Postkarte aus … Bourg Saint-Andéol

Bourg Saint-Andéol an der Rhône. Foto: Hilke Maunder
Bourg Saint-Andéol an der Rhône. Foto: Hilke Maunder

Was für ein Panorama! Beginnt euren Besuch von Bourg Saint-Andéol am besten auf der modernen Brücke, die die Rhône überspannt.

Voller Charme: Bourg Saint-Andéol am rechten Ufer der Rhône. Foto: Hilke Maunder

Von dort habt ihr einen weiten Blick auf das Städtchen, in dem 2016 die 13. Etappe der Tour de France begann. Und die Rhône immer wieder die Wiesen und Weiden am gegenüberliegenden Ufer überflutet.

2016 startete die 13. Etappe der Tour de France in Burg Saint-Andeol. Foto: Hilke Maunder

Trotz der Bombardements der Amerikaner vom 15. August 1944 ist Bourg Saint-Andéol noch immer die Stadt, die im Département Ardèche die meisten geschützten Monumente besitzt.

Ihr findet dort schöne Stadtpalais des 16. – 18. Jahrhunderts das Hôtel de Nicolai mit seinem Turm aus dem Jahre 1450, das Hôtel de Balzagette du Charnève, das Hôtel de Digoine, das Hôtel Doyze von 1733 und das Hôtel de Gabriac mit seinem Alkovenzimmer.

Vorbei an der romanischen Église Saint-Andéol erreicht ihr den Bischofspalast. Claude Tournon ließ ihn  1540 oberhalb der Rhône auf dem Rocher Saint-Michel erbauen. Mehr als 40 Bischöfe residierten hier im Laufe der Jahrhunderte in seinen 103 Zimmern.

Das bischöfliche Wappen ziert die Fassade. Foto: Hilke Maunder

Doch… diesen Bau mit seinem wunderschönen Rosengarten und der großen Terrasse mit Panoramaausblicken auf den Strom zu erhalten, dafür fehlte ihnen das Geld.

Von der großen Terrasse blickt ihr auf die Rhône. Foto: Hilke Maunder

Die Passion des Arztes

Dass der Palais des Évêques gerettet und Besuchermagneten wurde, verdankt Bourg-Saint-Andéol einem rührigen wie rüstigen Arzt: Jacques Lextreyt (68). Im Jahr 2000 kaufte er das Anwesen.

Der Rittersaal. Foto: Hilke Maunder

Seitdem setzt er es gemeinsam mit dem von ihm gegründeten Förderverein wieder instand, Er veranstaltet mittelalterliche Gelage und Feste, führt Besucher durch die Räume, restauriert Möbel und andere Exponate für das Museum und zeigt Ausstellungen.

Die Schätze der Pharmacie. Foto: Hilke Maunder

In der Kapelle sind ständig 50 Arbeiten des französischen Illustrators und Malers René Margottan ausgestellt. Sie zeigen religiöse Motive und profane Themen.

Die Kapelle des Bischofspalastes dient heute als kleine Kunstgalerie. Foto: Hilke Maunder

Mithra – der Gott aus dem Felsen

Zweite große Attraktion von Bourg Saint-Andéol ist das Bas-Relief du Dieu Mithra aus der Römerzeit. Damals war der Kult des Mithra, ursprünglich ein persischer Gott, besonders unter römischen Männern sehr verbreitet.

Bourg Saint-Andeol. Das Gebiet der beiden Quellen. Foto: Hilke Maunder

Ihr findet das Relief, das in der Antike Teil einer Tempelanlage  zwischen den zwei Gouls de Tourne, zwei Quellen, die einst von den Gerbern des Ortes genutzt wurden.

Die Wassermühle. Foto: Hilke Maunder

Eine dritte Quelle, schön eingefasst, findet ihr im benachbarten Parc Pradelle, den die Villa des Bankiers Marc Pradelle dominiert. In dem modernen Bau an der Längsseite des Parks bildet die staatliche Zirkusschule La Cascade seit 2008 den Nachwuchs aus.

Wasser-Reich: der Parc Pradelle. Foto: Hilke Maunder
Die Villa des Bankiers Marc Pradelle. Foto: Hilke Maunder

Meine Reisetipps

Schlemmen

La Cigale et la Fourchette

Einen Abstecher wert: Das Bistro von Alexandre Gauthier im Bergnest Larnas. Lecker!
• Place du Village, 07220 Larnas, Tel. 04 6926 54 25, Mi. geschl., www.lacigaleetlafourchette.fr

Schlafen

Hôtel Le Prieuré

Ein Zimmer des Hôtel Le Prieuré besitzt sogar diesen wunderschönen Balkon mit unverstelltem Blick auf die Rhône! Foto: Hilke Maunder

14 Zimmer in sehr unterschiedlicher Ausstattung von einfach bis gediegen, drei davon mit Terrasse oder kleinem Balkon, Blick zum Fluss oder zur ruhigen Fußgängerzone. Zum Schlemmen mit Flussblick lädt das gehobene Restaurant im ersten Stock. Für Fahrräder gibt es einen Abstellraum, der verschlossen werden kann.
• Quai Fabry / 2, rue Poterne, 07700 Bourg-Saint-Andéol, Tel. 04 75 54 62 99, http://hotel-restaurant-leprieure.com

Au Fil du Rhône

Valérie Leymarie hat in ihrem alten Stadtpalais trendige moderne Gästezimmer eingerichtet. Foto: Hilke Mander

Nur zehn Meter von der ViaRhôna entfernt sind die ruhigen Gästezimmer von Valérie und Renaud Leymarie, die beim Einrichten der Fewos für vier bis fünf Personen auch an Gemeinschaftswaschmaschine samt Trockner sowie Fahrradkeller gedacht hat. Und das Frühstück ist auch im Preis inbegriffen!
• 23, Quai Madier de Montjau , 07700 Bourg-Saint-Andéol, Tel. 06 95 29 62 29, www.aufildurhone.com

Ein Gästezimmer im Gîte Au fil du Rhône. Foto: Hilke Maunder
Eine Selbstversorgereinheit. Foto: Hilke Maunder

Schlemmen

La Cantine

5 Entrées, 5 Hauptgerichte, 5 Desserts: So einfach könnt ihr euch im charmanten Bistro im Gewölbekeller des Hôtel Le Prieuré euer Menü zusammen stellen!
• 1, Quai Fabry, 07700 Bourg-Saint-Andéol, Tel. 04 75 54 63 73, www.facebook.com/La-cantine

Der Speisesaal von La Cantine. Foto: Hilke Maunder

Le Prieuré

Stilvolles Schlemmen mit Flussblick – wer bleiben möchte, kann im Hotel unter eine reichen Auswahl an Gästezimmern, auch für Familien, wählen.
• Quai Fabry / 2, rue Poterne, 07700 Bourg-Saint-Andéol, Tel. 04 75 54 62 99, http://hotel-restaurant-leprieure.com

Ein Gästezimmer des Hotels Le Prieuré. Foto: Hilke Maunder

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Weiterlesen

Im Blog

Mittelalter-Juwel Viviers

Die alte Hauptstadt des Vivarais hat in ihrer Bourg das Mittelalter bewahrt. Und lockt in nächster Nähe mit den Rhône-Felsen des Défilé de Domnzère. Hier könnt ihr Viviers entdecken!

Blick auf Viviers. Foto: Hilke Maunder

Der Höhlenwinzer

Raphaël Pommier hat das Weingut der Familie für Gäste geöffnet, auf nachhaltigen Anbau umgestellt… und liebt als Winzer Experimente. Hier erfahrt ihr mehr!

Raphaël Pommier in der Grotte de Saint-Marcel. Copyright: Ogie

Im Buch

Das ganze Land

MARCO POLO Frankreich: praktisch und kompakt, bearbeitet von Hilke Maunder.Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreich* habe ich gemeinsam mit Barbara Markert verfasst. Gleich zu Beginn geben wir unsere Insider-Tipps für Frankreich preis: vom größten Flohmarkt Europas in Lille bis zur Schwimmen in der Piscine Olympique in Montpellier.

Das Kapitel „Im Trend“ verrät, was es Neues zu erleben gibt im Hexagon: vom Skijöring in den Skigebieten bis zum Übernachten im Baumhaushotel. Alle Hintergrundinformationen zu Frankreich und seinen Menschen findet ihr unter Fakten, Menschen & News.

Es folgen: Tipps für Bars und Boutiquen, Erlebnisse für  Familien, Paare oder Alleinreisende. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

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Bourg Saint-Andéol ist eine Etappe der ViaRhôna vom Genfer See zum Mittelmeer. Foto: Hilke Maunder
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8 Kommentare

  1. Liebe Hilke, ein super guter und für die Stadt Bourg-Saint Andéol ein sehr erfreulicher Bericht. Wir kennen die kleine Stadt an der Rhône seit fast 40 Jahren. Meine Heimatstadt Monschau/Eifel ist seit nunmehr 45 Jahren mit Bourg-Saint Andéol über eine Partnerschaft verbunden! Unsere Partnerstadt hat an der touristischen Attraktivität in den vergangenen Jahren deutlich dazu gewonnen und kann gut für einen Aufenthalt empfohlen werden. Die Via Rhôna lädt zu einer Etappe für Radfahrer ein, die Grotte Chauvet 2, die Kanufahrten auf der Ardéche sowie das reich mit Lavendelfeldern ausgestattete Saint Remèze mit seinem Lavendelmuseum und dazugehörigen einladenden Picknickstationen lassen einen Aufenthalt attraktiv gestalten. Wir treffen immer wieder neu begeisterte Menschen, die sich hier für ein paar Tage aufhalten. Noch ein Tipp zu Unterkünften: das kleine Hotel „Le Clos des Olivier“, mitten im Zentrum der Stadt, am Champs de Mars gelegen bietet klimatisierte Zimmer zu attraktiven Preisen an.

    • Lieber Helmut, ganz herzlichen Dank für Deinen Tipps! Ja, das Städtchen lohnt sich wirklich!! Wir haben es beim Radeln auf der ViaRhôna entdeckt und sich in zehn Tagen von Lyon zum Mittelmeer geradelt auf dieser Radwanderroute. Herzliche Grüße! Hilke

  2. nur eine höhle heisst „goul de tourne“ das 1te loch mit dem grossen eingang…
    taucherhöhle, ca 1,2km lang… das 2te, kleinere loch heisst „goul du pont“

    cordialment,
    michael

  3. Danke – immer eine Freude von Frankreich zu hören – als dem Kulturpartner der deutschsprachigen Europäer.
    Ich studierte an der Univ.de Lyon 1965/66 – das herrliche Studentenleben, mit einer super-Mensa, lieben Kommilitonen, und der windigen Rhone… sogar mit Rigorosum.
    Merci beaucoup, Hans Michael

  4. Guten Morgen und einen wunderschönen Tag ,Ihre Reiseberichte sind sehr interessant und als Frankreichverehrer lese ich Sie sehr gern ! Leider ist in diesem Jahr alles anders ,aber trotz Allem werde ich jede Möglichkeit nutzen um dieses wunderschöne Land weiter zu entdecken ! Danke für Ihre schönen Berichte 🙏👍

    • Herzlichen Dank für das nette Lob! Schade, dass es in diesem Jahr mit Frankreich nicht klappt – dann freuen Sie sich auf meine Beiträge und reisen Sie virtuell mit mir mit! Ich wünsche Ihnen alles Gute! Beste Grüße, Hilke Maunder

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