Arthur Rimbaud & Paul Verlaine: eine Spurensuche

Das Rimbaud-Museum von Charleville-Mézières. Foto: Hilke Maunder
Das Rimbaud-Museum von Charleville-Mézières. Foto: Hilke Maunder

Auf den Spuren von Literaten und Schriftstellern wandeln, die Orte und Quellen ihrer Inspiration zu besuchen, zu sehen, wo er geboren wurde, gelebt und gewirkt hat: Solche Zeitreisen durch das Leben sind mitunter spannender als das eigentliche Werk – besonders auf der 150 km langen Route Rimbaud-Verlaine.

Thementour für Dichter-Paar

Den Weg auf der Themenroute weisen sechseckige Schilder mit rotem Rand mit zwei Dichterköpfe. Ein roten Pfeil verrät, in welche Richtung die Route Rimbaud – Verlaine zu befahren ist. Start ist in Charleville-Mézières, der Hauptstadt der Region Champagne-Ardenne.

In der Rue Pierre Bérégovoy 12 wurde Arthur Rimbaud am 20. Oktober 1854 geboren. Eine Plakette erinnert daran. Leben und Werk dokumentieren zwei andere Orte.

Besucht die Wohnung, die die Familie 1869-1875 im ersten Stock des Maison des Ailleurs auf 120 Quadratmetern bewohnte. Und verpasst auch nicht das Rimbaud-Museum in der alten herzoglichen Mühle.

Hotel als Hommage

In den Grünanlagen des Bahnhofs erinnert seit 1901 ein Denkmal an den Dichter. Er ist 1891 in Marseille gestorben, fand seine letzte Ruhe jedoch auf dem Friedhof von Charleville-Mézières. Auch die passende Unterkunft gibt es vor Ort: das Hotel Le Dormeur au Val.

Vom Namen über die Gestaltung der 17 Zimmer bis hin zur Bibliothek ist es eine stylische Hommage an den Poeten des Schläfer im Tal. Das schöne Ambiente lässt den traurigen Hintergrund vergessen. Im Gedicht verarbeitete Rimbaud seine Erlebnisse im Deutsch-Französischen Krieg als Soldat der Nationalgarde.

Das Rimbaud-Museum findet ihr in der alten herzoglichen Mühle von Charleville-Mézières. Foto: Hilke Maunder

Rimbaud verliebt sich

1871 ist Rimbaud 17 Jahre, hat die Schrecken des Krieges erlebt, am Aufstand der Pariser Kommune teilgenommen – und ist verliebt. Im August hatte er brieflich Kontakt zum älteren und längst arrivierten Dichter Paul Verlaine aufgenommen.

Er führte zu einer leidenschaftliche homoerotische Beziehung. Paul verließ für Arthur seine Frau. Er reiste mit ihm erst nach London, dann nach Belgien.

Eine Liebe der Exzesse

Sie experimentierten mit Drogen, tranken Absinth, liebten und stritten sich. Beim letzen Treffen zuletzt so heftig, dass Verlaine eine Pistole zog, schoss und Rimbaud an der Hand verletzte. Verlaine wanderte für zwei Jahre hinter Gitter, Rimbaud reiste nach Roche, wo Rimbauds Mutter Vitalie Cuif zuhause war.

Auf dem elterlichen Bauernhof , wo er schon so manchen Sommer seiner Kindheit verbrachte, vollendete er 1973 als Reflexion jener Zeit mit Verlaine sein bedeutendstes Werk: Une saison en enfer* (Eine Zeit in der Hölle, 1873). Bei Reclam gibt es das Werk als kleines Taschenbuch auf Deutsch und Französisch.Wer mag, kann es hier* bestellen.

Rundweg & Ausstellung

Heute erinnert eine Ausstellung, die nur nach vorheriger Anmeldung (bernard.aubry14@wanadoo.fr) besucht werden kann, an den „Dichter mit den Windsohlen“. Seinen Spuren folgt auch der sieben Kilometer lange geführte Rundweg Rimbaud à Roche, den das örtliche Office de Tourisme während der Saison anbietet.

Der junge Nachfolger

Aus dem nahen Coulommes-et-Marqueny stammte ein Junge, der danach Verlaines Geliebter und Ziehsohn wurde: Lucien Létinois. Zunächst lebte Verlaine auf dem Hof von dessen Eltern in Malval. Anfang 1880 konnte Verlaine dank der finanziellen Unterstützung seiner Mutter einen Hof in Juniville kaufen, den die Létinois betrieben.

Paul mietete sich 100 m höhen in einem Haus gegenüber der Auberge du Lion d’Or ein. Im früheren Gasthof dokumentiert das Musée Verlaine Leben und Werk. Und gewährt Einblick in jene Jahre, in denen Verlaine sein Werk Sagesse* vollendet haben soll.

Im Zickzack wird der letzte Ort der Themenroute erreicht: Rethel. Hier hatte Paul Verlaine einst am Gymnasium Französisch, Englisch und Geschichte unterrichtet.

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1 Kommentar

  1. En Belgique, à Paliseul, dans le Luxembourg belge , où Paul Verlaine venait souvent passer les vacances, il existe une maison à son nom. Une belle exposition permanente peut être visitée.

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