Hausboot-Törn: Bourg-Charente – bunte Düfte

Blick auf Bourg-Charente und den Bootsanleger an der Charente. Foto: Hilke Maunder
Blick auf Bourg-Charente und den Bootsanleger an der Charente. Foto: Hilke Maunder

“Wie malerisch!” hatten wir beim Vorbeigleiten im Hausboot gedacht, als wir flussabwärts reisten. Jetzt, bei der Rückfahrt, machten wir hier Halt: in Bourg-Charente, einem kleinen Flussschifferort mit Café-Kiosk, Puppensammlung und La Ribaudiere, dem Sternerestaurant von Thierry Verrat, direkt am linken Flussufer.

Der Duft der Orange

Bourg-Charente: Das Dach von Grand Marnier ragt hinter dem Grün auf. Foto: Hilke Maunder
Das Dach von Grand Marnier ragt hinter dem Grün auf. Foto: Hilke Maunder

Am rechten Flussufer ragt hinter hohen Kastanien tönern das Pyramidendach eines Schlosses auf, das 1921 die Familie Marnier-Lapostolle kauf, um dort ihre Cognac-Keller einzurichten.

Was sie dort heute herstellt, verrät ein tiefer Atemzug: Orangenduft liegt in der Luft! Bekannteste Sorte ist der Grand Marnier Cordon Rouge.

Bourg-Charente: Der Pavillon von Grand Marnier. Foto: Hilke Maunder
Der Pavillon von Grand Marnier. Foto: Hilke Maunder

In der Flasche mit dem roten Band paart sich der Cognac mit Bitterorangen. Im Cordon Jaune werden auch Süßorangen mit verarbeitet.

Unten am Fluss, wo ein schmuckes Wärterhäuschen den Zugang zum Firmengelände bewacht, ist das große, schmiedeeiserne Tor verschlossen.

Bourg-Charente: die moderne Kellerei von Grand Marnier. Foto: Hilke Maunder
Die moderne Kellerei von Grand Marnier. Foto: Hilke Maunder

Auch  weiter den Hang hinauf, wo die moderne Kellerei sich mit vielen Bauten erstreckt, ist alles verschlossen. Betriebsbesichtigungen, so scheint es, sind bei Grand Marnier nicht möglich.

Die Crus von Bourg-Charente

Bourg-Charente: vom Boot aufs Rad. Foto: Hilke Maunder
Vom Boot aufs Rad. Foto: Hilke Maunder

So radeln wir mit unseren Rädern, die heute erstmals zum Einsatz kommen, weiter zu den Weinfeldern der Petite Champagne und der Fins Bois. Bis an den Horizont ist der rote, lehmige Boden mit Ugni Blanc bestellt.

Bourg-Charente: Weinberg von Grand-Marnier. Foto: Hilke Maunder
Wehrhaft: dieser Weinberg von Grand-Marnier. Foto: Hilke Maunder

Rote Trauben sind in den Weingärten von Bourg-Charente in der Minderheit. Nur auf kleinen Parzellen gedeihen Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, aus denen der Pineau-Rosé bereitet wird.

Bourg-Charente: Mauerblick auf die Crus-Lagen. Foto: Hilke Maunder
Mauerblick auf die Crus-Lagen. Foto: Hilke Maunder

Die Straße der Blumen

Auf dem Rückweg zum Hausboot entdecke ich auf einer Feldsteinmauer das verwitterte Schild Village fleuri 2009. Neugierig biegen wir in die Rue des Fleurs an. Und wirklich, die Blumenstraße hat ihren Namen verdient.

Bourg-Charente. Rue des Fleurs. Foto: Hilke Maunder
Rue des Fleurs., Foto: Hilke Maunder

Schwertlilien mit gelben, blauen oder mehrfarbigen Blütenblättern leuchten vor den Feldsteinmauern, Rosen in knalligem Rot und Gelb ranken an Häuserwänden.

Bourg-Charente. Rue des Fleurs. Foto: Hilke Maunder
Blauregen. Foto: Hlke Maunder

Blauregen umrahmt Fenster und Türen. Stiefmütterchen, Phlox, Mohn, Margeriten und Blumenflor, den ich nicht erkenne, hat die Gärten erobert.

Bourg-Charente. Rue des Fleurs. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Einige Häuser wirken verwaist, sich selbst überlassen. Dort hat die Natur noch mehr Terrain zurückerobert, klettert Efeu über Wände und Bögen. Was für ein verwunschener Ort!

Bourg-Charente. Rue des Fleurs. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Eine kleine Pause…

Viel später als geplant sind wir zurück in Bourg-Charente. Wenn ihr jetzt auch wie wir Lust auf eine kleinen Pause vor dem Ablegen habt, hättet ihr drei Optionen.

Ein Picknick auf den Holztischen direkt am Wasser neben dem Hausboot-Anleger, eine Erfrischung oder kleiner Imbiss auf der Terrasse der Maison des Passeurs.

Bourg-Charente. La Maison des Passeurs. Foto: Hilke Maunder
La Maison des Passeurs. Foto: Hilke Maunder

Oder ein Sternemenü im Terrassenrestaurant La Ribaudiere vonThierry Verrat.

Bourg-Charente: das Sternerestaurant "La Ribaudière". Foto: Hilke Maunder
Das Sternerestaurant “La Ribaudière”. Foto: Hilke Maunder

Offenlegung

Für den Hausboot-Törn auf der Charente stellte mir Nicols Hausboote das Hausboot kostenfrei zur Verfügung. Dem Unternehmen und dem Team des Partner-Unternehmens Inter-Croisières in Sireuil sagte ich dafür merci und herzlichen Dank.

Bourg-Charente. Foto: Hilke Maunder
Die Vielfalt und Fülle von Blüten am Ackerrain beeindruckt mich in Frankreich immer wieder. Foto: Hilke Maunder

Einfluss auf meine Blogberichte hat dies nicht. Ich berichte subjektiv, wie ich es erlebt habe, mache kein Merchandising und werde erst recht nicht für meine Posts bezahlt.Sämtliche Bootstypen im Programm von Nicols findet ihr hier.

Gefällt euch der Beitrag? Dann sagt merci mit einem virtuellen Trinkgeld. Denn Werbebanner oder sonstige Promotions sind für mich tabu. Ich setze auf Follower Power. So, wie Wikipedia das freie Wissen finanziert. Unterstützt den Blog. Fünf Möglichkeiten gibt es.

Bourg-Charente. Rue des Fleurs. Foto: Hilke Maunder
Stillleben der Rue des Fleurs. Foto: Hilke Maunder

Weiterlesen

Im Blog

Meinen ersten Tag an Bord der MS Malvy habe ich hier vorgestellt, den zweiten Tag bis Châteauneuf-sur-Charente hier. Am dritten Tag erreichten wir Jarnac, die Heimat von Mitterand – klickt mal hier.

Danach ging es flussabwärts bis nach Cognac. Früher befuhren gabare genannte Flusskähne die Charente. Mehr dazu verrät ein Stopp in Saint-Simon.

Bourg-Charente. Foto: Hilke Maunder
Die Rue des Fleurs. Foto: Hilke Maunder

Im Buch

Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreich* habe ich vor vielen Jahren von Barbara Markert übernommen und seitdem umfassend aktualisiert und erweitert.

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Bourg-Charente: die moderne Kellerei von Grand Marnier. Foto: Hilke Maunder
Grand-Marnier. Foto: Hilke Maunder
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