört zum Pétanque-Spiel. Foto: Hilke Maunder

Es könnte überall in  Südfrankreich sein: Auf einem Sandplatz unter Platanen werfen einige Männer meist älteren Jahrgangs ihre blank geputzten Metallkugeln um eine deutlich kleinere, meist rote Kugel, das Schweinchen.

Sobald die Kugeln liegen, begeben sie sich zum cochon. Dort beginnt eine gestenreiche Diskussion, welche boule der beiden Mannschaften nun tatsächlich näher am Schweinchen liegt.

Pétanque: Wurzeln in der Provence

Die Wurzeln des südfranzösischen Nationalsport, für den fast allerorten extra ein Boulodrome angelegt wurde, liegen im Jeu Provencale. 1907 jedoch lies Ernest Pitiot im südfranzösischen Ort La Ciotat den bis dato üblichen Anlauf einfach weg.

Er spielte mit seinen Freunden mit geschlossenen Beinen, aus dem Stand. Eben mit „pieds tanques“, oder, wie es auf Provenzalisch heißt, „ped tanco“. Eine Premiere!

Pétanques: gespielt wird mit geschlossenen Füßen, still stehend. Foto: Hilke Maunder

Fit für Olympia

Die neue Spielhaltung wurde zum Namensgeber, Pétanque zum Welterfolg: Fast 600.000 Menschen in 76 Ländern, darunter auch Thailand und Australien, spielen es weltweit im Verein. Ihre Dachorganisation ist die Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal (FIPJP). Sie hat dafür gesorgt, dass das Olympischen Komitee IOC Pétanque als Sport anerkannt hat und damit den Weg zu einer möglichen olympischen Disziplin bereitet.

Seit 2015 gibt es auch das weltweit erste Museum für den Nationalsport des Südens. Ihr findet es im Maison de la Boule in Marseille – betrieben von ehrenamtlichen Anhängern.

Die Kugel fliegt… Foto: Hilke Maudner

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Pétanquespieler bei den Jardins de la Fontaine in Nîmes. Foto: Hilke Maunder
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