Les Gets: Winter, bis die Muskeln brennen

Les Gets: Foto: Hilke Maunder
Die Chavannes-Gondeln bringen euch schnell hinauf zum Plateau des Chavannes auf 1482 m Höhe. Foto: Hilke Maunder

Zwischen Mont Blanc und Genfer See versteckt sich Les Gets. Von Genf in einer Stunde zu erreichen, ist das familiäre Savoyer Skidorf auf 1.172 Meter Höhe das Eingangstor zum größten Skizirkus der Welt – Les Portes du Soleil.

650 Kilometer Puder-Pisten in bis zu 2.500 Meter Höhe umfasst er. 195 Lifte in zwölf Skiorten erschließen sie. Mal sind sie schwarz und steil wie der Mur de Chavanette (auch Mur Suisse genannt), Buckelhänge oder platte Panoramapisten. Dazu kommt ein schier unendliches Terrain an Tiefschnee-Hängen.

Mit in diesem französisch-schweizerischen Eldorado im Schnee liegt Les Gets mit 34 Pisten (1 x Grün, 14 x Blau, 13 x Rot, 6 x Schwarz), die 27 Lifte erschließen.

Blick auf Les Gets vom Mont Chéry. Foto: Hilke Maunder
Blick auf Les Gets vom Mont Chéry. Foto: Hilke Maunder

Skispaß für alle

Der domaine skiable von Les Gets besteht aus zwei großen Gebieten. Das erlaubt, den ganzen Tag in der Sonne durch den Schnee zu gleiten: morgens am Mont-Chéry, nachmittags auf den Pisten von Les Chavannes.

Die Talstationen der beiden Gebiete verbinden vier kostenlose Skibus-Linien und ein offener Mini-Zug. Zahlreiche Pisten führen zudem durch Wald. Er schluckt den Nebel und sorgt für bessere Sicht.

Les Gets: Der Chavannes Express im Ortszentrum bringt euch auf hinauf mit auf 1616 m Höhe. Foto: Hilke Maunder
Der Chavannes-Express im Ortszentrum bringt euch auf hinauf mit auf 1.616 m Höhe. Foto: Hilke Maunder

Was top ist: Auch, wer in der Mobiltät eingeschränkt ist, kann in Les Gets die tollen Pisten genießen. Für behinderte Menschen bietet die Skischule von Les Gets maßgeschneiderte Skikurse an. Zudem starten speziell ausgebildete Skilehrer mit Rollstühlen auf Ski zu Touren durch das abwechslungsreiche Terrain.

Mont-Chéry: Der Berg für Könner

Les Gets: Für Überblick sorgen Tafeln - sie verraten auch, welche Bergspitzen euch umgeben. Foto: Hilke Maunder
Für Überblick sorgen Tafeln. Sie verraten auch, welche Bergspitzen euch umgeben. Foto: Hilke Maunder

An der Bergstation des Mont Chéry (1.535 m) verrät eine Infotafel, welche Bergspitzen Les Gets umgeben. Auch den Mont Blanc könnt ihr mit Glück sehen – wenn er sich nicht gerade in Wolken hüllt.

Sessellifte führen hinauf bis zum 1.891 m hohen Gipfel, Tor zu traumhaften Tiefschneehängen und vorwiegend roten und schwarzen Anfahrten. Eine Herausforderung für Cracks ist die steile schwarze Piste zurück ins Tal.

Les Gets: Am Mont Chéry. Foto Hilke Maunder
Les Gets: Am Mont Chéry. Foto Hilke Maunder

Im Snowpark vom Mont Chéry surfen Jugendliche zu lauten Beats aus ihrer boom box über 20 Module – Rails, Kicks, Boxen, Gaps und Quarter Pipes. Laut gibt der Rhythmus das Tempo vor.

Wenige Meter weiter ziehen Langläufer ihre Runden. Die 18 Kilometer lange Höhenloipe mit Fernsicht zum Mont Blanc verführt dazu, immer weiter durch die weiße Winterpracht zu ziehen. 235 km misst das Loipennetz.

Les Chavannes: Familien- und Genuss-Ski

Les Gets: An der Bergstation des Chavannes-Sesselliftes könnt ihr euch auf Wunsch fotografieren lassen. Foto: Hilke Maunder
An der Bergstation des Chavannes-Sesselliftes könnt ihr euch auf Wunsch fotografieren lassen. Foto: Hilke Maunder

Absolut familienfreundlich ist der größere Teilbereich Les Chavannes, der im Skigroßraum Les Portes du Soleil die Verbindung hinüber nach Morzine und weiter bis nach Avoriaz schafft.

Ohne Unterbrechung könnt ihr 120 Kilometer Piste fahren! Oben an der Bergstation erwartet euch ein Duo in leuchtend roten Jacken: Auf Wunsch fotografieren sie euch – die Bilder erhaltet ihr digital oder als Print.

Les Gets: Auf den Pisten von Les Chavannes. Foto: Hilke Maunder
Auf den Pisten von Les Chavannes. Foto: Hilke Maunder

Für euren Nachwuchs gibt es den Kinderbereich „Wilder Westen“ mit Indianerpiste, Trapperhütte samt WLAN sowie Video-Totem.

Im Anfängerbereich Espace Mappy an der Station der Chavannes-Gondelbahn  helfen zwei Zauberteppiche, zwei Anfängerlifte und vier Pisten, das Skifahren ganz spielerisch zu lernen.

Der "wildes Westen" von Les Gets – ein Kindererlebnis im Schnee. Foto: Hilke Maunder
Der „Wilde Westen“ von Les Gets – ein Kindererlebnis im Schnee. Foto: Hilke Maunder

Im Videopark der Perrières-Piste könnt ihr euch bei der Abfahrt filmen lassen könnt. Der Boardercross Deborah Anthonioz wurde nach Vorgaben der Vizeweltmeisterin angelegt. Sie stammt aus Les Gets.

Bergeinsamkeit in Les Gets. Foto: Hilke maunder
Eine Hütte, einsam im Wald – auch das begegnet euch beim Schwingen in Les Gets. Foto: Hilke Maunder

Eisige Abenteuer

Die zahlreichen gefrorenen Kaskaden der Wasserfälle sind ein Eldorado für Eiskletterer. Noch kälter wird’s beim Eistauchen. 50 Zentimeter dick ist die Eisschicht des Montriond-Sees, nur zwei Grad warm das Wasser, das Einstiegsloch nur wenige Zentimeter breit.

Darunter lockt dunkel die mysteriöse Welt des gefrorenen Bergsees. Silbern wandern die  Sauerstoffblasen unter der Eisfläche entlang… mystisch!

Les Gets: Schneeschuhwanderer am Mont Caly. Foto: Hilke Maunder
Mit Schneeschuhen durch die winterliche Landschaft zu stapfen am Mont-Caly: wunderschön! Foto: Hilke Maunder

Wunderschön sind Schneeschuhwanderungen. Ein mögliches Ziel ist die Chevrelles-Hütte am Mont Caly. Klickt mal hier für Infos und Impressionen!

Was ich leider erst erfahren habe, nachdem ich abgereist war: Les Gets bietet auch Skijöring an, bei dem ein stattliches Ross euch durch den Schnee zieht. Versucht es einmal!

Apero: Der Wirt der Berghütte "Les Chevreuils" in Les Gets liebt Génépi - und stellt so manch anderen Likör selbst her. Foto: Hilke Maunder
Der Wirt der Berghütte Les Chevrelles in Les Gets liebt Génépi – und stellt so manch anderen Likör selbst her. Foto: Hilke Maunder

Zeitreise nach Pistenschluss

Wenn die Life geschlossen sind, dann lasst euch einmal vom Museum für mechanische Musik zu Füßen der Skiberge in eine Zeit entführen, als Musikgenuss noch ein Privileg war: mit 550 Ausstellungsstücken auf drei Etagen, Konzertsaal, Restaurierungswerkstatt und klingendem Bistro. Neugierig? Dann klickt hier!

Schneeloch im Savoyarder Baustil: Les Gets. Foto: Hilke Maunder
Keine Bettenburgen aus Beton, sondern gemütliche alpenländische Architektur: das Ortszentrum von Les Gets. Foto: Hilke Maunder

Ausgezeichnet: Les Gets

Als Mitglied der Kooperation Alpine Pearls setzt Les Gets auf sanften Tourismus. Zudem trägt die Station-Village das französische Gütesiegel für Familienfreundlichkeit Famille Plus Montagne.

Wer auch beim Wintersport online sein möchte, kann sich beim Office de Tourisme einen WLAN-Hotspot für die Hosentasche mieten, den den zehn Geräte gleichzeitig angeschlossen werden können.

Gemütlich: Les Gets im abendlichen Lichterglanz. Foto: Hilke Maunder
Gemütlich: Les Gets im abendlichen Lichterglanz. Foto: Hilke Maunder

Les Gets: meine Reisetipps

Übernachten

Hotel Crychar

Mein Lieblingshotel direkt an der Piste. Hier stelle ich es euch vor.
• 136, Impasse de la Grange Neuve, 74260 Les Gets, Tel. 04 50 75 80 50, www.crychar.com

Les Gets: das sympathische Wirtspaar des Le Crychar. Foto: Hilke Maunder
Céline und Grégory, die Gastgeber im Hôtel Le Crychar. Foto: Hilke Maunder

Hotel Marmotte

Die Lage ist perfekt: Direkt an der Talstation der Chavannes-Lifte erhebt sich als Chalet in XXL das Viersternehaus, das zur Saison 2015/16 umfangreich ausgebaut und renoviert wurde. Im Anbau La Tapiaz findet ihr seitdem sieben Familiensuiten, 45 – 130 Quadratmeter groß.

Zum bunt wie trendig gestylten Grillrestaurant Biskatcha gehört eine Tapas-Bar. Kanadisches Lodge-Flair und traditonelles Savoyarder Erbe verbindet La Pivotte.

Sterneverdächtige Gourmetküche serviert La Piste Noire mit Blick auf die Chavannes-Pisten. Für Entspannung sorgt der Wellnessbereich Spa Céréni Cîmes.

Auf den Pisten von La Turche findet ihr von der Familie Mirigay, die das Marmotte seit 1947 betreibt, zudem noch das Gipfelrestaurant La Paika.
• 61, Rue du Chêne, 74260 Les Gets, Tel. 04 50 75 80 33, www.hotel-marmotte.com

Les Gets: La Marmotte. Foto: Hilke Maunder
Stylisch rustikal: La Pivotte im Hôtel La Marmotte. Foto: Hilke Maunder

Schlemmen

La Table du Saint Laurent

Im Hôtel Labrador servieren Marie-Rose und Patrick Gallay Savoyarder Spezialitäten und französische Klassiker, die ihr süditalienischer Küchenchef Jonathan Marzocca zaubert.

Auf der Karte findet ihr Flusskrebs-Ravioli, Steinpilz-Risotto, T-Bone-Steak vom Holzkohlengrill und ein zartes Vanille-Soufflé mit Zitrusfrüchten. Alle Rindfleischgerichte werden aus der hauseigenen Salers-Rinderzucht zubereitet. Gehoben, aber dennoch urgemütlich.
• 266, Route du Léry, 74260 Les Gets, Tel. 04 50 75 80 00, www.labrador-hotel.com

Chalet du Chocolat

Isabelle Asselin betreibt mitten im Zentrum diese nette Schokoladenbar samt Teesalon. Sie bietet dort auch Schoko-Workshops an!
• 336, rue du Centre, 74260 Les Gets, Tel. 04 50 34 36 75

La Fruitière

In der einstigen Käserei von Raymond Monnet verarbeitet heute der japanische Käsemeister Miti die Milch der Kühe aus dem Tal zu köstlichem Bergkäse. Ihr könnt bei der Produktion zuschauen, ihn im Hofladen kaufen oder abends im Gewölberestaurant kosten.
• 137 Route des Perrières, 74260 Les Gets, Tel. 04 50 79 70 04, www.fruitiere-lesgets.com

Events

Skicolor

Der Colour Run im Schnee: Ausgestattet mit weißen Overalls, gleitet ihr eine mit Überraschungen ausgestattete Piste herab und durchfahrt Zonen, in denen ihr mit buntem Farbpulver, 100% bio, besprüht werdet. Das Ziel: so bunt wie möglich unten anzukommen.

Rock the Pistes

Gratiskonzerte auf der Piste: Mit Ski oder Snowboard saust ihr zwischen den Bühnen hin und her, die im Skigroßraum Portes du Soleil aufgestellt sind. Wer schon aufgetreten ist? Selah Sue, The Do, Pete Doherty, BB Brunes, Caravan Place und Shaka Ponk.

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Weiterreisen

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