Tour de France 2020: das kleine Glück am Straßenrand

Die Freude der Fans bei der Tour de France. Foto: Hilke Maunder
Die Freude der Fans bei der Tour de France 2020. Foto: Hilke Maunder

Tour de France 2020: Für die Ärzte ist sie ein virologischer Albtraum, für das Volk und das Land Frankreich ein wichtiges Signal. Auch im Corona-Jahr 2020 startet das härteste Radrennen der Welt.

Nach dem staatlichen Lockdown, der ab 17. März für Monate das Land lahmlegte, dem Abbruch der Fußballliga mitten in der Saison, begann am 27. August 2020 im Corona-Hotspot Nizza die 107. Tour de France. Es goss in Strömen, die Radprofis stürzten.

Doch auf den Gesichtern der Menschen am Straßenrand lag stille Freude.

Blick in den Servicebus mit der Radwerkstatt vom Team UAE Emirates. Foto: Hilke Maunder

Ärzte und Politik fragten sich: Ein öffentliches Massenevent mit Corona im Wachsen – kann das gutgehen? Für die Franzosen indes war – endlich – Frankreich wieder Frankreich.

Verkleidet: Einige Fans überraschen bei der Toru de France mit ausgefallenen Kostümen. Foto: Hilke Maunder

Das kollektive Trauma des Eingesperrtseins für 55 Tage, der perfekten staatlichen Observation mit Gendarmerie und Drohnen im hintersten Winkel.

Die leeren Regale der Läden im Landesinnern, die Trennung von Familien, Freunden, Paaren. Vergessen für die Zeit der Stunden, in denen sie Spalier standen am Straßenrand. Oder die Tour am TV verfolgten.

Freude über le tour auch in Jurançon. Foto: Hilke Maunder

Während der Bergetappen in den Pyrenäen traf ich sie. Menschen, die für le tour ihre letzten sous zusammen gekratzt hatten, um einmal hautnah dabei zu sein.

Jetzt, bevor das Virus sie holt, wie Jean-François aus Poitiers sagte. „Ich bin über 70, da hab ich keine Chance bei Corona.“ Oder Christophe und Marie-Claire, die seit 25 Jahren Schlachtenbummler sind.

Fahne hoch für den Béarn. Foto: Hilke Maunder

Eine Woche vor Tourbeginn sind sie von Nantes aus gestartet. Und haben – „da waren wir schneller als all die anderen!“ –  ihr Wohnmobil zwischen Fluss und Kreisverkehr von Gère-Bélesten im Béarn aufgestellt.

Seit 25 Jahren sind diese Fans bei jeder Tour de France mit dabei. Foto: Hilke Maunder

Hinter ihnen hüpft der Gave d’Ossau fröhlich über die glattgeschliffenen Granitbrocken in seinem Bett. Vor ihnen sausen am Sonntag für Sekunden die Radler vorbei.

Ein strategischer Paradeplatz, recherchiert auf Google Maps. Und vier Tage vor dem Rennen eingenommen. „Seitdem warten wir auf den großen Moment!“

Gendarmerie und Sicherheitsleute führen mit Wagen und Motorrädern die Werbekarawane an. Foto: Hilke Maunder
Die Nationalgarde unterstützt die Gendarmerie bei der Tour de France. Foto: Hilke Maunder

Und dem ging am Sonntag eine Karawane voraus, die sich am Sonntagmorgen in Pau auf dem Großparkplatz des Stade du Hameau zusammenstellte.

200 Marken mit jeweils zig Werbe-Wagen organisierten sich dort. Ein riesiger Werbe-Tross, und doch im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 Prozent geschrumpft.

Elektromobil: die Flotte der Tour de France. Foto: Hilke Maunder

Und einen Hauch grüner: mit ersten Elektro- und Hybridwagen wie dem Elektro-SUV Skoda Enyaq iV, der seit 2019 zur offiziellen Flotte der Tour de France gehört. Den Experten von Biotope, die bei der Routenplanung Umwelt- und Naturaspekte berücksichtigen.

Noch recht übrsichtlich sind die Werbe-Artikel aus nachwachsenden Rohstoffen unter den 15 Millionen Goodies, die unter das Volk kommen. T-Shirts und Kappen sind nicht mehr eingeschweißt, Schlüsselanhänger aus Holz, Werbekulis mit Bambuskorpus.

Bio war bei E. Leclerc das Werbethema 2020. Foto: Hilke Maunder

Christian Prudhomme führte 2019 das längst überfällige Recycling be der Tour de France ein. Gelb, Grün, Schwarz säumt während einer Etappe eine Tonnenparade die Strecke.

Handpoliert: die Figuren der Werbewagen des Asterix-Themenparkes bei Paris. Foto: Hilke Maunder

Zu den Werbetreibenden von le tour gehören Frankreichs bekannteste Marken und Unternehmen. E. Leclerc stapelte Kappen, Taschen und T-Shirts in seinen Fahrzeugen, Vittel seine Wasserflaschen mit Tour-Logo. Hölzerne Schlüsselanhänger mit dem Wappen des Béarn wollte das Tourismusamt des Béarn später ins Volk werfen.

Vive la caravane du tour: Es lebe die Karawane der Tour! Foto: Hilke Maunder

Zu schmissiger Musik aus Lautsprechern startet die Karawane. Vive la caravane du tour steht schwarz auf weiß auf einem handgemalten Pappschild, das ein Mutter und Tochter hochhalten auf dem Trottoir. Vom Balkon wirft gewunken.

Ein sichtlich nicht mehr ganz nüchterner Franzose weist auf seine geöffnete Einkaufstasche hin. Warenporoben von Würstchen, Keksen. Seife und Olivenöl fliegen hinein.

Béret und Béarn-Tuch: Stolz zeigt dieser Franzose seine Heimatliebe auf dem Platz, wo die Werbekarawane sich formiert. Foto: Hilke Maunder

„1997 Zabel“ steht auf dem Pflaster in Pau. Mit zwei  Etappensiegen löste Erik Zabel in jenem Jahr seinen Mannschaftskollegen Olaf Ludwig als besten Sprinter im Team Telekom ab.

1997 gewann Jan Ullrich als erster und bislang einziger Deutscher die Tour de France. Doch sein Name ist auf dem Pflaster der Rennstrecke, die von der Oberstadt hinab zum Bahnhof führt, nicht verewigt.

Auf dem Pflaster von Pau verewigt: legendäre Namen der Tour de France. Foto: Hilke Maunder

Es steht im kleinen Säulenwäldchen, das sich leuchtend gelb vom grünen Rades des Stade Philippe-Tissié erhebt. Tour des Géants nennt sich Frankreichs erstes „Freilichtmuseum“, das sich der Tour de France und ihren Helden widmet.

Jede Säule würdigt die Leistungen der einzelnen Sieger des Radrennens der Tour de France. Gelb wie die Farbe des Trikots, das der Sieger der Tour jeden Tag trägt.

Die Tour des Géants in Pau. Foto: Hilke Maunder

Genau dort, wo einst das Vélodrome der Stadt stand, stellen die Multimediasäulen mit Fotos, Tönen und Texten die Fahrer vor. Im Juli 2015 weihte François Bayrou, Bürgermeister von Pau, die Gedenkstätte ein.

72 Mal hat die Tour de France in Pau Station gemacht, war die Hauptstadt der Pyrenäen die ville de départ. Pau. Capitale du Tour informiert Schwarz auf Gelb der Schriftzug auf dem Banner im Startbereich.

Pau, Hauptstadt der Tour de France: 72 Mal war die Hauptstadt des Béarn bereits Etappenort des Radrennens. Foto: Hilke Maunder

Zwei Stunden nach der Werbekarawane startet das Wettrennen durch die Berge. In Kehren geht es hinauf zum Col de la Hourcère. Tief wabert der Nebel. Drei Grad zeigt das Thermometer. Marc Hirschi setzt sich ab, sprintet als erster der heute 166 Fahrer über den 1440 Meter hohen Pyrenäen-Pass.

Bernard Monforte ist als König Heinrich IV. der charismatische Werbebotschafter des Béarn. Foto: Hilke Maunder

Auf dem Werbewagen des Béarn greift König Henri IV. alias Bernard Monforte wieder  zum Mikrofon. „Bonjour, mes amis…! “ Die Leuten winken, lachen, grüßen „ihren“ König, der als einziges lebendes Maskottchen der Tour de France das Radrennen begleitet und für einen Urlaub im Béarn wirbt.

Schneller Imbiss für den „König“: Bernard Monforte stärkt sich mit Schinken-Tomaten-Baguette. Foto: Hilke Maunder

Über sein gelbgoldenes Kostüm mit weißem Kragen, weißen Strümpfen und Schnallenschuhe hat le bon roi einen knallroten Poncho gezogen. Das gelockte Haupt ist in der Nässe noch lockiger geworden.

Doch der König steht aufrecht, angeleint und gesichert, lächelt unter der Maske, die sein Mikro versteckt, und verspricht allerschönste Momente, 100 % béarnais.

Die Logistik der Tour de France ist beeindruckend – perfekte wie frühzeitige Ausschilderung, Müllcontainer und gut organisierte Aufräumkommandos. Und das bei einer von 4500 auf 3500 geschrumpften Zahl an Mitarbeitern. Foto: Hilke Maunder

Am Start und Ziel sind im Coronajahr 2020 nur maximal 5.000 Menschen zugelassen. Auch an beliebten Bergpässen gilt diese Obergrenze. Entlang der restlichen Strecke ist der Zugang frei.

Sichtbar auch unterwegs: die Covid-19-Regeln der Tour de France. Foto: Hilke Maunder

Dort gilt: Maskenpflicht für alle ab elf Jahren und zwei Meter Abstand zu den Fahrern. Zum Großteil halten sich die Fans an die Auflagen der Tour-Organisation ASO.

Foto: Hilke Maunder

Auch für Fahrer und Betreuer gilt, außer im eigentlichen Rennen, im Coronajahr 2020 die Maskenpflicht. Tägliche Tests sind während des Rennens für die Fahrer genauso Pflicht wie absoluter Abstand zu allen außerhalb der geschlossenen Blasen der Teams.

Der Werbetross der Tour de France zog vier Stunden lang durchs Land. Foto: Hilke Maunder

Selbst Kontakt zu Familienangehörigen ist in diesem Jahr tabu. Trotzdem ist es auch unter den Fahrern bereits zu Infektionen gekommen. Sobald zwei Fahrer im Team infiziert sind, wird das gesamte Team von der Tour ausgeschlossen.

Nur kurz können die Fahrer die Räder laufen lassen. Dann fließt trotz der Kälte wieder der Schweiß. 8,5 Prozent Steigung hinauf zum Col du Soudet. Auf 1.540 m stehen die Fans im Nebel, klatschen mit riesigen Plastikhänden, winken und strahlen.

Foto: Hilke Maunder

Steil führt die Passstraße hinab, hin nach Arette, wo auf 334 m Höhe die Sprintstrecke der Tagesetappe beginnt. Schilder am Straßenrand warnen die Fahrer vor den Bodenschwellen der Tempo-30-Zonen im Dorf.

Am linken Straßenrand hat ein Gastwirt den Grill nach draußen gestellt. Rot leuchten zwei Rinder auf dem gelben Banner des Béarn.

Bei Kilometer 111 geht es wieder bergauf. 4,2 Kilometer ist der Anstieg zum Col d’Ichère, 7 Prozent steil. Doch auch hier: kein Fleckchen, in dem nicht ein Fan campiert, im Poncho steht oder unter Bäumen Schutz sucht.

Tour de France im Zeichen des Béarn. Foto: Hilke Maunder

Hinab nach Escot auf 333 Meter. Hier haben sich die Wappentiere des Béarn zu leibhaftigen Rindern gestellt. Die Menschen haben ihr Dorf herausgeputzt für die Tour. Eine neue Straße musste her. Am Vortag noch nicht fertig asphaltiert, sausen die Wasser jetzt über den schwarzen  Asphalt, der mit seinen leuchtend weißen Markierungen extraterrestisch wirkt inmitten der alten Natursteinhäuser.

Mehr als 200 Caravans säumten auf dem Plateau von Marie-Blanque die Rennstrecke. Foto: Hilke Maunder

Siebter und letzter Pass der Bergetappe von Pau nach Laruns ist der legendäre Col de Marie-Blanque. 7,7 Kilometer ist der Anstieg, fordernde 8,6 Prozent steil. 135 Kilometer haben die Fahrer bereits hinter sich, die jetzt durch den Buchenwald bergauf strampeln, die Gesichter angestrengt. Die Menschen am Straßenrand nehmen sie nicht wahr.

Chouchou, je t’aime. Épouse-moi! (Chouchou, ich liebe Dich. Heirate mich!) hält eine junge Frau ein Schild mit Herz hoch. Das Rendez-vous am Straßenrand dauert nicht mal eine Sekunde.

Auf dem Plateau von Marie-Blanque weiden Esel. Foto: Hilke Maunder

Schon ist Besagter fort, sprintet jenseits des Passes vorbei an mehr als 200 Wohnwagen, Campern und Zelten, die seit fast einer Woche auf dem Hochplateau ausharren. Die Faszination der Tour lässt sie Regen und Kälte vergessen. Mit Maske und Abstand stehen sie am Straßenrand. Und machen die Welle, als die Fahrer vorbei rasen.

(v.l.): In Bilhères-en-Ossau verkauften Marie-José Capdaspé und Camille Bailly und von Montagne Gourmande Hartwürste von Ente und Schwein am Tag der Tour. Fürs Foto habe ich sie gebeten, die Masken abzunehmen. Und sie mit dem Tele heran geholt.

Hin nach Laruns, dem Tagesziel im Val d’Ossau des Béarn. „Keine Autogramme, keine Selfies, kein Händeschütteln mit den Helden“, informieren allerorten  Schilder. Maske auf und Abstand halten! Gelb, Grün und rot-weiß kariert hängen die Trikots der Tour vor Häuserwänden. Auf dem LED-Bildschirm nähern sich die Fahrer dem Tagesziel: Laruns.

Die Werbekarawane der Tour de Frnce hat ihrTagesziel erreicht: Laruns. Foto: Hilke Maunder

Marc Hirschi konnte seinen Vorsprung nicht halten und ging als Dritter ins Ziel. Mit 03h55’17“ gewann Tadej Pogačar die 153 km lange Bergetappe vor Primož Roglič. Guillaume Martin und Romain Bardet schafften es elf Sekunden später als beste Franzosen auf die Plätze sieben und acht.

Als bester Deutscher kam Emanuel Buchmann mit +00h04’12“ ins Ziel, als letzter Fahrer der Deutsche Roger Kluge mit +00h32’13“ nach Laruns.

Foto: Hilke Maunder

Ein Schluck auf der Trinkflasche, das Handtuch kurz über das Gesicht, eine warme Jacke angezogen, dann sind die Fahrer verschwunden. Am nächsten Morgen ist Laruns blitzblank geputzt.

Die Karawane ist weitergezogen, der Tourwimpel eingerollt in Laruns. Drei Mal war das 1200-Einwohner-Dorf bereits Gastgeber des härtesten Radrennens der Welt. Was bleibt, ist die Hoffnung auf die nächste Tour.

Etappenziel Laruns: erreicht. Werden es alle auch bis Paris schaffen? Foto: Hike Maunder

Und die Nachricht, dass Christian Prudhomme sich mit dem Coronavirus infiziert hat. „Diese Tour wird ein Symbol der Wiedergeburt und des wirtschaftlichen Aufschwungs sein“, hatte der Tourchef vor dem Start gesagt.

Und die Tour um zwei Monate verschoben. Jetzt rollt sie durchs Land. Und versucht, ihre größte Faszination an das Virus anzupassen. Nähe.

Unterwegs in den Dörfern des Béarn: die Tour de France. Foto: Hilke Maunder

Nachtrag

Ich sehe viele Aspekte der Tour de France durchaus kritisch. Die Unmengen an Plastikwerbegoodies, die unter das Volk gebracht werden. Die Tatsache, dass es ein rein männliches Rennen ist. Die Art, wie die Sportler optimiert werden für Höchstleistungen.

Doch alles überstrahlt hat das Glück, das ich auf den Gesichtern der Menschen gesehen habe. Hier im ländlichen Béarn, wo es während der ersten Welle kaum Coronafälle gab, und der Lockdown sehr hart kontrolliert wurde.

Diese Gesichter haben mich sehr berührt. Ich werde sie nicht vergessen. Genau davon erzählt dieser Beitrag.

Bisous für die Fahrer. Foto: Hilke Maunder

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Kaum angekommen, geben die Profis Interviews. Ohne nach dem Rennen sichtlich aus der Puste zu sein… Foto: Hilke Maunder

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Im Blog

Wo ihr selbst auf den Spuren der Tour de France radeln und ein Diplom erhalten könnt, erfahrt ihr hier.

Euren Reiseplan mit Infos und Impressionen für ein unvergessliches Wochenende in Pau findet ihr hier.

Blick auf Laruns im Ossau-Tal. Foto: Hilke Maunder

Im Buch

Das ganze Land: MARCO POLO Frankreich*

MARCO POLO Frankreich: praktisch und kompakt, bearbeitet von Hilke Maunder.Einfach aus dem Besten auswählen und Neues ausprobieren, ist das Motto der Marco Polo-Reiseführer. Den MARCO POLO Frankreichhabe ich gemeinsam mit Barbara Markert verfasst. Gleich zu Beginn geben wir unsere  Insider-Tipps für Frankreich preis: vom größten Flohmarkt Europas in Lille bis zur Schwimmen in der Piscine Olympique in Montpellier.

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Das Château de Gère im Ossau-Tal. Foto: Hilke Maunder
Die Kirche von Gère im Tal des Gave d’Ossau. Foto: Hilke Maunder
Auch Madame zeigt Flagge bei der Tour de France in Pau. Foto: Hilke Maunder
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27 Kommentare

  1. Liebe Hilke & andere, wissen Sie, warum eine Reisewarnung für die Region Auvergne-Rhône-Alpes ausgegeben wird, obwohl einzelne Départements dieser Region, wie z. B. Haute-Savoie und manch‘ angrenzende Dépt. laut der Übersichtskarte in frz. Medien keine „zone rouge“ ist? 🙂
    Schönen Abend und danke für die vielfältigen Berichte und Kommentare!
    Brit

    • Hallo Brit, das RKI gibt nur Reisewarnungen für Regionen aus. 104 Départements im Blick zu haben, ist – mit Blick auf die gesamte Welt – für das RKI personaltechnisch wohl nicht möglich, vermute ich. Viele Grüße und bleib gesund! Hilke

  2. Ich habe auch gemerkt, dass sich die Franzosen anders verhalten als wir Deutschen, deswegen bin ich ja hier. Da kann man sicher geteilter Meinung sein. Sportliche Großereignisse kann man mögen oder nicht, man reagiert da zurecht unterschiedlich. Manche lassen sich mitreißen und staunen, andere sehen nur das Negative. Und das Corona-Thema erst: Alle im Gleichschritt, dürfen wir nicht mehr locker sein? Die Antwort kennt nur der Wind…

  3. Ich kann dem Kommentar von Herrn Schmidt-Salzmann nur zustimmen, auf Franceinfo wurden Bilder gezeigt, wie Menschenmassen dicht gedrängt ohne Masken den Fahrern zujubelten.
    Auch in Frankreich gibt es Kritiker dieses Brot und Spiele Events, z.B. den Bürgermeister von Lyon , der die Umweltverschmutzung durch die Caravane kritisiert : 50 Begeitfahrzeuge, die 18 Millionen Plastikwerbegeschenke in die Zuschauermenge werfen, Helikopter, die stundenlang über der Tour kreisen, die Fahrer, die ihre Trinkflaschen wegwerfen, Tausende von Wohnmobilen ( keine Caravans wie Du immer schreibst, Hilke ! ) , die sich schon Tage vorher die Cols hochquälen …Städte, die viel Geld bezahlen , um die Durchfahrt durch ihre Stadt zu ermöglichen..Eine Tour, die in den letzten Jahren durch Dopingskandale geprägt war.
    Deine Euphorie, liebe Hilke, kann ich nicht teilen. Ich habe übrigens den Wahnsinn selbst einmal – und nie wieder- am Col d’Aspin verfolgt.

    • Liebe Ilse, ja, es stimmt, was Du schreibst. Die Unmengen Plastik sind Mist bei der Tour. Und nein, es war keine Euphorie zum Event, das ich durchaus kritisch sehe. Sondern: Mich hat es unglaublich berührt, dass Glück so sichtbar wurde. Das hatte ich noch nie so erlebt.
      PS. Und ja, es waren neben den Wohnwagen auch Wohnmobile en masse dort – wird ergänzt und korrigiert. Merci, Ilse, und bleib gesund!

      • Liebe Hilke,
        Das sollte keine Wortklauberei sein, mit einem Wohnwagengespann – 12 m lang- kommst Du schon in Zeiten, in denen die Tour nicht stattfindet, kaum die Cols hoch.
        Auf Franceinfo gibt es heute eine Gif, die den schnellen Anstieg der Infektionszahlen verdeutlicht.
        Wir haben schweren Herzens auf unseren 3 Monats Aufenthalt in Frankreich verzichtet, sind jetzt in Südbaden, 12 km weit weg von der Grenze, die Vogesen zum Greifen nah. In Staufen treffen wir immer wieder Elsässer in den Restaurants, ich kann meine Lieblingssprache doch noch anwenden.
        Hoffen wir alle auf bessere Zeiten!

  4. Sitze gerade im Cafe am Altstadtring von Uzès. Im Zentrum ist Maskenpflicht. Gerade quetscht sich eine Dame an mir vorbei zum Nebentisch, ein Meter entfernt, ohne Maske. Der Kellner gibt einem älteren Herrn die Hand. Seit gestern bezeichnet das RKI auch diese Region als Risikogebiet. Was solls, vielleicht sterbe ich ja doch an Krebs.

  5. Hallo Hilke,

    toller Bericht, man lebt die Etappe förmlich nach. Ich habe sie mir in der Schlussphase im Fernsehen angesehen und mit Marc Hirschi gelitten. Er hätte es verdient zu gewinnen. Seine Soloflucht war der Hammer! Wir sind gerade in Frankreich und machen Urlaub im Aveyron-eine weitere wunderbare Ecke eines großartigen Landes. Es ist so schade, dass die Coronazahlen wieder so stark anziehen und jetzt auch die Region Occitanie vom RKI in Deutschland als Risikogebiet klassifiziert wird. Trotzdem: wir lassen uns den Urlaub und die Freude daran nicht verderben, sind so vorsichtig wie möglich, meiden größere Menschenansammlungen und halten uns brav an die Regeln. Dann wird das schon!

    Liebe Grüße

    Werner

    • Lieber Werner, wie schön, dass Dir dieser Beitrag gefallen hat! Es war unglaublich, so hautnah die Tour de France (zum allerersten Mal) miterleben zu dürfen. Herzliche Grüße und bleib(t) gesund! Hilke

  6. Nix für ungut aber wie kann man/Frau den schreiben:“Die Fans halten sich fast alle an die Auflagen der Tour-Organisatoren“? Hast Du keine Bilder oder nichts live gesehen? Die Fans an der Strecke sind bezüglich Corona eine einzige Katastrophe. Das bemängeln selbst die Fahrer. Mit so einem Beitrag macht sich der Blog – mit Verlaub – lächerlich.

    • Lieber Axel,
      danke für den Kommentar, der mich etwas erstaunt. Ich habe während der Tour mit den Fahrern persönlich gesprochen. Niemand hat nach dieser Etappe die Zuschauer kritisiert. Ich kann nur von der Etappe berichtet, die ich live erlebt habe. Vielleicht gibt es ja regionale Unterschiebe. Aber im Béarn: Guck doch bitte einmal auf die Bilder – da wird doch größtenteils die Maskenpflicht für alle ab 11 Jahre eingehalten. Und so stellt es sich auch auf den anderen Fotos dar. Warst Du vor Ort? Wo hast Du es anders erlebt? Wo war es eine Katastrophe? Bitte schickt mir doch einen Link zu, dann vertiefe ich gerne noch diesen Aspekt der Tour, überprüfe meine Einschätzung und relativiere sie gegebenenfalls. Merci und viele Grüße, Hilke

      • Genau das kann ich nur unterstreichen, auf Franceinfo sieht man ständig diese Bilder, dazu 18 Millionen Plastikgoodies, die durch die 50 Begleitfahrzeuuge in die Menge geworfen werden, Helikopter, die stundenlang über der Tour kreisen, was für ein Irrsinn !
        Vielleicht informiert sich Hilke ja doch einmal bei Franceinfo und sieht sich auch mal kritische Berichterstattung an !

      • Hallo Ilse, ich habe – inspiriert von euch beiden – einen Nachtrag unter den Beitrag gesetzt. Er hatte ein anderes Thema. Nicht das Spektakel selbst, bei dem ich Deine Kritik teile, sondern, was es – gerade in diesem Jahr, gerade im ländlichen Béarn – bei den Menschen ausgelöst hat. Das hatte mich sehr berührt.

        PS. France Info ist mein Lieblingssender 😉

  7. Danke, liebe Hilke, wieder ein spannender fröhlicher Bericht! Es freut mich, dass der Tour, wenn auch später, dieses Jahr trotz Corona (mit Masken 🙂) doch stattfindet. Eine Tradition für mich, schöne Erinnerung an meine Kindheit und Jugend!
    Ich freue mich auf Deinen nächsten Bericht!

    Jocelyne aus Kiel (mit Wurzeln und Familie in Paris und Languedoc-Roussillon/Les Albères)

    • Hallo Jocelyne, merci, das freut mich! In den Albères war ich gerade das erste Mal vor der Tour de France – eine wundervolle Ecke, über die ich nach weiteren Besuchen unbedingt berichten will. Und Kiel war ein Beitrag in meiner Reihe: „So viel Frankreich steckt in Deutschland“. Wenn Du da noch einen aktuellen Tipp hättest, freue ich mich über Deinen Kommentar unter diesem Beitrag: https://meinfrankreich.com/kiel/.
      Alles Gute und herzliche Grüße! Hilke

  8. Hallo Hilke!

    Auf der Suche nach Informationen über Corona in Frankreich sind wir auf deinen wunderbaren Blog gestoßen!
    Du informierst so detailliert und weckst in uns noch mehr Reiselust auf Frankreich.
    Wir benötigen auch direkt einmal deine Einschätzung.
    Hast du einen Überblick über die derzeitige Lage in Aix?
    Wir möchten eigentlich am übernächsten
    Wochenende unsere Tochter
    dort besuchen und sind momentan ziemlich ratlos, ob wir die Reise wagen können.
    In Deutschland wird die aktuelle Situation ja sehr dramatisch dargestellt.
    Wir bedanken uns im Voraus für eine Antwort.
    Eine Spende ist bereits unterwegs.

    Liebe Grüße

    Nila

    • Liebe Nila, merci für Deube Fragen! Zur Situation in Aix: Erst die Urlauber, dann der Schulbeginn haben dafür gesorgt, dass die Zahl der Neuinfektionen auf 187,6 Fälle bei 100.000 Einwohnern gestiegen ist. Das ist Landesrekord. Und bedenklich, da z.B. in Marseille die Zahl der Intensivbetten nicht mehr ausreicht. Darüber hat Nadia Prantel in der Süddeutschen Zeitung berichtet: https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-marseille-frankreich-1.5026230
      Aix-en-Provence bildet mit Marseille einen Ballungsraum mit einem hohen Austausch der Bevölkerung durch Berufs- und Schulpendler. Das ist die eine Seite. Zur anderen Seite denke ich, dass man es selbst sehr gut steuern kann, wie sehr man sich dem Risiko aussetzt. Masken, Händewaschen, Geld und Abstand bilden das Quartett, das Frankreich zur Infektionsrisikosenkung empfiehlt. Wie wirksam dieser Schutz ist, mag ich nicht beurteilen. Auch nicht, in welchem Umfeld sich eure Tochter bewegt, ob sie viel oder eher geringen sozialen Austausch hat. Das wäre wichtig für euch zu wissen, um abschätzen zu können, wie hoch das Risiko ist. Ich als Mutter würde immer fahren, um die Tochter zu sehen – und mich schützen, so gut es geht. Aber Kind geht vor. Das hat mir der Lockdown vom März gezeigt, wo ich Monate lang von meiner Tochter getrennt war.
      Alles Gute und bleibt gesund! Hilke

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