Unterwegs in den Schluchten der Ardèche

Die Schluchten der Ardèche. Foto: Hilke Maunder

Karg und zerklüftet zeigt sich der Süden des Départements Ardèche. Zikaden zirpen, silbern schimmern die Blätter der Olivenbäume. Feigen und Wein wachsen in den Gärten, und oben am Himmel zieht ein Geier seine Kreise. Auf dem Fluss, der zum Namensgeber des Départements wurde, sind Hunderte Kanuten unterwegs.

Wer auf der Ardèche paddelt, sollte kein blutiger Anfänger sein. Foto: Hilke Maunder

Paddelnd durch die Schlucht

Von Vallons Pont d’Arc starten sie zu Paddeltörns durch die Gorges d’Ardèche. Profis schaffen die 30 km lange Tour durch die Schlucht mit ihren 25 Stromschnellen in sieben Stunden.

Eindrucksvoll: der Natursteinbogen der Ardèche. Foto: Hilke Maunder

Genießer lassen sich zwei Tage Zeit, baden direkt unter dem 66 m hohen Natursteinbogen der Pont d’Arc und campieren im Reservat auf den beiden offiziellen Lagerplätzen Gaud und Gournier.

Blutige Anfänger solltet ihr nicht sein. Besonders nicht im Frühling nach der Schneeschmelze. Dann entwickelt die Ardèche, im Sommer ein ruhiger Fluss, richtig Temperament.

Immer wieder locken Sandstrände an der Ardèche zum Halt. Und zum Bad im Fluss. Foto: Hilke Maunder

Wandern im Vallée du Tiourre

Die Schluchten der Ardèche sind ein Besuchermagnet. Doch nur wenige wagen sich jenseits der berühmten Gorges einmal ins Gelände. Schade… denn dann könntet ihr Täler entdecken, die völlig der Zeit entrückt und ursprünglich sind. Wie das Vallée du Tiourre.

Im Vallée du Tiourrem einem Seitental der Ardèche-Schlucht, findet ihr dieses Bergdorf. Foto: Hilke Maunder

Dort führt ein Wanderweg von einem winzigen Weiler namens Charmes langsam ansteigend das ganze Tal hinauf bis zu einer Grotte, aus der sprudelnd die Tiourre entspringt.

Auf Saumpfaden, mal steil und steinig, streife ich durch das Gestrüpp der Garrigue, Ich atme tief den Duft von Thymian, Lavendel und Oregano ein und banne mit Makroobjektiven winzige Blumen auf den Chip, die leuchtend lila zwischen den niedrigen Buchsbäumen blühen.

Eindrucksvoll: eine Steineiche im Vallée de la Tiourre. Foto: Hilke Maunder

Unter der ausladenden Krone einer Steineiche picknicke ich. Meine fast leere Wasserflasche fülle ich in einem Bergdorf auf, von der Bevölkerung verlassen, von Briten wiederbelebt.

Ein einsamer Bergdorf im Vallée de la Tiourre. Foto: Hilke Maunder

Zurück geht’s dann immer direkt am Fluss entlang –  oder auch im Fluss – zurück und hinab bis zum Ausgangspunkt. Die Wanderung im Vallée du Tiourre ist rund sieben Kilometer lang, dauert rund zwei Stunden und überwindet dabei rund 250 Höhenmeter.

Bergdorf im Vallée de la Tiourre. Foto: Hilke Maunder

Ein Profil zur Strecke findet ihr hier. Wer eine große Rund durch das Tal abseits vom Massentourismus der Gorges de l’Ardèche machen will, findet hier einen Wandervorschlag. Bei der Wanderplanung hilft die IGN-Wanderkarte „Gorges de l’Ardèche“.

Am Abend genieße ich die Ardèche auf eine ganz andere Art: bei einem ménu curieux, komponiert aus der Flora der Region – mit Bibernellensalat, Brennnesselcremesuppe, Lavendel-Lamm und Kürbiseis.

Saint-Martin d’Ardèche. Foto: Hilke Maunder

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3 Kommentare

  1. Hallo liebe Hilke, ich schreibe derzeit gerade an einer neuen Seite über die Schluchten der Ardèche. Ich will aufdieser Seite auf auf diese Seite hier verlinken. Dabei unterstelle ich dass Du damit einverstanden bist. Ich war zwar noch nicht dort, plane dies aber sobald alsmöglich umzusetzten. Deshalb war es mir eine Freude einen Gastschreiber auf meiner HP zu haben, der mir ein wenig Bildmaterial liefert. Die Seite wird dann von mir entsprechend weiter ausgebaut, wenn ich mal dort war. Wollte Dich hier nur informieren, dass ich verlinke und damit auf Deinen Blog aufmerksam mache. Danke nochmals für Deine vielen schönen und tollen Berichte. Liebe Grüße Karl-Heinz

  2. Hallo Susanne, ganz herzlichen Dank für Ihr Kompliment und Ihr Anliegen. Sie schaffen es bestimmt! Ich selbst kann nur leider so gar nicht helfen, da ich selbstständig tätig bin – und die Arbeitsplatzstrukturen in Frankreich so gar nicht kenne… Fragen Sie mal die deutsche Auslandshandelskammer in Paris, die kann Ihnen bestimmt weiterhelfen! Viel Erfolg! Hilke

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