Frankreich in Ozeanien
Frankreich in Ozeanien: Das sind zwei faszinierende Außenposten im tiefblauen Pazifik, die wie funkelnde Juwelen in der Weite des Ozeans verstreut liegen. Hier begegnet das koloniale Erbe einer jahrtausendealten indigenen Kultur – ein spannungsgeladener Mix, der von einer atemberaubenden Natur und der tiefen Herzlichkeit der Menschen getragen wird. Beide Gebiete eint eine bewegte Geschichte und der starke Wunsch nach politischer Selbstbestimmung.
Französisch-Polynesien: das Paradies der Atolle
Insgesamt 118 Inseln und Atolle, verteilt auf fünf Archipel, bilden das Überseeterritorium Polynésie française. In der Hauptstadt Papeete auf Tahiti schlägt das wirtschaftliche Herz dieser weitverzweigten Inselwelt.
Erst Jahre, nachdem Frankreich in Ozeanien Nouvelle-Caledonie in Besitz genommen hatte, begann die Geschichte der französischen Präsenz in Polynesien. Am 6. April 1768 beanspruchte der Seefahrer Louis Antoine de Bougainville die Inseln für die Krone. Auf das Protektorat von 1842 folgte 1946 der Status als Übersee-Territorium. Ein Meilenstein war das Jahr 1996, als Französisch-Polynesien eine weitgehende Autonomie erhielt, die es ihm erlaubt, viele innere Angelegenheiten eigenständig zu regeln.
Als „Perle des Pazifiks“ gilt Bora Bora mit seinen Luxusresorts. Bei Lagunensafaris könnt ihr hier harmlose Riffhaie und majestätische Rochen in kristallklarem Wasser beobachten. Auf der Garteninsel Moorea führen Allrad-Safaris durch duftende Ananasplantagen hinauf zum Belvédère-Aussichtspunkt, der einen spektakulären Blick über die tiefblauen Buchten Cook und Opunohu eröffnet. Wer die totale Abgeschiedenheit sucht, findet in Rangiroa eines der größten Atolle der Welt. Als Taucher könnt ihr hier in der Tiputa-Passage mit Delfinen in der Strömung driften! Was indigene Erbe von Frankreich in Ozeanien entdecken möchte, kann die Kunst des Tätowierens( Tatau ) und den traditionellen Hura-Tanz hier hautnah erleben.
Nouvelle-Calédonie: das Erbe von Gondwana

Im Südwestpazifik liegt Nouvelle-Calédonie (Neukaledonien). Geologisch ist das Archipel eine Besonderheit: Es ist ein Bruchstück des uralten Kontinents Gondwana, das vor rund 250 Millionen Jahren abbrach und nach Nordosten driftete. Diese Isolation bescherte der Insel eine einzigartige Flora und Fauna, die nirgendwo sonst auf der Welt zu finden ist – und ihr auch im Parc Provincial de la Rivière Bleu entdecken könnt.
Die Heimat der Kanaken liegt inmitten der größten Lagune der Welt, die seit 2008 zum UNESCO-Welterbe gehört. Nachdem Jean-François de La Pérouse das Gebiet 1774 für Frankreich beansprucht hatte, wurde 1853 eine Strafkolonie errichtet. Ruinen auf der malerischen Île des Pins erinnern bis heute an dieses dunkle Kapitel.

Aufgrund der starken Unabhängigkeitsbestrebungen nimmt Neukaledonien seit 2003 eine Sonderstellung ein: Als Collectivité sui generis besitzt es einen speziellen Status innerhalb der Republik, der über den eines gewöhnlichen Überseegebiets weit hinausgeht. In der Hauptstadt Nouméa ehrt das indigene Erbe besonders das Tjibaou-Kulturzentrum, dessen Architektur von Renzo Piano die traditionellen Hütten der Kanaken auf futuristische Weise interpretiert.
Die touristischen Höhepunkte Neukaledoniens sind so vielfältig wie seine Geologie. Das berühmte Herz von Voh, eine natürliche Formation in den Mangroven, lässt sich am besten bei einem Rundflug bestaunen. Auf der Île des Pins lockt das Piscine Naturelle, ein von Säulenpinien gerahmtes Meerwasserschwimmbecken, auf der Loyalitätsinsel Ouvéa ist die Kultur der Kanaken noch besonders authentisch erhalten. Die Westküste von Grande Terre ist das Reich der broussards – kaledonischen Cowboys, wie wie in Australien im Busch ihre Rinder züchten.

Fisch, Vanille und Kokos
Was Frankreich in Ozeanien serviert, ist eine köstliche Fusion-Küche, die exotische indigene Aromen mit klassischer französischer Küche vereint. Das polynesische Nationalgericht ist der poisson cru – roher Fisch (meist Thunfisch), der in Limettensaft mariniert und mit frischer Kokosmilch verfeinert wird. Veredelt wird die polynesische Küche gernet mit der weltberühmten Tahiti-Vanille, die für ihr blumiges Aroma geschätzt wird.
In Neukaledonien ist die bougna die Leibspeise der Einheimischen: ein Eintopf aus Taro, Yams, Süßkartoffeln und Fleisch oder Fisch, der traditionell in Bananenblätter gewickelt und in einem Erdofen auf heißen Steinen gegart wird. Es gibt sie als poisson bougna mit Fisch, poulet bougna mit Huhn oder in vegetarischen Varianten











