Patrick Chappert-Gaujal: der Recycling-Künstler

Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder

Was für ein Messie, dachte ich, als ich sein Haus in La Franqui erblickte. Im seitlichen Zugang standen ausgediente Markierungsstangen der Fischer, rostiges Blech und aufgerissene Fender.

Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Der Fundus von Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder

Der Balkon war übersät mit Schwimmbojen, Plastikflaschen, Treibholz und Netzen. Und auch im Garten stapelten sich Dinge, die für mich eher in den Müll gehörten.

Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Der Fundus von Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder

“Mein Fundus”, lacht Patrick Chappert-Gaujal. Schwungvoll öffnet er die Tür und deutet auf Boxen, Kästen und Tüten: “Hier sammle ich den Kleinkram, den ich auf meinen Spaziergängen am Mittelmeer finde: Korken, Flaschenverschlüsse, Stofffetzen. All das inspiriert mich ungemein zu meinen Werken. 2014 habe ich viel mit alten Seekarten gearbeitet.”

Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Die Studiowerkstatt von Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder

Ein Kind der Region

1959 in Bédarieux im Département Hérault geboren, ging Patrick 1975 nach Perpignan, um an der dortigen Haute École des Beaux-Arts bis 1980 Kunst zu studieren. Danach zog es ihn in den hohen Norden. Viele Jahre lebte er in Schweden, teilte sich mit anderen Künstlern ein Atelier.

Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Kleinkunst von Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder

Dort wurde er von Siwert Bergström entdeckt. Er forderte ihn auf, seine Kunst doch nicht zu verstecken, sondern öffentlich zu zeigen. Und zwar in seiner Galerie. 1988  begann mit der ersten Ausstellung bei GKM für Patrick Chappert-Gaujal die langjährige Zusammenarbeit mit der Galerie aus Malmö.

Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Was er findet, verwertet er – und schafft daraus Kunst. Foto: Hilke Maunder

Schweden als Sprungbrett

Bereits zwei Jahre später war Patrick auf der Lundbiennalen in der schwedischen Unistadt Lund mit dabei, 1990 auf dem Stockholm Art Fair vertreten und Vertreter der “Révolution Française” der Smålands Konstarkiv Värnam im gleichen Jahr.

Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Die Pinsel-Palette von Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder

Bis heute zählt Skandinavien zu den Stammmärkten von Chappert-Gaujals Schaffen. Daneben zeigt der Künstler längst auch seine Arbeiten in den Vereinigten Staaten, Afrika und Asien.

Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Miniaturen von Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder

Der internationale Durchbruch kam mit den Trophäen, die Patrick für den Alpin-Weltcup 2009 für Val d’Isére entwarf, und der Teilnahme an der Foire Internationale d’Art Contemporain (Fiac) im Grand Palais von Paris.

Sie rückte Patricks Recycling-Kunst aus der Nische ins Lampenlicht.

Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Von Street Art inspiriert: ein Werk von Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder

Die neuen Projekte von Patrick

Jetzt experimentiert Patrick auch mit Licht. Wo alte Telefonhäuschen oder Leuchtkästen entsorgt werden, sammelt er sie ein und verwandelt sie in leuchtende Exponate, monochrome Studien in Schwarzweißtönen.

Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Ein Hafen, aus der Luft gesehen von Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder

Neben monumentalen Werken – beispielsweise für das Château de Lastours im Corbières-Örtchen Portel – reizt ihn auch die kleine Form. Unzählige Miniaturen hat er schon aus kleinsten Resten erdacht und in seine Setzkästchen gestellt.

Oder an die Wand gehängt. “Irgendwann ergaben all diese Minis auch wieder etwas Monumentales”, schmunzelt er.

Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Noch ein Hafen von Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder

Gefällt euch der Beitrag? Dann sagt merci mit einem virtuellen Trinkgeld. Denn Werbebanner oder sonstige Promotions sind für mich tabu. Ich setze auf Follower Power. So, wie Wikipedia das freie Wissen finanziert. Unterstützt den Blog. Fünf Möglichkeiten gibt es.

Floride française: Skulptur von Patrick Chappert-Gaujal an der Promenade von Port-Barcarès. Foto: Hilke Maunder
Kunst-Bummel: eine Skulptur von Patrick Chappert-Gaujal an der Promenade von Port-Barcarès. Foto: Hilke Maunder

Weiterlesen

MARCO POLO Languedoc-Roussillon: die Hommage von Hilke Maunder an ihre WahlheimatKompakt & inspirierend: MARCO POLO Languedoc-Roussillon/Cevennen*

Den MARCO POLO Languedoc-Roussillon/Cevennenhabe ich nach Axel Patitz und Peter Bausch inzwischen mehrfach umfangreich erweitert und aktualisiert.

Von den Cevennen über das Languedoc bis hin zum Roussillon findet ihr dort Highlights und Kleinode, Tipps für Entdecken und Sparfüchse – und Adressen, die ich neu entdeckt und getestet habe.

Den Band hält ein Online-Update-Service aktuell, der euch über Events, Neueröffnungen und Schließungen informiert. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

Der Reisebegleiter vor Ort: Ralf Nestmeyer, Languedoc-Roussillon*

Zwischen dem Delta der Camargue und den Gipfeln der Pyrenäen hat Ralf Nestmeyer nahezu jeden Strand gesehen, jede Stadt besucht, jedes Wehrdorf besichtigt – im Languedoc etwas intensiver, im Roussillon fokussiert er auf bekannten Highlights. Inzwischen ist der wohl beste Führer für diese wunderschöne Ecke Frankreichs 2021 in 9. Auflage erschienen.

Das 588 Seiten dicke Werk ist der beste Begleiter für Individualreisende, die diese Region entdecken möchten und des Französischen nicht mächtig sind. Wer möchte, kann den Band hier* direkt bestellen.

Okzitanien abseits GeheimtippsOkzitanien: 50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade*

Okzitanien ist die Quintessenz des Südens Frankreichs. Es in den Höhen der Cevennen, endet im Süden am Mittelmeer – und präsentiert sich zwischen Rhône und Adour als eine Region, die selbstbewusst ihre  Kultur, Sprache und Küche pflegt.

Katharerburgen erzählen vom Kampf gegen Kirche und Krone, eine gelbe Pflanze vom blauen Wunder, das Okzitanien im Mittelalter reich machte. Acht Welterbestätten birgt die zweitgrößte Region Frankreichs, 40 grands sites – und unzählige Highlights, die abseits liegen. 50 dieser Juwelen enthält dieser Band. Abseits in Okzitanien: Bienvenue im Paradies für Entdecker!  Hier* gibt es euren Begleiter.

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreich* habe ich vor vielen Jahren von Barbara Markert übernommen und seitdem umfassend aktualisiert und erweitert.

Freut euch auf neue Insidertipps und Reiseziele, frischen Hintergrund und viele Erlebnisvorschläge für Aktive und Entdecker – von der Lichterkunst in Bordeaux’ U-Boot-Basis bis zu Wanderungen unter Wasser.

Damit ihr Frankreich noch besser versteht, gibt es natürlich auch viel Hintergrund zu Frankreich und seinen Menschen. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

 * Durch den Kauf über den Partner-Link kannst Du diesen Blog unterstützen und werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci !

La Franqui: Skulptur von Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Auf der Terrasse: eine Skulptur von Patrick Chappert-Gaujal. Foto: Hilke Maunder
Merci fürs Teilen!

2 Kommentare

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.