Col du Tourmalet: Dauerbrenner der Tour de France

Am Col du Tourmalet. Foto: Hilke Maunder
Die berühmte Radrennfahrer-Skulptur am Col de Tourmalet. Foto: Hilke Maunder

Er gilt als schwerster Aufstieg der Tour de France: der Col du Tourmalet. Die ersten Radrennfahrer mussten den legendären Pass noch auf einem schmalen Pfad erklimmen.

Heute könnt ihr als Freizeitradler  auf einer gut ausgebauten Straße den Mythos desgroßen Radspektakels am eigenen Leib erfahren.

Rennradeln ist Nationalsport in Frankreich. Foto: Hilke Maunder
Rennradeln ist Nationalsport in Frankreich. Foto: Hilke Maunder

Drei Wochen lang im Sommer wird seit 1903 jährlich das härteste Radrennen der Welt ausgetragen: die Tour de France.

Streckenführung und Etappenorte wechseln jedes Jahr. Doch eines bleibt gleich: Die Entscheidung über den Toursieger fällt im Hochgebirge.

Ein Klassiker der Tour de France: der Aufstieg zum Col du Tourmalet. Foto: Hilke Maunder
Ein Klassiker der Tour de France: der Aufstieg zum Col du Tourmalet. Foto: Hilke Maunder

“Heiliger” Radel-Berg

Zu den vier „heiligen Bergen“ der Tour gehört der 2.115 m hohe Col du Tourmalet in den Pyrenäen. 1910 wurde er als erster Hochgebirgspass bezwungen. Und seitdem mehr als 75 Mal.

Helden des Col du Tourmalet. Foto: Hilke Maunder
Helden des Col du Tourmalet. Foto: Hilke Maunder

Wer einmal selbst erleben will, welche Strapazen Jan Ullrich, Lance Armstrong, Alberto Contador & Co. auf sich genommen haben, kann sich vor dem Denkmal des radelnden Octave Lapize fotografieren lassen.

Der Bronzemedaillengewinner der Sommerspiele 1098 hatte 1910 bei le tour den Col du Tourmalet 1910 als Erster erreicht.

Am Col du Tourmalet. Foto: Hilke Maunder
Der radelnde Rennfahrer… und die Pause, die am Col du Tourmalet Freizeitradlern lockt. Foto: Hilke Maunder

18 Prozent Steigung!

Start der Etappe ist in Sainte-Marie de Campan in 847 m Höhe.Bis zum Pass überwindet die D 918auf 17.2 km Länge 1.268 Höhenmeter. Die ie ersten vier Kilometer steigt sie zunächst gering an. Zwei Kilometer Steigung weist das Schild aus.

Die leichte Anfangssteigung lässt kaum ahnen, was euch später erwartet…! Foto: Hilke Maunder
Die leichte Anfangssteigung lässt kaum ahnen, was euch später erwartet…! Foto: Hilke Maunder

Doch dann lässt die Bergstrecke den Schweiß fließen. Erst mit 7,4, dann zehn Prozent, auf den letzten 300 Metern sogar 18 Prozent! Kaum weniger anstrengend ist der Westanstieg zum Pass von Luz-Saint-Sauveur aus.

Klick-Klack! Souvenir-Foto: Auf der Passhöhe der wichtigsten Pässe über den Gaves-Tälern südlich von Lourdes (hauptsächlich Hautacam und Tourmalet) werden im Sommer Fotoautomaten aufgestellt, damit ihr beim Radfahren eure Leistung fotografisch festhalten können!

Col du Tourmalet, Abfahrt nach Luz. Foto: Hilke Maunder
Kurz hinter dem Sattel des Col du Tourmalet liegen Richtung Luz in einer Kurzve all diese Schilder am Hang. Foto: Hilke Maunder

Elektrochips. oder genauer, Chips TIMTOO, ermöglichen euch, eure  Zeiten zu stoppen. Die Chips könnt ihr gegen eine Kaution in einem Office de Tourisme ausleihen , z.B. in Argelès-Gazost.

Auch die Passhöhen (oder Zielstätten) von Tourmalet, Luz Ardiden, Hautacam und Soulor verfügen über die entsprechenden Einrichtungen.

Auf der Passstraße zum Col du Tourmalet begegnen euch immer wieder freilaufenden Tiere, die dort im Sommer weiden - vor allem Schafe und Rinder. Foto: Hilke Maunder
Auf der Passstraße zum Col du Tourmalet begegnen euch immer wieder freilaufenden Tiere, die dort im Sommer weiden – vor allem Schafe und Rinder. Foto: Hilke Maunder

Euer Radel-Diplom!

Das “Brevet cycliste haut-pyrénéen” macht sich gut gerahmt im Wohnzimmer und bezeugt eure radsportliche Leistung. Wie ihr das besondere Erlebnis festhalten könnt?

•  Holt euch den Passeport cycliste in einem der Offices de Tourisme in den Tälern der Hochpyrenäen oder bestellt ihn beim Conseil départemental des Hautes-Pyrénées.

• Fahrt die gewählten Passrouten und lasst eure Leistung in im Pass angegebenen Office de Tourisme abstempeln.

Im Sommer sind Rad-Amateure aus ganz Europa am Col du Tourmalet ud Col d’Aspin unterwegs und messen sich am Berg. Foto: Hilke Maunder
Im Sommer sind Rad-Amateure aus ganz Europa am Col du Tourmalet ud Col d’Aspin unterwegs und messen sich am Berg. Foto: Hilke Maunder

• Schickt den komplett ausgefüllten Pass an diese Adresse:
Hautes Pyrénées Tourisme et Environnement – 11 Rue Gaston Manent – BP9502 – 65950 Tarbes cedex 9

• Das Diplom komm per Post zu euch nach Haus. Je nachdem, wie viel ihr geschafft habe, gibt es: Bronze (6 Passfahrten), Silber (7 bis 11 Passfahrten) oder Gold (12 bis 15 Passfahrten).

Kinderleicht und wunderschön hingegen sind die Flachetappen der Tour de France durch Südfrankreich – zum Beispiel von Marseille nach La Grande Motte mitten durch die Camargue. Einen schönen Radtourtipp für dort gibt es hier im Blog.

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Auch stattliche Milchkühe laufen im Sommer frei durchs Hochgebirge - und lagern besonders gerne an der Passstraße zum Col du Tourmalet. Foto: Hilke Maunder
Auch stattliche Milchkühe laufen im Sommer frei durchs Hochgebirge – und lagern besonders gerne an der Passstraße zum Col du Tourmalet. Foto: Hilke Maunder

Col du Tourmalet: Info

Mein Reiseführer-Tipp: Midi-Pyrénées*

Annette Meiser, Midi-Pyrenees_ReiseführerAnnette Meiser, die u.a. die ers­te müll­frei­e Schu­le Deutsch­lands mitbegründete, hat in Midi-Pyrénées ihre Wahlheimat. Dort lebt und arbeitet sie seit vielen Jahren und bietet erdgeschichtliche und kulturhistorische Wanderreisen an.

Ihre Expertise hat sie auf 432 Seiten zwischen die Buchdeckel eines Reiseführers gepackt. Ihr erstes Buch stellt eine Ecke Frankreichs ausführlich vor, die in klassischen Südfrankreich-Führern stets zu kurz kommt.

Für mich ist es der beste Reiseführer auf Deutsch für alle, die individuell unterwegs sind – sehr gut gefallen mir die eingestreuten, oftmals überraschenden oder kaum bekannte Infos. Wie zum einzigen Dorf Frankreichs, das sich in zwei Départements befindet: Saint-Santin liegt genau auf der Grenze von Aveyron und Cantal. Wer mag, kann den Band hier* direkt online bestellen.

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