Sentier Cathare: die schönste Etappe

Packt eure Wanderstiefel ein und lauft ein paar Tage lang durch eine legendäre Landschaft: das Pays Cathare im Süden des Languedoc. Euer Wegweiser: der rot-weiß markierte Sentier Cathare.

In zwölf Tagesetappen verläuft er von Port-la-Nouvelle am Mittelmeer hin nach Foix am Fuße der Pyrenäen. 200 Kilometer mit ziemlichen bergauf und bergab, denn die Katharer bauten ihre Schutzburgen auf den Gipfeln der Kalkspitzen.

Doch es gibt ja genügend Brunnen mit kühlem Quellwasser, Wildbadeplätze – und tolle Weingüter, um den „Durst“ zu stillen… Meine Lieblingsstrecke verläuft von Durban-Corbières nach Duilhac.

Warum sie mir so gut gefällt? Die Landschaft verändert sich hinter jeder Biegung, mal ist sie offen und weit, ein riesiger Weingarten. Dann wieder gibt es Schluchten, Wälder und Garrigue.

Und immer wieder guten Wein, ehrliche Küche und Gastgeber, die einem das Gefühl geben, wirklich willkommen zu sein. Kommt mit!

Sentier Cathare:  die Paraderoute

Tag 1 (Anreise)

Los geht’s im 200-Seelen-Dorf Cascastel 6 km südwestlich von Durban. Auf der Domaine Grand Guilhem (1, chemin du Col-de-la-Serre, Tel. 04 68 45 86 6) könnt ihr in vier komfortable Gästezimmer und zwei Ferienwohnungen euch von der Anreise erholen und euch gleich richtig einstimmen.

Das Weingut hat auf biologischen Anbau umgestellt – so wie auch die nahe Cave Coopérative, deren Tropfen seit 2012 das ECOCERT-Label tragen. Probiert die Weine, lauft ein wenig durch die Weingärten und genießt die Sonne des Südens!

Tag 2

Nun wird gewandert! Mitten durch die Weinberge erreicht ihr nach 6 km Embres-et-Castelmaure, wo an den Hängen des trockenen und kahlen Serre-Gebirges, zwischen Rosmarin, Thymian und Lavendel Reben gedeihen, aus denen die örtliche Kooperative originelle Tropfen keltert.

Wein, Karsthügel und einsame Weite begleiten euch, bis ihr nach 15 km das nächste Weingut erreicht: Château de Nouvelles in der Appellation Fitou.

Nach 3 km erreicht ihr einen geradezu bescheidenen Hügel, auf dem die erste Burg thront, ist geradezu bescheiden: Nur 96 m hoch ragt er aus dem Rebenland aus. Überraschend weit ist dennoch die Fernsicht von der Terrasse des Château d’Aguilar, das im 11. Jahrhundert aus groben Steinen erbaut und 1260 königliche Festung wurde.

Ihr wollt noch höher hinaus? Dann macht einen  Tandem-Gleitschirmflug mit Didier Trocquemé aus Tuchan (22, rue de la barricade, Mobil-Tel. 06 76 75 18 91). Direkt am Katharerweg verbringt ihr die Nacht.

Elisabeth Madaule hat in einer ehemaligen Schäferei ihren Gîte St-Roch eingerichtet (route de Faste, Tuchan, Tel. 04 68 45 47 91) – neben zwei Doppelzimmern gibt es auch einen großen Schlafsaal für bis zu 12 Personen.

Tag 3

Vom Gästehaus wandert ihr am nächsten Morgen hinunter ins Winzerdorf Tuchan und folgt dem Lauf der Verdouble 11  km lang bis zum Grau de Padern, einer wildromantischen Stelle zum Wildbaden.

Ebenfalls sehr beliebt ist das kühle Nass des l’Oeil de Mer am Ortsausgang Richtung Cucugnan. Bis ins 20. Jahrhundert waren die Minen von Padern aktiv, in denen Erze gefördert wurden; bis ins 11. Jh. zurück reichen die Wurzeln der Burgruine, die ihr kostenlos besichtigen können.

Danach ist Kondition gefragt: 8 km lang geht es durch lichten Wald und Wiesen stramm bergauf zum Château de Quéribus, das in 784 m Höhe schwindelerregend auf einem Karstgrad thront. Heutiges Tagesziel ist das wunderschönen Dorf Cucugnan, das Alponse Daudet in „Le Curé de Cucugnan“ literarisch verewigt hat.

Nicht minder berühmt ist Roland Feuillas von Les Maitres de Mon Moulin, der Getreide aus der Antike anbaut, in seiner malerischen Feldsteinmühle mahlt und zu Bio-Brot, Gebäck und Nudeln verarbeitet – unbedingt kosten (3, rue du Moulin, Tel. 046 83 35 50)!

Als Unterkunft empfiehlt sich  Les Santolines mit drei Doppelzimmern und zwei Ferienwohnungen (12, rue Alphonse Daudet,Tel. 04 68 45 00 04).

Tag 4

Der nächste Tag beginnt mit dem letzten großen Aufstieg: Auch zur königlichen Festung Château Peyrepertuse, geht es zunächst nur sanft, ab Duilhac-sous-Peyrepertuse steil bergauf. Euer Lohn für die fast 600 Höhenmeter: ein mittelalterliches Juwel, groß wie keine andere Burg der Katharer.

Alljährlich Anfang August feiert sie ein riesiges Mittelalterfest mit mehr als 60 Straßenkünstlern, Ritterkämpfen und Feuerwerk.

Und jetzt? Heimreise? Oder weiterwandern? Die gesamte Route habe ich euch hier kompakt vorgestellt.

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2 Kommentare

  1. Liebe Frau Maunders,

    besten Dank für Ihren Hinweis zum Thema Bordeaux – leider keinerlei Chance in Form von Gruppenreise außer von Nordrhein-Westfalen aus auf einem Boot über zig Umwege zwecks Zustieg!

    Sie machen mir den Mund wässrig, wenn ich Ihre einladenden Schilderungen lese – nur sind diese für mich als Single im Rentenalter alleine nicht durchführbar; zudem scheint Frankreich weniger durch Gruppenreise erfaßt zu sein, d.h. mehr individuell bereist.

    Ich beneide Sie als Romanistin und Anglistin um Ihre interessante Tätigkeit und entsprechende Möglichkeiten.

    Ihnen alles Gute

    Ingrid Hackebeil, Bayreuth

    • Liebe Frau Hackebeil, das ist schade zu hören! Aber vielleicht gibt es Die Möglichkeit, eine Reisebegleitung mit ähnlichen Interessen zu finden – vielleicht über eine Annonce in der Zeitung, eine Anfrage beim Institut Français – oder in Internetforen? Ich drücke Ihnen die Daumen! Bien cordialement, Hilke Maunder

1 Trackback / Pingback

  1. Sentier Cathare: Wo Berg und Burg verschmelzen - Mein Frankreich

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