Unterwegs auf der GR 34: Cap Fréhel

Der Leuchtturm von Cap Fréhel. Foto: Hilke Maunder
Der Leuchtturm von Cap Fréhel. Foto: Hilke Maunder

Cap Fréhel ist das Juwel der Nordbretagne – wild, weit, filmreif! Doch kommt unbedingt außerhalb der Hauptsaison! Dann ist es dort besonders wild und ursprünglich. Tosend umspült dort die Brandung die bis zu 70 m hohen Klippen aus rotem Sandstein und schwarzem Schiefer. Aquamarin bis Nachtblau leuchtet das Meer. Kormorane, Austernfischer, Seemöwen und andere Seevögel nisten in den Felswänden der Grande und Petite Fauconnière. Stechginster und Heide bedecken das Land, Narzissen. Nelken und Wildhyazinthen leuchten aus dem Gelb und Lila. Das Cap Fréhel gehört für mich zu den landschaftlichen Höhepunkten der Bretagne.

Vaubans Erbe

Auf dem windigen Felskap errichtete Vauban 1701/2 den alten Leuchtturm. Der Festungsbaumeister von Ludwig XIV., dessen Wehrbauten heute zum Welterbe gehören (mehr hier), kaufte dazu zum Preis von 7090 Livres Steine von den normannischen Îles Chausey.  Hier stelle ich sie im Blog vor. Dem Leuchtturmwärter wurde ein Jahreslohn von 200 Livres gewährt.

1821 revolutionierte der französische Physiker und Wellenforscher Fresnel am Cap Fréhel die Signaltechnik. 60 drehbare Parabollinsen reflektierten fortan das Licht der Rapsöllaternen. Das erste Intervall-Rotationsfeuer war erfunden.

Ein Kap, zwei Leuchttürme

1946-50 wurde ein zweites, 33 m hohes Leuchtfeuer erbaut, das im Sommer auch bestiegen werden kann. Doch auch von den Klippen ist die Fernsicht fantastisch. Im Westen seht ihr die Île de Bréhat, im Norden die britische Kanalinsel Jersey sowie die normannische Cotentin-Halbinsel, im Nordosten der Chausey-Archipel und die Stadt Granville im Nordosten. 400 m weiter sendet eine Sirene bei Nebel jede Minute eine Zweitongruppe.

Kinoreifes Kap

Im Januar 2011 rückte Jalil Lespert mit seiner Filmcrew an,  um den Roman Des vents contraires (Gegenwind) zu verfilmen. Olivier Adams Werk hatte beim Erscheinen 2009 selbst für Wirbel gesorgt. Die ergreifende Geschichte erzählt vom Schicksal eines Mannes, der von seiner Frau verlassen wurde. Mit seinen zwei Kindern zieht er zurück in seine Geburtsstadt St-Malo und baut an der Smaragdküste ein neues Leben auf.

Drei Tage lang drehte Lespert am Cap Fréhel und im Dörfchen Plévenon, das seitdem  auf eine klingelnde Kassen durch Film-Fans hofft. Für die Hauptrollen suchte Lespert Benoît Magimel, Marie-Ange Casta und Isabelle Carréaus. Die Stars schätzten besonders die Bar-Tabac-Crêperie La Madrine. Das Lokal war während der Drehtage ihr Treffpunkt.

Brigitte Bardot badete am Cap Fréhel

Starrummel am Cap Fréhel gab es bereits 1977, als Brigitte Bardot (Agnès) in Les Novices (Die Novizinnen) den Badeausflug des Ordens nutzte, um dem klösterlichen Leben den Rücken zuzukehren. Mit der Hilfe der lebenslustigen Prostituierten Lisa (Annie Girardot) geht sie stattdessen im Pariser Rotlichtmilieu dem ältesten Gewerbe der Welt nach. Doch am Ende siegt die Moral. Regisseur Guy Casaril lässt Agnès als hoffnungslosen Fall wieder ins Kloster zurückkehren und die Straßendirne ihre Profession aufgeben.

GR 34: vom Cap Fréhel zum Fort la Latte

Die Felsspitze des Cap Fréhel und das Fort la Latte verbindet einer der schönsten Wanderwege der Bretagne: der Küstenpfad GR 34. Auf dem Saumpfad patrouillierten einst Zöllner. Zum 5 km entfernen Fort, braucht ihr rund anderthalb Stunden. Ihr lauft auf kargen Klippen aus rotbraunem Sandstein hoch über dem dunklen, oft aufgewühlten Meer immer entlang an niedrigem Busch, in dem im Frühjahr der Ginster gelb leuchtet.

Das Fort ist selbst bei Hollywood gefragt. Die vielen Filme, die dort gedreht wurden, stelle ich euch hier vor. Ganz begeistert vom Drehort Bretagne war auch Claude Chabrol. Welche Filme sonst noch in der Bretagne, oder anderenorts in Frankreich gedreht wurden, verrät die staatliche Filmförderung Film France auf ihrer Webseite.

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