Invalidendom: Ruhmeshalle für Napoleon

Das Grab von Napoleon I. im Invalidendom. Foto: Hilke Maunder
Das Grab von Napoleon I. im Invalidendom. Foto: Hilke Maunder

Er war im Exil gestorben bereits fast 20 Jahre tot, als der Prunkwagen nach Paris rollte und 16 Rappen Napoleon zu seiner letzten Ruhestätte brachten: Unter dem vergoldeten Kuppel des Invalidendom ruht der Kriegsherr und Kaiser in monumentalen 13-Tonnen-Sarg.

Der Invalidendom ist das Prunkstück einer Anlage, die der Sonnenkönig für seine verwundeten und heimatlosen Soldaten 1671-76 mit Wohntrakt, Krankenhaus und der Kirche St-Louis-des-Invalides anlegen ließ. Zuvor wurden Kriegsinvalide, wenn überhaupt, nur medizinisch versorgt – und dann dem Wohlwollen barmherziger Klöster überlassen.

Als Vorbild wählten die Architekten Libéral Bruant und Jules Hardouin-Mansart das spanische Klosterschloss El Escorial. Den Vorplatz „schützen“ Kanonen des 17. und 18. Jahrhunderts. Antike Krieger bewachen den Haupteingang zum Ehrenhof.  Eine Bronzestatue am Südpavillon stellt euch Napoleon als „Kleinen Korporal“ vor. Auf der Esplanade könnt ihr nach der Besichtigung zur Seine bummeln. 

Die Museen 

Die ehemaligen Werkstätten bergen heute vier Museen. Die Löwenrüstung des 1,96 m großen König Franz I., ein mittelalterlicher Sperlingsschnabelhelm und Napoleons Pistolen gehören zu den Schätzen des Musée de l’Armée. Seine Sammlung dokumentiert die Militärgeschichte vom Spätmittelalter bis zum Zweiten Weltkrieg.

Drei prägende Momente aus dem Leben von Charles-deGaulle präsentiert L’Historial Charles de GaulleDe Gaulle war Großmeister des Ordre la la Libération. Dessen Engagement und Erfolge bei der Befreiung Frankreich stellt das Musée de l’Ordre de la Libération dar.

Wie Städte, Häfen und Residenzen einst wehrtechnisch befestigt wurden, verraten die maßstabsgetreuen Modelle des Musée des Plan-Reliefs. Ausgestellt sind nicht nur Orte aus Frankreichs, sondern auch aus den Nachbarländer.  Auch Jülich und Wesel sind dabei!

Église du Dôme des Invalides

Da die schmucklose Soldatenkirche nicht dem Geschmack des Sonnenkönigs entsprach, beauftragte er Jules Hardouin-Mansart mit dem Bau der Église du Dôme des Invalides, die Robert de Cotte vollende. Ursprünglich hatte der Sonnenkönig die barocke Kuppelkirche als sein Mausoleum geplant. Doch es kam anders. Ludwig XIV. fand seine letzte Ruhestätte in der Basilika von Saint-Denis.

Der Invalidendom indes wurde als bedeutendster Sakralbau des französischen Barocks Wallfahrtsort von Napoleon-Verehrern. Am 5. Mai 1821 war Napoleon I. auf Sankt Helena im Exil verstorben, wo er im Tal der Geranien beerdigt wurde.

Erst 1840 gestattet die Engländer auf Drängen von Bürgerkönig Louis-Philippe, den Leichnam umzubetten. Unter dem Kommando des Prinzen von Joinville kehrteNapoleon an Bord der „Belle Poule zurück.

Seitdem ruht sein Körperunter der 100 m hohen Kuppel („dôme“) in einem zehn Meter hoheSarkophag aus rotem Porphyr auf grünem Granitsockel. 12 marmorne Siegesgöttinnen erinnern an ruhmreiche Schlachten. Zehn Flachreliefs dokumentieren die Errungenschaften seiner Regierung vom Handelsgesetzbuch bis zum Code Civil.

Auch der einzige legitime Sohn des Kaisers, Napoleon II., der mit nur 21 Jahren in Wien verstarb, hat hier sein Grabmal. Ebenfalls im

Invalidendom bestattet sind Napoleons Brüder Joseph Bonaparte (1768 – 1844), König von Spanien, und Jérôme Bonaparte (1784 bis 1860), König von Westfalen.

In den Seitenkapellen haben weitere große Männer Frankreichs wie Napoleons Hofmarschall Turenne (1611 – 1675) und Marschall Vauban (1633 – 1707), der Festungsbaumeister Ludwigs XIV. Seine Anlagen gehören heute zum Welterbe. Hier habe ich sie vorgestellt.

Gold aus Bayern

Die Kuppel des Invalidendoms schmückt… Blattgold aus Bayern! Seit dem 16. Jahrhundert werden die Schwabacher Goldschläger in aller Welt für repräsentative Objekte und Bauten gebucht. 1,3 kg Blattgold aus Schwabach lassen die römische Göttin Viktoria auf der Siegessäule in Berlin leuchten. Auch die Luxusspielbank Taj Mahal des amerikanischen Milliardärs Donald Trump, der Palast des Sultans von Brunei glänzen mit Schwabacher Blattgold. Und der Invalidendom in Paris!

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Mein Reiseführer: Baedeker Paris*

Baedeker Paris 2018Monatelang habe ich recherchiert und gewühlt, ehe ich zur Feder griff.  Und danach mit Dr. Madeleine Reincke als Redakteurin im Verlag an ihm feilte. Am 2. Januar 2018 ist mein Baedeker „Paris“* ist der ersten Staffel des völlig neu konzipierten Reiseführer-Klassikers erschienen.
„Tango unter freiem Himmel: Die Stadt der Liebe: Der neue Reiseführer ‚Paris‘ zeigt – neben Sehenswürdigkeiten – besondere Orte für Höhenflüge, romantische Momente wie ‚Tango unter freiem Himmel‘ und unvergessliche Dinners. Dazu gibt’s viele Kulturtipps…“  schrieb die Hamburger Morgenpost über meinen Paris-Führer, der viele neue Elemente im enthält.

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Merian: Paris - eine Stadt in Biografien.

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Und das nicht nicht nur anhand nüchterner Fakten. Sondern zieht Verbindungen zum heutigen Paris, erwähnt humorvoll Anekdoten und führt den Leser mit Esprit und schwungvoller Feder durch die Stadtgeschichte. Dank ihrer Portraits verankert sie sich viel tiefer im eigenen Wissen  als die kompakte Faktenflut, die andere Reiseführer liefern. Wer Paris ein wenig kennt, wird das Bändchen schätzen! Und kann es hier* gleich bestellen.

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Die Kuppel des Invalidendom schmückt Blattgold aus Deutschland. Schwalbach. Foto: Hilke Maunder
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