Pays de Caux: die Heimat der Bovary

Blühender Flachs. Foto: Hilke Maunder
Blühender Flachs. Foto: Hilke Maunder

Im Hinterland der Seine wechseln die lichten Buchenwälder von Eu, Arques und Eawy mit weiten Flachsfeldern, die ein Drittel des französischen Leinenbedarfs liefern. Auf den Weiden grasen normannische Milchkühe mit dem typischen braunen Fleck am Auge.

Hier, im grünen Mosaik aus Feldern und Wäldern, liegt die Heimat von Madame Bovary.

Die Romanheldin von Gustave Flaubert (1821 – 1880) lebte im fiktiven Yonville-l’Abbaye. In Wirklichkeit war es Ry. Dort stellte ab 1977  ein Automatenmuseum mit mehr als 300 Figuren in mechanischen Schaubildern Szenen aus dem Roman nach. Sein Schöpfer war Michel Burgaud.

Nach 42 Jahren war jedoch Schluss. Die beständig wachsenen Auflagen Bau- und Besuchersicherheit haben den Inhaber Inhaber finanziell überfordert.

Auf der Webseite des Museums bedauert er diesen Schritt. Und hofft, das vielleicht sich jemand findet, der seine Erbe weiter lebendig hält. Mehr als eine Million Besucher waren in Ry im Museum von Flaubert und Madame Bovary eingetaucht.

Der Flachs blüht – und lässt das Land der Bovary im Juni, Juli und August im sanften Blaulila leuchten. Foto: Hilke Maunder

Themenroute zur Bovary

Ein Circuit Bovary führt zu weiteren Handlungsorten wie Lyons-la-Forêt, wo der französische Kult-Regisseur Claude Chabrol 1990 Flauberts Roman verfilmte – der Brunnen, zu den Dreharbeiten errichtet, steht bis heute dort.

Flauberts geistiger Ziehsohn war Guy de Maupassant (1850 – 1893), der mit einem Hauch von Melancholie in Werken wie Gil Blas und Pierre et Jean den herben Landstrich des Pays de Caux beschreibt.

Typisch für die „vache normande“, die Milchkuh der Normandie, sind die rotbraunen Augenringe. Foto: Hilke Maunder

Das Schloss des Dichters

Geboren wurde der Dichter auf dem mittelalterlichen Schloss Mirosmesnil, das sich in einem weitläufigen Park mit uralten Zedern und Buchen erhebt. Hinter dem Château versteckt sich ein gärtnerisches Kleinod: ein potager nach Vorbild des Küchengartens vom Sonnenkönig Ludwig XIV.

Gras und Blumen umgeben die vier Gemüse-Carrées. Endivien, Lauch, Kürbis und Kohl wachsen dort. Sie sind bestimmt für die Tafel des Grafen Thierry de Vogüé, der hier mit seinen beiden Schwestern wohnt.

Die Markthalle von Lyons-la-Forêt. Foto: Hilke Maunder

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