Kurbad mit Fachwerk-Flair: Alet-les-Bains

Unterwegs von Limoux nach Quillan im Département Aude. Als schmales Band windet sich die Landstraße durch das Tal der jungen Aude. Hier, wo die Berge der Corbières immer enger zusammenrücken und bis auf 700 m hoch aufsteigen, versteckt sich ein charmantes Örtchen, das einst der Stachel der katholischen Kirche im Land der Katharer war: Alet-les-Bains.

Grausame Zeiten in Alet

Pons Amiel, von 1167 bis 1197 Abt in Alet, ließt daher das Dorf mit einer Mauer und vier Stadttoren befestigten.  Doch das alles half nicht. Nach Amiels Ableben drang der Katharer Bertrand de Saissans mit seinen Mannen ins Kloster an, ließ die verbliebenen Mönche meucheln, Amiels Nachfolger Bernard Saint-Ferreol in den Kerker werfen und Pons Amiel exhuminieren.

Der Abt? Eine Leiche!

Den Leichnam setze er wieder auf den Abtstuhl – und kürte sich selbst zum neuen Oberhaupt, Abt Boson. Berengar von Barcelona, Erzbischof von Narbonne, akzeptierte die Wahl – hatte er noch dafür reichlich Geld in eigene Taschen stecken können.

Kleinod an der Aude

Gruselig und makaber, findet ihr nicht? Ich liebe es, wenn alte Orte mit solchen Geschichten wieder lebendig werden…. Mitten hinein in die Geschichte führt eine Steinbrücke, die von der D 118 aus drei kleine Arme der Aude überspannt, die hier mehrere Miniinseln im Fluss gebildet hat.

Alte Gassen und Ruinen

Schreitet durch das Tor in der Mauer, die bis heute den alten Ortskern umschließt, und biegt dann nach rechts ein in die Rue Nicolas Pavillon – dort findet ihr die  Ruinen der Abtei Sainte-Marie, deren Kirche im 14. Jahrhundert in den Rang einer Kathedrale erhoben wurde. Erhalten sind auch die Reste des Bischofspalastes.

Schmuck, dieses Fachwerk!

Und danach lasst euch durch die Kopfstein gepflasterten Gassen treiben! Die schönsten mittelalterlichen Fachwerkhäuser, teilweise mit Erkern und Schnitzereien verziert, findet ihr an der Grande-Place, an der Rue Cadène und an der Rue Calvières.

 

Wellness aus der Tiefe

Nördlich vom mittelalterlichen Ortskern entdeckten die Römer vor mehr als 2000 Jahren eine der kraftvollsten Thermalquellen Frankreichs. Ihr Wasser wird seit 120 Jahren in Flaschen gefüllt – älter ist kaum ein Mineralwasser im Hexagon.

Die kraftvolle Quelle wird zudem bis heute für Kuren und Wellness in den Thermen genutzt. Wer auftanken will: Ihr finden sie in der Allée des Thermes!

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Alet-les-Bains: die Aude. Foto: Hilke Maunder
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