Louvre Lens: Kunst statt Kohle

Kunst statt Kohle: Frankreichs ehemaliges größtes Bergbaurevier hat in den letzten Jahren einen beeindruckenden Strukturwandel hingelegt. Heute gehört es zu den Hotspots für Kunst und Kultur. Vor den Toren von Lens hat das japanische Architekturbüro SANAA den Louvre-Lens als lichtdurchfluteten Kubus für Kunst auf eine alte Kohlengrube hingesetzt.

Von Japanern entworfen

Am 4. Dezember 2012 war die offizielle Einweihung in Lens. Am 12. Dezember öffnete die neue Gemäldegalerie des Großraums Lille auch für die Öffentlichkeit ihre Pforten.

Die Gestaltung des 127 Millionen teuren Projekts übernahm das japanische Architekturbüro SANAA von Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa. Sie haben schon das MOMA in New York oder die ETH in Lausanne gebaut.

Glasflächen lassen die Grenzen von Innen und Außen verschwinden. Auf gebürstetem Aluminium spiegelt sich der von Catherine Mosbach angelegte Naturpark.

Louvre Lens: Kunst im Dialog

Der moderne helle Komplex wurde nach den neuesten Umweltstandards errichtet. Er wird mit Geothermie beheizt und ist daher mit dem Label HQE (Haute Qualité Environnemental) zertifizert.

Bereits architektonisch inszeniert sich die Außenstelle in Lens aufregend anders als Antwort auf Paris. Hier lebt Kunst im Dialog – mit der Umwelt, der Geschichte, den Besuchern.

Die Inneneinrichtung und Museographie betreute der junge Designer Adrien Gardère. Er sammelte in namhaften Museen wie dem Ägyptischen Nationalmuseum in Kairo oder auch im Louvre in Paris seine Erfahrungen.

Jährlicher Bilder-Wechsel

Die Galerie du Temps zeigt 230 Werke von der Antike bis heute. Locker komponiert, spannungsreich inszeniert, könnt ihr sie allesamt auch auf Touch-Screens entdecken.

20 Prozent der Werke werden jährlich ausgetauscht. Restauriert werden sie im Untergeschoss, wo ihr Konservatoren bei der Arbeit zuschauen könnt.

Künstler im Pfarramt

Ganz in der Nähe des neuen Nationalmuseums verwandelte Frankreichs Kunstmäzen François Pinault das alte Pfarramt von Saint-Théodore in eine Residenz für Künstler.

Im ersten Jahr arbeiteten die beiden New Yorker Künstler Melissa Dubbin und Aaron S.Davidson dort. Auch sie brachten frische Kreativität für eine Region im Aufwind, die Kultur auch an unerwarteten und überraschenden Orten inszeniert.

Kunst: heute dezentral

Im Rahmen der Dezentralisierung Frankreichs sollen die Kulturschätze des Landes nicht nur in Paris verfügbar sein, sondern auch in den Regionen. Bei der Ausschreibung um die Louvre-Dependance 2003 kandidierten neben Lens auch Städte wie Lyon und Montpellier.

Im November 2004 gab das Kulturministerium Lens den Zuschlag. Entscheidende Faktoren waren die gute Erreichbarkeit und das große Besucherpotenzial. 2010 begannen die Bauarbeiten auf einem ehemaligen Zechengelände.
www.louvrelens.fr

© Computer-Animationen: SANA

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