Ein Allfarbenlori, wie ihr ihn auch in Australien findet – als "rainbow lorikeet". Foto und Copyright: Patrice Morin / NCTPS.
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Entdeckt Neukaledonien!

Am 4. November 2018, dann 5. Oktober 2020 und zuletzt am 12. Dezember 2021 hielt ein Südsee-Archipel die Franzosen einen Sonntag lang in Atem: Neukaledonien. Rund 18.000 Kilometer Paris entfernt, stellte sich für 140.000 Insulaner die Frage: Verbleibt Neukaledonien bei Frankreich – oder wird es unabhängig als Kanaky?

Alle drei Referenden endeten mit einem Bekenntnis zu Frankreich. Nicht allen gefiel das Ergebnis. Die Unabhängkeitsbewegung boykottierte das Ergebnis der Volksabstimmung.

Die Karte: Neukaledonien. Copyright: Tourisme Nouvelle-Calédonie
Die Regionen von Neukaledonien. Copyright: Tourisme Nouvelle-Calédonie

Einst mit Australien verbunden

Doch wo genau liegt Neukaledonien? Was erwartet euch in Neuschottland? Einige meiner Freunde packten das Inselreich in die Karibik, andere an den Rand der Antarktis. Tatsächlich findet ihr es 1600 Kilometer vor einem Kontinent, zu dem es einst gehörte.

Und mich daher besonders faszinierte: Australien. Downunder ist nicht nur mein zweites Spezialgebiet, sondern war auch Heimat meiner Jugend – und begleitet seitdem mein Leben.

Australien bildete zusammen mit Neuseeland und anderen Ecken im Südwestpazifik einst den riesige Urkontinent Gondwana. Als er vor rund 250 Millionen auseinanderbrach, entstand auch Neukaledonien – und driftete gen Nordosten.

Geologen hatten bislang Neukaledonien immer als ferne Inselkette Australiens gesehen. Doch elf dieser Forscher, die ihren Blick nur auf die Erdkrusten der Erde richten, haben 2017 in einer Studie einen siebten Kontinent vorgestellt: Zealandia. 94 Prozent liegen unter Wasser. Einzig Neuseeland und Neukaledonien ragen heraus.

Cagous & Riesentauben

Die frühe Isolation hat dem Inselreich eine einzigartige Flora und Fauna beschert. Dort leben der entengroße Cagou (dt. Kagu) mit seinem grauweißen Federkleid, der das Fliegen verlernt hat, und die Riesentaube Notou.

In den Höhlen sind Fledermausarten wie La Roussette Roux heimisch. Im April darf die bedrohte Fledermausart – ganz legal – gejagt werden, um Le Bougna vorzubereiten. Fürs Festtagsgericht der Neukaledonier werden Fisch und Fleisch mit Kokosmilch übergossen und gemeinsam mit Taro-, Yam- und Maniokwurzeln, in Bananenblätter gewickelt, auf heißen Steinen über Stunden hinweg in einer Grube gegart.

Erst 1972 wurde auf den Inseln eine elektrische Ameise entdeckt, die euch sehr schmerzhafte Stiche zufügen kann. Nicht ganz ungefährlich sind auch die Wildschweine, die im Hinterland in der Erde wühlen. Die Javahirsche kamen  als Geschenk des Gouverneurs von Java 1870 nach Neukaledonien. Seitdem konnten sie sich dank fehlender natürlicher Feinde ungestört vermehren. 300.000 von ihnen findet ihr heute in den Bergen.

Hütten aus Teebaum

Noch exotischer ist das Inselgrün mit 3.500 Pflanzenarten, von denen es zwei Drittel nur dort gibt. Wichtigster Baum für die Kanaken ist der NiaouliAus dem Holz dieser Teebaumart bauen sie ihre cases, hohe, spitze Rundhütten, die je nach Stamm und Region unterschiedlich ausfallen.

Aus den weißen Blüten gewinnen die Bienen den Nektar für einen köstlichen Honig. Eingang in das Wappen von Neukaledonien hat ein zweiter Baum gefunden: die Cook-Kiefer. Tatsächlich jedoch ist sie keine Kiefer, sondern eine Araukarie.

Durch flache Fluten zum Naturpool: Wandern auf der Île des Pins. Foto: Hilke Maunder
Durch flache Fluten zum Naturpool: Wandern auf der Île des Pins. Foto: Hilke Maunder

Superpflanzen als Saubermänner

Völlig fasziniert sind auch die Forscher von der restlichen Pflanzenwelt. Sie fragen sich: Wie kann eine so vielfältige Flora existieren, obgleich der Boden sehr viel Nickel birgt? Und damit ein für Lebewesen hochgiftiges Metall!

Doch trotzen ein paar Superpflanzen nicht nur dem Nickel, sondern nutzen es sogar! Als „Hyperakkumulatoren“ ziehen sie die Schwermetalle aus dem Boden und speichern sie in ihren Blättern. Auf dem Weg dorthin färbt der Nickel den Pflanzensaft: Er ist blaugrün!

Der  Ökologe Antony van der Ent hat diese außergewöhnlichen Pflanzen mit nach Melbourne genommen und dort in einen Teilchenbeschleuniger gesteckt.

Die hochauflösenden Bilder aus dem Innersten der Pflanze verrieten, wie die Pflanze die Metallanreicherung anlegte und nutzte. Mit dieser Technik sollen nun verseuchte Böden weltweit mit solchen  Superpflanzen renaturiert werden! Was für eine Urwelt, wie exotisch und fremd!

Die neukaledonische Riesentaube. redits_copyright_Toko_ NCTPS
Die neukaledonische Riesentaube Notou. Foto und Copyright: Toko / NCTPS

Was Muschelmuster verraten

Vor rund 1500 Jahren besiedelten die Austranesier von Vanuatu aus das Inselreich und damit : Polynesier, die mit Auslegerbooten über den Pazifik paddelten und ihre Kultur auf die Inseln brachte. Zum Wahrzeichen wurde ihre Keramik, die Muschelabdrücke schmückten.

Bereits 1908 hatte ein deutscher katholischer Priester namens Otto Meyer auf der Insel Watom im Bismarck-Archipel derart verzierte Tonscherben gefunden und nach Paris geschickt. Im Musée de l’Homme verschwanden sie unbeachtet im Lagerraum. Zwölf Jahre später fand William McKern 3700 km entfernt auf Tonga die gleiche Keramik  im Sand.

Die Wiege der Kanaken

Doch erst der Ornithologe und Anthropologe Edward Winslow Gifford, der am Strand von Lapita 1947 ebenfalls derartige Keramiken fand, stellte die Verbindungen her, datierte die Fundstücke mit Radiokohlenstoff auf  mehr als 2.800 Jahre und gab der Kultur ihren Namen: Lapita.

Die Töpfer von einst sind die ältesten Vorfahren der Menschen, die heute als „Ureinwohner“ die Inseln besiedeln: die Kanaken. Sie stellen heute 44 Prozent der Bevölkerung und leben wie einst in Clans – vor allem an der Ostküste von Grande-Terre und auf den kleineren Inseln des Archipels.

Als erster Weißer kam 1774 ein Mann, der Australien für die britische Krone in Besitz nahm: James Cook. Da ihn die Berge, die im Hinterland der Hauptinsel Grande-Terre aufragen, an seine schottische Heimat erinnern, nannte er den Archipel New Caledonia (Neu-Schottland).

Die Hölle auf Erden: "le bagne de l'Île des Pins". Foto: Hilke Maunder
Die Hölle auf Erden: le bagne de l’Île des Pins. Foto: Hilke Maunder

Schuften in Ketten

Da Cook jedoch auf der Suche nach dem geheimnisvollen Südkontinent terra australis war, und nicht nach einer Handvoll Inseln, rammte er nicht die britische Flagge in den Boden, sondern segelte weiter…

So nahm schließlich Auguste Fevrier-Despointes am 24.September 1853 die  Inselgruppe für Napoleon III. in französischen Besitz. 1796 in Vauclin auf der Insel Martinique geboren, durchlief er die Marineschule in Brest – und segelte, als Mittfünfziger, im Auftrag der Krone ins Südmeer.

Die junge Kolonie Nouvelle-Calédonie machte Napoleon III. – ähnlich wie die Briten in Australien, zur Strafkolonie für all die unliebsamen Objekte, die Frankreich entsorgen wollte: Diebe, Prostituierte und  politisch Unbequeme aus den nordafrikanischen Kolonien und der Pariser Kommune. Warum gerade dorthin? Frankreich brauchte Zwangsarbeiter für die frisch entdeckten Nickelminen von Grande Terre.

Nouméa: Die "case" des Häuptlings im Tjibaou-Kulturzentrum, Foto: Hilke Maunder
Die case des Häuptlings im Tjibaou-Kulturzentrum, Foto: Hilke Maunder

Kanaks, Caldolches & Zoreils

Die Verbannten erwartete eine doppelte Strafe: War die Haft verbüsst, durften sie nicht in die Heimat zurückkehren. Sondern mussten in der fernen Kolonie ihr Lebensglück aufbauen. Ihre Nachfahren bilden heute das Gros der caldoches, der weißen Siedler. Sie stellen 34 Prozent der Bevölkerung.

Zu ihnen gehören auch die broussards, die im trockenen Westen von Grande Terre mit ihren stockmen, die so wie australische Cowboys heißen, Rinder züchten.

Viehzüchter und Bauern ohne Knast im Blut nennen sich colons. Zoreils und métros (métropolitains) heißen die französische Neueinwanderer und Entsandte des Hexagons. Die turbulente Geschichte von Neukaledonien spiegelt nicht nur die exotische Natur,  die gemischte Gesellschaft. Sondern auch die Sprache. So heißt es nicht nur bonjour, sondern auch bozu ! bei der Ankunft in Nouméa.

Île des Pins: Edmond schippert mit euch zwei Stunden lang mit seinem Outrigger-Kanu durch die Baie d'Upi. Foto: Hilke Maunder
Edmond schippert mit euch zwei Stunden lang mit seinem Outrigger-Kanu durch die Baie d’Upi. Foto: Hilke Maunder

Die Geschichte von Neukaledonien im Überblick

1500 -200 v. Chr.
Lapita-Kultur; Fundstelle auf der Foué-Halbinselbei Koné: älteste Spuren
des Volks der Kanaken

200 v. Chr.
Einwanderungswelle aus Polynesien (Samoa, Tonga, Wallis, Futuna)

4. September 1774
James Cook entdeckt die Inseln und nennt sie Neu-Schottland (New Caledonia)

1792
Der Franzose Joseph Bruny d’Entrecasteaux erreicht die Inseln.

ab 1793
Walfänger und Sandelholzhändler kommen, später Missionare

1853
Eingeschleppte Krankheiten und Seuchen rafften die indigene Bevölkerung hin

24.September 1853
Auguste Febvrier-Despointes nimmt die Inselgruppe für Napoleon III.
in französischen Besitz.

1864 – 1922
Strafkolonie Frankreichs; insgesamt kamen 21.000 Verurteilte auf die Inseln. Unter ihnen war auch Louise Michel, eine der bekanntesten Vertreterinnen der Pariser Kommune.

Juli 1880
Amnestie für etwa 8000 Franzosen.

1863
Jules Garnier findet das später nach ihm benannten Nickelerz Garnierit. 1873 beginnt der  Nickel-Abbau in den ersten Lagerstätten. Mit den eintreffenden Siedlern, die sich auf Stammesland niederlassen, und dem Beginn des Bergbaus verschärfen sich die Spannungen zwischen den Neuankömmlingen und den ansässigen Kanak. Arbeitskräfte in den Minen sind Strafgefangene, Freigelassene, Arbeiter aus Asien & Ozeanien, Verschleppte  (blackbirding).

1878
Größter Kanaken-Aufstand Neukaledoniens.  Die Folge: Enteignung und Deportation. Die Kanaken werden von den Küsten ins Landesinnere abgedrängt

1880
Gründung der Société Le Nickel.

2. Weltkrieg
Nouméa ist Hauptquartier der US-Streitkräfte im Pazifik.

2. Oktober 1946
Neukaledonien wird zum Übersee-Territorium erklärt, bleibt es bis 2003

1953
Französische Bürgerrechte für alle Bewohner

1957
Neukaledonien erhält eine eigene Assemblée Nationale

1984
Kanakische sozialistische Front der nationalen Befreiung (FLNKS). Führer: Jean-Marie Tjibaou

1968
Die UN setzt Neukaledonien auf Liste der zu dekolonialisierenden Länder

April/Mai 1988
Separatisten halten 27 Polizisten und einen Richter in einer Höhle auf der Insel Ouvéa fest, französische Spezialeinheiten beenden Geiselnahme

26. Juni 1988
Matignon-Abkommen, bestätigt im Referendum vom 6. 11. 1988

4. Mai 1989

Radikale der FLNKS ermorden Jean-Marie Tjibaou und Yeiwene Yeiwene auf Ouvéa, beide erhalten ein Staatsbegräbnis.

5. Mai 1989

Folgeabkommen zum Matignonabkommen: Traité de  Nouméa. Die Vereinbarung regelt die Übertragung von Kompetenzen an die Selbstverwaltungsorgane Neu-Kaledoniens auf zahlreichen Gebieten, mit Ausnahme der Verteidigung, der Inneren Sicherheit, der Rechtsprechung und der Finanzen. 72 % der Neukaledonier hatten dem Abkommen am 8. Juni 1998 in einer Volksbefragung zugestimmt.

Die Inselgruppe wird in drei Provinzen und 33 Gemeinden unterteilt.

Mai 1998
Eröffnung des Tjibaou-Kulturzentrum für die Kultur der Kanak. Architekt: Jean Nouvel

28. März 2003
Die Inselgruppe wird eine zu Frankreich gehörige Überseegemeinschaft mit besonderem Status (collectivité sui generis).  Zwei Vertreter Neukaledoniens sitzen in der Pariser Nationalversammlung.

4. November 2018
1. Referendum seit dem Vertrag von Nouméa: Unabhängigkeit der Inseln oder Verbleib bei Frankreich? Für den Verbleib stimmten 56,4 % für die Unabhängigkeit 43,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 81,01 Prozent.

5. Oktober 2020

2. Referendum: Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 86 Prozent stimmten 53,3 Prozent der Abstimmenden für den Verbleib bei Frankreich.

12. Dezember 2021

3. Referendum: Mitten in der Corona-Pandemie und dem deuil kanaky fand die dritte und vorläufig letzte Volksabstimmung zur Unabhängigkeit statt. 96 Prozent der Wähler sprachen sich gegen eine Loslösung von Frankreich aus. Die Wahlbeteiligung lag mit 43,9 Prozent nur rund halb so hoch wie bei den früheren Referenden.

Wilde Westen: Die weltgrößte Lagune - bei Bourail seid ihr der Riffkante ganz nah! Foto: Hilke Maunder
Die weltgrößte Lagune – bei Bourail seid ihr der Riffkante ganz nah! Foto: Hilke Maunder

Neukaledonien: meine Reise-Infos

Das Reiseziel

• Weltgrößte Lagune (24.000 Quadratkilometer)

• Zweitgrößtes Barriereriff der Welt: 1.600 Kilometer (Great Barrier Reef: 2300 Kilometer)

• Weltnaturerbe: Flora & Fauna seit Dino-Zeiten unverändert, 77 % endemisch

• Naturpark Korallenmeer: 1,3 Mio. Quadratkilometer

In Neukaledonien trifft Südsee auf Riviera, vermengen sich polynesisch-melanesisches Erbe und französische Lebensart. Der Archipel, der sich als „Herz des Pazifiks“ versteht, hat ein gemäßigtes tropisches Klima. Die Lufttemperatur bewegt sich um 22-28 °Celsius, die Wassertemperatur zwischen  20-23 °Celsius. Regenzeit ist von Februar bis April. Als beste Reisezeit gelten die Monate September bis Dezember.

Die Zeitdifferenz beträgt im Sommer MEZ +9, Winter MEZ +10 (Berlin 12 Uhr, Nouméa 22 Uhr).

Obgleich Neukaledonien zu Frankreich gehört, gilt hier nicht der Euro. Die Inselwährung Pazifischer Franc ist jedoch fest an den Euro gekoppelt: 1 € = 120 XPF.

Die Notfallnummern sind: Polizei -17, Feuerwehr -18, Seenotrettung -16, Rettungswagen (SAMU) -15, diplomatische Vertretung der EU-Länder: +687 27 70 02)

Hinkommen

Hin zum Inselreich in der Südsee bringt euch die internationale Airline Neukaledoniens, Aircalin. Die Flotte des kleinen, modernen Carriers besteht aus vier  Airbus A330-200 und A320-200-Maschinen, 2019 kamein Airbus A330-900 neo hinzu. Die 1983 gründete Airline mit Basis in Nouméa-La Tontouta (NOU) bedient im Pazifik elf  internationale Destinationen

  • Japan (Tokio, Osaka)
  • Australien (Sydney, Brisbane, Melbourne)
  • Neuseeland (Auckland)
  • Französisch-Polynesien (Papeete)
  • Fidschi (Nadi)
  • Vanuatu (Port Vila)
  • Wallis &Futuna

Acht bis neun Mal pro Woche verbindet Aircalin  mit den Codeshare Partner Air France/KLM, Lufthansa und Finnair Europa mit dem Archipel. Alternativ könnt ihr Neukaledonien mit Partner-Airlines von Australien aus erreichen. 

Weiterkommen

Auto

Das Straßennetz ist – besonders im Süden und Westen – sehr gut ausgebaut. Auf der Hauptinsel Grande-Terre gibt es  vier, mitunter mehrspurige, Territorialstraßen (frz. route territoriale, RT) und voies expresses, Schnellstraßen.

  • RT1: Nouméa– Néhoué-Fluss nördlich von Koumac
  • RT2: Insel Lifou; Flughafen Lifou- Wé (Süden)
  • RT3: von der Kreuzung mit der RT1 in Nandaï bis zum Fluss Tiwaka
  • RT4: von der Kreuzung mit der RT1 nahe Muéo bis zum E-Werk.
  • Provinzstraßen (frz. routes provinciales)

Bus

Das Busnetz auf Grande-Terre ist gut ausgebaut; Drehscheibe ist die Gare Routière von Nouméa.

Taxi

In und um Nouméa kommt ihr auch mit dem Taxi voran.

Flug

Neben dem Internationaler Flughafen von Nouméa findet ihr in der Hauptstadt auch das Inlandsdrehkreuz Magenta. Air Calédonie fliegt von dort mit ATR 72-600-Propellermaschinen nach Lifou, Tiga, Maré, Île-des-Pins, Bélep sowie in den Norden von Grande-Terre, die Air Loyauté schwebt mit der DHC6-400 zu den Loyalitätsinseln.

Bahn

Die einzige Bahnlinie von Nouméa nach Païta wurde 1940 stillgelegt.

Schiff

Kreuzfahrt: Die Gare Maritime ist mit mehr als 200 Ankünften im Jahr bei Kreuzfahrern sehr beliebt; auch Lifou, Maré und die Île des Pins laufen Kreuzfahrtschiffe an.

Fähren: Von der Gare Maritime des Îles bringt Betico mit dem Schnellkatamaran Betico 2 auf einem Törn 355 Passagiere auf die Inseln Île des Pins und die Îles Loyauté, vor allem nach Lifou, Maré und Ouvéa.

Die Häfen Mueo, Thio und Prony dienen hauptsächlich der Nickel-Industrie.

Hier könnt ihr schlafen*

 

Weiterlesen

Im Blog: mein Neukaledonien-Special

Zur Einführung: Frankreich in der Südsee

Die Hauptstadt: Nouméa erleben: die Hauptstadt-Highlights

Anse Vata: Das Longchamp von Nouméa

Îlot Maître: Die Spielwiese von Nouméa

Grande Terre: Der wilde Westen von Grande Terre

Île des Pins: Fast ein Paradies

Ouvéa: Bei den Kanaken

Neukaledonien: Das dürft ihr nicht verpassen!

Im Buch

Joseph Andras, Kanaky*

Joseph Andras_KanakyDreimal hat bereits die südpazifische Inselgruppe Neukaledonien über ihre Unabhängigkeit von Frankreich abgestimmt. Bei jeder Abstimmung überwog knapp die Zustimmung zum Verbleib beim fernen Mutterland. Einer der führenden Figuren der kanakischen Unabhängigkeitsbewegung war Alphonse Kahnyapa Dianou.

Er war einer der Anführer, die den Angriff militanter Kanak-Nationalisten auf die Gendarmerie von Fayaoué in Ouvéa am Freitag, dem 22. April 1988, geplant hatten. Die Aktion misslang. Sie führte zum Tod von vier Gendarmen, gefolgt von der Geiselnahme der anderen Gendarmen.

Alphonse Dianou und sein Bruder Hilaire flohen in den Norden und fanden schließlich Zuflucht in der „heiligen“ Höhle von Wateö, nicht weit vom Stamm der Gossanah entfernt. Dreizehn Tage später, am 4. Mai 1988, startete die Elite der Streitkräfte ihren Angriff, bei dem Dianou ums Leben kam. Seitdem ranken sich die widersprüchlichsten Legenden um dessen Tod.

Joseph Andras beginnt nachzuforschen, er reist an den Ort des Geschehens, trifft Dianous Witwe, Vertraute und Zeitzeugen. Die Erzählung beruht auf Aussagen der Kanak und stellt ihr Wort in den Mittelpunkt des Buches. Es besteht aus einem doppelten Erzählrahmen: 45 Kapitel berichten die Suche anhand von Zeugenaussagen und werden von 14 chronologischen Sequenzen unterbrochen, die den Ablauf des Angriffs und der Geiselnahme vom 22. April bis zur Erstürmung der Höhle am 5. Mai 1988 rekonstruieren.

Die Sequenz der 13 Tage der Ereignisse (22. April bis 5. Mai) verwebt die Wiedergabe der Zeugenaussagen aus den 45 Kapiteln. Die Wahl der Komposition verleiht der Erzählung Intensität und Dichte. Der Schreibstil ist eng an die Realität angelehnt.

Seine Notizen, Gespräche und Begegnungen verbindet Andras zu einem fesselnden  Text, der in den Kern eines hier nur wenig bekannten Konflikts dringt. Andras erzählt vom Widerstand gegen die Kolonialmacht, von  einer verdrängten Kultur und  von einem Land, zerrissen im Kampf für einen unabhängigen Staat: Kanaky. Wer mag, kann den Doku-Roman hier* bestellen.

Birgit Weidt, Das Lächeln der Vergangenheit*

Birgit Weidt: Das Lächeln der Vergangenheit

Eine Maske aus Holz, die ihr Großvater einst aus Neukaledonien mitgebracht hatte,  wird zum Auslöser für eine Reise, bei der Birgit Weidt nicht nur die Kultur der Kanaken von Neukaledonien, sondern auch sich selbst besser kennenlernen.

Die freie Journalistin, die u.a. für DIE ZEIT schreibt, lernt auf Grande Terre den Stammeshäuptling Bergé Kawa kennen, der ihr gestattet, in seiner Dorfgemeinschaft mit seinen Ritualen, Ahnen, Geistern und Traditionen kennenzulernen. Dort lernt sie, warum man fremden Menschen nicht in die Augen sehen soll und warum Frauen ihre Altersfalten wie Schmuck zur Schau tragen.

Das Leben der Ureinwohner im Einklang mit der Natur: Mit ihrem Taschenbuch seid ihr hautnah mit dabei. Wer mag, kann den Band hier* online bestellen.

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Wilde Westen: Unser Aussichtsplatz zum abendlichen Barbecue. Foto: Hilke Maunder
Unser Aussichtsplatz zum abendlichen Barbecue. Foto: Hilke Maunder

8 Kommentare

  1. Bonjour Hilke,

    Im Oktober fliege ich nach Neukaledonien u freue mich riesig darauf. Dies Destination ist schon sehr lange mein Wunschziel, der Flug ist gebucht und jetzt kommen die Feinplanungen. Deine Seiten und Bücher habe ich fast verschlungen, es gibt auch sonst nicht viel. Eine Reisekarte, möglichst detailliert, suche ich schon länger, da scheint es nichts zu geben. Vielleicht ist dir von deinen Reisen in Erinnerung, wo ich eine bekommen könnte. Ansonsten bleibt mir vermutlich nur eine vor Ort zu kaufen.
    Ich sage Mercie für deine Antwort.
    Barbara

    1. Hallo Barbara,
      die besten Karten zu allen frz. Gebieten erstellt das staatliche IGN Institut Géographique Nationale auf Geodatis-Daten der Regierung. Die Karten sind top!!! Gute Reise!!

  2. Schön! Bin gerade zum 3ten Mal in Nouvelle Caledonie…dieses Mal verbringe ich mehr Zeit an der Ostküste. Meine absolute Lieblingsinsel! Nach Wallis ( de Wallis et Futuna) eine kühle touristisch funktionierende Schönheit. .. Und Macron kommt am Montag😁

      1. Viel Glück! Unbedingt einen Mietwagen vorher organisieren!!Habe keine andere Insel im Südpazifik ( war hier nur auf Wallis…aber Futuna ist sicher fast unmöglich!) erlebt, die alle “ Gefährte“ für Einheimische (ja! man schont das eigene Auto) und “ Zeitarbeiter“ aus Frankreich und Nouvelle Caledonie benötigt.
        Viele Grüße aus Perth

  3. Hallo,
    dein Bericht eröffnet im selben Augenblick meinen eigenen inneren Horizont. Bin positiv infiziert für unseren wunderschönen Planeten und fürs Reisen, welches ich permanent im Leben auslebe. Werde mich mit Freude etwas mehr mit deinem Bericht belesen, denn ich bin auch ein Australien sowie mit den umliegenden Naturschönheiten verbunden. Danke für deinen Bericht.

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