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Doubs

Besançon ist die pulsierende Hauptstadt des Départements Doubs, das im Osten Frankreichs in der Region Bourgogne-Franche-Comté fest verankert ist. Es grenzt im Norden an das Département Haute-Saône, im äußersten Nordosten an das Territoire de Belfort und im Westen an den Jura. Eine prägende Rolle spielt die lange Grenze im Osten und Südosten zu den Schweizer Kantonen Jura, Neuenburg und Waadt. Das Département mit der Ordnungsnummer 25 verdankt seinen Namen dem Fluss le Doubs, der sich in spektakulären Schleifen durch das Gebirge windet.

Die Landschaftist eine Hommage an die Vertikale: Nur am Unterlauf des Doubs sind die Hügel noch sanft und niedrig. Der Rest des Département Doubs wird von den vier markanten Kalkketten des Jura-Gebirges beherrscht. Nahe der Schweizer Grenze schwingt sich das Gelände am Mont d’Or auf stolze 1.463 Meter empor. Wer hier wandert, blickt oft über ein Meer aus Tannen und Felsen, das im Winter in eine der schneesichersten Langlaufregionen Frankreichs verwandelt.

Besançon: stilvoll in der Schleife

Die Hauptstadt Besançon schmiegt sich elegant in eine fast perfekte Schleife des Doubs. Über der historischen Altstadt wacht die mächtige Zitadelle, ein Meisterwerk des Festungsbaumeisters Vauban, das heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Von den hohen Mauern bietet sich ein atemberaubender Blick auf die Dächer aus grau-blauem Kalkstein. Besançon ist seit Jahrhunderten das Herz der französischen Uhrmacherei. Diese Tradition der Feinmechanik ist bis heute lebendig: Das Musée du Temps im prachtvollen Palais Granvelle präsentiert eine weltweit einzigartige Sammlung von Uhren und präzisen Uhrmacherwerkzeugen, die den Ruf der Stadt als Zentrum der Zeitmessung begründeten.

Im Wald von Chaux liegt die ehemalige königliche Saline von Arc-et-Senans. Sie ist ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe im Département Doubs. Als visionäres Projekt des Architekten Claude-Nicolas Ledoux im 18. Jahrhundert geplant, gilt sie heute als ein herausragendes Beispiel für die Industriearchitektur der Aufklärung. Die halbkreisförmige Anlage beeindruckt durch ihre monumentale Symmetrie.  Heute könnt ihr dort vor Ort übernachten – oder des Sommers im Kulturzentrum ein zauberhaftes Videomapping auf den Fassaden erleben. 

Frankreichs Schwäbin

Im Norden des Département Doubs hat die Geschichte eine besondere Wendung genommen. Dort prägten die würrtembergischen Fürsten aus Stuttgart jahrhundertelang die Stadt Montbéliard. Bis heute besitzt ihr damaliges „Mömpelgard“ ein fast schwäbisches Flair und protestantische Traditionen mitten in Frankreich.. Ganz in der Nähe, in Audincourt, wartet ein moderner Kunstschatz: Für die Église du Sacré-Cœur schuf Fernand Léger leuchtende Glasfenster von intensiver Farbkraft.

Untrennbar mit dieser Region verbunden ist der Name Peugeot. Das Museum L’Aventure Peugeot in Sochaux ist weit mehr als eine Autoschau. Es erzählt die Geschichte eines Familienimperiums in all seinen Details. Hier stehen nicht nur glänzende Oldtimer und futuristische Prototypen, sondern auch jene Produkte, mit denen alles begann: Krinolinen für Damenröcke, Kaffeemühlen, Sägeblätter und Uhrfedern.

Wer die ländliche Seite dieser industriellen Entwicklung verstehen will, besucht das Musée de la Paysannerie et des Vieux Métiers in Valentigney. In einer über 250 Jahre alten Hofstelle könnt ihr das harte Leben der Bauern und Handwerker anschaulich entdecken.

Die weiten Weiden des Département Doubs sind die Heimat des Comté ( AOP ). Der berühmtn Bergkäses reift in riesigen Laiben monatelang in ehemaligen Forts. Der Comté ist der Lieblingskäse der Franzosen, der lokale Schmelzkäse cancoillotte eher etwas für Eingeweihte. Die Saucisse de Morteau ist eine geräucherte Rohwurst mit einem charakteristischen Holzdübel, die traditionell in speziellen Kaminen, den Tuyés, über Nadelholz geräuchert wird. Ihr rauchiges Aroma ist die perfekte Ergänzung zu einem herzhaften Fondue oder einem Gratin.

Zum Dessert oder zur Vesper bricht man im Département Doubs gerne ein Stück Gâteau de ménage, einen einfachen, aber köstlichen Hefekuchen, der oft mit Zucker und Sahne ( goumeau ) bestrichen ist. Und wer nach einer langen Wanderung am Mont d’Or einkehrt, bestellt den gleichnamigen Käse, der im Ofen direkt in seiner Fichtenholzschachtel geschmolzen und mit Kartoffeln serviert wird – ein Inbegriff der herzlichen Gastfreundschaft des Juragebirges.

Meine Beiträge aus dem Département Doubs