Frankreichs schönster Gemüsegarten: Villandry

Es gibt mehr als 800 Schlösser an der Loire, 442 historisch bedeutsame Monumente sowie 130 Park- und Gartenanlagen, von denen 27  mit dem Label „Jardins remarquables“ (bemerkenswerte Gärten) ausgezeichnet sind…

Beeindruckende Zahlen, die da die Pressemappe auflistet. Doch kein Schloss, kein Garten, kommt für mich an Villandry dran. Das Schloss südwestlich von Tours ist für mich das schönste: ein strenges, dann wieder verspieltes, überraschendes Gesamtkunstwerk aus Architektur und Gartenkunst.

Das meinen wohl auch die 330.000 Besucher, die jährlich durch die Anlagen von Villandry spazieren – und Château et Jardins de Villandry auf Platz drei der beliebtesten Loire-Schlösser hieven.

Villandry: Gartenkunst mit Gemüse

Was mich an Villandry begeistert, sind besonders die Außenanlagen. Schaut bei der Schlossbesichtigung einmal durch die Fenster – von oben ist die geometrische Anlage, die sich im Lauf der Jahreszeiten immer wieder verändert, am besten zu erkennen.

Jedes Jahr werden in Villandry 250.000 Blumen- und Gemüsestecklinge in den Gewächshäusern gezogen und per Hand in die Beete gesetzt, die niedrige Buchsbaumcarrees einrahmen.

Aneinander gereiht, ergäben sie eine Strecke von 52 km. Zweimal im Jahr, im März und im Juni, werden sie nach sorgsam ausgeklügelten Plänen bepflanzt. Für Spannung im Beet sorgen Kontraste der Farben, Blattstrukturen und Wuchshöhe.

Besonders schön präsentiert sich Villandry, am Morgen oder späten Nachmittag, wenn das niedrig stehende Licht die Farben zu leuchten bringt. Dann leuchten die Stiele des Ziermangolds in tiefem Rot, bilden die breiten Blätter des Bleu de Solaise-Lauchs silbrig-violette Kontraste, setzen Salat von Laubfroschgrün bis Bronzerot Akzente, brechen skurril geformte Kürbisse die strenge geometrische Ordnung auf.

Aber das Schönste: Im kleinen Gartenshop auf dem Schlossgelände gibt es von vielen Sorten, die dort gepflanzt sind, Samen für daheim! Und mein Lieblingsschloss liegt direkt am Loire-Radweg!

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