Das Berry: das Herz von Frankreich

Unterwegs im Berry: typische Dorfstraße. Foto: Hilke Maunder
Unterwegs im Berry: typische Dorfstraße. Foto: Hilke Maunder

Das Herz Frankreichs versteckt sich 200 Kilometer südlich von Paris: im Berry. Kennt ihr nicht? Das sanft gewellte Land ist die Heimat von George Sand, Hochburg des Sancerre-Weißweins, Kornkammer Frankreichs und noch kein bisschen von Hektik und Stress erfasst.

Sondern herrlich beschaulich, nostalgisch und entspannt –  perfekt zum Schauen, Genießen und Entdecken. Zum Beispiel auf der Route Jacques Cœur, die zu den Highlights des historischen Herzogtums führt.

Perle des Berry: Bourges

Welterbe des Berry: die Kathedrale von Bourges. Das Westportal mit Tympanon und Vogelhäuschen ist ein Meisterwerk der Steinmetzkunst. Foto: HIlke Maunder
Welterbe des Berry: die Kathedrale von Bourges. Das Westportal mit Tympanon und Vogelhäuschen ist ein Meisterwerk der Steinmetzkunst. Foto: Hilke Maunder

In großem Bogen umschließt der Mittellauf der Loire das Berry. Seine Hauptstadt Bourges hat das Mittelalter bewahrt. Der Reformator Calvin studierte an seiner Universität. König Karl VII. verlegte sogar seinen Hof in das malerische Städtchen, bevor er sich mit Hilfe von Jeanne d’Arc sein Königreich von den Engländern zurückholte.

Unterwegs im Berry. Detail der Fassade der Kathedrale von Bourges. Foto: Hilke Maunder
Detail der Fassade der Kathedrale von Bourges. Foto: Hilke Maunder

Frankreichs Kulturhauptstadt 2028

Jede Gasse, jedes Haus ist in Bourges mit Geschichte(n) getränkt. 2028 wird Bourges eine europäische Kulturhauptstadt sein – wie auch České Budějovice in der Tschechischen Republik und Skopje in Mazedonien.

Nach Marseille-Provence, Lille, Avignon und Paris ist Bourges die fünfte Stadt Frankreichs, die diesen Titel erhielt. Am Tag der Bekanntgabe reckte Bürgermeister Yann Galut den Daumen hoch und freute sich, „dass David diesmal gegen Goliath gewonne habe“ – denn Mitbewerber im Rennen um den Kulturhauptstadt-Titel waren mit Montpellier, Rouen und Clermont-Ferrand Städte gewesen, die bereits „Einfluss und Attraktivität haben, die Bourges nicht hatte“.

Street Art des Berry – La mur in Bourges. Foto: Hilke Maunder
Street Art im Berry – le mur in Bourges. Foto: Hilke Maunder

Für die damalige Kulturministerin Rima Abdul Malak  war die Wahl von Bourges auch ein Spiegel für  „die Herausforderung einer mittelgroßen Stadt, die für ihre menschliche, soziale und wirtschaftliche Entwicklung auf Kultur angewiesen ist und die darauf abzielt, einen echten Ort für alle Zielgruppen zu schaffen“. Jetzt ist Bourges dabei, sich für das Kulturhauptstadt-Jahr aufzupolieren.

Das ehemalige Krankenhaus soll als Cité européenne des artistes et autrices et auteurs  (CE2A) die pan-europäische künstlerische Kreation fördern. Kultur-Nachtzüge sollen Europa durchqueren und neue Verbindungen zwischen Frankreich, seinen Nachbarländern und anderen europäischen Kulturhauptstädten schaffen. Alle Projekte sind eingebettet in Bourges‘ Entwicklungssplan Territoire d’avenir, der Kultur, Ökologie und Inklusion verbinden will. Das ist noch Zukunftsmusik. Doch eine Perle ist Bourges schon immer gewesen.

Welterbe: die Kathedrale von Bourges

Der Chor der Kathedrale von Bourges. Foto: Hilke Maunder
Der Chor der Kathedrale von Bourges. Foto: Hilke Maunder

Über den Dächern auf dem Altstadthügel erhebt sich die Kathedrale Saint-Étienne, die von 1195 bis 1354 errichtet wurde und zum Welterbe der UNESCO gehört.

Die Kathedrale von Bourges ist das perfekteste gotische Bauwerk, das ich kenne. Beim Betreten der Kirche wurde ich von Ehrfurcht erfasst und von einem Gefühl der Unendlichkeit ergriffen.

schrieb 1837 die französische Schriftstellerin Marie d’Agoult über den Sakralbau, dessen Architektur nicht nur viele Innovationen der damaligen Baukunst birgt, sondern auch eine Krypta. Das war in der Gotik untypisch. Doch unabdingbar in Bourges.

Mit 125 Metern Gesamtlänge reicht der stattliche Bau über die ursprünglichen Stadtgrenzen hinaus und überwindet dabei auch die ehemalige römische Stadtmauer.  Diesen Höhenunterschied von mehreren Metern gleich die Krypta mit ihrem Mauerwerk aus.

Welterbe des Berry: die Kathedrale von Bourges. Hier heiratete 1137 Ludwig VII. Eleonore von Aquitanien und wurde Ludwig XI. zum König gekrönt.
Welterbe des Berry: die Kathedrale von Bourges. Hier heiratete 1137 Ludwig VII. Eleonore von Aquitanien und wurde als Ludwig XI. zum König gekrönt. Foto: Hilke Maunder

In der Kathedrale hat auch Herzog Jean de Berry seine letzte Ruhestätte gefunden. Sein Grabmal – und fast das gesamte Mobiliar der Kirche – wurde während der Französischen Revolution zerstört. Erhalten blieben nur seine Liegefiguren und einige der Figuren der einst 25 Trauernden.

Berühmt wurde der Herzog vor allem durch ein Auftragswerk, das er den Brüdern von Limburg erteilt hatte: Ihr Stundenbuch Les très riches heures du Duc de Berry gehört zu den schönsten Zeugnissen der spätmittelalterlichen Buchmalerei in Europa.

Der Palais Jacques Cœur von Bourges, der alten Hauptstadt des Berry. Foto: Hilke Maunder
Der Palais Jacques Cœur von Bourges, der alten Hauptstadt des Berry. Foto: Hilke Maunder

Schlüsselfigur des Berry: Jacques Cœur

Im Gefolge von König Karl VII., der sich während des 100-Jährigen Krieges gegen die Engländer in Bourges verschanzte, suchten auch viele Adlige Zuflucht und erbauten ihre Schlösser im Berry. Einer von ihnen war Jacques Cœur, Finanzminister Karls VII., Orienthändler und Mäzen der Künste und Wissenschaften.

Sein Sitz in Bourges gehört zu den großartigsten gotischen Stadtpalästen Frankreichs – in der Hauskapelle singt farbenprächtig ein Engelschor am Himmel.  Ringsherum erstreckt sich bis zur Kathedrale das mittelalterliche Zentrum von Bourges mit mehr als 400 denkmalgeschützen Gebäuden, darunter unzähligen Fachwerkhäusern. Verpasst nicht die Rue Bourbonnoux und die Place Gordaine mit ihren Restaurants und Geschäften!

Jacques Cœur gehörte auch das Château de Menetou-Salon im gleichnamigen Weinort nördlich von Bourges. Heute ist der neogotische Prunkbau inmitten der Weinberge die französische Residenz der Prinzen von Arenberg, der ältesten Adelsfamilie Europas.

Porzellan & Programm

L'Abbaye de Noirlac, eine ehemalige Zisterzienserabtei Bruère-Allichamps im Berry. Foto: Hilke Maunder
L’Abbaye de Noirlac, eine ehemalige Zisterzienserabtei in Bruère-Allichamps im Berry. Foto: Hilke Maunder

Südlich von Bourges errichteten die Zisterzienser an der Route Jacques Cœur im Jahr 1136 in Bruère-Allichamps die Abtei von Noirlac aus dem typisch weißen Stein der Region.

Im Zuge der Revolution säkularisiert, zog 1822 eine Porzellanmanufaktur ins Kloster und brannte ihr Geschirr in der Kirche.

Heute ist die Abtei am Übergang von der Romanik zur Gotik nicht nur eine der größten und besterhaltenen Klosteranlagen Frankreichs, sondern auch ein sehr umtriebiges Kulturzentrum. Sonntagsmorgens locken die Matinales mit Konzerten, Lesungen und anderen Aufführungen, denen stets ein gemeinsames Frühstück vorausgeht.

Das ganze Jahr hindurch ist der Veranstaltungskalender prall gefüllt mit Konzerten. Ausstellungen und Ateliers für alle Altersgruppen. Themen-Führungen zur Natur oder Kunst sowie Festivals und Familienfeste runden das Programm ab.

L'Abbaye de Noirlac, eine ehemalige Zisterzienserabtei Bruère-Allichamps im Berry. Foto: Hilke Maunder
Winter bei der Abbaye de Noirlac von Bruère-Allichamps im Berry. Foto: Hilke Maunder

Die weißen Klassiker

Eine zweite Porzellanfabrik produziert seit 1818 nördlich von Bourges feinstes Porzellan, das heute auch nach Übersee exportiert wird: Pillivuyt. Um die Fabrik mit Tonerde und anderen Rohstoffen zu beliefern, wurde 1809 der Bau des Canal de Berry begonnen, auf dem bis 1955 Last- und Schleppkähne Getreide, Viehfutter, Brennholz und Eisenerz transportierten.

Heute ist die 260 Kilometer lange Südverbindung von der unteren zur oberen Loire nur noch auf einem kurzen Stück schiffbar. Umso stärker nutzen ihn Ausflügler, die zu Fuß oder per Rad, beim Picknick oder Mußestündchen am Kanal eintauchen in eine Welt, die völlig der Zeit entrückt scheint.

Unterwegs im Berry. La Loubière in Saulzais-le-Potier bei Sonnenaufgang. Foto: Hilke Maunder
Die Loubière bei Sonnenaufgang. Foto: Hilke Maunder

Die romantische Mitte Frankreichs

In der Mitte Frankreichs ticken die Uhren anders: entspannter, ruhiger, nostalgischer. Und so regt es auch niemanden auf, dass man sich nicht auf die richtige Mitte Frankreichs einigen kann. Zwar erhebt sich in Bruère-Allichamps ein römischer Meilenstein, der die Landesmitte markieren soll.

Hier ist der Mittelpunkt Frankreichs, sagt das kleine Städtchen Bruère-Allichamps im Berry. Foto: Hilke Maunder
Hier ist der Mittelpunkt Frankreichs, sagt das kleine Städtchen Bruère-Allichamps im Berry. Foto: Hilke Maunder

Doch  diese Ehre beanspruchen auch Saulzais-le-Potier und Vesdun 20 bzw. 30 Kilometer weiter südlich für sich. In einem indes sind sich alle einig. Das Berry liegt nicht nur geografisch im Zentrum Frankreichs, sondern verkörpert auch das Herz und die Seele des Landes.

Und daher gibt es in Vesdun auch eine zehn Kilometer lange Wanderroute, die sich Le Paradis (das Paradies) nennt und einlädt, das Örtchen ganz entspannt zu endecken: seine Häuser aus rosafarbenem Sandstein oder anderen großen, robusten Steinen, die Dorfkirche mit ihren naiven Figuren auf  Fresken und Kapitellen und  zweieinhalb Stunden lang einzutauchen in die ländliche Seele des Berry.

Unterwegs im Berry Mathematisch berechnet: das geografische Zentrum Frankreichs in Saulzais-le-Potier. Foto: Hilke Maunder

Unterwegs im Berry. Mathematisch berechnet: das geografische Zentrum Frankreichs in Saulzais-le-Potier. Foto: Hilke Maunder
Mathematisch berechnet: das geografische Zentrum Frankreichs in Saulzais-le-Potier. Foto: Hilke Maunder
Unterwegs im Berry. Mathematisch berechnet: das geografische Zentrum Frankreichs in Saulzais-le-Potier. Foto: Hilke Maunder
Mathematisch berechnet: das geografische Zentrum Frankreichs in Saulzais-le-Potier. Foto: Hilke Maunder

Die Heimat von George Sand

Folgt ihr der Route Jacques Cœur weiter gen Süden, erreicht ihr in einer lieblichen, sanft gewellten Landschaft mit grünen Hügeln, Wäldern und Mooren die Heimat einer beherzten Romantikerin, die als Aurore Dupin 1804 in Nohant-Vic geboren wurde. Sie wechselte ihren Namen, trug Männerkleidung, liebte Liszt, Berlioz, Balzac und Chopin und rauchte so leidenschaftlich wie sie schrieb. Erraten? George Sand!

Bäuerlich: Saulzais-le-Potier im Berry. Foto: Hilke Maunder
Bäuerlich: Saulzais-le-Potier im Berry. Foto: Hilke Maunder

Dutzende Schlösser, Kirche und Orten im Südwesten des Berry machte sie zu Schauplätzen ihrer Romane. Auf der Route George Sand könnt ihr die Stationen ihres Lebens und Schreibens entdecken. Von der Maison George Sand in Nohant-Vic, wo alles so geblieben ist, wie die Schriftstellerin es hinterließ, hin nach Gargilesse, das als eines der 100 schönsten Dörfer Frankreichs den Zauber der Vergangenheit in die Gegenwart gerettet hat.

Und weiter nach La Châtre, wo in Erinnerung an die Frau im Frack Dudelsackpfeifer und Drehleierspieler alljährlich drei Tage lang ein Festival traditioneller Volksmusik feiern. Château d’Ars birgt heute ein internationales George-Sand-Zentrum, Sarzay eine Festung mit 38 Türmen. Und leise, wie einst, plätschert der Bach an der Mühle von Anigault mit ihren alten Eichen.

Picknick am Waldsee

Der Tronçais-Wald. Foto: Hilke Maunder
Die Forêt de Tronçais. Foto: Hilke Maunder

Weiter östlich, an der Grenze vom Berry zum Bourbonnais, birgt die Forêt de Tronçais bis zu 425 Jahre alte Baumveteranen. Zwischen mächtigen Eichen, die einst das Holz für Frankreichs Marine lieferten, sprießen im Herbst Pilze in Hülle und Fülle. Wildschweine jagen im Unterholz. Haubentaucher gleiten über den Étang de Pirot. Im Sommer mischt sich das Lachen der Menschen, die im See baden, mit dem Gesang der Vögel.

Was für ein Picknickplatz! Im Korb ruhen frisches Baguette, Terrinen und Pasteten vom Markt in Saint-Chartier. Vergesst auch nicht einen Ziegenkäse-Taler, der seit 1976 das AOP-Siegel trägt: der Crottin de Chavignol.

Winterfest: das Vieh im Berry. Foto: Hilke Maunder
Winterfest: das Vieh im Berry. Foto: Hilke Maunder

Die Heimat des Sauvignon

Seine Heimat ist ein charmantes Dorf in der Nähe des berühmtesten Weinbaugebietes des Berry: Sancerre, Frankreichs Hochburg des Sauvignon-Blanc.

Ton, Kalk, Kies und Feuerstein prägen das Terroir; Hochnebel und Mikroklima die Trauben, pikant, elegant oder fruchtig den Charakter des Sancerre.

Dieser Weiße gehört natürlich auch in den Picknickkorb. Welch ein  Abschluss für die Entdeckungen entlang der Route Jacques Cœur. Santé, mon Berry !

Morgenstimmung im Berry. Foto: Hilke Maunder
Morgenstimmung im Berry. Foto: Hilke Maunder

Berry: meine Reisetipps

So kommt ihr hin!

Das Berry ist mit allen Verkehrsträgern gut zu erreichen. Flugzeug: Linienflug von deutschen, österreichischen oder Schweizer Flughäfen nach Paris-Orly (293 km) oder Paris-Roissy CDG (326 km), weiter per Bahn, Bus oder Leihwagen.

Zug: Paris-Austerlitz – Bourges rund 2,5 Stunden, Intercités-Halt an der Strecke Nantes-Lyon, TER-Züge mit Fahrradmitnahme nach Nevers, Vierzon and Montluçon.

Auto: Autobahn A71 (mautpflichtig) von Paris via Orleans.

Das überraschendste Lokal

Relais Routier Chez Anne

Anne kommt von der Insel La Réunion – und betreibt direkt an der D 940 ein Restaurant, in dem ihr ehrliche, üppige und richtig leckere Hausmannskost genießen könnt. Decken und Wände sind mit Vögeln, Menschen und anderen Motive ihrer tropischen Heimat geschmückt, aus der Küche hört ihr, dass noch richtig gekocht wird.

Zur kreolischen Küche passen die Wandbilder: Patronin Anne kommt von der Insel La Réunion. Und kocht Hausmannskost ihrer Heimat. Foto: Hilke Maunder
Zur kreolischen Küche passen die Wandbilder: Patronin Anne kommt von der Insel La Réunion. Und kocht Hausmannskost ihrer Heimat. Foto: Hilke Maunder

Die Vorspeisen könnt ihr selbst zusammenstellen, Salate und Paté sind hausgemacht. Und danach: französisch oder kreolisch? Fünf verschiedene Gerichte stehen beim Tagesmenü zur Auswahl; drei Desserts zur Wahl runden das Mahl ab. Ein Viertel Wein ist im Preis inbegriffen. Und sogar Nachschlag!
• 18380 Ennordes, OZT La Surprise, Tel. 02 48 58 11 65; an der Kreuzung D 940/D 171

Unterwegs im Berry. Chez Anne: kreolische Hausmannskost von der Inse La Réunion. Foto: Hilke Maunder
Chez Anne: kreolische Hausmannskost von der Inse La Réunion. Foto: Hilke Maunder

Noch mehr Genussmomente

Sirops MONIN

19 Jahre jung war Georges Monin, als er 1912 sein Unternehmen gründete. Zunächst stürzte sich der Mann aus Bourges in den Wein- und Spirituosenhandel. In den 1920er-Jahren kam Sirup hinzu. Er wurde  1993 als einziger Sirup von der International Bartenders Association als Zusatz beim Mixen zugelassen. Heute ist Monin in genauso vielen Ländern vertreten, wie Sirup-Aromen im Sortiment sind: 150.

Pâtes Farbre

Pasta mit Trüffel, Safran, Steinpilzen, Spinat, Kakao und sogar Bier: Seit 1996 begeistert das Familienunternehmen, das heute Rémy und Anne Fabre leiten, mit rund 100 Pasta-Produkten Feinschmecker in aller Welt . Auch Bio-und Diät-Nudeln sind dabei.

Huilerie Vigean

Éric Vigean, Maître Huilier aus Clion-sur-Indre, gründete 1930 ein Speiseölunternehmen, das bis heute bei Innovationen ganz vorne ist. Bereits 1970 brachte es Bio-Öle in den Handel, damals eine Pioniertat. Reines Olivenöl, Schwarzkümmel-, Koriander-, Rosmarin-, Raps- und Arganöl sorgten für eine wachsende Fangemeinde.

Neueste Innovation ist das seltene Inca-Inchi-Öl, das ursprünglich nur im Amazonas-Regenwald hergestellt wurde. Vigean holte die mehrjährige Pflanze nach Europa. Ihr goldgelbes Öl hat einen bernsteinfarbenen Schimmer.

Valençay-Käse

Aus dem Berry stammt auch ein Ziegenkäse, dem Napoleon die Spitze abschlug: der Valençay. Talleyrand, der das Château de Valençay bewohnte, hat den Weichkäse am Hof des Kaisers bekannt gemacht.

Lentilles Vertes du Berry

Warm oder kalt, süß oder salzig genießen die Einheimischen das ganze Jahr hindurch „ihre“ grünen Linsen. Zwar wurden sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg in die Region eingeführt, doch bereits in den 1980er Jahren lieferte der Landstrich 70 Prozent der gesamtfranzösischen Linsenproduktion.

1996 folgte die Anerkennung der höchsten Qualität durch das Label Rouge. Weshalb ich sie liebe? Sie haben einen leicht nussigen Geschmack – und sind ohne vorheriges Einweichen schon nach 20 Minuten gar!

Grosgris & Croquilles

Maryse Jacquin und ihr Mann Jean-Claude züchten in Chambon, einem kleinen Dorf südlich des Cher, seit 1991 große wie graue Grosgris-Schnecken. Von Mai bis September könnt ihr auf Führungen hautnah ihre Schneckenzucht kennenlernen. Nehmt danach ein paar Schnecken im Glas oder ihre Croquilles mit, Schneckenhäuser aus Teig, die mit köstlicher Kräuterbutter gefüllt sind. So könnt ihr die Schnecken ganz und gar verzehren!

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Die historische Provinz des Berry erstreckt sich heute über zwei Départements. Alle Beiträge aus dem Département Indre vereint diese Kategorie, aus dem Département Cher diese Kategorie.

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13 Kommentare

  1. Parc floral d’Apremont-sur-Allier: ein absolutes Muss für Gartenliebhaber, ein jardin remarquable, den ich ausser Noirlac sehr empfehlen kann.!

  2. Ein schöner Bericht auf den ich durch Zufall gestoßen bin. Vor drei Wochen war ich im Berry, eine tolle Gegend. Leider habe ich den Beitrag erst jetzt gelesen, sonst hätte ich noch mehr Anregungen gehabt.

    • Es ist eine wunderschöne Gegend! Schau doch mal auf die Startseite, da findest Du eine zoombare Karte von Frankreich mit allen Zielen, die ich vorgestellt habe. Frohes Stöbern! Hilke

  3. Liebe Hilke,
    ich freue mich wirklich sehr, dass ich auf Deinen wunderbaren Blog gestoßen bin.
    Im Berry habe ich früher öfter eine befreundete Familie in den Ferien besucht, ganz idyllisch in einer zum Landhaus umgebauten, ehemaligen Saboterie. Ja, Du hast absolut Recht: ein schönes Fleckchen Frankreich! So beschaulich, ruhig und entspannt aber gleichzeitig voller kultureller und kulinarischer Schätze.
    Danke für Deine vielen tollen Tipps, ich muss unbedingt mal wieder dorthin!
    Herzliche Grüße!

  4. Vielen Dank für diesen wunderbaren Bericht über das Berry, wir waren viele Male dort, in einer Töpferei( La Poterie Hering) mit Ferienhäuschen in Aubinges ganz nah von Bourges. Zu erwähnen wäre vielleicht auch noch das Töpferdorf La Borne mit vielen Kunstwerkstätten und Henrichemont, ein pittoreskes kleines Städtchen mit sehenswertem Wochenmarkt. ( Wie alle marchés in Frankreich 🙂 )

  5. Danke für den Bericht. War vor vielen Jahren (geschätzt 25 Jahre) auch mal da. Muss sich sicher vieles geändert haben in den letzten Jahren. Wäre Zeit mal wieder hin zu fahren, aber es gibt einfach zuviel was man alles besuche will.

    Habe da mal eine Frage. Welche Kamera oder auch div. benutzt Du?
    Liebe Grüße
    Karl-Heinz

      • LIebe Hilke,

        bin auch seit Jahren ein Fan Deines Blogs. War auch schon im Berry, vor allem das Haus von George Sand ist sehenswert, samt Dudelsackspieler davor, aber auch die Landschaft. Habe in einem umgebauten Bauernhof, einem chambre d’hôte gewohnt und die Lentilles…sehr genossen. Vor einem Jahr war ich ausserdem in der Abbaye de Noirlac und erhalte seitdem den Newsletter mit allen Kulturveranstaltungen. Toll was die auf die Beine stellen. In jedem Fall habe ich mich in die ruhige schöne Landschaft dieses Teils Frankreichs verliebt. Irgendwie ein Geheimtip, nicht so überlaufen.LG Brigitte

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