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Mit der Bahn unterwegs in Frankreich

Frankreich per Bahn: Wie funktioniert das? Was ist anders? Was müsst ihr beachten? Hier gibt es kompakt Infos, Tipps und Hinweise für die Reise mit der Staatsbahn SNCF und privaten Anbietern wie RailCoop.

14.000 Züge verbinden in Frankreich täglich 3.054 Bahnhöfe miteinander. Größter Verkehrsknoten im Bahnnetz ist Paris. Von dort geht das Schienennetz sternförmig ins Land. Atemberaubend ist die Fahrt in den zweistöckigen TGV, die mit bis zu 320 Kilometern pro Stunde durchs Land sausen!

Die Bahn-Betreiber

Die SNCF ist die Staatsbahn in Frankreich. 2019 nahm mit der Genossenschaft Railcoop der erste private Bahnanbieter in Frankreich seinen Betrieb auf.  Das italienische Bahnunternehmen Trenitalia betreibt seit 2021 eine Zugverbindung zwischen Paris und Lyon

Die spanische Staatsbahn RENFE betreibt seit Dezember 2022 Zugverbindungen in Frankreich. Die erste Verbindung war eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Barcelona und Paris mit dem AVE-Zug. Die AVE-Verbindung zwischen Barcelona und Paris verkehrt zweimal täglich. Die Fahrzeit beträgt etwa 6 Stunden und 30 Minuten. Die AVE-Verbindung zwischen Lyon und Barcelona verkehrt einmal täglich. Die Fahrzeit beträgt etwa 4 Stunden und 30 Minuten. Die AVE-Verbindung zwischen Marseille und Madrid verkehrt einmal täglich. Die Fahrzeit beträgt etwa 10 Stunden und 30 Minuten.

Iryo aus Spanien plant, 2025 eine Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Madrid und Paris anzubieten.

Kevin Speed ist ein französisches Eisenbahnunternehmen, das 2021 von Laurent Fourtune, einem ehemaligen Entwicklungsleiter bei der RATP, gegründet wurde. Das Unternehmen hat am 29. Februar 2024 eine Rahmenvereinbarung mit SNCF Réseau geschlossen, die es Kevin Speed ermöglicht, drei Hochgeschwindigkeitsverbindungen in Frankreich zu betreiben. 2028 soll Start sein.

Das Bahnnetz

Im Internet könnt ihr euch das Streckennetz der französischen Staatsbahn herunterladen. Im Blog findet ihr es hier.

Das Bahnnetz in Frankreich. Copyright: SNCF
Das Bahnnetz in Frankreich. Copyright: SNCF

Die Züge der SNCF

TGV

Der TGV, kurz für train à grande vitesse, ist Frankreichs legendärer Hochgeschwindigkeitszug. Er verbindet Süddeutschland mit Frankreich und die wichtigsten urbanen Zentren innerhalb des Landes.

Und das wahrhaft rasant. Von Paris nach Bordeaux braucht der Hochgeschwindigkeitszug nur zwei Stunden. Da können weder Flieger noch Fahrzeuge mithalten. Mit an Bord reist euer Rad. Erkennen können ihr den TGV InOui an seiner weiß-silber-anthrazit farbigem Lackierung mit violettem Zierstreifen.

Die Kombination ICE / TGV bringt euch so nach Paris
• Frankfurt, Kaiserslautern, Saarbrücken
• Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe
• München, Augsburg, Ulm, Stuttgart, Karlsruhe
• Freiburg
• Basel, Bern, Zürich, Genf (TGV Lyria)

Von Paris geht es natürlich weiter – zum Beispiel nach Toulouse, Bordeaux oder Brest im High-Speed-Tempo.

in die Provence
• Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Baden-Baden => Strasbourg, Mulhouse, Belfort, Besançon, Chalon-sur-Saône, Lyon, Avignon, Aix-en-Provence und Marseille

TGV Ouigo

Schnelle Züge zum Minipreis: Der TGV Ouigo bringt euch zu 41 Zielen. Der Unterschied zum Premium-Produkt TGV InOui: Die Bestuhlung ist enger, es gibt weniger Stauraum – und nur eine Einheitsklasse. Auch gibt es keine kostenlosen Getränke am Platz.

Erkennen könnt ihr den TGV light am poppig bunten Anstrich. Welche Ziele der preiswerte Sprinter bedient, sehr ihr hier. Der Vorläufer des TGV Ouigo hieß iDTGV.

Gut zu wissen: in der Pampa

Die TGV-Bahnhöfe befinden sich – wie zum Beispiel in Tours, Montpellier oder Avignon – oftmals außerhalb. Das bedeutet: Beim Umsteigen in Regional- oder Intercity-Züge müsst ihr mit einem Lokalzug vom TGV-Bahnhof zum Hauptbahnhof im Stadtzentrum fahren. Achtung bei Montpellier: Dort halten die TGV-Züge mal im Stadtbahnhof Saint-Roch, mal außerhalb an der Gare Sud de France. Beide Bahnhöfe verbindet die Buslinie 120, die alle 30 Minuten aus der Innenstadt  von der Place de l’Europe Richtung Flughafen Montpellier fährt.

Eurostar

2023 wurde aus Thalys Eurostar. Die Züge unterscheidet die Farbe: Züge von Eurostar nach London sind blau, in Europa rot. Das frühere Thalys-Streckennetz wurde komplett integriert und verbindet Belgien, Niederlande und Deutschland mit Frankreich.

  • Von Essen, Duisburg, Düsseldorf, Düsseldorf-Flughafen, Köln, Aachen => Paris.
  • Über Paris kommt ihr nach Marseille, Nizza, Biarritz, Nantes, Rennes, Bourg-Saint-Maurice und London.

Intercités

Mit den neun Intercités-Linien kommt ihr zu 150 Zielen in Frankreich – mit (teilweise, nicht überall) WLAN ( wifi ) und Restauration an Bord. Sieben Linien fahren nur tagsüber, zwei Linien auch nachts.

Tagsüber: Züge ohne Reservierungspflicht

  • Béziers – Clermont-Ferrand
  • Nantes – Bordeaux
  • Nantes – Lyon
  • Toulouse – Hendaye

Tagsüber: Züge mit Reservierungspflicht

  • Bordeaux – Toulouse – Marseille
  • Paris – Clermont-Ferrand
  • Paris – Orléans – Limoges – Toulouse

Nachts

  • Paris  – Gap – Briançon
  • Paris – Toulouse – Rodez – Latour-de-Carol – Perpignan – Cerbère

Nachtzüge ( trains de nuit )

Im April 2021 stimmte die Nationalversammlung dafür, all jene inländischen Kurzstreckenflüge zu Zielen zu verbieten, die per Bahn in weniger als 180 Minuten erreicht werden können.

Seitdem erleben die schon totgeglaubten und oft vermissten Nachtzüge ihr verdientes Comeback. Die Renaissance der Nachtzüge sei neben dem Ausbau des Güterzugverkehrs und der Reaktivierung von Bahnstrecken ein wichtiger Baustein für nachhaltige Mobilität in Frankreich, so der Präsident.

2022 nahm der 2017 eingestellte Nachtzug von Paris nach Nizza wieder den Betrieb auf.

  • Paris gare Austerlitz, 20.52 Uhr
  • Marseille Blancarde (nicht Saint-Charles!), 6.18 Uhr
  • Toulon, 7.08 Uhr
  • Les Arcs Draguignan, 7.58 Uhr
  • Saint Raphaël Valescure, 8.16 Uhr
  • Cannes, 8.41 Uhr
  • Antibes, 8h52 Uhr
  • Nizza, 9.11 Uhr

Derzeit betreibt die SNCF folgende Nachtzuglinien

  • Paris – Briançon (via Gap…)
  • Paris – Nice (via Marseille, Cannes…)
  • Paris – Albi (via Rodez…)
  • Paris – Port Bou (via Toulouse, Perpignan, Argelès-sur-Mer…)

Seit Dezember 2023 gibt es auch wieder eine Nachtzug-Verbindung zwischen Berlin und Paris, die die ÖBB betreibt. Ihr Nightjet fährt auch nachts von Wien nach Paris.
www.nightjet.com/de/reiseziele/frankreich

TER

Der TER bedient in Frankreich täglich 11 Regionen mit 7.500 Zügen und 2.000 Busverbindungen. Euer Drahtesel reist in allen TER-Zügen kostenlos mit.

Transilien

Das Regionalnetz der SNCF für den Großraum Paris und die Île-de-France.

Bordeaux: die Gare Saint-Jean. Foto: Hilke Maunder
Die Gare Saint-Jean von Bordeaux Foto: Hilke Maunder

Innovation auf der Schiene

Frankreichs Bahn macht auf auf der Schiene mit Wasserstoff mobil. Seit 2023 testen die Region Bourgogne-Franche-Comté und die staatliche Bahngesellschaft SNCF drei Wasserstoffzüge des Herstellers Alstom – eine Premiere im Land.

Die emissionsfreie Fahrt im Zugverkehr ermöglicht eine Brennstoffzelle, die ein Wasserstofftank beliefert. Der so an Bord erzeugte Strom  reicht aus, um einen Zug mit bis zu 220 Passagieren bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h  rund 400-600 Kilometer anzutreiben. Die drei Innovationszüge kosten insgesamt 51,9 Millionen Euro.

Neben Bourgogne-Franche-Comté bestellten auch die Regionen Auvergne-Rhône-Alpes, Grand Est und Okzitanien Züge mit zwei Betriebsarten, die auf elektrifizierten Strecken über die Oberleitung und auf nicht elektrifizierten Strecken mit Energie aus Wasserstoff betrieben werden können – Ende 2025 in den Bahnhöfen.

Liniennetz

Eine Übersicht über das Netz der Bahnstrecken in Frankreich und die Fernverbindungen nach Deutschland findet ihr hier. Die Fernverbindungen mit dem TGV Inoui sind hier schematisch dargestellt. Die Linienpläne der Regionalzüge TER  sind auf der SNCF-Webseite für jede Region einzeln aufgeführt.

Die Pariser Bahnhöfe

Paris ist der größte Bahnknoten Frankreichs. Von der französischen Hauptstadt starten alle großen Linien sternförmig ins Land. Beim Umsteigen müssen oftmals die Bahnhöfe gewechselt werden.

Tipp: Métro-Ticket

Wer in Paris den Bahnhof wechselt, kann bereits im TGV und vielen Intercités-Zügen beim Bordrestaurant dafür das Métro-Ticket erwerben.

Ladet euch auch die App des Pariser ÖPNV-Betreibers RATP aufs Handy. Sie heißt Bonjour RATP und bündelt Fahrpläne, Routennetz, Echtzeit-Infos und die Möglichkeit, Tickets direkt zu kaufen und zu speichern. Wer ein älteres Handy ohne NFC-Verbinung hat, braucht für eiine HCE-Verbindung neben der Bonjour-RATP-App noch die Erweiterungs-App Mes Tickets Navigo.

Gare Saint-Lazare

13, rue d’Amsterdam (8. Arr.)
Métro 3, 9: Havre-Caumartin 12, 13, 14; Gare Saint Lazare RER A: Auber, E: Haussmann- Saint-Lazare

Züge in die Normandie

Der Pariser Bahnhof Gare Saint-Lazare ist der Bahnhof für die Linien in die Normandie - und den Eurostar nach London. Foto: Hilke Maunder
Der Pariser Bahnhof Gare Saint-Lazare ist der Bahnhof für die Linien in die Normandie – und den Eurostar nach London. Foto: Hilke Maunder

Gare d’Austerlitz

55, Quai d’Austerlitz (13. Arr.)
Métro 5, 10; RER C: Gare de l’Est

Züge nach Bordeaux-Saint-Jean, Limoges-Bénédictins und Toulouse-Matabiau, in den Süden der Ile-de-France, das Orléanais, das Berry und den Westen des Zentralmassivs.

Gare de l’Est

10, Place du 11. Nov. 1918 (10. Arr.)
Métro 4, 5, 7: Gare de l’Est

ICE-/TGV-Züge nach Süddeutschland (u. a. Freiburg im Breisgau), Luxemburg, Schweiz und Österreich

Gare de Lyon

20, Boulevard Diderot (12. Arr.)
Métro 1,14; RER A, D: Gare de Lyon

TGV nach Süd- und Südostfrankreich, in die Schweiz (Basel und Genf), nach Spanien (Barcelona) und nach Italien (Turin und Venedig).

Gare Montparnasse

17, Bd. Vaugirard (15. Arr.)
Métro: 4, 6, 12, 13: Montparnasse-Bienvenue

TGV Atlantique (Le Mans – Laval – Bordeaux), ; Destinationen der Westküste und im Loiretal

Gare du Nord

18, Rue de Dunkerque (10. Arr.)
Métro 2, 4, 5, RER B: Gare du Nord

ICE-Züge in den deutschen Norden; Eurostar nach London St Pancras

Wo fährt mein Zug?

Der typische Anblick: Dicht ballt sich der Pulk der Reisenden in der Bahnhofshalle und blickt auf die große Anzeigetafel, die über ihnen hängt. Denn: In Frankreich wird erst 20 Minuten vor Abfahrt das jeweilige Gleis angezeigt! Feststehende Abfahrtsgleise wie beispielsweise in Deutschland gibt es dort nicht.

Begründet ist diese dynamische Gleiszuweisung in Frankreich in der Anlage des Streckennetzes mit seinen vielen Knotenpunkten und Verzweigungen.

Die Zuweisung eines Gleises kurz vor Abfahrt ermöglicht es der Bahn, die Gleisbelegung flexibler und effizienter zu gestalten. So kann die SNCF auf aktuelle Gegebenheiten wie Zugverspätungen, kurzfristige Änderungen im Reiseaufkommen oder Gleisarbeiten besser reagieren und die Pünktlichkeitsquote verbessern.

85,9 Prozent der TGV-Züge waren so im Jahr 2023 pünktlich oder kamen mit einer Verspätung von weniger als 5 Minuten an ihrem Zielbahnhof an. Die Pünktlichkeitsquote der Fernzüge der Deutschen Bahn (DB) betrug 2023 63,6 Prozent.

Die 2-Minuten-Grenze

Ist auf der Zugstandstafel das Gleis angezeigt, beginnt das große Rennen…. denn die Türen der Züge schließen bereits 2 Minuten vor Abfahrt final. In letzter Sekunde den Zug noch zu erreichen und hineinzuspringen, ist in Frankreich nicht möglich. Ausnahme: Man reißt so kraftvoll an der TER-Tür, dass die Verriegelung aufspringt….

Achtung: Es gibt, beispielsweise am Pariser Bahnhof Montparnasse, Scannerschleusen am Gleiszugang, da kommt es bei der digitalen Ticketkontrolle in Ferienzeiten gerne zu Staus.

Fahrkarten

Bahn-Fahren in Frankreich: Der Bahnhof von Le Havre. Foto: Hilke Maunder
Der Bahnhof von Le Havre. Foto: Hilke Maunder

Eure Fahrkarten kauft ihr am besten online, in den DB-Reisezentren und -Verkaufsstellen oder in den SNCF-Vertragsbüro.  Natürlich werden sie auch an Automaten verkauft.

Der Nachteil: Mitunter funktionieren sie nicht, die Benutzerführung ist zwar mehrsprachig, aber mitunter umständlich, die Kartenzahlung funktioniert nicht immer. So habe ich mich oft an den Bahnhöfen in die Schlange gestellt, da es zu wenig intakte Automaten für die vielen Reisenden gibt. In Deutschland wie Frankreich.

Daher: Am besten online auf www.sncf-connect.com. Die Webseite offeriert des öfteren Specials, die es nicht am Schalter oder Automaten gibt. SNCF-Tickets könnt ihr auch auf www.bahn.de kaufen. Wenn ihr ein Smartphone besitzt, können ihr euch das Ticket auch aufs Handy laden. Sicherheitshalber solltet ihr es dennoch einmal ausdrucken.

Seit  1. März 2023  muss der Fahrschein vor der Zugfahrt nicht mehr entwertet werden. Die gelben Säulen vor oder auf dem  Bahnsteig sind bereits nahezu allesamt verschwunden. Bei Online-Tickets entfällt eine Entwertung.

Mein Tipp

❤  Carte Voyageur

Holt euch die Carte Grand Voyageur, die Kundenkarte der SNCF! Sie ist kostenlos – und bietet viele Vorteile. Ihr könnt euch Fahrkarten darauf buchen, nichts ausdrucken, keine App installieren – und erhaltet, falls ihr es wünscht, kostenlos einen Newsletter mit Aktionsangeboten, Service-Hinweisen und Updates.

Darüber hinaus sammelt ihr so Treuepunkte, die sich dann in Rabatten und Sonderpreisen auszahlen. Bereits  ab der fünften Hin- und Rückfahrt erhaltet ihr auf eurer Wunschstrecke einen Rabatt von zehn Prozent, der mit anderen Preisvorteilen kombiniert werden darf.

Gepäck

In Frankreich gibt es vor jedem Abteil große Bereiche für die Gepäckaufbewahrung. Der Stauraum am Platz ist sehr begrenzt. Jedes Gepäckstück muss leicht zu identifizieren sein. Gepäckanhänger mit eurem Namen und eurer Adresse sind Pflicht!

Tipp

Nutzt das SNCF-Etikettierungssystem e-Tiquette. Ihr könnt so Etiketten mit einem QR-Code mit euren Gepäckinfos erzeugen und ausdrucken. Vergesst oder verliert ihr ein so gekennzeichnetes Gepäck, kann die SNCF es ruckzuck identifizieren und euch wieder zukommen lassen.

Gepäckträger der SNCF könnt ihr am gelben Badge erkennen. Sie helfen euch mit eurem Gepäck – kostenlos! Ihr findet sie u.a. an der Gare de Lyon von Paris.

Ihr wollt euer Gepäck bereits schon zu Hause abholen lassen? Dann nutzt  den Haus-zu-Haus-Service (bagages á domicile) der SNCF, der für alle Züge mit Reservierungspflicht angeboten wird. Beim Haus-zu-Haus-Service ist das Gepäck bereits am nächsten Tag bei euch.

Bahn-Fahren in Frankreich: Stressfrei: Fahrradmitnahme im TER, der Regionalbahn. Foto: Hilke Maunder
Stressfrei: Fahrradmitnahme im TER, der Regionalbahn. Foto: Hilke Maunder

Fahrrad

Die gute Nachricht: Ihr könnt euer Fahrrad kostenlos in allen Zügen mitnehmen. Die Voraussetzung: Es ist zusammengeklappt, demontiert oder als Gepäckstück verpackt – maximal in einer 90 x 20 cm großen Hülle. Dann gilt es als Handgepäck und darf, mit Gepäckanhänger versehen, gratis mit dem Zug mitgenommen und auf die Gepäckfächer gelegt werden.

Ist das Fahrrad nicht demontiert und auf solche Maße geschrumpft, gelten andere Regeln. In Regional- (TER) und Intercité-Zügen gibt es fast immer ein Fahrradabteil. Dort ist der Transport des Drahtesels ebenfalls kostenlos.

In Nachtzügen und für die TGV muss die Radmitnahme reserviert werden und kostet 10 Euro. Achtung: Nicht alle Züge haben Fahrradabteile! Ebenfalls ärgerlich: Alle ICEs, TGVs und Thalys, die von Deutschland nach Frankreich fahren, nehmen keine Räder mit!

Achtung: So könnt ihr nur  Standardräder per Bahn transportieren. Liegeräder, Dreiräder, Tandems und Fahrradanhänger sind ausgenommen!

Garantie G30

Euer Zug hat Verspätung? Bereits nach 30 Minuten greift die Garantie G30 bei der Staatsbahn SNCF. Je nach Länge der Verzögerung gibt es eine Rückzahlung.  Die Erstattung könnt ihr online beantragen auf https://garantie30minutes.sncf.com.

Mit Haustier unterwegs?

Ihr dürft eure Haustiere mit in die Züge nehmen. Wiegen sie mehr als 5 kg (Eurostar: 6 kg), benötigen auch sie ein Ticket. Der Haustiertarif entspricht 50% des Ticketpreises in der 2. Klasse.

TER

  • kostenlos: kleine Tiere in einer Transportbox, in einer Tasche oder einem Korb (maximal 45 × 30  × 25 cm) sowie Blindenhunde
  • Hundetarif: für alle Tiere, die schwerer sind als 5 kg.

Ouigo

  • Einheitlicher Tiertarif unabhängig vom Gewicht.
  • kostenlos: Begleithund für Reisende mit Behinderungen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 80 Prozent

TGV

  • kostenlos: kleine Tiere in einer Transportbox, in einer Tasche oder einem Korb (maximal 45 × 30  × 25 cm) sowie Blindenhunde
  • Ticket (Hundetarif) für alle Tiere, die schwerer sind als 6 kg.
  • Hunde: angeleint und/oder mit Maulkorb (je nach TGV-Linie).

Eurostar

  • kostenlos: kleine Tiere in einer Transportbox (maximal 55 x 30 x 30 cm sowie Blindenhunde
  • Ticket (Hundetarif) für alle Tiere, die schwerer sind als 5 kg.
  • Hunde: angeleint oder mit Maulkorb.

Bahn-Service

für Familien

In allen TGV-Zügen gibt es Familienbereiche mit Spieltischen und Wickelraum (Wagen 7 und 17) in der Nähe. Fläschchen oder Brei wärmen auf Wunsch gerne die Mitarbeiter der SNCF auf.

für alleinreisende Kinder

Eine Betreuung für alleinreisende Kinder von vier bis 14 Jahren bietet die SNCF mit ihrem Servicepaket Junior & Cie währen der Ferien- und Urlaubszeiten. Während der ganzen Fahrt ist der Nachwuchs unter Aufsicht. Er wird mit Malen und Basteln, Spielen und Gruppenspaß so gut unterhalten, dass die Reise ruckzuck vorübergeht. Dieser Service wird für 120 Bahnhöfe angeboten und kostet zusätzlich zur Fahrkarte eine Gebühr.

für Menschen mit Handicap

In allen Fernzügen und neuen Regionalzügen findet ihr extra ausgewiesene Bereiche für Reisende mit Rollstuhl. Die älteren Regionalzüge sind noch nicht behindertengerecht umgerüstet. Ergänzend bietet die SNCF für Reisende mit Handicap kostenlos den Service Accès Plus, bei Regionalzügen den Service Accès TER.

Er muss 48 Stunden vor Reiseantritt gebucht werden. Was bringt er? 30 Minuten vor Abfahrt des Zuges trefft ihr euren Begleiter, der euch zum Platz bringt und euch hilft, euch für die Fahrt dort einzurichten.

Er informiert den Zugkontrolleur über euren gebuchten Zusatz-Service und prüft, ob die Fahrt zu eurer Zufriedenheit verläuft. Beim Zugwechsel hilft er beim Umsteigen, beim Fahrtende bringt er euch zum Treffpunkt.

Bahnfahren in Frankreich. Der Bahnhof von Perpignan war bis vor wenigen Jahren kunterbunt im Innern - eine Hommage an DalI. Foto: Hilke Maunder
Der Bahnhof von Perpignan war bis vor wenigen Jahren kunterbunt im Innern – eine Hommage an Dalí. Foto: Hilke Maunder

Sparen beim Fahren

Rechtzeitig buchen

  • nur 25 % Rabatt garantiert3.

Buchungsfristen für SNCF-Tickets

Die Verfügbarkeit hängt vom Zugtyp ab:

ZugtypBuchungsbeginnHinweise
TGV INOUI4 Monate im VorausFür internationale Verbindungen (z. B. Spanien, Italien) teils 6 Monate.
OUIGO2–9 Monate im VorausHochgeschwindigkeitszüge früher buchbar als Regionalverbindungen (ca. 45 Tage).
TER/INTERCITÉS3–5 Monate im VorausRegionale Züge; Rabatte abhängig von Heures Bleues.
EurostarBis zu 11 Monate im VorausFür Verbindungen nach London

Während der heures bleues gelten günstigere Tarife für TER- und INTERCITÉS-Züge. Diese Zeiten definiert der SNCF-Kalender:

  • Heures Bleues:
    Gelten in der Regel außerhalb der Stoßzeiten (z. B. werktags vor 6:30 Uhr, zwischen 8:00–17:00 Uhr und nach 18:30 Uhr).
  • Heures Blanches:
    Während der Stoßzeiten (z. B. morgens 6:30–8:00 Uhr und nachmittags 17:00–18:30 Uhr)

Train à 1 Euro

AvantagiO‚ 1€. nennt die SNCF ihr Sparangebot, das als train à un euro den Nahverkehr in Okzitanien revolutioniert hat. In der gesamten Region könnt ihr am ersten Wochenende im Monat für nur einen Euro mit der Bahn unterwegs sein. Bereits drei Wochen im Voraus könnt ihr das Sparticket erwerben – allerdings nur online!
• www.ter.sncf.com/occitanie/tarifs-cartes/billets-un-euro

Das Angebot für die Schiene ergänzt u.a. in den Pyrénées-Orientales das Sparticket für die Busse: le bus à un euro.

Europa-Sparpreis

Die DB bieten für Reisen von Deutschland nach Frankreich Europa-Sparpreise an. Die kosten je nach Fahrtziel 19/29/39 Euro und können bis zu sechs Monate im Voraus erworben werden.

Rabattkarten der SNCF

In Frankreich gibt es mehrere  Karten, mit denen ihr beim Bahnfahren ganz gut sparen kann: die cartes avantage. Sie lohnen sich oft schon bei einer längeren Hin-und Rückreise und gibt es sowohl in der 1. als auch in der 2. Klasse. Dabei ist ein 1. Klasse-Ticket oft nur wenige Euro teurer als ein 2. Klasse-Ticket.

  • 30 % Ermäßigung in den Fernzügen (TGV, Intercité etc.) in Frankreich sowie TGVs, Thalys und ICEs, die nach Frankreich fahren (z.B. ab Frankfurt, Freiburg oder Stuttgart, aber auch aus der Schweiz, Luxemburg und Spanien),
  • je nach Region 25-50% Rabatt in den Regionalzügen (TER),
  • 60 % Rabatt für 3 mitreisende Kinder unter 12 Jahre (Kinder unter 4 Jahren fahren kostenlos)
  • Kostenlose Rückgabe oder Umtausch der Tickets bis 3 Tage vor der gebuchten Fahrt
  • Gültigkeit: ein Jahr
Cauterets: der Bahnhof. Foto: Hilke Maunder
Der ehemalige Bahnhof von Cauterets: eine kinoreife Kulisse! Foto: Hilke Maunder

Mein Tipp

❤ Inter-Rail Länderpass Frankreich

Der Interrail Ein-Länder-Pass Frankreich Pass ist eine tolle Option, wenn ihr Frankreich ohne Auto entdecken wollt. An den Bahnhöfen der Großstädte findet ihr fast überall Stadträder. Bahn und Rad: eine perfekte Kombi!

Achtung

In Frankreich müssen die Sitzplätze in den Hochgeschwindigkeitszügen TGV und Thalys vorab zwingend reserviert werden. Dies ist bis zu drei Monate im Voraus über den Inter-Rail-Reservierungsservice.möglich. In den TER-Regionalzügen ist keine Reservierung erforderlich.

Das Wichtigste zum Inter-Rail-Länderpass Frankreich

  • Erhältlich für 3, 4, 5, 6 oder 8 Reisetage innerhalb von einem Monat.
  • Angeboten in der 1. und 2. Klasse
  • Preise gestaffelt nach Alter: Kind (4 – 11 Jahre), Jugendliche (12 – 27), Erwachsener (28 – 59), Senior (60+)
  • Auch als One Country Mobile Pass erhältlich

Info: www.interrail.eu

Wo fährt mein Zug ein/ab?

In Frankreich sind die Gleise für die einzelnen Züge nicht fest in der Fahrplanübersicht verankert, sondern werden 20 Minuten vor Einfahrt des Zuges auf Bildschirmen und über Lautsprecher angekündigt

Autozug nach und in Frankreich

Die Deutsche Bahn hat ihren Autozug eingestellt. Doch in Frankreich gibt es den Hiflow als „Autozug“ der SNCF. Der Name täuscht: Nicht Züge, sondern Autotransporter auf der Straße oder Chauffeure bringen euer Fahrzeug zum Zielort. Der autotrain der SNCF wurde zum Jahresende 2019 eingestellt.

Musik im Bahnhof: in Paris wie in Marseille. Reisende und Besucher sind eingeladen, selbst einmal zu musizieren. Foto: Hilke Maunder
Musik im Bahnhof: in Paris wie in Marseille. Reisende und Besucher sind eingeladen, selbst einmal zu musizieren. Foto: Hilke Maunder

Ausflugszüge

In Frankreich gibt es herrliche Touristenstrecken für alle, die mit der Bahn tolle Landschaften erleben wollen. Einige habe ich bereits entdecken und vorstellen können. Lasst euch inspirieren!

U Trinighellu (Micheline)

Trinighellu, trenuccio und la Micheline: Dieser korsische Zug hat viele Namen. Als Tramway de la Balagne bringt er euch von Calvi nach L’Île-Rousse.

1888 hatte man mit dem Bau einer Schmalspurbahn begonnen, um die Insel zu erschließen, auf der sonst Maultier und Kutschen die wichtigsten Verkehrsträger waren. Neugierig? Dann klickt mal hier!

Trinighellu: Kopf rausstecken, gucken und den Fahrwind spüren... Bahngenuss wie früher! Foto: Hilke Maunder
Kopf rausstecken, gucken und den Fahrtwind spüren… Bahngenuss wie früher! Foto: Hilke Maunder

Train des Merveilles

Die Flüsse Paillon, Bévéra und Roya haben im Hinterland von Nizza sich tief in den Fels gefräst und eine spektakuläre Landschaft geschaffen, in der uralte Dörfer auf hohen Kämmen und Spitzen wie Adlerhorste hocken, eingebettet in ein sattes Grün. Mitten hindurch saust ein legendärer Zug: der Train des Merveilles.

Train Jaune

Die Aussichtsstrecke im Tal des Tech führt von Villefranche-de-Conflent nach Latour-de-Carol und hält unterwegs in Europas höchstgelegenem Bahnhof.

Train Rouge

Der Zug des Fenouillèdes: le train rouge – im Sommer mit offenen Wagen! Foto: Hilke Maunder
Der Zug des Fenouillèdes: le train rouge – im Sommer mit offenen Wagen! Foto: Hilke Maunder

Der rote Zug durch die Täler von Agly und Aude, durch weite Weingärten und dunkle Tunnel. Was ihr auf der Bahnfahrt zwischen Axat und Rivesaltes alles erleben könnt? Klickt mal hier!

Train à Vapeur des Cevennes

Zwischen Anduze und Saint-Jean-du-Gard verkehrt der nostalgische Train à Vapeur des Cevennes mit dunkelblauen Dampfloks.

Le Petit Train d’Artouste

In 2.000 Metern Höhe fährt im Ossau-Tal der Petit Train d’Artouste durch die Bergspitzen der Pyrenäen – eine Schmalspurbahn mit grandiosen Ausblicken und hier und da Nervenkitzel. Erfahrt hier mehr!

Le Petit Train d'Artouste. Foto: Hilke Maunder
Le Petit Train d’Artouste des Béarn. Foto: Hilke Maunder

Allerfeinste Bahnhofsküche

Croissant auf die Hand, Café im Stehen? Immer mehr Restaurants zeigen: Bahnhofsküche geht auch anders – opulent, nostalgisch oder edel mit Zeitgeist.

Paris

Le Train Bleu

Vergoldete Stukkaturen, Kristalllüster, livrierte Kellner, nostalgisches Leder und opulente Gemälde: Le Train Bleu im Pariser Gare de Lyon hat die pure Pracht des Fin de Siècle bewahrt. Coco Chanel, Colette und Brigitte Bardot nippten hier am Champagner. Jean Gabin, Jean Cocteau und Salvador Dalí speisten inmitten von 41 Decken- und Wandgemälden.

Sie stellen opulent die drei größten Städte Frankreich – Paris, Marseille und Lyon – vor sowie die Geschichte der Grande Nation. 30 Maler schufen diese Werke, mindestens ebenso viele Köche schuften heute in der kleinen Küche, aus der täglich 500 Mahlzeiten kommen. Nicht immer reicht die Qualität an den Mythos ran.

Klassiker der Karte sind hausgeräucherter Lachs mit Bio-Rührei und Sauerampfer und der Tartar vom Charolais-Rind. Beim Degustations-Menü gibt es den Champagner gleich dazu.

Cocktails wie Nikita erinnern daran, dass das Bahnhofslokal schon oft Kulisse für Blockbuster war – von Mr. Bean, der auf Ferien ging, bis zum Kultfilm von Luc Besson, Nikita. Nach einem Reinfall beim Essen – ewig gewartet und dann lauwarm und fad – würde ich euch empfehlen: Genießt das Ambiente und den Zauber von einst lieber nur beim Apéro!

Lazare

Éric Frechon. © Pressefotos, zur Verfügung gestellt von Clarisse Ferreres Communication
Éric Frechon. © Pressefotos, zur Verfügung gestellt von Clarisse Ferreres Communication

Für eine sterneverdächtige Bahnhofsküche solltet ihr mit der Métro ein zweites Bahnhofslokal ansteuern: das Lazare von Eric Frechon in der Gare Saint-Lazare. Genau dort, wo die Züge in seine normannische Heimat abfahren, eröffnete der Dreisternechef im Herbst 2013 sein Schlemmerlokal, das blitzschnell zum In-Treff aufstieg.

Bahnhofsrestaurant Éric Frechon, Gare Saint-Lazare. © Pressefotos, zur Verfügung gestellt von Clarisse Ferreres Communication
Bahnhofsrestaurant Éric Frechon, Gare Saint-Lazare. © Pressefotos, zur Verfügung gestellt von Clarisse Ferreres Communication

Lag’s an der gemütlich-stylischen Einrichtung mit der zentralen Bar aus Holz und Leder, den Klubsesseln in dunklem Blauschwarz, der offenen Küche, den weißen Tischen oder dem Tellerstapel in den Wandregalen aus dunklem Holz – lauter Details der Inneneinrichtung von Karine Lewkowicz? Oder an seinem Dessert Paris-Deauville, einem kühl-köstlichen Karamell-Soufflé, Markenzeichen und längst Klassiker auf der Karte?

Weiterlesen

Im Blog

Die Bürgerbahn

Frankreich hat im Dezember 2020 den Schienenverkehr für den Wettbewerb geöffnet.  Seitdem können auch andere Betreiber als die SNCF Züge auf dem französischen Schienennetz betreiben.  Mit dabei ist neben TrenItalia und der spanischen Renfe auch die Bürgerbahn RAILCOOP. Mehr dazu steht in diesem Beitrag.

Im Buch

Von Stadt zu Stadt per Bahn geht es perfekt in Frankreich – lasst euch hier inspirieren!

Klaus Simon, Hilke Maunder, Secret Citys Frankreich*

Gemeinsam mit meinem geschätzten Kollegen Klaus Simon stelle ich in diesem Band 60 Orte in Frankreich vor, die echte Perlen abseits des touristischen Mainstreams sind. Le Malzieu in der Lozère, Langogne im Massif Central, aber auch Dax, das den meisten wohl nur als Kurort bekannt ist.

Mit dabei sind auch Senlis, eine filmreife Stadt im Norden von Frankreich, und viele andere tolle Destinationen. Frankreich für Kenner  – und Neugierige!

Lasst euch zu neuen Entdeckungen inspirieren… oder träumt euch dorthin beim Blättern im Sessel oder am Kamin. Wer mag, kann das Lesebuch mit schönen Bildern hier* bestellen.

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