Frankreichs schönste Dörfer: Curemonte

Curemonte liegt langgestreckt auf einem Hügelkamm im Süden der Corrèze. Foto: Hilke Maunder
Curemonte liegt langgestreckt auf einem Hügelkamm im Süden der Corrèze. Foto: Hilke Maunder

Am südlichen Ende des Départements Corrèze erstreckt sich Curemonte auf einem Bergrücken über den Tälern von Sourdoire und Maumont. Die Lage ist äußerst malerisch – und geografisch besonders. Curemonte liegt exakt auf dem 45. Breitengrad. Es befindet sich damit genau auf  halbem Weg zwischen Äquator und Nordpol.

Mitten durch den Ort verläuft der 45. Breitengrad. Foto: Hilke Maunder
Mitten durch den Ort verläuft der 45. Breitengrad. Foto: Hilke Maunder

Raymond de Curemonte war Vasall des Vicomte de Turenne. 1096 begleitete er den Vize-Grafen von Turenne im Ersten Kreuzzug. Für seine Dienste erhielt er das Recht auf eine eigene Burg. Im Laufe der Jahre kamen zwei weiteren Burgen hinzu. Die  runden oder viereckigen Türmen der drei Burgen prägen bis heute die Silhouette von Curemonte.

Château de Saint-Hilaire

Château Saint-Hilaire. Foto: Hilke Maunder
Château Saint-Hilaire. Foto: Hilke Maunder

Das Château de Saint-Hilaire steht im Zentrum der Burgmauer. Es geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Den rechteckigen, viergeschossigen Bau flankieren drei Türme aus dem 15. Jahrhundert. Sie sind mit Maschikulis gekrönt und mit Biberschwanzziegeln bedeckt. Auf einem der Türme ist ein Löwe, das Wappen der Dynastie Lostanges, zu sehen. 

Château des Plats

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Neben der Burg von Saint-Hilaire erhebt sich das Château des Plas an der Innenmauer der Befestigungsanlage. Ursprünglich bestand die Burg im 16. Jahrhundert lediglich aus zwei Wohntürmen.

Im 17. Jahrhundert wurde ein rechteckiger Trakt angefügt. Über dessen Eingangstor prangt eine von zwei Bossen-Pilastern flankierte Kartusche. Sie präsentiert das Wappen der Familie von Plas. Aus demselben Jahrhundert stammt ein weiterer Anbau.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Die beiden Familien Le Plas und Saint-Hilaire teilten sich die Herrschaft über Curemonte. Die Domizile der beiden Familie lagen ab dem 16. Jahrhundert innerhalb derselben Burgmauer. In dieser „Ganerbenburg“ teilte man sich die Ringmauer – und baute für jede Familie eigene Häuser.

Château de la Johannie

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Im 13. Jahrhundert ließ sich eine weitere noble Familie in Curemonte nieder: les Jean. Jean ist Johannes auf Französisch. Ihr Stammsitz erhielt daher den Namen Château de la Johannie.

Im 15. Jahrhundert errichtete die Familie ihre Burg aus zwei hohen, gegeneinander verschobenen Quadern. Den Zugang zu den beiden Gebäudeteilen gewährt bis heute eine Wendeltreppe. Vier Schornsteine schmücken das Dach. 

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Die Kirchen von Curemonte

Wie die älteste Burg des Ortes, so trägt auch die älteste Kirche vor Ort den Namen Saint-Hilaire. Das Gotteshaus im Weiler La Combe gehört zu den ältesten Kirchen der Corrèze. In reinster Romanik ruht der Sakralbau auf einem Fundament der Merowinger.

Lange vernachlässigt, wurde er 2015-2017 zwei Jahre lang saniert. Seitdem könnt ihr wieder die  Malereien vom 12. bis zum 18. Jahrhundert bewundern. Die zeitgenössischen Fenster schuf die japanische Glaskünstlerin Michiyo Durt-Morimoto.

Die Kirche Saint-Barthélemy. Foto: Hilke Maunder
Saint-Barthélemy du Bourg . Foto: Hilke Maunder

Ursprünglich romanisch war auch die Kirche Saint-Barthélemy du Bourg mit ihrem Glockengiebel. Eine kleine Tür an der Südseite führt hinein. Drinnen schmücken drei Altarbilder das Kirchenschiff, darunter ein barockes Meisterwerk aus dem Jahr 1672.

Als Pfarrkirche diente jedoch bis zur Französischen Revolution die Kirche Saint-Genest im Weiler Les Granges. Benediktiner hatten sie im 12. Jahrhundert errichtet. Heute birgt sie ein Museum für sakrale Kunst.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Feldstein ganz nobel

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Typisch für Curemonte sind auch sechs stattliche Adelshäuser, die die Gassen auf dem Hügelkamm säumen. Eine Markthalle erhielt Curemonte erst im frühen 19. Jahrhundert. Errichtet wurde sie nicht aus Stein, sondern aus Eichenfachwerk. Ursprünglich diente die Halle als Getreidemarkt.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Erst spät entdeckten die Künstler den Charme von Curemonte. 1940 kam die Schriftstellerin Colette, die zeitweise in der Corrèze gelebt hat, nach Curemonte und verfasst dort ihren Roman Journal à rebours.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Curemonte: meine Reisetipps

Erleben

Terra Aventura le village des trois

Holt euch für diese digitale Schatzsuche die Infos am Office de Tourisme oder ladet euch die App fürs Geocaching von Curemonte aufs Handy.
www.terra-aventura.fr

Auf dieser Karte stellt der Verein <em>Les Clefs de Curemonte</em> neben dem Bauerbe auch die Künstlerateliers, Geschäfte und Lokale vor. Copyright: <em>Les Clefs de Curemonte</em>
Auf dieser Karte stellt der Verein Les Clefs de Curemonte neben dem Bauerbe auch die Künstlerateliers, Geschäfte und Lokale vor. Copyright: Les Clefs de Curemonte

Geführte Besichtigungen

Im Sommer führen die Amis de Curemonte täglich um 17 Uhr durch das Dorf.

Wandern

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Autour du Puy Turlau

Der Kreuzweg, der auf den Puy Turlau (279 m) führt, wird am Karfreitag von einer Prozession begangen und bietet schöne Aussichten. Anschließend bietet ein Abstecher nach Végennes den besten Blick auf Curemonte.
• 6, 1 km, www.vallee-dordogne.com

Curemonte in der Corrèze. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Autour des Châteaux

Immer neue Ausblicke auf die Schlösser von Curemonte eröffnet dieser Rundweg.
• 7 km, www.vallee-dordogne.com

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Schlemmen und genießen

Lou Pé Dé Gril

Löwenzahn heißt auf Französisch pissenlit. Francine und Maurice Guionie pflücken seine jungen Blüten alljährlich im Frühjahr per Hand. Sie legen sie in Essig wie Kapern ein oder lassen sie mit Zucker, Zitronen, Rosinen und Wasser zu Fruchtwein fermentieren. Auch Gelee und Chutney aus Löwenzahn gibt es bei diesem Familienbetrieb am Ortseingang von Curemonte.
• La Fontaine du Chassan, 19500 Curemonte, Tel. 05 55 25 45 53, https://pissenlitloupedegril.com

Auch eingelegte Löwenzahn-Blüten gehören zum Sortiment. Foto: Hilke Maunder
Auch eingelegte Löwenzahn-Blüten gehören zum Sortiment. Foto: Hilke Maunder

Schlafen

Le Moulin de Lassalle*

Bernadette Gironde und ihr Mann haben ihre Hofstelle für Gäste hergerichtet. Ihre fünf geräumige wie modern-komfortable Gästezimmer liegen mitten in der Natur. Und doch nur drei Kilometer entfernt von Curemonte.
• D106, 19500 Puy-d’Arnac, Tel. mobil 06 81 16 24 01, www.lemoulindelasalle.fr

Noch mehr Betten*

Booking.com

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Weiterlesen

Im Blog

Collonges-la-Rouge

Auch Collonges gehört zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Seine Besonderheit? Es ist komplett aus rotem Sandstein erbaut – ein ungewöhnlicher Anblick! Entdeckt das Bilderbuchdorf hier.

Collonges-la-Rouge. Foto: Hilke Maunder
Die rote Perle: Collonges. Foto: Hilke Maunder

Turenne

Ebenfalls zum prestigeträchtigen Kreis der plus beaux villages de France gehört das Burgdorf Turenne in der Corrèze. Entdeckt es hier!

Die Burg Die Burg von Turenne und ihr Dorf. Foto: Hilke Maunder ihr Dorf. Foto: Hilke Maunder
Die Burg von Turenne und ihr Dorf. Foto: Hilke Maunder

Brive-la-Gaillarde

Nur 20 Autominuten entfernt ist Brive-la-Gaillarde. Wie ihr die Stadt am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Autobahnrouten richtig genießen könnt, erfahrt ihr hier.

Brive-la-Gaillarde: Eric Lamy Foto: Hilke Maunder
Der Schokopast von Brive-la-Gaillarde heißt Eric Lamy. Foto: Hilke Maunder

Im Buch

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

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Freut euch auf neue Insidertipps und Reiseziele, frischen Hintergrund und viele Erlebnisvorschläge für Aktive und Entdecker – von Lichterkunst in Bordeaux’ U-Boot-Basis bis zu Wanderungen unter Wasser.

Damit ihr Frankreich noch besser versteht, gibt es natürlich auch viel Hintergrund zu Frankreich und seinen Menschen. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

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