Pays de Caux: die Heimat der Bovary

Ländliche Idylle im Pays d'Auge

Im Hinterland der Seine wechseln die lichten Buchenwälder von Eu, Arques und Eawy mit weiten Flachsfeldern, die ein Drittel des französischen Leinenbedarfs liefern. Auf den Weiden grasen normannische Milchkühe mit dem typischen braunen Fleck am Auge. Hier, im grünen Mosaik aus Feldern und Wäldern, liegt die Heimat von Madame Bovary.

Die Romanheldin von Gustave Flaubert (1821 – 1880) lebte im fiktiven Yonville-l’Abbaye, in Wirklichkeit Ry, wo seit 1977 ein Automatenmuseum mit mehr als 300 Figuren in mechanischen Schaubildern Szenen aus dem Roman nachstellt.

 

Flachs blüht zauberhaft zart in Lilablau.

Themenroute zur Bovary

Ein Circuit Bovary führt zu weiteren Handlungsorten wie Lyons-la-Forêt, wo der französische Kult-Regisseur Claude Chabrol 1990 Flauberts Roman verfilmte – der Brunnen, zu den Dreharbeiten errichtet, steht bis heute dort. Flauberts geistiger Ziehsohn war Guy de Maupassant (1850 – 1893), der mit einem Hauch von Melancholie in Werken wie ›Gil Blas‹ und ›Pierre et Jean‹ den herben Landstrich des Pays de Caux beschreibt.

Das Schloss des Dichters

Geboren wurde der Dichter auf dem mittelalterlichen Schloss Mirosmesnil, das sich in einem weitläufigen Park mit uralten Zedern und Buchen erhebt. Hinter dem Château versteckt sich ein gärtnerisches Kleinod: ein Potager nach Vorbild des Küchengartens vom Sonnenkönig Ludwig XIV. Gras und Blumen umgeben die vier Gemüse-Carrées, auf denen Endivien, Lauch, Kürbis und Kohl wachsen – bestimmt für die Tafel des Grafen Thierry de Vogüé, der hier mit seinen beiden Schwestern wohnt.

© Fotos: Maunder, Wikipedia (Mirosmesnil)

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