Die warmen Quellen von Saint-Thomas

Unterwegs im Tal der Têt wischen Pontpédrouse und Sauto in den Pyrénées-Orientales. Immer wieder bremsen plötzlich Wagen auf der N116 und biegen schnell und scharf eine schmale Straße tiefer hinab ins Tal ab, überfahren den Fluss auf einer uralten, schmalen Brücke und klettern dann eine Straße, die ich eher Saumpfad nennen würde, den Hang hinauf.

Bis sie plötzlich auf halber Höhe halten und parken. Hunderte Fahrzeuge zwängen sich schon zwischen Baum und Abhang. Ruhig ist es. Kein Volksfest also. Aber wo sind alle hin. Und warum kommen uns im Wald immer wieder junge und alte Menschen mit Handtüchern in der Hand oder um den Hals entdecken? 20 Minuten später erspähen wir des Rätsels Lösung.

Saint-Thomas: Thermal für alle

Laut gurgelt ein Bach. Wenig weiter hat sich jenseits eines Kiosk, der Eis, Würstchen und Kaffee verkauft, eine kleine Schlange gebildet. Eine Unterführung, ein paar Stufen, und da stehen wird nun: vor dem Kassenhäuschen der Bains Saint-Thomas. Jahrhunderte lang kannten nur die Dörfler die Quelle auf rund 1300 m Höhe. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde für sie mitten in der Wildnis eine Thermalbadeanstalt angelegt.

Im 20. Jahrhundert wurde sie von Jean Poudade (✝ 2013, 89 Jahre), einem Einheimischen aus Fontpédrouse, neu belebt. 1988 kaufte die Kommune Saint-Thomas das „Maison des Bains“ und verwandelte das Kurhaus in ein Thermal-Erlebnisbad für die ganze Familie – mit zwei Außenbecken, Planschbecken, Brause-Vorhang, Sprudlern, Whirlpools und Ruhezone, gestaltet als Amphitheater aus Stein.

Watsu am Berghang

Die Bains de Saint-Thomas nutzen das Thermalwasser der Grande Source, die mit 58°C mit 30 Kubikliter pro Stunde empor sprudelt. In den Badebecken wird es auf 36 bis 38 Grad Celsius herunter gekühlt – besonders im Winter, wenn ringsherum der Schnee liegt, muss es herrlich sein, sich im badewarmen Thermalwasser zu aalen! Die Badewonnen ergänzt ein umfangreiches Wellnessangebot mit Massagen, Beautyanwendungen, Dampfbädern mit Farbtherapie und Watsu. Pardon, Watsu? „Shiatsu im Wasser“, klärt mich die Bademeisterin lachend auf.

Weiterlesen: Saint-Thomas und mehr

Zur Einstimmung: DuMont Bildatlas Frankreich Süden (Okzitanien)

„Dieser Bildatlas ist sehr sehenswert und ist wunderbar beschrieben“ schrieb Ingrid Beck im Januar 2017 als Kundenrezension auf Amazon zur 4. Auflage. Inzwischen ist Ende 2017 die fünfte Auflage meines DuMont-Bildatlas „Frankreich Süd“ mit vielen neuen Tipps und Infos erschienen.
Ihr Kompliment hat mich riesig gefreut, behandelt er doch auf 118 Seiten in sechs Kapiteln meine Herzensheimat im Süden. Den Band gibt es zudem nicht nur gedruckt, sondern auch als e-Book für Kindle! Wer mag, kann den Band hier * direkt bestellen.

DUMONT REISEVERLAG, 5. Auflage (Dezember 2017), ISBN: 978-3770194100, Buch: 9,95 €, Kindle: 7,99 €

Der Reisebegleiter vor Ort: Ralf Nestmeyer, Languedoc-Roussillon

Zwischen dem Delta der Camargue und den Gipfeln der Pyrenäen hat Ralf Nestmeyer nahezu jeden Strand gesehen, jeden Stadt besucht, jedes Wehrdorf besichtigt – im Languedoc etwas intensiver, im Roussillon fokussiert er auf bekannten Highlights. Dennoch: Das gut 560 Seiten dicke Werk ist der beste Führer für Individualreisende, die diese Region entdecken möchten und des Französischen nicht mächtig sind. Wer möchte, kann den Band hier * direkt bestellen. In Ergänzung empfehle ich den Band von Petit Futé.

Michael Müller Verlag, 8. Auflage 2018, ISBN 978-3-89953-997-4, www.michael-mueller-verlag.de

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