Neukaledonien: Frankreich in der Südsee

Rote Erde, grüner Busch, blaue Fluten: der Parc de la Rivière Bleue. Foto: Hilke Maunder
Rote Erde, grüner Busch, blaue Fluten: der Parc de la Rivière Bleue. Foto: Hilke Maunder

Rote Erde wie in Australien, Lebensart wie in Frankreich – und eine gehörige Portion Kanakentum: Neukaledonien ist ein faszinierender Mix. Frankreichs Außenpost in der Südsee liegt 1.600 km östlich von Brisbane im Herzen des Pazifik. Und überrascht mit einer einzigartigen Natur.

Rote Erde, Kultur der Ureinwohner und exotische Natur: Womit Australien wirbt, kann auch Neukaledonien bietet. Denn letztlich sind beide – zumindest für Geologen – Geschwister.

Ein Teil von Gondwana

Zusammen mit Australien, Neuseeland und anderen Ecken im Südwestpazifik bildeten Neukaledonien einst den riesige Urkontinent Gondwana. Als er vor rund 250 Millionen auseinanderbrach, entstand ein Archipel, der langsam nach Nordosten driftete.

Neukaledonien und das Meer… ein einziger Traum! Foto: Hilke Maunder

Am 4. September 1774 entdeckte James Cook die  Inseln, nannte sie Neu-Schottland (New Caledonia), tauschte mit den Häuptlingen Geschenke aus – und segelte weiter. So nahm am 24. September 1853 Auguste Febvrier-Despointes den Archipel für Frankreich in Besitz.

Hölle in der Südsee

Und verwandelte die fernen Inseln – ähnlich wie die Briten in Australien – in die Hölle auf Erde. 21.000 Menschen wurden dorthin verbannt. Diebe, Dirnen und politisch Unbequeme, darunter auch Aufständische der Pariser Kommune.

Als zehn Jahre später Jules Garnier Nickel fand, begann ein Boom, der sich erst im dritten Millennium abschwächte. Der Archipel birgt ein Drittel der weltweiten Nickelvorräte – und das wird für die Herstellung von rostfreiem Stahl benötigt.

Blaue Streifen verraten: Hier steckt Nickel im Gestein. Foto: Hilke Maunder

Anders als in Australien, kann Nickel in Neukaledonien im offenen Tagebau abgebaut werden. Das macht den Abbau günstiger. Und allgegenwärtig sichtbar auf Grande Terre.

Nickel im Busch

Auch im Parc Provincial de la Rivière Bleue im Süden von Grande Terre steckt überall Nickel in der Erde. Blaue Adern im Gestein verraten sein Vorkommen. Die Gebiete, die einst für den Bergbau abgeholzt wurden, werden heute gezielt mit einheimischer Flora aufgeforstet.

Exotische Blüte im NSG Rivière Bleue. Foto: Hilke Maunder

Dass das gelingt, hat Forscher weltweit neugierig gemacht. Denn Nickel ist ein hochgiftiges Metall!

Neukaledonien Superpflanzen

Doch auf Neukaledonien gibt es ein paar Superpflanzen, den Nickel nicht nur trotzen, sondern es sogar nutzen. Als „Hyperakkumulatoren“ ziehen sie die Schwermetalle aus dem Boden und speichern sie in ihren Blättern. Auf dem Weg dorthin färbt der Nickel den Pflanzensaft blaugrün.

Flechten sind Indikatoren für saubere Luft. Diese findet ihr im NSG Rivière Bleue. Foto: Hilke Maudner

Der  Ökologe Antony van der Ent hat diese außergewöhnlichen Pflanzen mit nach Melbourne genommen und dort in einen Teilchenbeschleuniger gesteckt. Die hochauflösenden Bilder aus dem Innersten der Pflanze verrieten, wie die Pflanze die Metallanreicherung anlegte und nutzte. Und genau mit dieser Technik sollen nun verseuchte Böden weltweit mit solchen  Superpflanzen renaturiert werden.

Fleischfresser & Orchideen

Zwischen dem dichten Grün verstecken sich auch Orchideen wie die Megastylis gigas. Eine Besonderheit sind auch die fleischfressenden Pflanzen wie die Drosera neocaledonica und Nepenthes vieillardii. Da der Boden so nährstoffarm ist, fressen sie Insekten und decken so ihren Nährstoffbedarf.

Einer der blühenden Exoten, die ich nicht kann – wer kann weiterhelfen? Foto: Hilke Maunder

Das Naturschutzgebiet im Süden von Grande Terre schützt die Becken der Flüsse Rivière Blanche, Rivière Bleu und Mois de Mai, von denen die beiden letztgenannten seit 1958 den Yaté-Stausee füllen. Aus den Fluten ragen Tausende Baumstümpfe und Stämme heraus: ein großer ertrunkener Wald – die forêt noyée.

Über die 80 m lange Brücke Pont Pérignon, deren „Gummiholz“ seit 60 Jahren dem Wasser trotzt, geht es im Allradwagen hinein in einen urzeitlichen Regenwald. Früher bedeckte solch ein Regenwald rund 80 Prozent von Neukaledonien; heute sind es knapp 20 Prozent.

Der versunkene Wald von La Rivière Bleue. Foto: Hilke Maunder

Urwald unter Wasser

Unter dem Blätterdach versperrt ein Gewirr aus Lianen den Weg. Eine Gottesanbeterin hat sich zwischen riesigen Blättern versteckt. Filigrane Flechten und dicke Moose haben die Stämme von Baumveteranen erobert. Mehr als 1.000 Jahre hat „Le Grand Kaori“ auf dem Buckel. 40 m hoch ragt der älteste und größte Kauri-Baum von Neukaledonien in den Tropenhimmel.

Epiphyten haben seine Krone erobert, Besucher ihre Namen in seine Rinde geritzt. Möbel, Masten und ganze Schiffe wurden aus Kauri-Holz einst hergestellt, das auch auf der australischen Ostküsteninsel Fraser Island im großen Stil dafür abgeholzt wurde.

Riesentauben und Wasserschlangen

Die frühe Isolation hat auch eine faszinierend fremde Tierwelt hervorgebracht. Aufgeregt zücken ein paar Mountainbiker ihre Handys. Direkt vor ihnen stochert ein junger Cagou mit grauweißen Federkleid und langem, roten Schnabel  im Laub nach Nahrung.

Kaum großer als eine Ente, ist Neukaledoniens Nationalvogel selten geworden – eingeschleppte Feinde wie der Fuchs habe die Vogelart, die nur laufen, aber nicht fliegen kann, drastisch dezimiert. Im Unterholz des Regenwaldes lebt auch die Riesentaube Notou. An den Küsten schlängeln Schlangen am Brandungssaum.

Die Giftschlange Tricot Rayé ist überall im Süden von Neukaledonien am Meer zu finden. Foto: Hilke Maunder

In den Höhlen versteckt sich die Rousette Roux.Im April darf die bedrohte Fledermausart – ganz legal – gejagt werden, um Le Bougna  vorzubereiten. Fürs Festtagsgericht werden Fisch und Fleisch mit Kokosmilch übergossen und gemeinsam mit Taro-, Yams- und Maniokwurzeln, in Bananenblätter gewickelt, auf heißen Steinen über Stunden hinweg in einer Grube gegart.

Auf den weiten Weiden bieten riesige Bois Noir (Blackwood)-Bäume Schatten. Foto: Hilke Maunder

Bei den Cowboys der Südsee

Am nächsten Tag geht es von Neukaledoniens Hauptstadt Nouméa in den Westen von Grande Terre. Einsam wird das Land, und zunehmend trockener. In diesem weiten Busch, den die Locals „brousse“ nenne, liegt die Heimat der „stations“, riesiger Viehfarmen.

„Broussards“ und „stockmen“ , neukaledonische Cowboys, züchten dort Brahmousin-Rinder. Gekreuzt aus Brahman & Limousin-Vieh, weiden sie auf weiten Steppen, die in der Ferne an ausgemergelten Bergen enden.

Unser Aussichtsplatze zum abendlichen Barbecue. Foto: Hilke Maunder

Weniger als 1500 mm Regen fallen im wilden Westen pro Jahr, und damit deutlich weniger als an der Ostküste, wo sich die Passatwinde an der zentralen Bergscheide der neukaledonischen Hauptinsel abregnen und die Yams-Felder der Kanake bewässern.

Flammenbäume leuchten feuerrot vor dem dunklen Fels, Blackwood und Araukarien, Opuntien und scharfes Gras bedecken das Land.

Die Néra bei Bourail. Foto: Hilke Maunder

Trockenwald mit Korallenblick

An Naturschutzgebiet Domaine de Deva halten wir und folgen dem 5,5 km langen Rundweg Sentier du Oua Koué. Durch den Trockenwald von Gouaro, der mit 38 Vogel, elf Echsen- und 58 Schmetterlingsarten eine überraschend reiche Fauna im arg trockenem Gestrüpp birgt, steigen wir einen kleinen Hügel hinauf.

Aufstieg zum Aussichtsgipfel der Domaine de Deva bei Bourail. Foto: Hilke Maunder

Schatten ist rar, heiß sticht die tropische Sonne vom blauen Himmel. In der Ferne ballen sich ein paar dicke Wolken über der zentralen Bergscheide von Grande Terre.

Doch an der Küste ist der Blick noch weit und klar, und der Aufstieg auf Saumpfaden und Treppenwegen fast geschafft. Oben angekommen, sind wir sprachlos vom Anblick: Vor uns liegt die Korallenküste von Neukaledoniens Lagune.

Domaine de Déva mit dem Creek Salé. Foto: Hilke Maunder

Schildkröten & Korallen

Mal türkisblau, dann gesprenkelt mit Korallen, an  der Riffkante weiß schäumend, schließlich tiefblau bis an den Horizont, so liegt sie uns zu Füßen. 24.000 Quadratmeter bringt sie auf die Landkarte: Weltrekord!

Das mit 1.600 km zweitgrößte Barriereriff der Welt trennt sie von der Tiefsee. Mitten im flachen Türkis paddeln unzählige schwarze Punkte: Meeresschildkröten, die zum Atmen kurz auftauchen.

Die weltgrößte Lagune – bei Bourail seid ihr der Riffkante ganz nah! Foto: Hilke Maunder

Auf Inseln wie Lifou, Maré und Ouvéa kommen sie zur Eiablage ans Land.  Wie Postkarten, die wahr geworden sind, präsentieren sich die Loyalitätsinseln. Auf Ouvéa säumen 27 km strahlend weißer Sand die Plage Mouli. Steil stürzen sich die 46 m hohen Felsen von Lékiny ins badewarme Türkisblau.

Bei den Kanaken

Direkt am Straßenrand bäckt ein Kanake köstliches Brot im Holzofen. Jeanne hockt auf der Erde und flicht aus Palmwedeln einen Behälter für einen alten Brauch.

Handwerk statt Hightech: Die Brote des Bäckers aus der Inselhauptstadt sind köstlich! Foto: Hilke Maunder

„Als Zeichen des Respekts bringen wir bei einem Besuch nicht Blumen mit, sondern verschenken Geld – eingewickelt in bunten Stock oder versteckt in solch einer Deko. ‚Faire la coutume’ heißt das bei uns Kanaken“, sagt Jeanne und springt auf, als ihr Handy klingelt.

Trotz des karstigen Bodens und des fehlenden Humus ist die Insel von einem dichten Grün gezogen. Wo kein Dschungel das Land erobert hat, wachsen Kokospalmen auf riesigen Plantagen. Aus dem Kernfleisch der Kokosnüsse (= Kobra) wird Kokosöl gewonnen.

Jeanne flicht Palmwedel für eine Zeremonie. Foto: Hilke Maunder

Das wandert als Speiseöl nicht nur in den internationalen Export, sondern auch in die Seifenherstellung. Und sogar ins Auto: Ouvéa testet Kokosöl als Kraftstoff!

Kiefernduft am Tropenpool

Das weithin sichtbare Wahrzeichen der Île des Pins sind die „pins colonnaires“, kerzengerade Kiefern, aus denen einst die Masten der Segler gefertigt wurden. Tiefgrün rahmen sie die „piscine naturelle“ ein. Im Süden der Baie d’Oro haben Felsen einen Wasserlauf vom Meer abgeriegelt.

Beim Flug von Nouméa zur Île des Pins habt ihr herrliche Ausblicke auf das Weltnaturerbe des neukaledonischen Korallenmeers. Foto: Hilke Maunder

In diesem flachen Badepool tummeln sich kunterbunte Tropenfische: Pflichtstopp für fast alle Besucher der Insel, die mit Selfiestick und Go Pro anrücken.

Ruhiger geht es bei den Attraktionen unterhalb der Erde zu: Tropfsteinhöhlen wie der Teufelsgrotte, die die Erosion im Karst der Insel geschaffen hatten.

Der heiße Knast

Geradezu gespenstisch still ist es beim „bagne“ nahe der Inselhauptstadt Vao. Zu zehn hausten dort Frankreichs Deportierte in den engen, vergitterten Zellen.

Wegen Überfüllung wurden die Häftlinge auch draußen in Ketten zur Nacht an ihren Kerker gefesselt. Tagsüber mussten sie in sengender Hitze Steine brechen. 1909 wurde das Gefängnis aufgegeben.

Die „piscine naturelle“ der Île des Pins. Foto: Hilke Maunder

Seitdem hat die Natur die Hölle im Paradies zurückerobert. Doch bedrückend ist der Besuch bis heute. Auch 240 Pariser Kommunarden starben in der Verbannung – auf dem Cimetière des Déportées der Île des Pins wurden sie bestattet.

Ihre Insel als Verbannungsort? Die einheimischen Kanaken waren wenig begeistert, unterlagen aber bei den Verhandlungen mit Frankreich. Heute ist  Hilanion Vendegou, als Grand Chef Oberhäuptling der 2000 Kunié in acht Stämmen, darauf bedacht, Identität und Autonomie der Kanaken zu wahren.

Die Kultur der Insulaner

Den Eingang zu seinem Wohnhaus zieren Wächterfiguren, wie sie auch das kanakische Kulturzentrum Tjibaou in Nouméa schmücken. Als Vorbild für seinen spektakulären Bau, der traditionelle Formen mit bahnbrechender Technologie verschmilzt, wählte Renzo Piano die traditionellen „cases“ der Kanaken.

Die Rundhütten aus Holz und Palmwedeln unterscheiden sich zwar lokal in der Höhe ihrer Dächer, doch die Bauart ist stets ähnlich. Der Italiener inszenierte sie als „cases modernes sur une rêve d’avenir“, moderne Rundhütten, die dem Zukunftstraum der Urbevölkerung Gestalt geben.

Detail einer „case“ im Tjibaou-Kulturzentrum, Foto: Hilke Maunder

Die Verbindung von Alt und Neu schaffen die Materialien. Das Holz steht für die Vergangenheit, der Stahl für die Zukunft und die Moderne. Geholt wurde das Holz aus Ghana, da dort Bäume ähnliche Eigenschaften wie die neukaledonischen Houp besaßen.

Die Hütten von Renzo Piano

Im Elsass wurde alles vorgefertigt, dann nach Nouméa verschifft und aufgebaut. Die höchste „case“ erhebt sich 28 Meter hoch im Kulturzentrum – und ist damit Symbol für die 28 Sprachen der Kanaken. Wie einst werden alle Ausstellungs-Hütten natürlich durch den Wind gekühlt. Hinzu kommt ein Außengelände.

Die Kanakin Tika vor der Häuptlingshütte im Tjibaou-Kulturzentrum, Foto_ Hilke Maunder

Ein Lehrpfad – der „Chemin Kanak – stellt mit fünf Stationen den Lebensraum und die Arbeitswelt der Kanaken, ihr Denken und Fühlen vor. Dass sie an die Wiedergeburt glauben, verrät die fünfte Station.

Sechs Milliarden französische Franc, nicht ganz eine Milliarde Euro, spendierte Frankreich für das Kulturzentrum. Die Hauptstadt  stellte kostenlos das Land auf der Tina-Halbinsel bereit. 1989, fünf Jahre nach dem Höhepunkt des Bürgerkrieges, wollte der Staat Zeichen setzen.

Die „case“ des Häuptlings im Tjibaou-Kulturzentrum, Foto: Hilke Maunder

Ein „sorry“, wie Kevid Rudd es in Australien aussprach, steht noch aus. Die Geschichte wird erst langsam aufgearbeitet. In Kunst, Literatur und Musik, Foto und neuen Kunstformen. Und bei der Pflege des Kulturerbes, das reicher ist, als ein schneller Blick auf Nouméa vermuten lässt.

Die Pracht der Kolonialzeit

Ehrenamtliche der Association Témoignage d’un Passé haben seit 2009 das Erbe der Kolonialzeit  restauriert und zu einer wichtigen Sehenswürdigkeit der neukaledonischen Hauptstadt gemacht. 57 Zeugnisse der Kolonialarchitektur verbindet der vier Kilometer lange Parcours du Faubourg durch den Faubourg Blanchot.

Château Hagen ist heute ein Kulturzentrum.

Die imposante Maison Celières verwandelten die Freiwilligen in ein Literaturhaus, das auf Begegnung, Austausch und Dialog setzt. Das sind auch die Ziele des Château Hagen, das 1889-1892 im Herzen eines großen, exotischen Gartens als repräsentativer Herrensitz angelegt wurde.

Heute lädt es ein, die Kultur Neukaledoniens zu entdecken. Im Programm: Ausstellungen zum Arbeitsleben von einst, das der Kaffeeanbau prägte, aktuelles Kunstschaffen der Kanaken, Konzerte und Festivals wie „Les Chemins Sonores“.

Kanakische Maske auf einem Schrank im Château Hagen. Foto: Hilke Maunder

Hinter dem Herrenhaus versteckt sich das älteste Haus der Hauptstadt. Die Maison Taragnat (1858) von Pierre Canel (1822-1890), der als einer der ersten Kolonisten nach Neukaledonien kam, ist ein einfacher, schlichter Bau aus Feldsteinen mit kleiner Veranda und großem Dach.

Damals hieß das Städtchen noch Port-de-France. Da dies immer wieder zu Verwechslungen führte mit Fort-de-France, Hauptstadt von Martinique, wurde 1866 der Name in Nouméa geändert. Seine gute Stube ist die Place des Cocotiers.

Place Feillet im Herzen von Nouméa. Foto: Hilke Maunder

Der rechteckige Stadtplatz, exakt 400 x 100 m groß, komponierte Stadtplaner Coffyn aus vier Plätzen. Er hatte die gesamte Stadt einst in 100 x 100 m großen Rasterblöcke aufgeteilt. Heute ist Nouméa längst über die alte Stadt hinausgewachsen, hat Hügel und Buchten erobert – und ist doch sich treu geblieben.

Einer der Exoten aus der Lagune von Nouméa zeigt sich besonders farbenfroh. Foto: Hilke Maunder

Ritual am Meer

Täglich außer montags trifft sich „tout Nouméa“ in den Markthallen an der Baie de la Moselle direkt am Meer. Frühmorgens um sechs gibt es dort die besten Schnäppchen, wissen die Einheimischen. Nach dem Einkauf pilgern sie zur Buvette du Marché.

Ein Petit Noir, ein erster Wein: Das ist ein Muss. Und macht Neukaledonien, quer durch all seine Kulturen, durch und durch französisch.

La Buvette du Marché: Ein Abstecher zum Marktcafé gehört dazu! Foto: Hilke Maunder

Neukaledonien: meine Reise-Infos

Hinkommen

Neukaledoniens internationaler Carrier Aircalin bedient von Nouméa-La Tontouta (NOU) aus mit einer Airbus-Flotte elf internationale Destinationen im Pazifik: Japan (Tokio, Osaka), Australien (Sydney, Brisbane, Melbourne), Neuseeland (Auckland), Französisch-Polynesien (Papeete), Fidschi (Nadi) Vanuatu (Port Vila) und Wallis & Futuna Acht bis neun Mal pro Woche verbindet Aircalin im Codeshare mit Air France/KLM, Lufthansa und Finnair Europa mit dem Archipel.

Le Petit Train rollt auch in Nouméa. Foto: Hilke Maunder

Weiterkommen

Auto

Das Straßennetz ist überraschend gut ausgebaut. Auf der Hauptinsel Grande-Terre gibt es  vier Territorialstraßen (frz. routes territoriales, RT) und „voies express“, mehrspurige Schnellstraßen. Die Straßen im Inselinnern sind meist unversiegelt.

Flieger

Vom Inlandsflughafen Nouméa-Magenta fliegt Air Calédonie  (www.air-caledonie.nc) mit ATR 72-600-Propellermaschinen nach Lifou, Tiga, Maré, Île-des-Pins, Bélep sowie in den Norden von Grande-Terre. Air Loyauté (www.air-loyaute.nc) schwebt mit der DHC6-400 zu den Loyalitätsinseln.

Schiff

Die Gare Maritime ist mit mehr als 200 Ankünften im Jahr bei Kreuzfahrern sehr beliebt; http://noumeaport.nc. Auch Lifou, Maré und die Île des Pins sind Kreuzfahrtsziele.

Fähren

Von der Gare Maritime des Îles schippert Betico mit Schnellkatamaranen zur Île des Pins und den Îles Loyauté, vor allem nach Lifou, Maré und Ouvéa.

Zimmer 28 im Sheraton Deva. Foto: Hilke Maunder

Schlafen

Auf Neukaledonien dominieren Resorts, Hotels und Motels internationaler Ketten; Boutiquehotels sind (noch) nicht vorhandeln. Hinzu kommen rund 50 Farmstay-Angebote.

Noch im Aufbau der Aufenthalt bei  den indigenen Einheimischen. Beim „séjour en tribus“ wird in einfachen Gemeinschaftsunterkünften übernachtet, auch die Sanitärräume werden oft geteilt, Warmwasser ist nicht Standard. Beim Camping dominieren einfache, naturnahe Plätze.

Boris vom Restaurant „L’Arléquin“. Foto: Hilke Maunder

Schlemmen

40 Prozent der Produkte werden lokal erzeugt, der Rest kommt aus Frankreich, Australien und Neuseeland. Grundnahrungsmittel der Kanaken sind stärkehaltige Wurzeln wie Yams, Taro und Maniok, die nicht nur die Küche, sondern auch Kultur und Brauchtum prägen.

An Land sind Rousette (Fledermaus) und Hirsch kulinarische Spezialitäten, aus der Lagune kommen Fische und Krustentiere wie Langusten, Krevetten und Krebsarten.  Fisch oder Fleisch gleichermaßen wandern in das Traditionsgericht Le Bougna, das im Erdofen gart.

Vor Ort werden bei Bier die Sorten Lager und Ale gebraut; sämtliche Weine und Spirituosen sind teure Importware.  Der Alkoholverkauf ist eingeschränkt.

In Neukaledonien gebraut: Nummer-One-Bier – gibt es auch als Mojito-Variante! Foto: Hilke Maunder

Im Blog

Zu Neukaledonien habe ich – live von unterwegs – eine Blogbparade gemacht. Alle Beiträge zum Sehnsuchtsarchipel findet ihr hier.

Im Buch: Das Lächeln der Vergangenheit*

Birgit Weidt: Das Lächeln der VergangenheitEine Maske aus Holz, die ihr Großvater einst aus Neukaledonien mitgebracht hatte,  wird zum Auslöser für eine Reise, bei der Birgit Weidt nicht nur die Kultur der Kanaken von Neukaledonien, sondern auch sich selbst besser kennen lernen.

Die freie Journalistin, die u.a. für DIE ZEIT schreibt, lernt auf Grande Terre den Stammeshäuptling Bergé Kawa kennen, der ihr gestattet, in seiner Dorfgemeinschaft mit seinen Ritualen, Ahnen, Geistern und Traditionen kennenzulernen. Dort lernt sie, warum man fremden Menschen nicht in die Augen sehen soll und warum Frauen ihre Altersfalten wie Schmuck zur Schau tragen.

Das Leben der Ureinwohner im Einklang mit der Natur: Mit ihrem Taschenbuch seid ihr hautnah mit dabei. Wer mag, kann den Band hier* online bestellen.

Birgit Weidt, Das Lächeln der Vergangenheit, Ostfildern: DUMONT-Reiseverlag 2018. ISBN 978-3770182916

* Durch den Kauf über den Referral Link, den ein Sternchen markiert, kannst Du unabhängigen Journalismus  unterstützen und meine Webseite werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci!

Offenlegung

Neukaledonien entdeckte ich auf einer Pressereise, die ATOUT France mit ihren Partnern Nouvelle-Calédonie TourismeAir France und Aircalin organisiert hatte. Ihnen allen sage  ich dafür „merci“ und ganz dicken Dank. Einfluss auf meine Blogberichte hat dies nicht. Ich berichte subjektiv, wie ich es erlebt habe, mache kein Merchandising und werde erst recht nicht für meine Posts bezahlt.

„Morgens beißen die Fische am besten“. Angler auf der Pier der Anse Vata. Foto: Hilke Maunder
Busch-Lunch mit Tischdecke: Patricia und ich sind begeistert! Foto: Hilke Maunder
Blick von der Pont de Mouli. Foto: Hilke Maunder
Edmond schippert mit euch zwei Stunden lang mit seinem Outrigger-Kanu durch die Baie d’Upi. Foto: Hilke Maunder
Sonnenuntergang am Strand von Mouli auf Ouvéa. Foto: Hilke Maunder
Pure Romantik: der Sonnenuntergang auf dem Îlot Maître. Foto: Hilke Maunder

 

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