Die Maschine zum Wohnen von Le Corbusier

Der Dachgarten der Cité Radieuse von Marseille

Eigentlich ist der Schweizer, doch in Frankreich hat er mit seiner Architektur der Moderne seinen Stempel aufgedrückt: Charles-Edouard Jeanneret-Gris. Kennen Sie nicht? Aber sicher – doch nur unter seinem Pseudonym: Le Corbusier.

Am 6. Oktober 1887 in La Chaux-de-Fonds im Kanton Neuchâtel geboren, kam Le Corbusier 1907 das erste Mal nach Paris – und fand Arbeit bei August Perret, dem französischen Stahlbeton-Pionier. Zehn Jahre später gründete er sein eigenes Büro in der französischen Hauptstadt, 1930 nahm Le Corbusier die französische Staatsbürgerschaft an.

Auf den Spuren von Le Corbusier

Der Ausflug nach Poissy 33 Kilometer nordwestlich von Paris gehört zur „Pflicht“ in Sachen Le Corbusier. Dort konstruierte er die Villa Savoye als perfektes Parallelepiped auf zierlichen Betonpfeilern. Mit diesem Bau, der zwischen Himmel und Erde zu hängen scheint, stieß er die Tür in ein neues architektonisches Universum auf. Seine unkonventionellen Lösungen jenseits aller architektonischen Gewohnheiten gelten als Ausdruck beständiger Revolution.

Die vertikale Stadt

Ab 1945 propagiert er angesichts der urbanen Verdichtung das Bauen in die Höhe mit Grünbereichen rundherum als „bewohnbare Einheit“. Ein typisches Beispiel dieses Dogmas findet sich in Marseille mit der Cité Radieuse, die als erste Realisation im Jahr 1952 entstand. Diese „Stadt in der Stadt“ umfasst 337 Wohnungen, ein Hotel, eine Schule, Geschäfte und eine Dachterrasse. In diesem Blogbeitrag stelle ich sie euch ausführlich vor.

Das vertikale Dorf

Ein anderes großes Objekt vom Reißbrett des Meisters, La Maison Radieuse von Rezé in der Nähe von Nantes ist ebenfalls für Besucher zugänglich – ebenfalls ein veritables vertikales Dorf.

Aber Le Corbusier kreierte nicht nur diese großen Wohnmaschinen. Er schuf auch beinahe Winziges. Sein Cabanon etwa, das er 1952 in Roquebrune- Cap-Martin errichtete, misst gerade einmal 15 Quadratmeter. Diese Hütte aus Holz wurde für den Architekten zum Ort ungestörten Arbeitens und Entspannens. Inzwischen verlieh ihm der Minister für Kultur und Kommunikation das Label Maison des Illustres.

„Man schafft Steine, Holz, Zement herbei; man macht mit ihnen Häuser, Paläste, das ist Sache der Konstruktion. Der Erfindungsgeist ist am Werk. Aber mit einem Mal greift es mir ans Herz, tut mir wohl, ich bin glücklich, ich sage: Das ist schön. Das ist Architektur. Die Kunst ist anwesend.“

Vers une architecture, Le Corbusier, éd. G. Crès, 1924, S. 123

Info

La Villa Savoye, http://villa-savoye.monuments-nationaux.fr
• Marseille-Provence 2013, www.mp2013.fr
• La Maison radieuse von Rezé, www.maisonradieuse.org
• Cabanon Le Corbusier in Roquebrune-Cap-Martin, www.roquebrune-cap-martin.comhttps://capmoderne.com
• Hôtel Le Corbusier & Feinschmeckerrestaurant „Le Ventre de l’Architecte“, http://hotellecorbusier.com

© Fotos: Hilke Maunder

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