Schloss Sarceaux: Chantez! ruft die Marquise

Bienvenue au château“ grüßt ein blau-weißes Schild am Tor. Dahinter windet sich eine Schotterpiste durch ein Gehölz, schwingt sich im weiten Bogen über einen Rasen in XXL und erreicht schließlich das Château de Sarceaux, ein ehemaliges Jagdschloss von 1680 am Forêt d’Écouves im Süden des normannischen Départements Orne.

Das Schloss im Wald

Das Waldgebiet, bis zu 20 Kilometer lang und gut acht Kilometer breit, reichte einst bis an die Stadtgrenzen von Alençon. Einst war es ein beliebtes Motiv des Malers Georges Lacombe (1868 – 1916).  Waren Fuchs und Fasan erlegt, versammelte sich die Jagdgesellschaft auf Schloss Sarceaux. Seit sechs Generationen ist es inzwischen im Besitz der Markgrafen Gicquel des Touches.

Jacqueline und Hervé, die heutigen Marquis von Sarceaux, haben ihr Château im Jahr 2002 für Gäste geöffnet und bieten seitdem im Landsitz fünf riesige, mit Stilmöbeln ausgestattete Zimmer sowie ein weiteres Zimmer und einen Gîte, eine Ferienwohnung, in den Nebengebäudes des Jagdschlosses.

Gemeinsam tafeln …

Gegen 20 Uhr treffen sich die Gäste am Kamin zum Apéritif, den Hervé in aristokratischer Haltung mit Charme zelebriert: Gin, Martini, Whiskey und Co. zu Käse-Kräckern, Radieschen und Andouillettes, dünnen Scheiben einer Innereien-Wurst.

Das Menü folgt im Speisesaal mit Blick auf den Garten: Foie Gras oder Lachs mit Scampi als Entrée, gefolgt von zartem Kalbfleisch an Röstkartoffeln und Karottengemüse.

Auf der Käseplatte vereinen sich Kuh und Ziege mal weich, mal hart, mal im Aschemantel oder mit salziger Kruste. Beim Dessert – Tarte Normande mit Äpfel – streiken die ersten Gäste.

Nicht, weil es nicht schmeckt, sondern die abendliche Menge so manch einen überfordert. Noch da schenkt der Marquis das Glas noch einmal voll, und auch die Tarte findet noch einen Platz.

… und singen

Am Tisch spricht Frankreich mit Holland, Deutschland mit Belgien, und gemeinsam geht es zurück in den Salon, wo Hausherrin Jacqueline plötzlich den Klavierdeckel öffnet, die Klänge der Beatles den Raum erfüllen, und sie dann sagt: Allez, chantez.

Die Gäste gucken sie verdutzt an. Haben sie sich verhört? Doch nein, chantez! ruft sie erneut, erhebt die Stimme, holt sich den ersten Gast zu den Noten ans Klavier. Zaghaft erhebt auch er die Stimme.

Als sie nun das Heft mit den Chansons Françaises aufschlägt, singt die gesamte Gästeschar. Jacqueline sagt zufrieden: „Ist es nicht schade, dass wir heute viel zu wenig selber singen?“.

Château de Sarceaux: Info & Buchung

F – 61350 Alençon-Valfrembert, Tel. +33 (0) 2 33 28 85 11, www.chateau-de-sarceaux.com

Vereinigung von Schlosshotels im Westen Frankreichs, www.bienvenueauchateau.com

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