Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
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Alet-les-Bains: Kurbad mit Fachwerk-Flair

Unterwegs von Limoux nach Quillan im Département Aude. Als schmales Band windet sich die Landstraße durch das Tal der jungen Aude.

Hier, wo die Berge der Corbières immer enger zusammenrücken und bis auf 700 Meter hoch aufsteigen, versteckt sich ein charmantes Örtchen, das einst der Stachel der katholischen Kirche im Land der Katharer war: Alet-les-Bains.

Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Taucht dieses Haus an der Départementsstraße auf, geht es über die Aude hinein in den alten Ort. Foto: Hilke Maunder

Grausame Zeiten in Alet-les-Bain

Pons Amiel, von 1167 bis 1197 Abt in Alet-les-Bains, ließ daher das Dorf mit einer Mauer und vier Stadttoren befestigten.  Doch das alles half nicht.

Nach Amiels Ableben drang der Katharer Bertrand de Saissans mit seinen Mannen ins Kloster an, ließ die verbliebenen Mönche meucheln, Amiels Nachfolger Bernard Saint-Ferreol in den Kerker werfen und Pons Amiel exhumieren.

Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Die Pfarrkirche von Alet-les-Bains, aufgenommen vom Garten der Mediathek. Foto: Hilke Maunder

Der Abt? Eine Leiche!

Den Leichnam setzte er wieder auf den Abtstuhl. Und kürte sich selbst zum neuen Oberhaupt, Abt Boson. Berengar von Barcelona, Erzbischof von Narbonne, akzeptierte die Wahl, hatte er noch dafür reichlich Geld in eigene Taschen stecken können. Gruselig und makaber, findet ihr nicht? Ich liebe es, wenn alte Orte mit solchen Geschichten wieder lebendig werden….

Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Die alte Steinbrücke über die Aude. Foto: Hilke Maunder

Mitten hinein in die Geschichte führt eine Steinbrücke, die von der D 118 aus drei kleine Arme der Aude überspannt, die hier mehrere Miniinseln im Fluss gebildet hat.

Alte Gassen und Ruinen

Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Mehrere Stadttore gewähren Einlass. Foto: Hilke Maunder

Schreitet durch eines der Stadttor in der Mauer, die bis heute den alten Ortskern umschließt, und biegt dann nach rechts ein in die Rue Nicolas Pavillon.

Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Die Abtei von Alet-les-Bains ist heute eine Ruine. Foto: Hilke Maunder
Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Blick in die Abtei. Foto: Hilke Maunder
Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Vom Bischofspalast seht ihr die Ruine so. Foto: Hilke Maunder

Dort findet ihr die Ruinen der Abbaye Sainte-Marie, direkt am Fluss. Ihre Kirche war im 14. Jahrhundert in den Rang einer Kathedrale erhoben wurde. Erhalten sind auch Teile des Bischofspalastes. Dort ist ein Hotel-Restaurant eingezogen.

Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Der einstige Bischofspalast von Alet-les-Bains ist heute ein Hotel. Foto: Hilke Maunder

Schmuck, dieses Fachwerk!

Und danach lasst euch durch die mit Kopfsteinen gepflasterten Gassen treiben! Die schönsten mittelalterlichen Fachwerkhäuser, teilweise mit Erkern und Schnitzereien verziert, findet ihr an der Grande-Place, an der Rue Cadène und an der Rue Calvières.

Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Die Rue du Séminaire öffnet sich zu einem Platz, an dem auch das Rathaus steht – samt Besucher-WC in den Arkaden. Foto: Hilke Maunder

Achtet bei den mittelalterlichen Häusern auch auf den Schmuck aus skulptiertem Holz und Stein. Beim Schlendern kommt ihr bestimmt auch an die Stadttore, die einst mit Fallgittern ausgestattet waren.

Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Im Mittelalter mussten Grundstückssteuer nach der bebauten Grundfläche entrichtet werden – daher gab es oft vorkragende Gebäudeteile. Foto: Hilke Maunder
Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Alet-les-Bains hat das Flair des Mittelalters bewahrt. Foto: Hilke Maunder
Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
In der Altstadt von Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder

Beim Stadttor Porte Cadene könnt ihr in der dem Verlauf der aus großen Feldsteinen errichteten Stadtmauer zurück zum Bischofspalast und zu den Parkplätzen an der Aude laufen.

Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
An der Stadtmauer von Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder

Dort findet ihr neben dem platanenbestandenen, nostalgischen boulodrome auch ein WC für Männer und Frauen mit einfachen Stehtoiletten wie einst.

Wellness aus der Tiefe

Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Bei den Quellen von Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder

Nördlich vom mittelalterlichen Ortskern entdeckten die Römer vor mehr als 2000 Jahren eine der kraftvollsten Thermalquellen Frankreichs. Ihr Wasser wird seit 120 Jahren in Flaschen gefüllt. Älter ist kaum ein Mineralwasser im Hexagon.

Insidertipp

Ihr dürft es selbst in eure Flasche füllen. Kostenlos und unbegrenzt viel!

Die kraftvolle Quelle wird zudem bis heute für Kuren und Wellness in den Thermen genutzt zur Behandlung von Rheuma, Arthritis und anderen Erkrankungen eingesetzt. Wer auftanken will: Ihr findet die Thermalquellen in der Allée des Thermes !

Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Seit dem Mittelalter ein Hingucker: dieses stattliche Haus in Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder

Alet-les-Bains: meine Reisetipps

Schlemmen und genießen

Les Marguerites

Es ist Sommer, ihr sitzt in einem Garten, riecht den Duft der Blumen, der sich mit frischem Kaffee oder Tee mischt: Les Marguerites ist eines der schönsten Gartenlokale von Aude. Nachmittags eine Teestube im Grünen, sonnabendabends und Sonntagmittag auch ein Idyll zum Schlemmen. Und wer nun gar nicht mehr fort möchte, kann sich in einem der Gästezimmer einquartieren.
• 57, avenue Nicolas Pavillon, 11580 Alet-les-Bains, Tel. 04 68 20 53 56, www.les-marguerites.fr

Schlafen

Logis Hôtel l’Evêché

Das einst erste Haus am Platze ist in die Jahre gekommen. Wer nostalgischen Charme mag, sich nicht an Abgewohntem stört, der erlebt sehr liebenswerter Gastgeber und eine köstliche Küche. Auch die Lage ist traumhaft: Der Bischofspalast liegt in einem zwei Hektar großen Park direkt an der Aude. Einige Zimmer blicken auf den Fluss. Direkt an den Garten grenzen die Ruinen der Abtei.
• Avenue Nicolas Pavillon, 11580 Alet-les-Bains, Tel. 04 68 69 90 25, www.logishotels.com

Noch mehr Betten*

 

Alet-les-Bains: Das Hotel im einstigen Bischofspalast. Foto: Hilke Maunder
Das Hotel im einstigen Bischofspalast von Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

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Im Blog

Alle Beiträge aus dem Département Aude vereint diese Kategorie.

Im Buch

Ralf Nestmeyer, Languedoc-Roussillon*

Zwischen dem Delta der Camargue und den Gipfeln der Pyrenäen hat Ralf Nestmeyer nahezu jeden Strand gesehen, jede Stadt besucht, jedes Wehrdorf besichtigt – im Languedoc etwas intensiver, im Roussillon fokussiert er auf bekannten Highlights. Inzwischen ist der wohl beste Führer für diese wunderschöne Ecke Frankreichs 2024 in der 10. Auflage erschienen.

Das 588 Seiten dicke Werk ist der beste Begleiter für Individualreisende, die diese Region entdecken möchten und des Französischen nicht mächtig sind. Wer möchte, kann den Band hier* direkt bestellen.

Hilke Maunder, Okzitanien: 50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade*

Okzitanien abseits GeheimtippsOkzitanien ist die Quintessenz des Südens Frankreichs. Es beginnt in den Höhen der Cevennen, endet im Süden am Mittelmeer – und präsentiert sich zwischen Rhône und Adour als eine Region, die selbstbewusst ihre Kultur, Sprache und Küche pflegt.

Katharerburgen erzählen vom Kampf gegen Kirche und Krone, eine gelbe Pflanze vom blauen Wunder, das Okzitanien im Mittelalter reich machte. Acht Welterbestätten birgt die zweitgrößte Region Frankreichs, 40 grands sites – und unzählige Highlights, die abseits liegen. 50 dieser Juwelen enthält dieser Band. Abseits in Okzitanien: Bienvenue im Paradies für Entdecker!  Hier* gibt es euren Begleiter.

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Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
In der Altstadt von Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Das Fachwerk von Alet-les-Bains. Foto: Hilke Maunder

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