Frohe Weihnachten • Joyeux Noël !

Weihnachten in Paris: Auch vor Notre-Dame erhebt sich ein bunt geschmückter Weihnachtsbaum. Foto: Hilke Maunder
Weihnachten in Paris: Auch vor Notre-Dame erhebt sich ein bunt geschmückter Weihnachtsbaum. Foto: Hilke Maunder

Ich wünsche euch

harmonische, friedvolle

und entspannte Feiertage.

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Bonnes Fêtes & Frohe Weihnachten!

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Wie feiert Frankreich Weihnachten?

Der erste Blick beim Besuch der Dörfer und Städte zeigt: bunt und glitzernd, funkelnd und gerne auch herrlich kitschig.

Bereits Mitte November, spätestens aber Anfang Dezember hängen die Kommunen ihre Weihnachtsbeleuchtung auf. Je fantasievoller, desto schöner. Da reiten Engel und Elche vereint durch das nächtliche Dunkel, funkeln Sterne und Tannnenzweige in Bleu, Blanc, Rouge stromsparend als LEDs.

Weihnachten in Le Havre. Foto: Hilke Maunder
Stimmungsvoll illuminiert: das Rathaus von Le Havre

Daheim wird – früher als bei uns – bereits zur Adventszeit der Weihnachtsbaum aufgestellt. Mundgeblasene Glaskugeln aus dem lothringischen Meisenthal, Lichterketten und Lametta schmücken den sapin de Noël, unter dem nicht selten eine Weihnachtskrippe steht. Adventskränze indes werdet ihr kaum in der Vorweihnachtszeit bei den Franzosen finden.

Was auch fehlt in der Zeit vor Weihnachten ist der süße, warme Duft von frisch gebackenen Plätzchen. Einzig im Elsass werden eifrig bredele gebacken. Rezepte für das typische Weihnachtsgebäck der Grenzregion zu Deutschland findet ihr hier.

Weihnachten: Virginie Cartin mit Bredele aus dem Elsass. Foto: Hilke Maunder
Virginie Cartin mit bredele aus dem Elsass. Foto: Hilke Maunder

Edles Essen

Viel wichtiger als Glaube und Geschenke ist die Gastronomie. Wird es zu Heiligabend auch wirklich nur den allerbesten Foie Gras geben. Und genügend erlesen prickelnden Champagner. Einige der leckeresten Tropfen aus der Champagne stelle ich hier vor.

Wochenlang wird die kulinarische Inszenierung für le réveillon diskutiert. Und dann doch das Weihnachtsessen ganz traditionell serviert.

Den Auftakt machen Foie Gras oder Austern als entrée. Zum Hauptgang folgen Kapaun oder Truthahn, gestopft mit Pflaumen oder Kastanien.

Nach der Käseplatte beschließt die bûche de Noël das reichhaltige Festmahl. Ihr wollt den Weihnachtsbaumkuchen nachbacken? Hier gibt es das Rezept!

Weihnachten: Marché au Gras, Gimont. Foto: Hilke Maunder
Auf den winterlichen marchés au gras versorgen sich die Franzosen mit Stopfleber und Festtagsgeflügel. Foto: Hilke Maunder

Caspar, Melchior und Balthasar

Am 6. Januar brachten die heiligen drei König dem Jesuskind einst ihre Gaben. Heute feiern die Franzosen das Dreikönigsfest Epiphania nicht mehr unbedingt dann, sondern stets am ersten Sonntag im neuen Jahr.

Zur Festtag gehört ein besonderer Kuchen: die galette des rois. Sie wird traditionell mit Freunden und der Familie genossen. Im Blätterteigkuchen war einst eine fève versteckt, eine Saubohne. Wer sie findet, ist für einen Tag König oder Königin. Und muss im nächsten Jahr die galette des rois backen. Das Rezept findet ihr hier.

Um 1870 wurden die einfachen Bohnen durch immer aufwendiger verzierte Porzellanfiguren ersetzt. Nicht wenige Franzosen sammeln diese Figuren und stellen sie als Glücksbringer fürs gesamte Jahr ins Regal.

Weihnachten in Colmar: der Markt auf dem Dominikanerplatz. Foto: Hilke Maunder
Weihnachten in Colmar: der Markt auf dem Dominikanerplatz. Foto: Hilke Maunder

Weihnachten bis Februar

Für die katholische Kirche ist die Weihnachtszeit nach dem Dreikönigstag noch lange nicht vorbei. Sondern erst 40 Tage nach der Heiligen Nacht. Dann feiert Frankreich la chandeleur – und futtert Crêpes. Und erst dann werden die Krippen in den Gotteshäusern wieder abgebaut und eingepackt für das nächste Jahr. Mehr zu Mariä Lichtmess à la française erfahrt ihr hier. Bonnes fêtes !

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4 Kommentare

  1. Wir haben die galette des rois am Neujahrstag gegessen und ich hatte als “fève” eine kleine Marienfigur. Die wird natürlich als Erinnerung an unseren ersten Jahreswechsel im bretonischen Schlösschen aufgehoben.

    Die Silvesternacht war ein für uns unvergessliches Erlebnis: wir standen um Mitternacht ganz allein mitten auf der Straße vor unserem Haus (ja, verbotenerweise haben wir unser Grundstück mitten im couvre-feu verlassen, wir alten Revoluzzer ). Dort haben wir mit einem Glas Crémant auf das neue Jahr im Mondschein und in völliger Stille angestoßen!! Unser Hund hat den Jahreswechsel zum ersten Mal ohne Angst und ohne Beruhigungsmittel einfach verschlafen. Es war ein wunderbarer Moment und wir freuen uns auf hoffentlich viele weitere so friedliche Jahreswechsel.

    Bonne année a tous!
    Bises, Silvia

  2. Toller Bericht wieder einmal! Genauso erleben wir das auch. In unserer Gegend im Hinterland von Béziers ist die “Couronne des Rois” der grosse Konkurrent zur Galette. Diese “Krone” besteht aus Briocheteig, sehr oft mit Orangenblütenwasser aromatisiert und meistens mit kandierten Früchten dekoriert. Ich bevorzuge diese wesentlich leichtere und weniger süsse Variante. Zu Beiden wird traditionell Cidre oder Champagner getrunken. Lecker, lecker!

  3. DAnke schönfür diesen Beitrag! Die galette des roix schmeckt super und die “fèves” gefallen mir auch gut. Bei uns im Rheinland blieb früher die Krippe bis Maria Lichtmess am 2. Februar stehen, das entspricht dem chandeleur. Joyeux Noel!

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