Die schönsten Märkte der Provence
Was gibt es Schöneres, als über die Märkte der Provence zu bummeln, an den Ständen Proben lokaler Erzeugnisse zu kosten, den Einheimischen beim Einkauf zuzusehen und die Vielfalt des Angebotes, die Aromen und Düfte, das Stimmengewirr und südliche Flair mit allen Sinne zu genießen? Die schönsten Märkte der Provence – voilà !
Die schönsten Märkte der Provence: meine Favoriten
Der Fischmarkt von Marseille
Der legendäre Fischmarkt im Alten Hafen von Marseille ist etwas für Frühaufsteher. Jeden Morgen verkaufen die Fischer am Quai des Belges ihren Tagesfang – Seelachs, Seeteufel, Rotbarsch und Makrelen. Andere Händler haben sich auf Meeresfrüchte spezialisiert.
Garnelen, Seeigel, Muscheln und mitunter auch die seltene violet de mer sind auf ihren hölzernen Auslagen zu finden. Doch nur, wer vor neun Uhr kommt, kann sicher gehen, alle Zutaten für die traditionelle Bouillabaisse noch hier zu finden!
- Marseille, Vieux-Port, tgl. ab 6 Uhr

Der Alleenmarkt von Sanary-sur-Mer
50 Kilometer östlich von Marseille ist jeden Mittwoch Marktzeit. Dann verwandeln rund 320 Händler das Fischerstädtchen Sanary-sur-Mer in einen riesigen Freiluftmarkt.
Entlang des Boulevard d’Estienne d’Orves, der Allee am nördlichen Hafenrand, und der Place de la Tour verkaufen sie nicht nur Obst und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch und Käse, sondern schlichtweg alles, was, man im Leben brauchen könnte. Mit dabei sind auch Möbel, Spielzeug und Miederwaren. 2018 wurde der große Wochenmarkt zum schönsten von Frankreich gewählt!
- Sanary-sur-Mer, Boulevard d’Estienne d’Orves, Mi. vorm.

Der große Markt von Apt
Das Zentrum des Luberon ist das charmante Städtchen Apt. Jeden Sonnabend inszeniert die selbsternannte Welthauptstadt der kandierten Früchte mit ihrem Wochenmarkt ein kulinarisches Gipfeltreffen. Dann quellen ihre 300 Stände geradezu über mit den kulinarischen Spezialitäten der Region: in Kräuter, Knoblauch oder Chili eingelegte Oliven, würzig-zarter Ziegenkäse, herzhafte Hartwürsten, aromatischer Honig, Käse von Kuh, Ziege und Schaf. Und Trüffeln, im Sommer weiß, im Winter schwarz.

Seit dem Mittelalter nimmt er die nördliche Innenstadt um die Cours Lauze de Perret, place Jean Jaurès, place des Martyrs de la Résistance, place Saint-Pierre, place du Postel und place de la Bouquerie sowie Seitenstraßen in Beschlag. Im Sommer zählt er bis zu 350 Stände.
Dann ist der Besucherandrang so groß, dass extra ein kostenloser Shuttledienst zum Markt angeboten wird, der 1996 für seine Vielfalt und Authentizität als marché d’exception français ausgezeichnet wurde.
- Apt, Innenstadt, Sa.
Der Blumenmarkt von Aix
Im Februar strahlen die Mimosen hellgelb in den Vasen, im Sommer konkurriert die Farbenpracht der Rosen mit den gebrochenen Tönen der Hortensien, im Herbst gesellt sich buntes Laub zu goldgelben Sonnenblumen, lila leuchtenden Astern und großblütigen Dahlien.
Im Winter verbreiten Christrosen, Ilex und rot blühende Poinsettia, besser bekannt als Weihnachtssterne, weihnachtliches Flair: Der Marché aux Fleurs von Aix-en-Provence ist das ganz Jahr hindurch ein Blütentraum. Und auch wer Kräuter sucht, wird hier fündig! Wer am Sonnabend in Aix-en-Provence ist, kann ein paar Meter weiter noch den Wochenmarkt auf der Place Richelme genießen – ebenfalls eine Augenweide!
- Aix-en-Provence, Place de l’Hôtel de Ville, Di., Do., Sa. 8.00 – 12.30 Uhr
Die Markthalle von Avignon
Der schnöde Bau von 1974, der zur Platzseite mit einem vertikalen Garten begrünt wurde, lässt von außen kaum ahnen, was für ein Schlaraffenland er im Innern birgt: Les Halles – geparkt werden kann ganz bequem auf dem Dach der Markthalle. Im Innern ist entspanntes Einkaufen angesagt: Es gibt kein Gedränge, sondern Zeit für einen Plausch, einen Café, ein Glas Wein.

Zwischen frischem Obst und Gemüse steigt der Duft von frischem Baguette in die Nase, paart sich mit den würzigen Aromen hausgemachter Hartwuchs und kräftigeren Noten, die vom Käsestand hinüberwehen. So macht ein Marktbummel Spaß!
- Place Pie, www.avignon-leshalles.com, Di – So. , 6.30 – 13.30, Sa., So. bis 14.00 Uhr
Der Antiquitätenmarkt von L’Isle-sur-la-Sorgue
Isle-sur-Sorgue gilt nach Paris als der wichtigste Trödel- und Antiquitätenmarkt Frankreichs. 350 Händler verkaufen hier Schränke und Tische, Stoffe und Textilien, Gemälde und Grafiken in ihren Geschäften, die mitunter bis unter die Decke mit Antiquitäten vollgestopft sind.
Doch das ist noch lange nichts im Vergleich zum großen Antiquitätenfest, das L’Isle-sur-la-Sorgue seit 1966 zweimal im Jahr – zu Ostern und Mitte August – feiert: die Foire Internationale Antiquités & Brocante: von edlem Antiken bis zum echten Schrott gibt es bei 300 Händlern (fast) alles.
- L’Isle-sur-Sorgue, Ostern + Mitte Aug.
Der Töpfermarkt von Aubagne
Argilla nennt sich der größte Töpfermarkt Frankreichs, der in ungeraden Jahren im Sommer in Aubagne rund 200 Töpfer und Keramiker willkommen heißt. Fayence, Raku, Terrakotta, Steingut, Porzellan und glasierter Ton, Teller, Schalen, Schmuck und Figuren: Wie kein zweiter Markt spiegelt Argilla die künstlerische Vielfalt wider, die dem Naturmaterial Ton innewohnt. Zum lebendigen Fest wird der Markt durch die vielen Vorführungen und die langen Donnerstage mit Musik und Tombola.
- Aubagne, Innenstadt, http://paysdaubagne.fr, Jul./Aug. tgl. 10 – 20 Uhr. Weitere Töpfermärkte gibt es in Bonnieux (Ende März) und Arles (Mai).

Noch mehr Märkte der Provence
Von euch habe ich noch tolle Tipps für weitere Märkte erhalten, die ich unbedingt noch besuchen muss. Elke Klein empfahl mir den Mittwochs-Markt von Saint Rémy-de-Provençe. Verena Noll schrieb, sehr schön sei auch der montägliche Markt in Forcalquier. Welche Tipps habt ihr noch?
Achtung
Auf Touristenmärkten wie in Gordes werden Auswärtige gezielt abgezockt. Das geschieht besonders häufig an Ständen, an denen– wie bei Käse, Nougat, Wurst Obst – etwas abgewogen werden muss.
Die Taktik: Erst wird etwas zum Probieren gereicht. Beim Aufschneiden darf es gerne etwas mehr als gesagt sein. Und die Preise sind – im Vergleich zu anderen Märkten der Region – arg gepfeffert.
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Im Blog
Alle meine Provence-Beiträge im Blog findet ihr hier.
Köstliche Kleinode sind die bäuerlich geprägten Märkte der Pyrenäen. Zu den schönsten gehört der Markt von Aspet. Hier habe ich ihn vorgestellt.
Schönster und größter der Märkte in den Alpen ist der Sonntagsmarkt von Annecy. Infos und Impressionen gibt es hier.
Im Buch
Hilke Maunder, DuMont-Bildatlas „Provence“*
In sechs Kapiteln stelle ich euch zwischen Arles und Sisteron die vielen Facetten der Provence vor. Ihr erfahrt etwas vom jungen Flair zu Füßen des Malerberges, vom Weltstadttrubel an der Malerküste, dem weißen Gold aus der Pfanne oder einer Bergwelt voller Falten.
Neben Aktivtipps, Hintergrund und Themenseiten präsentiert die Rubrik „Ja, natürlich“ zahlreiche Tipps für nachhaltige Erlebnisse und Momente.
In „Urlaub erinnern“ stelle ich Andenken, Eindrücke und Erinnerungen vor, mit denen der Urlaub daheim noch weiter lebendig bleibt. Hinzu kommen Serviceseiten mit allen Infos, persönlichen Tipps und großer Reisekarte. Wer mag, kann den Band hier* direkt bestellen.
Hilke Maunder, Le Midi*
Die poule au pot ist eine der 80 echten, authentischen Speisen, die ich bei meiner kulinarischen Landpartie durch den Süden von Frankreich entdeckt habe. Zwischen Arcachon, Hendaye und Menton schaute ich den Köchen dort in die Töpfe, besuchte Bauern, kleine Manufakturen, Winzer und andere lokale Erzeuger.
Gemeinsam mit dem Fotografen Thomas Müller reiste ich wochenlang durch meine Wahlheimat und machte mich auf die Suche nach den besten Rezepten und typischsten Spezialitäten der südfranzösischen Küche. Vereint sind sie auf den 224 Seiten meines Reise-Kochbuchs Le Midi.
Ihr findet darin 80 Rezepte von der Vorspeise bis zum Dessert, Produzentenportraits, Hintergrund zu Wein und Craftbeer, Themenspecials zu Transhumanz und Meer – und viele Tipps, Genuss à la Midi vor Ort zu erleben. Wer mag, kann meine 80 Sehnsuchtsrezepte aus Südfrankreich hier* online bestellen.
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Danke für die anschaulichen Beschreibungen und Tipps!
Mein Markt-Tipp ist der Markt im kleinen Sault am Fuß des Mont Ventoux – seit 1515 (!) jeden Mittwoch Vormittag.
Zu den lokalen Spezialitäten gehören natürlich Lavendelprodukte, aber auch das alte Getreide Épautre (Dinkel).
Viele Grüße Anne
Liebe Anne, merci für Deinen Tipp! Einkorn und Dinkel sind hier bei uns in Frankreich echte Trendgetreide, jeder Bioladen bietet damit Flocken, Brot, Schrot und mehr an.
Viele Grüße! Hilke
Hallo Hilke,
als ich Ende der 90er dort war, wurde das als Neuentdeckung angepriesen, da war Bio ja auch noch nicht so en vogue… time flies 😆
Liebe Grüße Anne
lach! So ändern sich die Zeiten! Viele Grüße! Hilke
Danke…
Danke, Herr Staab!