Vor der Kathedrale von Notre-Dame de Paris beginnt die Route Nationale 6. Foto: Hilke Maunder
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Notre-Dame de Paris: das wiedergeborene Juwel

Keine Kathedrale Frankreichs ist so weltberühmt und so sehr Symbol wie Notre-Dame de Paris. Am 8. Dezember 2024 öffnete sie nach fünf Jahren Wiederaufbau ihre Pforten – sicherer, moderner und dennoch tief verwurzelt in ihrer jahrhundertealten Geschichte.

Der Wiederaufbau lässt das Gotteshaus wie einst strahlen. Funkelnd leuchten die Farben auf den Glasfenstern, den prachtvollen Rosetten, fast überirdisch schön. Seit der Wiedereinweihung vom Dezember 2024 ist die Urmutter der Kathdralen ein noch größerer Besuchermagnet. Bereits im ersten Jahr nach der Wiedereröffnung zählte Notre-Dame de Paris mehr als elf Millionen Besucher.

Heute kommen zwischen 30.000 und 35.000 Menschen, an Spitzentagen über 40.000. Damit ist Notre-Dame de Paris mit Abstand das meistbesuchte Denkmal Frankreichs, weit vor der Basilika Sacré-Cœur, dem Louvre, dem Schloss von Versailles und dem Eiffelturm. Um die Würde des Gotteshauses zu bewahren, ist die gleichzeitige Besucherzahl auf 3.000 Personen begrenzt. Der Eintritt ist kostenlos, ihr benötigt jedoch ein Ticket. Hier könnt ihr es reservieren.

Hell wie einst zur Gotik

Wer Notre-Dame de Paris vor dem Brand besuchte, betrag eine Kirche, die einer dunklen, heimeligen Höhle glich. Umso erstaunlicher ist es, wie hell die Kathedrale einst in der Gotik geweiht worden war.

Der gesamte Innenraum der Kirche wurde behutsam modernisiert und mit 1.500 perforierte Eichenstühle von Vincent Dupont-Rougier bestuhlt, die mit Abstandshaltern und dezenten Nachtlichtern versehen sind. Das spirituelle Herz der Kathedrale nbildet ein neuer Hochaltar. Neu gestaltet wurden auch die Kapellen, die Besucher und Gläubige nun auf eine thematische Reise durch das Leben Jesu führen – von der Geburt bis zur Auferstehung.

Neue Beleuchtungs- und Beschallungssysteme sorgen dafür, dass Notre-Dame in jedem Winkel erstrahlt und klingt wie nie zuvor. Installiert wurde im Februar 2026 das kabelloses Spectera-System vom Sennheiser, das alle Winkel der Kathedrale abdeckt – und dabei vollkommen unsichtbar bleibt. Im Laufe des Jahres 2026 kommen sechs neue Kirchenfenster hinzu, die die französische Künstlerin Claire Tabouret fürs südliche Seitenschiff geschaffen hat.

Ein Phönix auf dem Dach

Den neu errichteten Vierungsturm von Notre-Dame de Paris krönt ein goldenen Hahn, de als Phönix mit brennenden Federn gestaltet wurde. Er erinnert an die verheerenden Flammen und zugleich an den unbezwingbaren Willen zur Erneuerung. Im Inneren des Hahns ruhen, wie schon beim Vorgänger, Reliquien und ein Brief an künftige Restauratoren.

Ein neu installiertes Bewässerungssystem unter dem Dach sorgt künftig dafür, dass Notre-Dame de Paris vor ähnlichen Katastrophen geschützt ist. Neu ist auch die Olympia-Glocke von Notre-Dame de Paris.

Während der Sommerspiele von Paris 2024 läutete sie im Stade de France nach jedem Sieg eines Athleten. Nach den Paralympischen Spielen zog sie als lebendiges Erbe von Paris 2024 in die Kathedrale ein – und erklingt nun gemeinsam mit den historischen Glocken des Nordturms, darunter der 13.000 Kilogramm schweren Emmanuelle im Südturm.

Flavie Vincent-Petit soll auch sie restaurieren, die berühmte Rosette von Notre-Dame de Paris. Foto: Hilke Maunder
Die berühmte Rosette von Notre-Dame de Paris. Foto: Hilke Maunder

Notre-Dame de Paris im Portrait

1163 hatte Papst Alexander III. auf der Île de la Cité, der Keimzelle von Paris inmitten der Seine, ihren Grundstein gelegt. Nicht einmal 60 Jahre später, 1220, fand bereits der erste Gottesdienst statt. In den Kapellen wurde damals noch eifrig gebaut. Notre-Dame ist ein Meisterwerk der Hochgotik – und war die erste Kathedrale überhaupt, die mit gotischen Strebepfeilern gebaut wurde. Diese kühnen Steinbögen stützen das Gewölbe und entlasten die Wände, sodass die großen Fensterflächen möglich wurden, die das Innere durchfluten.

Mit ihren 69 Meter hohen Türmen war Notre-Dame de Paris bis Mitte des 13. Jahrhunderts das höchste Gebäude des Abendlandes. 422 Stufen führen vorbei am Hochsaal mit gotischer Spitzbogen-Architektur in drei Etappen hinauf zu einer der schönsten Aussichten über Paris. Im September 2025 wurde die Galerie des Chimères in 46 Metern Höhe anlässlich der Journées du Patrimoine wieder geöffnet – die Türme sind seither täglich zugänglich.

Hugo und der Glöckner

Die Geschichte der Kathedrale ist voller großer Momente. Napoleon Bonaparte ließ sich hier 1804 selbst zum Kaiser krönen – und nahm die Krone dem Papst demonstrativ aus den Händen, um sie sich eigenhändig aufs Haupt zu setzen. Victor Hugo rettete die damals verfallende Kathedrale mit seinem Roman Der Glöckner von Notre-Dame (1831) vor dem Abriss: Das Buch löste eine Welle der Begeisterung für das Mittelalter aus und führte zur großen Restaurierung durch Eugène Viollet-le-Duc ab 1844. Während der Französischen Revolution war Notre-Dame zum Temple de la Raison umfunktioniert worden. Königsstatuen wurden geköpft, Glocken eingeschmolzen. Die fehlenden Originalköpfe der 28 Könige-Statuen über dem Westportal tauchten erst 1977 in einem Pariser Keller wieder auf – heute bewahrt sie das Musée de Cluny.

Orgelmusik per Knopfdruck

Ungeheuer klanggewaltig ist die Orgel von François Thierry aus dem frühen 19. Jahrhundert, die Aristide Cavaillé-Coll 1863–1868 erweiterte. Mit 8.500 Pfeifen und 113 Registern auf fünf Manualen gilt sie als größte Orgel Frankreichs. Sie blieb beim Feuer nahezu unversehrt – litt aber unter dem Rauch. Alle Pfeifen wurden ausgebaut, gereinigt und wieder eingesetzt. Auch sie ist mittlerweile im Hightech-Zeitalter angekommen: Dank Sprach- und Computersteuerung können Organisten heute Melodien per Knopfdruck abspielen lassen.

Die Schutzpatronin von Notre-Dame

Am südöstlichen Vierungspfeiler findet sich das hochverehrte Gnadenbild der Schutzpatronin der Kathedrale, das um 1330 entstand. Es zeigt die Heilige Maria und Mutter Gottes. Aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammen die 23 Reliefs der Chorschranken. Sie stellen Szenen aus dem Leben und der Passion Christi dar – steingewordene Bibel für eine Zeit, in der die meisten Menschen nicht lesen konnten.

Gerettet vor dem Feuer wurden auch die Grandes Reliques von Notre-Dame de Paris: ein Dorn der Dornenkrone, ein Stück Holz und ein Nagel vom Kreuz Christi. Die Dornenkrone gilt als eine der wertvollsten Reliquien der Christenheit überhaupt. König Ludwig IX. – der Heilige Ludwig – hatte sie bereits 1239 für die enorme Summe von 135.000 Livres erworben, mehr als das Doppelte der damaligen Jahreseinnahmen der französischen Krone, und eigens die Sainte-Chapelle für sie erbaut. Sie fand nach ihrer Rettung eine neue Heimat in einem eigens gefertigten Reliquiar aus goldfarbenen Glasbausteinen. Seit dem 5. Dezember 2024 wird die Dornenkrone jeden Freitag ausgestellt – ein neues Ritual, das die Kathedrale als Wallfahrtsort neu definiert.

Fantasievögel & Wasserspeier

Ihre 56 Fantasievögel und Fabelwesen in der Galerie des Chimères sind ein Werk des 19. Jahrhunderts. Viollet-le-Duc hatte sie als Ersatz für die mittelalterlichen Wasserspeier entworfen – jene waren im 18. Jahrhundert wegen Baufälligkeit entfernt worden. Besonders berühmt wurde der Stryge: Halb Mensch, halb Bestie, stützt er seinen Kopf auf die Hände und blickt auf Paris. Vom Turm eröffnen sich wundervolle Ausblicke über die Stadt.

Der Großbrand von Notre-Dame de Paris

Am 15. April 2019 begann die spirituelle Heimat Frankreichs zu brennen. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo entdeckte um 18.50 Uhr Flammen auf dem Dach der Kathedrale. Das Feuer breitete sich rasch aus und zerstörte den gesamten Dachstuhl. Die Franzosen nennen ihn seit jeher la forêt – den Wald: ein gewaltiges Holzgefüge aus tausend Jahre alten Eichen. Eine Drohne der Polizei zeigte gegen 22 Uhr, wie das gesamte Dach lichterloh brannte und die steinerne Spitze von Notre-Dame abbrach. Auch einige der berühmten Glasfenster barsten in der Hitze.

Die Rosette der Westfassade, die Türme und ein Großteil der steinernen Struktur indes konnten dem Brand widerstehen, ein Großteil der Kunstschätze gerettet werden. Viele Kunstschätze, darunter die Apostel der Westfassade, waren glücklicherweise vor dem Brand bereits für Restaurierungsarbeiten entfernt worden. Als der Brand gelöscht war, überstrahlte das goldene Kreuz leuchtend die Brandspuren.

400 Feuerwehrleute waren 15 Stunden lang im Einsatz, bis weit in den 16. April 2019 hinein. Einer von ihnen wurde verletzt. Das Feuer aus der Luft zu löschen, wie der damalige US-Präsident Trump vorgeschlagen hatte, war laut Experten des Centre des Monuments Nationaux nicht möglich: Das Wasser hätte zum Einsturz der Kathedrale führen können.

Ein stilles Detail am Rande: Der Dachstuhl war mit 460 Tonnen Blei gedeckt. Als er schmolz, setzte er toxische Dämpfe frei und kontaminierte den Boden rund um die Kathedrale – die Dekontamination des Geländes gehörte zu den aufwendigsten Phasen des gesamten Projekts.

Der Kaplan der Pariser Feuerwehr, Jean-Marc Fournier, spielte eine wichtige Rolle bei der Rettung der Dornenkrone. Zuvor im Kirchenschatz (trésor) aufbewahrt, wurde sie nach ihrer Rettung vorübergehend im Pariser Rathaus untergebracht, ehe sie in einem neuen Reliquiar eine neue Heimat fand. Neben den Reliquien konnten auch viele andere wertvolle Kunstwerke gerettet werden, darunter alle Gemälde der Kathedrale und die Tunika von Sankt Ludwig.

Internationale Solidarität

Der Brand rief weltweite Anteilnahme hervor. Noch während die Flammen loderten, begann eine Spendenaktion zur Rettung der Kathedrale. Präsident Macron wandte sich in der Brandnacht an Superreiche und CEOs großer Unternehmen. Als Erste sagte die Familie Pinault (Gucci) eine 100-Millionen-Euro-Spende zu. Bernard Arnault folgte mit 200 Millionen Euro. Insgesamt wurden 846 Millionen Euro von 340.000 Spendern aus 150 Ländern gesammelt. Die Fondation du Patrimoine koordinierte die Spendeninitiative.

Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel bot deutsche Unterstützung an, die später durch die Kölner Dombauhütte umgesetzt wurde – insbesondere bei der Restaurierung der Glasfenster. Dass noch immer Mittel fehlen, zeigt die Komplexität des Projekts: Philippe Jost, Präsident der Einrichtung Rebâtir Notre-Dame, rief Ende 2025 erneut zu Spenden auf. Mindestens 140 Millionen Euro würden noch fehlen, um die vollständige Restaurierung abzuschließen.

Der Wiederaufbau von Notre-Dame de Paris

Staatspräsident Emmanuel Macron kündigte in einer Fernsehansprache an, dass die Kathedrale in nur fünf Jahren wiederaufgebaut werden solle. Nur wenige glaubten damals an die ambitionierte Vision. Doch Macron sollte recht behalten.

Für die Rekonstruktion des Vierungsturms schrieb der damalige Premierminister Edouard Philippe einen internationalen Architektenwettbewerb aus. Hunderte Entwürfe gingen ein – von einem Glaszelt über eine moderne Stahlspitze bis zur originalgetreuen Rekonstruktion. Frankreich entschied sich für sein Original.

Unter der Leitung von Philippe Villeneuve wurde der Wiederaufbau originalgetreu durchgeführt. 250 Unternehmen und bis zu 1.000 Menschen arbeiteten gleichzeitig an der Baustelle, die Jean-Louis Georgelin koordinierte. Nach dessen plötzlichem Tod am 18. August 2023 bei einem Bergunfall in den Pyrenäen ernannte Präsident Macron am 7. September 2023 Philippe Jost zum Leiter des Wiederaufbauprojekts. Flavia Vincent-Petit aus Troyes erhielt einen der Aufträge zur Rettung und Restaurierung der berühmten Glasfenster.

1.000 Bäume wurden in ganz Frankreich für den Wiederaufbau des Dachstuhls gefällt. In Steinbrüchen wurde nach intensiver Suche ein Stein gefunden, der nahezu identisch ist mit dem ursprünglich verwendeten. Die 8.500 Pfeifen der großen Orgel wurden ausgebaut und wieder aufgearbeitet, 22 Kunstwerke des 17. und 18. Jahrhunderts restauriert.

Die wissenschaftliche Baustelle

Während die Handwerker das Gotteshaus wieder aufbauten, untersuchten mehr als 150 Wissenschaftler jeden Quadratzentimeter der Kathedrale: ihre Steine, Glasfenster, Metalle, die Hölzer des Dachstuhls, Verzierungen, Skulpturen und Gemälde. Martine Regert, Forschungsdirektorin am CNRS, koordinierte diese wissenschaftliche Parallelbaustelle – sie verrät viel darüber, wie damals die Wälder bewirtschaftet wurden und wie sich seit dem Bau das Klima verändert hat.

Der wiedergefundene Dichter

Bei ihren Arbeiten entdeckten die Archäologen die Überreste eines römischen Hauses aus dem ersten Jahrhundert. Die größte Überraschung barg jedoch ein Bleisarkophag mit einem mysteriösen Skelett, der tief unter dem Chorbereich zum Vorschein kam. Im medizinischen Institut von Toulouse entlockten die Wissenschaftler der Leiche ihr Geheimnis: Der Verstorbene zeigte Spuren einer seltenen Krankheit, starb daran im Alter zwischen 30 und 40 Jahren – und liebte zu Lebzeiten das Reiten. So konnten sie die Identität des Unbekannten klären: Der Sarg birgt den berühmten Dichter Joachim du Bellay, der einst Kanoniker von Notre-Dame war. Ein Poet, der Jahrhunderte unter seiner Kathedrale schlief.

Das erste Te Deum – und die Wiedereröffnung

Am 16. April 2024, dem fünften Jahrestag des Brandes, wurde erstmals wieder in Notre-Dame de Paris ein Te Deum gesungen. Das Te Deum ist ein Lobgesang auf Gott, der seinen Ruhm und seine Macht preist und ihn um Hilfe und Führung bittet. Es wird meist bei besonderen Anlässen gesungen und ist ein fester Bestandteil der römisch-katholischen Liturgie.

Am 8. Dezember 2024, dem Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens, wurde Notre-Dame offiziell wiedereröffnet. Für geladene Gäste gab es bereits am 7. Dezember 2024 einen Festakt. Anwesend waren neben dem damals noch designierten US-Präsidenten Donald Trump auch Großbritanniens Thronfolger William, der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sowie Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Nach einer filmischen Einstimmung und einer Rede von Emmanuel Macron, der sich bei allen Helfern bedankte und an die Fähigkeit großer Nationen erinnerte, „das Unmögliche zu schaffen“, sang die amerikanische Opernsängerin Nadine Sierra die französische Nationalhymne. Anschließend traf sich Macron mit den Staatschefs zum Abendessen im Élysée-Palast, während 2.000 geladene Gäste in der Kathedrale Musikern lauschten – darunter Pharrell Williams und Angélique Kidjo.

Zwei Monate nach dem Brand hatte im Juni 2019 in einer kleinen, weitgehend unbeschädigten Kapelle am östlichen Ende der Kathedrale erstmals wieder ein Gottesdienst stattgefunden. 30 Geistliche durften daran teilnehmen. Doch die Messe wurde landesweit im Fernsehen übertragen – und eine Nation erlebte sie live mit. Die Christmette 2019 fiel aus. Zum ersten Mal seit mehr als 200 Jahren – und erstmals seit Ende der Französischen Revolution – gab es kein Weihnachtshochamt in Notre-Dame. Die Gemeinde wich ins Exil aus: Als Ausweichquartier diente die nahe gotische Kirche Saint-Germain-l’Auxerrois. Dort stand, wie durch ein Wunder, die zwei Meter hohe Skulptur der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind – die gotische Skulptur aus dem 14. Jahrhundert hatte den Großbrand überlebt. Beide sind inzwischen zurückgekehrt in die Kathedrale.

Baustelle bis 2030

Auch nach der Wiedereröffnung sind die Bauarbeiten noch nicht beendet: Die Restaurierung der Außenbereiche, der Apsis, der Sakristei und der großen Fassaden läuft weit über 2030 hinaus. Dann beginnt auch die Neugestaltung des Parvis, des Vorplatzes von Notre-Dame, und des Umfeldes der Kirche nach den Plänen des belgischen Landschaftsarchitekten Bas Smets. Die Zahl der Bäume soll von 130 auf mehr als 300 steigen. Eine fünf Millimeter dünne Wasserschicht soll sich im Sommer über den Platz verteilen – zur Kühlung und als schimmernder Spiegel, in dem sich die Westfassade der Kathedrale widerspiegelt. Fertigstellung: 2027.

Am Nullpunkt Frankreichs

Der frühere Vorplatz von Notre-Dame de Paris war dicht bebaut. Im Zuge der Stadtsanierung ließ Baron Haussmann fast das gesamte Kanoniker-Viertel Quartier des Chanoines abreißen. Wie es einst vor und um die Kathedrale aussah, verrät ein Stadtmodell im Musée Carnavalet.

In der crypte archéologique entführt die Place du Parvis noch tiefer in die Vergangenheit: Die 117 Meter lange archäologische Krypta birgt Reste von gallorömischen Gebäuden und mittelalterlichen Häusern sowie die Fundamente der merowingischen Vorgängerkirche, die 1980 beim Bau der Tiefgarage zum Vorschein kamen.

Bei Sonne funkelt im Pflaster des Vorplatzes ein ganz besonderer Bronzestern: der Point Zéro. Vom offiziellen französischen Nullpunkt werden alle Entfernungen in andere französische Städte berechnet. Wer darauf tritt und sich dreht, soll – so sagt der Volksmund – nach Paris zurückkehren. Ob das stimmt, sei dahingestellt. Der Punkt ist blank poliert von Millionen Schuhsohlen.

Vor dem 15 Tonnen schweren Bronzedenkmal Karls des Großen – in Frankreich Charlemagne –, von den Brüdern Louis und Charles Rouchet für die Weltausstellung 1878 geschaffen, gab es am 26. Juni 2009 einen Menschenauflauf: Tausende betrauerten zu Füßen des Kaisers den Tod des King of Pop, Michael Jackson – nachzuerleben auf Youtube.

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Im Blog

alle Informationen zu den neuen Besuchsregeln findet ihr hier.
https://meinfrankreich.com/die-neue-notre-dame-de-paris-besichtigen

Alle meine Paris-Beiträge sind in dieser Kategorie vereint.

Im Buch

Hilke Maunder, Baedeker „Paris“

1975 kam ich dank Interrail zum ersten Mal nach Paris und übernachtete in einem einfachen Sleep-in in der Rue de Turenne. Damals ahnte ich noch nicht, dass diese Stadt mich ein Leben lang begleiten würde. In den Jahren danach verbrachte ich fast jedes Jahr viel Zeit in der Kapitale: als junge Frau, die im 18e Arrondissement als Kellnerin jobbte, später mit Partner, schließlich mit meiner Tochter. Und bis heute fehlt mir etwas, wenn ich Paris nicht immer wieder neu erlaufen, erradeln oder durch das Labyrinth der Métro durchstreifen kann.

Aus dieser langjährigen, sehr persönlichen Beziehung zur Stadt ist mein Baedeker Paris* entstanden. Er versteht Paris nicht nur als Ansammlung berühmter Sehenswürdigkeiten, sondern als lebendige, vielschichtige Metropole, die sich mit jeder Reise neu erschließt. Natürlich findet ihr darin die großen Klassiker – vom Louvre über die Île de la Cité bis zum Eiffelturm –, doch ebenso wichtig sind mir die besonderen Orte, die leisen Viertel, die kleinen Entdeckungen abseits der Postkartenmotive.

Neben verlässlichen Fakten, übersichtlich aufbereiteten Karten und praxisnahen Tipps erzähle ich von ungewöhnlichen Details, kleinen Anekdoten und Momenten, die man nicht planen kann, die aber oft die schönsten Erinnerungen hinterlassen: ein Tanz unter freiem Himmel, ein unerwarteter Blick von oben, ein Abendessen, das länger dauert als gedacht. Genau diese Mischung aus Orientierung und Inspiration soll euch dabei helfen, Paris auf eure eigene Weise zu erleben. Wer mag, kann meinen Paris-Reiseführer hier* bestellen.

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