Hochburg der Street Art von Paris: le 13e

Tolbiac: Street Art ist allgegenwärtig. Foto: Hilke Maunder
Tolbiac: Street Art ist allgegenwärtig. Foto: Hilke Maunder

Le 13e  gilt nicht als beste Adresse von Paris. Im Norden grüne Boulevards, schicke Boutiquen und die traditionsreiche Gobelinmanufaktur, im Süden Betonmonster und Hochhaustürme, im Herzen die Place d’Italie mit seinem hohen Campanile.

Er nimmt die Fahrstühle des Grand Écran auf, mit dem der japanische Architekt Kenzo Tange im 13. Arrondissement die Verbindung zwischen dem traditionellen und modernen Paris schaffen wollte.

Doch seitdem Bezirksbürgermeister Jérome Coumet mit Straßenkunst gegen Sozialverfall, Tristesse und Grau kämpft, ist „le 13e“ sehr „branché“, trendy und hip. Murals, Stencils und Tags locken Menschen von weither ins Viertel.

Klappe halten: ein Verhalten, von Generation zu Generation vererbt. Foto: Hilke Maunder

Als Ikone des Aufbruchs und Wandels gilt das Wandbild „Liberté Egalité Fraternité“ von Shepard Fairey alias Obey in Erinnerung an die Oper der Anschläge vom Jahr 2019. Ihr find3et es an der Rue Nationale 190.

Geführte Street-Art-Touren stellen Künstler und Motive vor. Unis machen inzwischen Exkursionen ins Viertel, Vereine führen Studenten wie Senioren zu denWandbildern, die mal winzig, dann geradezu monumental die Fassaden schmücken.

Auch Google ist aufmerksam geworden und hat die ersten Motive verortet. Lass euch von meinen Schnappschüssen inspirieren zu eigenen ausgedehnten Spaziergängen auf den Spuren der Street Art von Paris! Auch Ménilmontant und Belleville bieten tolle Murals!

Die Street Art des 13. Arrondissements ist auf Google Maps verzeichnet. Credits: Google Maps.

Street-Art-Star des 13e: Miss Tic

Zur Star der Street Art des 13e stieg eine Pariserin auf, die besonders auf der Butte-aux-Cailles die Fassaden mit Schablonenbildern verzierte:  Miss Tic.

Miss Tic ist keine junge Alternative, sondern wurde bereits 1956 als Radhia de Ruiter in Montmartre am Boulevard Barbès geboren. Ihr Vater war ein Tunesier, ihre Mutter eine Bauerntochter aus der Normandie. „Unmöglich“ fanden die Pariser diese Mischehe. Und Radhia erlebte Rassismus in purer Form.

Auch, als ihre Eltern von der Butte de Montmartre auf die Butte-aux-Cailles gezogen waren. Das Viertel war damals wie Montmartre ein Melting Pot von Kleinbürgern, Handwerkern, Dichtern, Künstlern und Sexarbeitern.

In den 1960er-Jahren zog die Familie nach Orly. Doch Miss Tic blieb in der Butte-aux-Cailles präsent, wo sie ab 1985 mit Stencils, die nur die Farben Rot und Schwarz kennen, die Hauswände schmückte. 

Ich bin Poetin. Ich verdichte den urbanen Raum

Quelle: Jorinde Reznikoff, KP Flügel: Bomb it, Miss.Tic*! Mit der Graffiti-Künstlerin in Paris. Edition Nautilus: Hamburg 2011.

Le 13e: ein paar Impressionen

Street Art auf einer Restaurantfassade der Butte-aux-Cailles. Foto: Hilke Maunder
Street Art auf dem Metro-Eingang. Foto: Hilke Maunder
Street Art in der Rue Jeanne d’Arc. Foto: Hilke Maunder
Street Art im 13e: Bemalter Stromkasten
Street Art in der Rue de Chevaleret
Paris 13e: Street Art an der Place Jeanne d’Arc. Foto; Hilke Maunder
Street Art auf der Butte-aux-Cailles. Foto: Hilke Maunder
Street Art auf der Butte-aux-Cailles. Foto: Hilke Maunder
Street Art in der Rue de Chevaleret
Tolbiac: Street Art in der Rue de Chevaleret
Tolbiac: Street Art in der Rue de Chevaleret

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Im Blog

Noch mehr Street Art

Im Norden von Paris ist die Rue du Retrait von Ménilmonant die Hochburg für Murals, Stencials, Tags und andere Fassadenkunst. Klickt mal hier!

In Marseille könnt ihr allerfeinste urban art auf den Fassaden des Cours Julien entdecken. Hier gibt es Infos und Impressionen.

Auch Grenoble gehört zu den Hochburgen der Street Art in Frankreich und feiert sie mit einem Festival. Mehr Infos gibt es hier.

Im Buch

Mein Reiseführer: Baedeker Paris*

Baedeker Paris 2018
Monatelang habe ich recherchiert und gewühlt, ehe ich zur Feder griff.  Und danach mit Dr. Madeleine Reincke als Redakteurin im Verlag an ihm feilte. Am 2. Januar 2018 ist mein Baedeker „Paris“* ist der ersten Staffel des völlig neu konzipierten Reiseführer-Klassikers erschienen.
„Tango unter freiem Himmel: Die Stadt der Liebe: Der neue Reiseführer ‚Paris‘ zeigt – neben Sehenswürdigkeiten – besondere Orte für Höhenflüge, romantische Momente wie ‚Tango unter freiem Himmel‘ und unvergessliche Dinners. Dazu gibt’s viele Kulturtipps…“  schrieb die Hamburger Morgenpost über meinen Paris-Führer, der viele neue Elemente im enthält.

Zu den Fakten, neu und unterhaltsamer präsentiert, gibt es jetzt auch Anekdoten und Ungewöhnliches, was ihr nur im Baedeker findet. Und natürlich ganz besondere Augenblicke und Erlebnisse, die euren Paris-Aufenthalt einzigartig und unvergesslich machen.

Wer mag, kann meinen Paris-Reiseführer hier* bestellen.

Paris in Biographien*

Merian: Paris - eine Stadt in Biografien.

Jede große Metropole wird nicht nur von ihren Gebäuden, Straßenzügen und Plätzen geprägt, sondern in erster Linie von den Menschen, die in ihren Mauern leben und arbeiten. Dieses Konzept steht hinter der erfolgreichen Reisebuchreihe MERIAN porträts. Die Bremerin Marina Bohlmann-Moderson, Enkelin des Worpsweder Malers, hat für die Reihe das sehr lesenswerten Paris-Büchlein verfasst.

Auf jeweils acht bis zehn Seiten portraitiert sie Abélard & Héloïse, Henri IV, Louis XIV, Voltaire, Marie Antoinette, Napoléon, Honoré de Balzac, Victor Hugo, Claude Monet, Auguste Rodin, Auguste Escoffier, Marie Curie, Sidonie-Gabrielle Colette, Pablo Picasso, Coco Chanel, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, Edith Piaf, Boris Vian, Francois Truffaut und Yves Saint Laurent…

Und das nicht nicht nur anhand nüchterner Fakten. Sondern zieht Verbindungen zum heutigen Paris, erwähnt humorvoll Anekdoten und führt den Leser mit Esprit und schwungvoller Feder durch die Stadtgeschichte. Dank ihrer Portraits verankert sie sich viel tiefer im eigenen Wissen  als die kompakte Faktenflut, die andere Reiseführer liefern. Wer Paris ein wenig kennt, wird das Bändchen schätzen! Und kann es hier* gleich bestellen.

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

MARCO POLO Frankreich: praktisch und kompakt, bearbeitet von Hilke Maunder.Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreichhabe ich gemeinsam mit Barbara Markert verfasst. Gleich zu Beginn geben wir unsere  Insider-Tipps für Frankreich preis: vom größten Flohmarkt Europas in Lille bis zur Schwimmen in der Piscine Olympique in Montpellier.

Das Kapitel „Im Trend“ verrät, was es Neues zu erleben gibt im Hexagon: vom Skijöring in den Skigebieten bis zum Übernachten im Baumhaushotel. Alle Hintergrundinformationen zu Frankreich und seinen Menschen findet ihr unter Fakten, Menschen & News. Es folgen: Tipps für Bars und Boutiquen, Erlebnissen für  Familien, Paare oder Alleinreisende. Wer mag, kann ihn hier direkt bestellen.

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4 Kommentare

  1. Sehr cooles Street Art. Leider haben wir in Düsseldorf eher wildes herumgeschmiere als kreatives Street Art. Bei meinem nächsten Paris besuch, werde ich auf jeden fall ein Besuch ins Le 13e unternehmen. Danke für den tollen Beitrag 🙂

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