Die Verkehrswende in Frankreich
Die Verkehrswende in Frankreich: in Frankreich: Straff und zügig will der Zentralstaat sein Verkehrswesen umbauen und der Elektromobilität, der Schiene und dem Rad mehr Raum geben. Zugpferde beim klimafreundlichen und nachhaltigen Umbau sind nicht nur Paris, sondern auch Regionen wie Okzitanien.
Sie sehen in der transition écologique, der Wende zu mehr Nachhaltigkeit mit klimafreundlichen Infrastrukturen und einer echten Verkehrswende hin zu null Emissionen, echte Chancen für mehr Wachstum und größere Eigenständigkeit.
Die Verkehrswende auf der Straße
Verschärfung der Umweltzonen
In Paris, Lyon, Straßburg, Montpellier und Grenoble sind Fahrzeuge mit Crit’Air 3, 4, 5 sowie nicht eingestufte Modelle ganzjährig verboten. Toulouse und Reims schließen sich an: In Reims haben nur noch Crit’Air 1–3 sowie E-Autos Zutritt. Auch in Rouen, Nizza und Aix-Marseille gelten Fahrverbote ab Crit’Air 4.
Bei Verstößen drohen Strafzettel ab 68 Euro, erfasst durch Kameras. Eine Abschaffung der ZFE wurde 2025 debattiert, ist aber nicht umgesetzt – die Verschärfungen gelten weiter. Alle Infos zur französischen Umweltplakette gibt es hier.
Runter vom Tempo
Bodenschwellen ( ralentisseurs oder umgangssprachlich policiers couchés ), Straßenverengungen durch Barrikaden, Fahrgassenversatz, Aufpflasterungen über die gesamte Fahrbahn, nur teilweise oder Pflasterkissen: Beim baulichen Inventar zur Tempo-Drosselung haben die Franzosen in den letzten Jahren enorm aufgerüstet. Ziel aller Maßnahmen ist es, die persönliche Mobilität mit eigenem Fahrzeug unattraktiv zu machen.
Sehr beliebt sind neben „pädagogischen Radars“ (die nur die gefahrene Geschwindigkeit anzeigen, aber nicht blitzen) intelligente Ampeln. Sobald die zugelassene Geschwindigkeit überschritten wird, springen sie auf Rot.
Möglich wurden diese Baumaßnahmenmit einem Dekret vom 29. November 1990. Es gestattet Städten und Gemeinden, unabhängig vom Département Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung durchzuführen.
Nicht nur in urbanen Räumen, sondern auch auf der Autobahn: Tempo 110 statt 130 wird bei der Verkehrswende heiß diskutiert. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Tempo 30
2005 erklärte sich Fontenay-aux-Roses zur Ville 30. Kurz darauf gründete sich das gleichnamige Netzwerk Ville 30. Fast 400 Gemeinden hatten Anfang 2026 das Tempo von 50 auf 30 km/h reduziert. Mit dabei sind auch zwei Dutzend Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern.
Nach Grenoble und Angers als Vorreitern folgten Metropolen wie Toulouse, Rennes, Lille, Straßburg, Montpellier, Lyon, Tours, Clermont-Ferrand, Alençon, Saint-Malo – und seit August 2021 auch Paris. In ganz Paris gilt seitdem 30 km/h, mit Ausnahme des Périphérique, des Boulevard des Maréchaux und einiger anderer Achsen.
Rückbau von Straßen und Plätzen

Im ganzen Land wurden und werden im Zuge der Verkehrswende viel befahrene Boulevards und verkehrsumtoste Kreisel rückgebaut. Einst breite innerstädtische Straßen sind heute reduziert auf eine Fahrbahn für Autos & Co. und separate Spuren für Radfahrer und Busse des ÖPNV.
Gesperrte Stadtzentren
Als erste Stadt des Landes hat Paris am 4. November 2024 im Zuge der Verkehrswende sein Zentrum für den Durchgangsverkehr von Motorfahrzeuge gesperrt und zu einer verkehrsbeschränkten Zone(Zone à Trafic Limité, ZTL) erklärt. Diese Zone umfasst die Arrondissements 1, 2, 3 und 4 und erstreckt sich über etwa 5,5 Quadratkilometer.
Sie gilt rund um die Uhr an allen Wochentagen und erlaubt nur Anwohnern, Personen mit berechtigtem Ziel und bei bestimmte Ausnahmen die Einfahrt. Durchfahrten ohne Halt sind verboten. Der Erfolg der Änderung: Das Verkehrsaufkommens ist, je nach Straße, schlagartig um 7 bis 30 Prozent gesunken. Bei Verstößen droht eine Geldstrafe von 135 Euro.
Einbahnstraßen
Einbahnstraßen an Strandpromenaden sind am Atlantik seit Jahrzehnten vielerorts üblich. Nun entdecken auch die Küstenorte am Mittelmeer diese Verkehrsführung und bauen ihre Achsen entsprechend um. Auch bei der innerstädtischen Verkehrsberuhigung feiern die Einbahnstraßen eine triumphale Rückkehr.
In Frankreich entstehen derzeit neue sens uniques so schnell, dass die Aktualisierungen für Navigationssysteme nicht mehr hinterherkommen.
Und so wartet nicht selten dort bereits die Gendarmerie, wenn Touristen den Weg zum Innenstadthotel zu nehmen, den Garmin und Tom-Tom angezeigt haben – und verkehrswidrig in Einbahnstraßen einbiegen. Denn die Schilder fehlen mitunter noch.

Weniger Parkplätze
Autos und Motorräder raus aus den Zentren: Das bringt auch den Rückbau von Parkplätzen und Parktaschen für die Verkehrswende mit sich. Und wo es sie noch gibt und früher frei geparkt werden konnte, stehen heute vielerorts Parkautomaten. Musste bislang das Nummernschild für die Ausgabe des Parkscheins händisch eingegeben werden, können moderne Geräte es digital erfassen.
Teurere Parkgebühren

Seit die Verkehrswende im Land politische beschlossen ist, ziehen die Parkgebühren jedes Jahr massiv an – um 18 bis 23 Prozent jährlich. Das Ziel: die Autos aus den Städten zu vertreiben. Teurer wurde nicht nur das Parken am Straßenrand und im Parkhaus, sondern auch das Anwohnerparken. Fast 120 Euro kostet es pro Monat in Paris.
Montpellier und Lyon sind kaum günstiger. In der zweitgrößten Stadt kamen wütende Anwohner auf eine ungewöhnliche Idee. Sie suchten Mieter in einem HLM (Sozialwohnungsbau) auf, die kein Fahrzeug besaßen – und mieteten deren Stellplätze.
Seit 2018 können die Gemeinden die Parkgebühren für das Parken auf Straßen auf ihrem Gebiet sowie die Höhe der ausgelagerten Nachparkpauschale (FPS / forfait post stationnement ), die als Bußgeld gilt, frei festlegen.
Davon machte Paris medienwirksam Gebrauch: Nach einer Volksabstimmung am 4. Februar 2024 (Teilnahme: rund 3 % der Wahlberechtigten, davon 55 % Zustimmung) erhöhte die Stadt die Parkgebühren für SUVs und schwere Fahrzeuge (ab 1,6 Tonnen, E-Autos ab 2 Tonnen) zum 1. September 2024 um das Dreifache. In der Hauptstadt werden seitdem pro Stunde 8 Euro, für sechs Stunden 225 Euro fällig.

Mehr Ladesäulen
Im Februar 2021 führte ein Dekret die Verpflichtung für alle Autobahnbetreiber ein, bis zum 1. Januar 2024 auf allen Raststätten mit Tankstelle Ladestationen für E-Autos zu installieren. Das Dekret schreibt mindestens vier Ladestationen vor, wobei der Schwerpunkt auf dem Schnellladen liegt. Dies wurde geradezu vorbildlich umgesetzt entlang der Autobahn, wo ihr im Schnitt sieben bis acht Ladestationen pro Tankstelle findet, oft auch mehr.
Landesweit wird das Netz der Ladestationen weiter ausgebaut, sei es auf Straßen, Parkplätzen von Geschäften oder vor Tankstellen. Die Regierung hat zudem Gelder bereitgestellt, um die Installation von Schnellladestationen an ländlichen Stationen zu finanzieren.

Gemeinsam mobil: Covoiturage
Immer mehr Metropolen richten im Zuge der Verkehrswende auf den Hauptverkehrsachsen, die in die Stadtzentren führen, eigene Spuren für Fahrgemeinschaften ( covoiturage ) ein. Um die Einhaltung der Regel zu kontrollieren, werden derzeit Radargeräte getestet. Damit soll eine automatisierte Strafverfolgung derjenigen möglich sein, die die mit einer senkrechten Raute markierte Spur ohne Mitfahrer nutzen. Das Radargerät ermittelt Anzahl der Personen an Bord anhand der Körpertemperatur.

Mitfahrbonus
Die Regierung fördert Mitfahr-Angebote mit einer prime de covoiturage. Dieser Mitfahrbonus gilt seit 2023 für Kurzstrecken (bis 80 km) ebenso wie für Langstrecken (über 80 km).
Es gibt jeweils pauschal:
- 25 Euro für die 1. Fahrt
- 75 Euro für die 10. Fahrt (innerhalb von drei Monaten nach der ersten abgeschlossenen Fahrt).
Lang- und Kurzstreckenfahrten können addiert werden. Dadurch sind maximal 200 Euro Prämie möglich.
Die Fahrgemeinschaftsprämie ist für alle bestimmt, die seit Januar 2023 Fahrgemeinschaften bilden. Auch Mitreisende können den Zuschuss erhalten. Um die Prämie zu beantragen, muss der Antrag beim jeweiligen Mitfahrportal mit einer Verbindung über France Connect aktiviert werden.
Mitfahrzentralen
- Blablacar: Marktführer, auch mit deutscher Webseite, www.blablacar.fr
- Blablacar Daily: für Pendler, https://blablacardaily.com
- MobiCoop: genossenschaftlich, ohne Kommission, www.mobicoop.fr
- Karos: www.karos.fr
- Klaxit: www.klaxit.com
- La roue verte: www.laroueverte.com
- Atchoum: www.atchoum.eu
- CityGo: Mitfahranbieter für urbane Räume und Städte: www.citygo.io
E-Auto-Förderung
Mit mehreren Finanzzuschüssen fördert Frankreich bei der Umsetzung der Verkehrswende den Kauf von E-Autos bzw. E-Bikes. Während die klassische Abwrackprämie ( Prime à la conversion ) zum 1. Januar 2026 eingestellt wurde, setzt die Regierung nun auf ein System, das soziale Kriterien mit ökologischen Mindeststandards (Umwelt-Score) verknüpft.
Coup de Pouce
Der 2026 gestartete Umweltbonus Coup de Pouce fördert ausschließlich reine Elektroautos bis zu einem Bruttopreis von 47.000 € und einem Gewicht unter 2.400 kg. Entscheidend ist zudem ein Umwelt-Score von mindestens 60 Punkten, der die gesamte CO₂-Bilanz der Produktion berücksichtigt.
Die Prämienhöhe nach Haushaltseinkommen:
- 5.700 € für Haushalte mit einem Referenzeinkommen ( RFR revenu fiscal de référence) bis 16.300 € pro Kopf.
- 4.700 € für mittlere Einkommen (bis 26.300 € pro Kopf).
- 3.500 € für alle übrigen Privatkäufer.
- EU-Bonus: Wer sich für ein in Europa produziertes Fahrzeug inklusive EU-Batterie entscheidet, kann eine zusätzliche Prime complémentaire von bis zu 2.000 € erhalten.
Malus für Verbrenner
Seit 2009 gibt es in Frankreich einen Malus für Autos mit Verbrennungsmotor, der sich an den CO2-Emissionen orientiert und seitdem mehrfach verschärft wurde. Der Malus ist gestaffelt: Je höher die CO2-Emissionen, desto höher der Malus.
Subventionen für Unternehmen
Eine weitere Initiative darauf ab, die französische Automobilindustrie zu stärken und die lokale Produktion von Elektroautos zu fördern. Dazu wurden staatliche Prämien für den Kauf von in Frankreich produzierten Elektroautos erhöht. Zusätzlich gibt es Steuererleichterungen für Unternehmen, die in Frankreich Elektroautos herstellen. Diese Maßnahmen sollen nicht nur die Produktion und den Verkauf von Elektroautos ankurbeln, sondern auch Arbeitsplätze sichern und die Wirtschaft stärken.
Frankreichs Verkehrswende im ÖPNV
Le bus à 2euro
Im Département Pyrénées-Orientales war es mehr als zehn Jahren seit 2012 möglich, für einen Euro mit dem Bus zu fahren. Dieser Service ist in ländlichen Gebieten für Menschen, die keine andere Möglichkeit haben, sich fortzubewegen, seitunverzichtbar geworden. 2022 gesellten sich die ersten fünf grenzüberschreitenden Busse in den Pyrénées-Orientales hinzu Sie verkehren zwischen Formiguères und Puigcerdà, Le Boulou und Figueres sowie zwischen Camprodon und Prats-de-Mollo. Seit dem 1. Oktober 2025 kostet der sogenannte Ein-Euro-Bus (Bus à 1 €) in den Pyrénées-Orientales jetzt 2 € pro Fahrt.
Kostenloser Nahverkehr

Fast 50 städtische Verkehrsnetze in Frankreich bieten eine teilweise oder komplette kostenlose Nutzung ihrer öffentlichen Verkehrsmittel an. Im Rahmen der Verkehrswende schließen sich immer mehr Gemeinden diesem Netz an. Wo und wer, verrät der Observatoire des villes du transport gratuit.
Anstelle einer vollständigen Kostenfreiheit ohne Fahrkartenverkauf entscheiden sich einige Städte für eine teilweise Kostenfreiheit. Sie behalten ihr Fahrkartensystem bei, übernehmen aber die Kosten ganz oder teilweise für bestimmte Bevölkerungsgruppen (Jugendliche, Senioren, Arbeitslose, Geringverdiener, Behinderte). Andere Betreiber bieten die kostenlose Nutzung nur zu bestimmten Zeiten an (etwa bei hoher Luftverschmutzung, Nachtfahrpläne, Wochenenden) oder beschränken sie auf einen Teil des Netzes.
Artois: Das größte Netz des Landes
Seit dem 1. Januar 2026 hält der Ballungsraum Artois in Nordfrankreich den Rekord für das größte kostenlose Verkehrsnetz Frankreichs. Das Tadao-Netz von Artois Mobilités erstreckt sich über 150 Gemeinden – darunter Lens-Liévin, Hénin-Carvin und Béthune-Bruay – und versorgt rund 650.000 Einwohner auf einer Fläche von 1.000 Quadratkilomtern.
Hier gilt das Prinzip „offene Türen“. In den Bussen und Navettes sind für alle, ob Einwohner oder Tourist, keine Tickets mehr nötig. Einzigartig ist auch die Integration der Schiene: Auf sieben Linien mit 31 Bahnhöfen können – allerdings nur Einheimische – mit der PassPass-Karte sogar die regionalen TER-Züge gratis nutzen. Mit Investitionen von rund 20 Millionen Euro pro Jahr will die Region die Nutzung des ÖPNV innerhalb eines Jahres um 30 Prozent steigern.
Montpellier: das urbane Vorbild
Bis zum Start des nordfranzösischen Projekts war Montpellier das Flaggschiff der Bewegung. Am 21. Dezember 2023 hatte die Hauptstadt des Départements Hérault den komplett kostenlosen Nahverkehr für alle Einwohner der Metropolregion eingeführt. Meh als 500.000 Menschen fahren hier mit Bus und Tram zum Nulltarif – sieben Tage die Woche. Einzige Voraussetzung ist ein digitaler oder physischer Pass Gratuité.
Kostenlos für unter 18-Jährige
Straßburg und Lille bieten beispielsweise seit einigen Jahren die kostenlose Nutzung ihrer Verkehrsmittel für alle Minderjährigen an. Valenciennes und die Communauté d’agglomération de la Port du Hainaut mit 82 Gemeinden und 355.655 Einwohner haben den kostenlosen Zugang auf alle Jugendlichen bis 25 Jahre ausgeweitet. Paris setzt auf preisreduzierte Tickets für den Nachwuchs und für alle bei Smogalarm. Dann gilt ein deutlich rabattiertes Umweltticket für die Hauptstadt.
Kostenlos an Samstagen oder an Wochenenden
Freie Fahrt nur am Wochenende gilt in Nantes – dort sind Busse, Straßenbahnen und Pendelbusse samstags und sonntags kostenlos. Dies gilt seit April 2021 sowohl für Einwohner als auch für Touristen. Allerdings benötigt ihr nach wie vor einen Fahrschein (den „Null-Euro-Pass“) – und müsst ihn bei jedem Einsteigen neu entwerten.
In der Metropolregion Rouen ist seit 2022 ist das Netz jeden Samstag für alle Nutzer kostenlos. Auch hier gilt jedoch die Pflicht, einen (kostenlosen) Fahrschein zu entwerten.
Immer gratis und fahrscheinfrei
In Frankreich gibt es zwei Welten der Kostenfreiheit. Während viele Metropolen den Nulltarif an den Wohnsitz binden, setzen andere auf das Prinzip des libre accès. In diesen Städten gibt es keine Fahrkartenautomaten mehr, keine Entwerter und keine Kontrollen – ihr steigt einfach ein.
Völlig gratis und fahrscheinfrei für alle ist der ÖPNV beispielsweise hier:
- Große Netze: Dunkerque (Dünkirchen), Niort, Aubagne, Châteauroux, Compiègne, Douai.
- Mittel- und Kleinstädte: Bernay, Castres, Dinan, Dinard, Figeac, Gaillac, Gap, Issoudun, Joigny, Mayenne, Nyons, Porto-Vecchio, Saint-Flour, Vitré, Villeneuve-sur-Lot.
Kostenlose City-Shuttles

Mehrere Städte in Frankreich bieten im Zuge ihrer Verkehrswende in den Innenstädten kostenlose City-Shuttles an. Dazu gehört neben Bergerac, Caen, Colmar, Limoges und Rennes auch Toulouse. Ein einfacher Wink mit der Hand genügt, und schon hält der Fahrer an. Beim Aussteigen genügt ein Knopfdruck, um auszusteigen, wo man möchte.
Und so hält die Navette Centre-Ville auch mitten in der Gasse, setzt ihre Passagiere ab – und lässt andere Fahrzeuge warten. Alle zehn Minuten saust der kleine Bus so kreuz und quer durch das alte Herz von Toulouse. Zehn dieser kleinen Mini-Busse sind von Montag bis Samstag während der Geschäftszeiten unterwegs. Mit Elektroantrieb und Niederflur fertigte das italienische Unternehmen BredaMenarinibus die Stadtkleinbusse. So sind sie auch rollstuhl- und kinderwagentauglich.
Frankreichs Verkehrswende beim Rad
Bereits 2018 verabschiedete Frankreich seinen ersten Plan Vélo. Im Mai 2023 wurde dieser durch den Plan Vélo et Marche 2023–2027 abgelöst, für den die Regierung rund zwei Milliarden Euro bereitstellt. Dieser Plan ist ein wesentlicher Bestandteil der Verkehrswende und umreißt alle jene Maßnahmen, mit denen Frankreich die Rad-Kultur fördern will. Dazu gehören neben dem massiven Ausbau der Infrastruktur und einer verbesserten Sicherheit auch steuerliche Anreize.
E-Bike-Prämie
Die Umtauschprämie zur Förderung der E-Mobilität gibt es in Frankreich nicht nur fürs Auto, sondern auch fürs Fahrrad. Bis zu 4.000 Euro Förderung sind möglich, wenn gleichzeitig ein altes Fahrzeug mit Verbrennermotor verschrottet wird. Wie hoch die Förderung tatsächlich ausfällt, bemisst das Referenzeinkommen. Je weniger Geld auf dem Konto, desto höher die Fördersumme. Ohne Verschrottung eines Autos liegt der staatliche Zuschuss für E-Bikes bei maximal 400 Euro (für Haushalte mit geringem Einkommen). Zusätzliche Boni gibt es für Lastenräder, Falträder oder Fahrradanhänger (bis zu 2.000 Euro). Die Förderung wurde im Rahmen des neuen Plans bis 2027 verlängert.
Frankreichs Fahrradhauptstadt
Jedes Jahr zeichnet die FUB Fédération des Usagers de la Bicyclette in Tours die fahrradfreundlichsten Stadt im Land aus.: Während Straßburg jahrzehntelang unangefochten führte, gelang Grenoble 2022 der historische Coup. Seitdem behauptet sich die Alpenmetropole beim großen FUB-Barometer konstant an der Spitze – dicht gefolgt von Straßburg und Rennes. Doch der größte Aufsteiger des Jahres 2026 ist Paris: Durch den radikalen Umbau zur 100 % fahrradfreundlichen Stadt setzt die Hauptstadt die etablierten Spitzenreiter massiv unter Druck und führt mittlerweile bei der Wachstumsgeschwindigkeit der Radwege.
Stadträder

Frankreich hat für seine Verkehrswende Frankreich hat für seine Verkehrswende ein gut ausgebautes Stadtradsystem auf die Beine gestellt. Zalreiche Stadtradanbieter haben neben Tandems, Standard- und Kinderrädern auch Elektro- und Lastenräder im Angebot. Das Ziel der Regierung ist es, bis 2027 die Zahl der sicheren Stellplätze an Bahnhöfen auf über 90.000 zu erhöhen.
Mehr Radwege
Mehr als 60.000 markierter Wege umfasst heute das französische Radwegenetz. Das Ziel ist es, bis 2027 eine Gesamtlänge von 80.000 Kilometern und bis 2030 sogar 100.000 Kilometer zu erreichen. Frankreichs Vision ist ein Netzwerk von großen europäischen, nationalen und lokalen Radrouten. Sie sollen die Alltagsmobilität verändern und die touristische Nutzung des Fahrrads fördern. Derzeit umfasst das Radwandernetzwerk mehr als 60 nationale Routen. Darunter befinden sich neun EuroVelo-Routen, die Frankreich durchqueren oder dort starten.
• Die schönsten Radfernwege in Frankreich sowie viele Infos rund ums Rad findet ihr hier.
Frankreichs Verkehrswende im Schwerlastverkehr
Auf der A10 südlich von Paris testet Frankreich seit April 2025 eine induktive Ladefahrbahn für Elektro-LKW. Auf zwei Abschnitten von jeweils zwei Kilometern wird Energie kabellos aus dem Straßenbelag übertragen – während der Fahrt. Klingt futuristisch, funktioniert aber ähnlich wie beim Smartphone-Ladepad: Spulen unter dem Asphalt erzeugen ein Magnetfeld, das den Strom direkt in die Batterie oder den Motor leitet.
Das Pilotprojekt Electric Road System (ERS) wird von Vinci Autoroutes und dem israelischen Technologieunternehmen Electreon umgesetzt. Unterstützt vom französischen Staat soll es zeigen, wie schwere Nutzfahrzeuge klimafreundlich unterwegs sein können – ohne riesige Akkus oder lange Ladepausen. Denn herkömmliche Batterien sind für LKW oft zu schwer und laden zu langsam.
Vier Fahrzeugtypen testen die Technik unter realen Bedingungen. Die Strecke wurde auf die Belastungen durch Jahrzehnte Schwerlastverkehr geprüft. Künftig könnten Solarzellen entlang der Autobahn die Stromversorgung ergänzen. Vorteil des Systems: Es verhindert Netzspitzen, weil gleichmäßig geladen wird.
Frankreichs Verkehrswende auf der Schiene

Auch in Frankreich ist der Schienenverkehr wieder en vogue. Er gilt als zentraler Trumpf der Verkehrswende. Laut der Umweltagentur ADEME verursacht die Bahn bis zu 80-mal weniger $CO_{2}$ als das Flugzeug und ist damit der ideale Partner für die lokale Mobilität per Rad.
In den letzten Jahrzehnten schrumpfte das Netz jedoch von einst 42.000 auf heute knapp 27.500 Kilometer. Viele ländliche Gebiete wurden durch Streckenstilllegungen isoliert. Dort ist bis heute das Auto ein unverzichtbaren Verkehrsmittel. Doch das Blatt wendet sich: Mit Milliardeninvestitionen will der Staat das Netz bis 2030 modernisieren und insbesondere Querverbindungen abseits von Paris stärken..
Rein theoretisch wohnen 90 Prozent der Franzosen weniger als zehn Kilometer von einem Bahnhof entfernt. Tatsächlich jedoch werden 30 Prozent der Bahnhöfe nicht mehr vom Schienennetz bedient. Zum Vergleich: Vor dem Zweiten Weltkrieg umfasste das französische Schienennetz mehr als 42.000 Kilometer. Heute misst das Netz weniger als 28.000 Kilometer. Doch dank der Verkehrswende gibt Zeichen der Hoffnung. Das Umdenken hat begonnen – besonders in der Region Okzitanien.
Vorreiter Okzitanien
In Okzitanien eröffnete Regionalpräsidentin Carole Delga, die die Verkehrswende in ihrer Region mit Verve vorantreibt, am 22. August 2022 eine Bahnstrecke, die 50 Jahre lang für Reisende geschlossen war. Sie verläuft auf dem rechten Rhôneufer zwischen Avignon (Vaucluse) und Pont-Saint-Esprit (Gard). Die Schienen waren zuletzt nur vom Güterverkehr genutzt worden. Das Investionsvolumen war dadurch gering. Sukzessive sollen weitere Teilstrecken für den Personenverkehr reaktiviert werden, um die ländliche Anbindung zu sichern.
Train à 1 Euro
In Ergänzung zum Ein-Euro-Bus startete Okzitanien für seine Verkehrswende die Initiative Le Train à 1 Euro. Seit Dezember 2022 könnt ihr in 21 liO-Regionalzuglinien am ersten Wochenende im Monat für einen Euro unterwegs sein, Kinder wie Erwachsene, von früh bis spät. Einzig in den Hauptferienmonaten Juli und August gibt es dieses Angebot nicht.
Günstige Preise erleichtern den Umstieg auf die Schiene. Für 18- bis 26-Jährige ist die Fahrt kostenlos mit dem Angebot + = 0. Der Sozialtarif SolidariO‘ umfasst 20 kostenlose Fahrten, die sechs Monate lang gültig sind. Für alle über 60 Jahre gibt es degressive Tarife.
Laut Jean-Pierre Farandou, Vorstandsvorsitzender der SNCF, gehören die Regionalzüge in Okzitanien zu den billigsten in ganz Frankreich. Die Region ist außerdem die einzige in Frankreich, die die Tarife für Regionalzüge seit 2018 nicht erhöht hat.
• www.ter.sncf.com/occitanie/tarifs-cartes/billets-un-euro

Liberalisierung des Schienenverkehrs
Frankreich hat im Dezember 2020 den Schienenverkehr für den Wettbewerb geöffnet. eitdem können auch andere Betreiber als die SNCF Züge auf dem französischen Schienennetz betreiben. Als erster ist das italienische Unternehmen Trenitalia auf der Strecke Paris-Mailand über Lyon auf den Zug aufgesprungen.
Seit Dezember 2022 konkurrtiert auch die spanische Staatsbahn RENFE mit der SNCF. Die erste Verbindung war eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Barcelona und Paris mit dem AVE-Zug. Der AVE-Zug verkehrt zwischen Barcelona und Paris zweimal täglich und benötigt etwa 6 Stunden und 30 Minuten. Die Verbindung zwischen Lyon und Barcelona wird einmal täglich angeboten. Die Fahrzeit beträgt etwa 4 Stunden und 30 Minuten. Die AVE-Verbindung zwischen Marseille und Madrid verkehrt einmal täglich und dauert ungefähr 10 Stunden und 30 Minuten.
Seit März 2025 betreibt Transdev als erster privater Wettbewerber im Regionalverkehr die prestigeträchtige Linie Marseille–Toulon–Nizza. Transdev entstand 2011 aus der Fusion von Veolia Transport und dem französischen Unternehmen Transdev Die größten Anteilseigner von Transdev sind die französische staatliche Bank Caisse des Dépôts und die deutsche Rethmann-Gruppe.
Der Vertrag umfasst einen Jahresumsatz von 50 Millionen Euro. Die Strecke ist 160 Kilometer lang und stellt ein Zehntel der Regionalstrecken in der Region dar. Mit 16 neuen Omneo-Zügen von Alstom wurde die Taktung auf dieser chronisch überlasteten Küstenstrecke bereits signifikant erhöht. Für sein neues Wartungszentrum in Nizza investierte Transdev 220 Millionen Euro.
Kevin Speed ist ein französisches Eisenbahnunternehmen, das im Jahr 2021 von Laurent Fourtune gegründet wurde. Fourtune war zuvor Entwicklungsleiter bei der RATP. Am 29. Februar 2024 hat das Unternehmen für drei Hochgeschwindigkeitsstrecken, darunter Lille-Paris, eine Rahmenvereinbarung mit SNCF Réseau geschlossen. Der Start der preiswerten Ilisto-Züge ist für Ende 2028 geplant. Die Genossenschaft Railcoop, die mit viel Enthusiasmus die Strecke Bordeaux–Lyon wiederbeleben wollte, musste im April 2024 Insolvenz anmelden und wurde liquidiert. Das Projekt scheiterte an fehlender Finanzierung.
Nachtzüge: die Rückkehr der Intercités de nuit
In Frankreich gibt es derzeit Intercités-Nachtzuglinien. Alle Züge starten am Bahnhof Paris-Austerlitz:
Nationale Verbindungen
- Paris – Nizza: Über Marseille, Toulon und Cannes an die Côte d’Azur.
- Paris – Cerbère: Via Nîmes, Montpellier und Perpignan bis an die spanische Grenze.
- Paris – Latour-de-Carol: Via Toulouse und Foix (direkter Anschluss nach Andorra möglich).
- Paris – Rodez & Albi: Der Zug wird in Brive-la-Gaillarde geteilt; ein Teil fährt weiter nach Albi.
- Paris – Briançon: Über Gap in die Hochalpen.
- Paris – Lourdes / Hendaye (Halt in Tarbes, Pau, Bayonne, Biarritz; im Sommer verstärktes Angebot).
- Paris – Aurillac: oft gekoppelt mit dem Zug nach Rodez.
www.sncf-connect.com/bons-plans/trains-de-nuit
Internationale Verbindungen
- Paris–Berlin (via Brüssel, Liège, Mons, Aulnoye-Aymeries): Seit 26. März 2026, 3x/Woche (Di/Do/So Paris→Berlin; Mo/Mi/Fr rückwärts).
- Hamburg-Paris: Ab 13. Juli 2026
www.europeansleeper.eu
Frankreichs Verkehrswende: U-Bahn, S-Bahn, Seilbahn!
U-Bahn

Paris erhielt bereits im Jahr 1900 Frankreichs erste U-Bahn ( Métro ). Heute verfügen auch Lyon, Marseille, Lille, Toulouse und Rennes über derartige Untergrundbahnen. Da der klassische U-Bahn-Bau extrem kostspielig ist, konzentriert sich der Ausbau derzeit fast ausschließlich auf die Hauptstadtregion. Mit dem Grand Paris Express entsteht dort aktuell das größte Infrastrukturprojekt Europas: Vier neue, vollautomatische Linien (15, 16, 17 und 18) sowie die Verlängerungen bestehender Linien bilden künftig einen gigantischen Ring um Paris. Nach der Verlängerung der Linie 14 bis zum Flughafen Orly im Sommer 2024 wurden bis Mai 2026 weitere Teilstrecken der Linie 15 Süd schrittweise in Betrieb genommen. Hier erfahrt ihr mehr.
S-Bahn
Das Réseau Express Régional ( RER ) ähnelt dem S-Bahn-Konzept. Seit den 1960er-Jahren besteht es aus Regionalzügen, die in der Île-de-France in hoher Taktung verkehren und die Vororte an das Zentrum von Paris anschließen. Nachdem die Linie E im Jahr 2024 bis Nanterre-La Folie verlängert wurde, sind die modernen, zweistöckigen RER NG-Züge mittlerweile zum Standard auf den Linien E und D geworden.
Ende November 2022 verkündete Staatschef Emmanuel Macron, der Staat werde zehn neue S-Bahn-Systeme außerhalb von Paris einrichten. . Bereits im Dezember 2022 weihte Strasbourg ein Netz aus sechs Linien ein, die im Halbstundentakt verkehren.
Ende 2023 verabschiedete die Nationalversammlung das Gesetz zum Ausbau der SERM (Services Express Régionaux Métropolitains). 15 Projekte waren im Mai 2026 offiziell zertifiziert. Neben Linien in Lyon, Marseille, Lille und Bordeaux in auch Projekte in kleineren Ballungsräumen wie Tours oder der Region Lens-Douai Fgeplant. Im Dreiländereck konkretisiert sich zudem eine trinationale S-Bahn: Die Linien S2 und S4 sollen künftig den EuroAirport Basel-Mulhouse im Halbstundentakt mit dem Schweizer und französischen Umland verbinden.
Straßenbahn
Ein beispielloses Comeback bei der Verkehrswende in Frankreich feiert die Straßenbahn. Seit Mitte der 1980er-Jahre haben über 30 französische Städte die Tram, die in der Nachkriegszeit fast überall verschwunden war, wiederbelebt. Während die meisten Kommunen auf den Alstom-Bestseller Citadis setzen, bestechen die Bahnen durch ihr individuelles Design – etwa die berühmten Blumenmotive in Montpellier. Eine technische Zäsur gab es in Nancy: Der markante „Zwitter“ aus Bus und Bahn (Guided Light Transit) wurde aufgrund technischer Überalterung 2024 durch eine klassische Straßenbahn auf Schienen ersetzt,.
Seilbahn
Seilbahnen sind die heimlichen Stars der Verkehrswende: 100 Prozent elektrisch, leise und extrem flächenschonend. Da sie keine Tunnel oder Schienenwege benötigen, versiegeln sie kaum Boden und kosten im Betrieb deutlich weniger als Straßenbahnen.
Schon 1934 weihte Grenoble die erste Stadteilbahn Frankreichs ein. Doch während die runden bulles zur Bastille lange Zeit ein touristisches Unikum blieben, erobern moderne Seilbahnen heute den ÖPNV-Alltag – mehr dazu hier.
Ein entscheidender Wendepunkt für den modernen ÖPNV war jedoch das Jahr 2016: Eine Gesetzesänderung erlaubte es erstmals, Wohngebäude mit Gondeln zu überqueren. Die bretonische Hafenstadt Brest nutzte dies sofort und verband die Stadtteile Siam und Les Capucins über den Penfeld-Fluss hinweg.
Seither hat die Entwicklung massiv an Fahrt aufgenommen. Im Dezember 2021 weihte Saint-Denis auf der Île de la Réunion Frankreichs erste Insel-Seilbahn ein, bei der 46 Kabinen im dichten 34-Sekunden-Takt über eine Strecke von 2,7 Kilometern pendeln. Nur wenige Monate später, im Mai 2022, folgte Toulouse mit dem Téléo. Diese drei Kilometer lange Verbindung überquerte bereits im ersten Betriebsjahr die Marke von einer Million Fahrgästen und ist heute ein unverzichtbarer Teil des städtischen Verkehrsnetzes.
In Ajaccio wurde im Oktober 2025 die Seilbahn Angelo eingeweiht, die den Hafen mit den wirtschaftlich expandierenden Verteln am Hang verbindet. Im Dezember 2025 folgte schließlich Paris mit der Inbetriebnahme der 2025 der Câble C1 . Die 4,5 Kilometer lange Verbindung zwischen Créteil und Villeneuve-Saint-Georges spart Pendlern täglich fast eine halbe Stunde Fahrzeit.
Während in Nizza die Arbeiten für die Überquerung des Flusses Var auf Hochtouren laufen – die Inbetriebnahme der Verbindung nach Saint-Laurent-du-Var ist für 2028 geplant – zeigt das Beispiel Lyon, dass die Silbahn nicht überall auf Gegenliebe stößt. Dort führten massive Bürgerproteste zum vorläufigen Stopp der Planungen. Doch Lyon plant weiter.

Frankreichs Verkehrswende in der Luft
Weniger Kurzstreckenflüge
Die französische Verkehrswende hat auch das Flugwesen erreicht. Auf Initiative des Bürgerklimarats ( Convention Citoyenne pour le Climat ) aus dem Jahr 2020 hat Frankreich als erstes EU-Land kurze Inlandsflüge gesetzlich untersagt. Das Verbot greift auf allen Strecken, für die eine alternative, direkte Zugverbindung von weniger als zweieinhalb Stunden besteht.
Nachdem die Europäische Kommission im Dezember 2022 grünes Licht für diesen Vorstoß gegeben hatte, trat das Verbot im Mai 2023 offiziell in Kraft. Die Maßnahme war zunächst auf drei Jahre befristet und an eine strikte Überprüfung nach 24 Monaten gebunden.
Diese Evaluierung durch die EU-Kommission im Jahr 2025 fiel positiv aus: Da die betroffenen Strecken zuverlässig durch das TGV-Netz bedient werden, wurde das Verbot bis zum Ende der aktuellen Laufzeit im Mai 2026 bestätigt und bildet nun die Grundlage für eine dauerhafte gesetzliche Regelung.
Bisher sind vor allem die Verbindungen von Paris-Orly nach Nantes, Bordeaux und Lyon betroffen. Entgegen ursprünglicher Ausnahmen gilt das Verbot seit der EU-Intervention auch für Anschlussflüge, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Flüge von den großen Drehkreuzen wie Paris-Charles de Gaulle bleiben jedoch vorerst bestehen, da die dortigen Zuganbindungen (Bahnhof direkt im Terminal) für viele Regionen noch nicht die geforderte Frequenz und Taktung erreichen.
Umweltorganisationen wie Greenpeace kritisieren die Maßnahme jedoch weiterhin als zu zaghaft. Da von den über 100 französischen Inlandsverbindungen bisher nur eine Handvoll weggefallen ist, fordern Aktivisten eine Ausweitung des Verbots auf alle Strecken, die per Bahn in unter sechs Stunden erreichbar sind
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