La face humaine, das menschliche Antlitz, nennt sich diese Felsformation der Roche d'Oëtre. Foto: Hilke Maunder
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La Roche d’Oëtre: hinein in die Schlucht!

La Roche d’Oëtre : 118 Meter hoch blickt sie mit wachen Augen und markanter Nase über ein Meer in Grün, das sich bis an den Horizont erstreckt. Flechten und Moose haben den Stein überzogen. Kiefern krallen sich an den Felsen. Aus den Spalten des Gesteins recken sich Bauernsenf und Frühlings-Spark, auch Frühlings-Spörgel (Spergula morisonii) genannt, in den hohen Himmel.

Unter dem faltigen Antlitz der Roche d’Oëtre gurgelt zwischen Buchen und Eichen der Fluss Rouvre. Lachse, Forellen und Aale leben in ihren Fluten und flüchten vor den Ottern, die dort jagen.

Bachstelzen hüpfen von einem glatt polierten Granitstein im Fluss zum nächsten Felsblock. Was für Aussichten eröffnen sich an der Roche d’Oëtre im Herzen der Normannischen Schweiz von der Felskante!

Am Aussichtspunkt der Roche d’Oëtre verrät eine Orientierungstafel, was ihr sehen könnt. Foto: Hilke Maunder
Unterwegs mit meiner Freundin Barbara Kettl-Römer. Am Aussichtspunkt der Roche d’Oëtre verrät eine Orientierungstafel, was ihr sehen könnt. Foto: Hilke Maunder

Wanderwege in die Erdgeschichte

Als schmaler Saumpfad führt der Sentier du Granit vom Aussichtsbalkon der Felsklippe den Hang hinab und hinein in die Erdgeschichte. In der Schlucht Gorges de la Rouvre offenbaren die ältesten Berge Frankreichs ihr Innerstes.

Unterwegs auf dem Sentier du Granit der Roche d'Oëtre. Foto: Hilke Maunder
Unterwegs auf dem Sentier du Granit der Roche d’Oëtre. Foto: Hilke Maunder
Auf diesem Wanderweg geht es hinab zum Rouvre-Fluss. Foto: Hilke Maunder
Auf diesem Wanderweg geht es hinab zum Rouvre-Fluss. Foto: Hilke Maunder

Vor rund 400 Millionen Jahren entstand durch zwei Faltungen das Armorikanische Massiv. In einer der aufgestülpten Gesteinsschichten frästen Wind und Wasser die Schlucht, in der die Schichten zur Mitte hin immer älter werden. Und so ist auch das Antlitz der Roche d’Oëtre eher pockennarbig, besteht es doch aus Puddingstein, gepresst aus grobem Kies und Schotter.

Am Ufer der Rouvre. Foto: Hilke Maunder
Am Ufer der Rouvre. Foto: Hilke Maunder

Pudding & Granit

Der Puddingstein ruht auf einem Gestein, das es bereits vor dessen Entstehung gab: Granit. Dieses magmatische Urgestein ist in den umliegenden Feldern, aber auch im Flussbett in Form von Geröll oder Sand reichlich vorhanden.

Laubbäume wie Linde, Buche und Eiche prägen die Wälder der Roche d’Oëtre Foto: Hilke Maunder
Laubbäume wie Linde, Buche und Eiche prägen die Wälder der Roche d’Oëtre. Foto: Hilke Maunder

So, wie sich der Stein verändert, wechselt auch die Vegetation. Und mit ihr die Tierwelt ringsum. Hautnah diese Veränderungen der Natur zu spüren, berührt. Fasziniert.

Und sorgt dafür, dass auch diejenigen, die nicht gerne wandern, gar nicht bemerken, dass der Rundgang insgesamt 8,7 Kilometer lang ist. Als Belohnung lockt Stärkung: Zum Infopavillon gehört das Café-Restaurant Le Caillou mit frischer, kreativer Küche und leckerem Kuchen.

Unterwegs in den Schlucht der Rouvre. Foto: Hilke Maunder
Unterwegs in den Schluchten der Rouvre. Foto: Hilke Maunder
Faszinierend, die Felsen im Tal der Rouvre! Foto: Hilke Maunder
Faszinierend, die Felsen im Tal der Rouvre! Foto: Hilke Maunder

La Roche d’Oëtre: meine Reisetipps

Schlemmen und genießen

Le Caillou

• La Roche d’Oëtre, 61430 Saint-Philbert-sur-Orne, Tel. 07 67 39 82 82, www.facebook.com/lecaillou

Aktiv

Orne Aventure

Elf Parcours locken im nahen Kletterwald  – Zipline und Tarzansprung inklusive.
• La Roche d’Oëtre, 61430 Saint-Philbert-sur-Orne, Tel. 06 17 05 09 60, https://canoe-accrobranche.pontdouilly-loisirs.com

Le Caillou, das Lokal des Naturschutzgebietes La Roche d'Oëtre. Foto: Hilke Maunder
Le Caillou, das Lokal des Naturschutzgebietes La Roche d’Oëtre. Foto: Hilke Maunder

Hier könnt ihr schlafen*

 

Herbst in der Normannischen Schweiz. Foto: Hilke Maunder
Herbst in der Normannischen Schweiz. Foto: Hilke Maunder

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Im Blog

Spitzenkunst im Hügelland

Mehr über die Normannische Schweiz, in der ein Welterbe der Kultur daheim ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Wandertipp: die Cascades de Mortain

Die höchsten Wasserfälle Westfrankreichs stürzen sich bei Mortain zu Tal. Aus mehr als 20 Meter Höhe rauschen die Wassermassen über die Felsen. Erfahrt hier mehr.

Im Buch

Glücksorte in der Normandie*

Steile Klippen und weite Sandstrände, bizarre Felslandschaften und verwunschene Wälder, romantische Fachwerkstädtchen und moderne Architektur – die Normandie hat unzählige Glücksorte zu bieten.

Gemeinsam mit meiner Freundin Barbara Kettl-Römer stelle ich sie euch in diesem Taschenbuch vor. Wir verraten, wo die schönste Strandbar an der Seine liegt, für welche Brioches es sich lohnt, ins Tal der Saire zu fahren, und wo noch echter Camembert aus Rohmilch hergestellt wird.

Unser Gemeinschaftswerk stellt euch insgesamt 80 einzigartige Orte vor, die oftmals abseits der eingetretenen Pfade liegen. Wer mag, kann es hier* bestellen.

Klaus Simon, Hilke Maunder, Secret Citys Frankreich*

Gemeinsam mit meinem geschätzten Kollegen Klaus Simon stelle ich in diesem Band 60 Orte in Frankreich vor, die echte Perlen abseits des touristischen Mainstreams sind. Le Malzieu in der Lozère, Langogne im Massif Central, aber auch Dax, das den meisten wohl nur als Kurort bekannt ist.

Mit dabei sind auch Senlis, eine filmreife Stadt im Norden von Frankreich, und viele andere tolle Destinationen. Frankreich für Kenner – und Neugierige!

Lasst euch zu neuen Entdeckungen inspirieren … oder träumt euch dorthin beim Blättern im Sessel oder am Kamin. Wer mag, kann das Lesebuch mit schönen Bildern hier* bestellen.

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