Tarte Tatin: Frankreichs legendärer Apfelkuchen

Tarte Tatin - frisch aus dem Ofen am besten! Foto: Hilke Maunder
Tarte Tatin - frisch aus dem Ofen am besten! Foto: Hilke Maunder

Die Tarte Tatin gehört zu den großen französischen Dessert- und Kuchenklassikern. Und ist die köstliche Antwort auf ein Malheur.

Im 19. Jahrhundert, erzählt die Legende, lebten in Lamotte-Beuvron in der Sologne zwei betagte Schwestern. Einer von ihnen war, quel malheur, der frisch gebackene Apfelkuchen für die Gäste aus den Händen geglitten.

Madame Tatin habe da kurzerhand die Apfelhälften wieder aufgehoben, mit der Fruchtseite in die Backform gelegt, mit frischem Teig bedeckt und noch einmal gebacken.

Die Notlösung löste bei den Kuchengästen Begeisterung aus. Und wird seitdem immer neu variiert. So gibt es heute Tarte Tatin längst auch mit Pflaumen, Kirschen oder Birnen.

Doch am besten mundet sie vielen ganz klassisch. Und am liebsten noch ofenwarm.

Tarte Tatin: das Rezept

Zutaten (1 Springbackform)

Teig

• 250 g Mehl
• 125 g Butter
• 50 g Zucker
• 1 Vanille-Zucker
• 1 großes Ei
• 1 Prise Salz

Die Zutaten für den Teig der Tarte Tatin. Foto: Hilke Maunder

Karamell

• 50 g gesalzene Butter (alternativ: Süßbutter und Salz nach Geschmack mischen)
• 200 g Zucker

Füllung

• 7-8 feste, säuerliche Äpfel (Boskop, Braeburn)
• Vanille oder Zimt nach Belieben

Am besten schmecken alte Apfelsorten. Foto: Hilke Maunder

Zubereitung

• Aus den Zutaten mit den Händen einen Mürbeteig kneten und die Teigkugel im Kühlschrank ruhen und durchziehen lassen.

• Die Äpfel schälen, nach Belieben halbieren oder vierteln und das Kerngehäuse entfernen.

• Ein Springform einfetten.

• Für das Karamell die Hälfte des Zuckers auf Stufe 2 schmelzen. Nicht umrühren! Kein Wasser hinzu! Sobald der Zucker sich verflüssigt, den restlichen Zucker auf den geschmolzenen Zucker verteilen. Auch jetzt nicht umrühren. Sobald auch dieser Zucker geschmolzen ist, vorsichtig die Butter einrühren.

Nicht umrühren verhindert das Anbrennen des Karamells. Foto: Hilke Maunder

• Sobald die Karamellmasse abbindet, in die Springform gießen und durch Bewegen der Form gleichmäßig verteilen. Den noch heißen Karamelltopf mit einem Küchentuch sehr gründlich auswischen und die Zuckermasse vollständig entfernen.

• Auf die heiße Karamellmasse die Äpfel in einem schönen Muster verteilen, die Außenseiten zeigen zum Karamell.

Der Teigdeckel wird später der Boden – und muss daher so groß wie die Backform sein. Foto: Hilke Maunder

• Den Teigfladen aus dem Kühlschrank nehmen, fingerdick ausrollen in den Maßen der Springform und auf die Äpfel legen. Andrücken, besonders am Rand, und mit einer Gabel mehrmals die Teigplatte zum „Entlüften“ beim Backen einstechen.

• Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Celsius rund 30 Minuten backen, bis der Teig goldbraun ist.

• Nach dem Backen kurz abkühlen lassen (ca. 5 Minuten). Noch warm umgedreht auf eine Kuchenplatte o.ä. stürzen. Achtung: Das heiße Karamell läuft noch ein wenig nach. Der Teller oder die Kuchenplatte sollte daher einen Rand haben.

• Sofort die noch heiße Backform mit Küchenpapier ausreiben und das Karamell entfernen.

Am besten schmeckt die Tarte Tatin ganz frisch und noch lauwarm. Wer mag, kann den Kuchen mit Calvados flambieren. Oder die Äpfel vorher mit Calvados durchziehen lassen.

Zur Tarte passen gut Schlagsahne oder crème fraîche, eine kühles Eis oder kremige Vanillesoße. Viel Spaß beim Nachbacken. Bon appétit!

Weiterbacken

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Tarte Tatin – frisch aus dem Ofen am besten! Foto: Hilke MaunderFoto: Hilke Maunder
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4 Kommentare

  1. Liebe Hilke😊,
    Wielange ich dieses legendäre franz. „Schmankerl…😋“ schon backen will…🙈🤐 DU hast es mir wieder „in’s Gedächtnis gerufen“ wie Thomas schon schrieb…😉 & die „Back-Gene…👩‍🍳“ in mir aktiviert ; vielen, lieben Dank dafür❣
    Werde vom Ergebnis berichten. . .✍📄
    Ganz ❤liche Grüße aus HESSEN,
    🐈SABI🐈

    • Hach, liebe Sabine, wie schön – dann nix wie los gebacken! Welche Rezepte würden Dich noch interessieren? Ich hatte die Idee, vielleicht jeden Monat einen Back- oder Koch-Klassiker mit Rezept vorzustellen. Freue mich auf Deine Vorschläge, gerne als Kommentar! Frohes Backen & gutes Gelingen! Hilke

  2. Liebe Hilke,
    oh ja – solch ein schöner Klassiker ist immer wieder gut ins Gedächtnis zu rufen!
    Ein sehr gutes und schnelles Rezept zeigst Du hier. Und sehr schöne passende Fotos! Lecker!
    Merci und bon appétit
    Thomas

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