Lieblingsschloss an der Loire: Villandry

Welterbe: das Loire-Tal der Schlösser. Hier: Schloss Villandry. Foto: Hilke Maunder
Schloss Villandry mit seinen berühmten Gärten. Foto: Hilke Maunder

Es gibt mehr als 800 Schlösser an der Loire, 442 historisch bedeutsame Monumente sowie 130 Park- und Gartenanlagen, von denen 27  mit dem Label „Jardins remarquables“ (bemerkenswerte Gärten) ausgezeichnet sind…

Beeindruckende Zahlen, die da die Pressemappe auflistet. Doch kein Schloss, kein Garten, kommt für mich an Villandry dran. Das Schloss südwestlich von Tours ist für mich das schönste: ein strenges, dann wieder verspieltes, überraschendes Gesamtkunstwerk aus Architektur und Gartenkunst.

Von außen lässt das Château de Villandry kaum ahnen, was für ein Juwel es ist! Foto: Hilke Maunder

Das meinen wohl auch die 330.000 Besucher, die jährlich durch die Anlagen von Villandry spazieren. Sie hievten damit Château et Jardins de Villandry auf Platz drei der beliebtesten Loire-Schlösser gleich nach Chambord und Chenonceau. Villandry ist das letzte große Renaissanceschloss im Loire-Tal.

Die Gartenseite vom Château de Villandry. Foto: Hilke Maunder

Die drei grünen Ebenen von Villandry

Was mich an Villandry begeistert, sind besonders die Außenanlagen. Schaut bei der Schlossbesichtigung einmal durch die Fenster. Von oben ist die geometrische Anlage, die sich im Lauf der Jahreszeiten immer wieder verändert, am besten zu erkennen.

Der Küchengarten des Château de Villandry. Foto: Hilke Maunder

Joachim Carvallo restaurierte das kunstvolle grüne Gartenreich im 19. Jahrhundert und führt das Ensemble auf die ursprüngliche Anlage zurück. Sie bsteht aus drei Ebenen: dem Küchengarten (jardin potager), dem Ziergarten (jardin d’ornement) und dem Wassergarten (jardin d’eau).

Schilder erklären zwischen den ornamental gestutzten Blumen und Büschen Herkunft und Bedeutung der Pflanzen

Château de Villandry: Die Buchsbaumhecken des ornamentalen Ziergartens. Foto: Hilke Maunder

Jedes Jahr werden in Villandry 250.000 Blumen- und Gemüsestecklinge in den Gewächshäusern gezogen und per Hand in die Beete gesetzt, die niedrige Buchsbaumcarrees einrahmen.

Die Buchsbaumhecken werden von den Gärtner handgeschnitten. Foto: Hilke Maunder

Aneinander gereiht, ergäben sie eine Strecke von 52 km. Zweimal im Jahr, im März und im Juni, werden sie nach sorgsam ausgeklügelten Plänen bepflanzt. Für Spannung im Beet sorgen Kontraste der Farben, Blattstrukturen und Wuchshöhe.

Blütenrausch in Blau. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Gartenkunst mit Gemüse

Besonders schön präsentiert sich Villandry, am Morgen oder späten Nachmittag, wenn das niedrig stehende Licht die Farben zu leuchten bringt. Dann leuchten die Stiele des Ziermangolds in tiefem Rot, bilden die breiten Blätter des Bleu de Solaise-Lauchs silbrig-violette Kontraste. Salat setzt von Laubfroschgrün bis Bronzerot Akzente.

Château de Villandry: Kohl-Kunst. Foto: Hilke Maunder

Dann brechen skurril geformte Kürbisse die strenge geometrische Ordnung auf. Kürbis, verrät die Infotafel, steht für Fruchtbarkeit.

So schön kann Kohl sein! Foto: Hilke Maunder

Der Kohl hingegen symbolisiert sexuelle Verdorbenheit. Und wurde doch reichlich angepflanzt – als Hausmittel bei Kater….

  Im  Gartenshop auf dem Schlossgelände gibt es von vielen Sorten, die dort gepflanzt sind, Samen für daheim! Und mein Lieblingsschloss liegt direkt am Loire-Radweg!

Château de Villandry: der Wassergarten. Foto: Hilke Maunder

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Im Blog

Das Loiretal der Schlösser: Hier habe ich es vorgestellt.

Die Loire ist Frankreichs längster Strom. Und der letzte, der nahezu natürlich von den Bergen zum Meer fließt. Hier erfahrt ihr mehr!

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Mit Schlossblick: der Wassergarten von Villandry. Foto: Hilke Maunder
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